Brabus Bodo: Buschmanns V12-Vermächtnis geht in Serie
Brabus reißt sich vom Image des Benz-Verfeinerers los: Die Bottroper Tuningschmiede baut Gründer Bodo Buschmann ein rollendes Denkmal aus Kohlefaser, Muschel-gestepptem Leder und 1000 PS mobilisierender V12-Technik.
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Der Bodo verwandelt Brabus endgültig vom Tuner zum Coachbuilder
Die Brabus-DNA hat einen neuen Strang freigeschaltet: Den des Coachbuilders. Verließ der Mercedes-Tuner aus Bottrop bereits 2024 mit dem Rocket GTS auf AMG SL-Basis die ausgetretenen Veredelungs-Pfade, hat sich die Marke nun ein Stück weit sogar neu erfunden. Dabei ist die Idee eines Über-Gran-Turismo im internen Kosmos längst keine neue. Schon Firmengründer Bodo Buschmann träumte einst von der ultimativen Krönung seines automobilen Schaffens. Realisieren konnte er sie nie, 2018 verstarb der Brabus-Boss überraschend und viel zu früh mit 62 Jahren.
Gebaut hat sie nun sein Sohn Constantin Buschmann, quasi am Vorabend zum 50-jährigen Firmenjubiläum 2027. Der Name Brabus Bodo passt da wie der Lader auf den Abgaskrümmer. Und wenn der Sohn die mit Abstand schillerndste Kreation der Marke seinem verstorbenem Vater widmet, darf man auch mal eine Turbogedenksekunde inne halten.
Man lässt den Blick über die sinnliche Silhouette schweifen, die ein bisschen so aussieht, als hätte der gefallene Stern-Designer Gorden Wagener ein düsteres Rachekomplott gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber in den Autoklav gegossen. Dabei steckt nicht Wagener hinter dem schier endlosen Fastback-Coupé und unter der Hülle auch keine Mercedes-Technik.
Tatsächlich bildet der Aston Martin Vanquish das Rückgrat für den Brabus Bodo. Auf dem britischen Alu-Chassis baut der Veredler eine komplett in Eigenregie entwickelte Kohlefaser-Karosserie auf, die sich stilistisch irgendwo zwischen AMG One und Bentley Continental GT einsortiert und dabei dennoch höchst eigenständig auftritt.
Der Smart #5 Brabus im Fahrbericht (Video)

3-Second-Wow-Effekt dank Kohlefaser-Karosserie
Bezeichnend dafür steht der XXL-Kühlergrill im Wind, der – typisch Brabus – die vertikalen AMG-Panamericana-Streben mit großen, seitlichen Kühlschlitzen kombiniert. Die Formsprache lebt von langgezogenen, fließenden Linien. Ganz ohne zusätzliche Lufteinlässe oder Flaps an der Fahrzeugflanke, welche die Brabus-Tunings sonst so oft zieren.
Das wie aus einem Guss geformte Styling wird nur an der tief gefurchten Motorhaube sowie unterhalb des Heckfensters und des porschigen Heckbereichs nennenswert aufgebrochen, um die Muskeln noch mehr spielen zu lassen. Die übereinander angeordneten Titan-Endrohre untermauern den monumentalen Auftritt des Brabus Bodo.

Selbstverständlich atmen diese via Klappensteuerung, die der grollende 5,2-l-V12 aber vermutlich gar nicht nötig hätte. Auch ohne irgendwelche Upgrades gehört der Aston-Motor mit 835 PS (614 kW) zu den stärksten Kraftwerken seiner Art. Nach der altbekannten Brabus-Behandlung via neuer Turbos, verbesserter Ladeluftkühlung, optimierter Abgasführung und Eingriff in die Nullen und Einsen des Motormanagements wächst die Power auf 1000 PS (735 kW). Nicht minder beeindruckend: der Drehmomentsprung von 1000 auf 1200 Nm.
Derart gerüstet, muss die Achtstufen-Automatik fast schon im Zeitraffer wandeln, um den Fünfmeter-GT auf Landstraßentempo zu befördern. Glatte drei Sekunden dauert das, was in der heutigen Zeit aber so ziemlich jeder Sportwagen jenseits der 200.000-Euro-Marke leistet. Beeindruckend wird dieser Wert erst mit Hinblick auf den reinen Hinterradantrieb, der auch das geringe Gewicht von gut 1,9 t erklärt. Wenn dann irgendwann der Schlupf abgeschüttelt ist, rast der Brabus Bodo mit bis zu 360 km/h über die Autobahn.
Mit Leder-Fußboden und mehr Speed als ein Ferrari F80
Der Speed oberhalb eines Ferrari F80 hat der Bodo nicht nur seiner immensen Kraft zu verdanken, sondern auch seinem betont aerodynamischen Konzept samt aktivem Heckspoiler und den eigens angefertigten Continental-Reifen. Letztere messen vorne 275 sowie hinten 325 mm Breite und beherbergen 21 Zoll große Brabus Monoblock-Felgen.
Typisch Brabus geht es auch im Cockpit zu, wo sich das Vanquish-Layout unter dem neu gestalteten Armaturenbrett versteckt. Satt glänzende Kohlefaser-Applikationen treffen auf runde Brabus-Luftduschen und einen spoilerartig überdachten Fahrerbildschirm. Dazu sind die Sitze und der gesamte untere Fahrgastraum bis hin zum Fußboden mit dem klassischen Shell-förmig gesteppten Leder überzogen. Nur bei den Pedalen wäre das mit dem Bezug zu viel des Guten geworden, weshalb man sich auch hier für Kohlefaser entschied.
Nicht fehlen dürfen außerdem die Brabus Masterpiece-Plakette sowie die stilisierte Bodo-Silhouette (die des Autos, nicht des Mannes!) auf den Sitzen und die Buschmann-Signatur in den Türtafeln. Im Kofferraum beglückt eine Brabus-Reisetasche in Interieurfarbe ebenso das Sammlerherz wie die Konfigurations-Plakette inklusive nachvollziehbarer Digital-Historie mittels Blockchain-Technologie.
Mit einer limitierten Stückzahl von 77 Exemplaren – passend zum Gründungsjahr 1977 – ist dem Brabus Bodo seine Exklusivität jedenfalls gesichert. Zumal der Preis für den Über-GT bei gut einer Million Euro liegen wird. Eine gerechtfertigte Summe für das, was der Bodo bietet. Und erst recht für das, was er für die Firma und allen voran Constantin Buschmann bedeutet.
Fazit
Der Brabus Bodo ist ein Denkmal auf Rädern: Er zollt der Vergangenheit Respekt, vereint das Beste aus der Gegenwart und lenkt die Firma gleichzeitig in eine Zukunft, die über das Veredeln von Mercedes-Modellen weit hinausgeht. Unweigerlich fragt man sich, wie Constantin Buschmann und sein Team diesen Coup nochmal toppen wollen.





















