Neuer BMW-Entwicklungssvorstand: Klaus Fröhlich hört auf Frank Weber wird neuer Entwicklungschef bei BMW

von Christina Finke 12.03.2020
Inhalt
  1. BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich hört auf
  2. Oliver Zipse löst Harald Krüger als BMW-Chef ab
  3. Harald Krüger hört nach vier Jahren als BMW-Chef auf

Im Juli 2020 gibt es einen weiteren Wechsel im BMW-Vorstand: Entwicklungschef Klaus Fröhlich scheidet aus, Nachfolger wird Frank Weber. Und: Am 16. August 2019 löste Oliver Zipse, bis dahin Produktionschef, Harald Krüger als BMW-Chef ab.

Bei BMW wird es im Juli 2020 einen weiteren Wechsel im Vorstand geben: Entwicklungschef Klaus Fröhlich scheide nach seinem 60. Geburtstag aus, wie der Autobauer Mitte März mitteilte. Als Nachfolger berief der Aufsichtsrat den 53-jährigen Ingenieur Frank Weber, der derzeit die Produktlinie Rolls-Royce und BMW-Oberklasse leitet. Weber habe "entscheidenden Anteil am Erfolg unserer äußerst erfolgreichen großen Baureihen BMW 7er, 8er, X5 und X7", sagte Aufsichtsratchef Norbert Reithofer. Zugleich zollte er Fröhlich, der im Juni die ungeschriebene Altersgrenze für BMW-Vorstände erreicht, "höchste Anerkennung für seine langjährige und erfolgreiche Arbeit nicht nur im Vorstand der BMW AG". Bei der Elektromobilität und der digitalen Vernetzung habe er wichtige Impulse gesetzt, seit Dezember 2014 war er Mitglied des Vorstands. Vor der Berufung von Oliver Zipse zum neuen Konzernchef galt er ebenfalls als Kandidat für die Nachfolge von dessen Vorgänger Harald Krüger. Die Neubesetzung vakanter Stellen mit Leuten aus dem eigenen Hause hat bei BMW Tradition. So hatte Zipse zuletzt bereits die Posten für Produktion und Personal mit Eigengewächsen neu besetzt: Ilka Horstmeier wurde zur neuen Personalchefin berufen, Milan Nedeljkovic zum neuen Produktionsvorstand. Mehr zum Thema: BMW und Mercedes kooperieren

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BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich hört auf

Am 16. August 2019 hat der bisherige Produktionschef Oliver Zipse den Vorstandssitz bei BMW übernommen und sein Amt als neuer BMW-Chef im Münchner Vierzylinder-Hochhaus angetreten. An seinem ersten Arbeitstag rief er die Beschäftigten dazu auf, die Herausforderungen anzunehmen und die Chancen des Umbruchs in der Autoindustrie zu nutzen. In einem Rundbrief sprach er zudem auch Schwächen des Konzerns offen an und gab das Ziel aus, BMW müsse "als Gewinner aus dem Umbruch in unserer Branche hervorgehen". Zudem schrieb er, BMW habe sich in den vergangenen Jahren etwas "an den Erfolg gewöhnt". Jetzt stiegen die Kosten aber schneller als die Einnahmen. "Wir denken und handeln noch nichht konsequent global." Jeder müsse bereit sein, zu lernen unnd sich weiterzuentwickeln, Erfolg müsse "jeden Tag neu erarbeitet werden". "Wir müssen nicht immer der Erste sein", aber bei allem "deutlich besser sein als der Wettbewerb", forderte Zipse. Der Aufsichtsrat des Autobauers hatte Zipse im Juli 2019 zum Nachfolger von Harald Krüger berufen, nachdem der das Ende seiner Amtszeit verkündet hatte. Seinen ersten großen Auftritt als neuer BMW-Chef wird der 55-Jährige, der als uneitel, ruhig, sachlich aber auch durchsetzungsstark gilt, auf der IAA in Frankfurt Anfang September 2019 haben. Zipse wurde 1964 in Heidelberg geboren, studierte in den USA Informatik und Mathematik sowie in Darmstadt Maschinenbau. 1991 fing er bei BMW als Ingenieur an, leitete nach Stationen in München und Südafrika bis 2008 das Mini-Werk Oxford. Außerdem war er Chef der Technischen Planung, der Konzernplanung und der Produtkionsstrategie, bevor er im Mai 2015 in den Vorstand aufrückte – schon damals als Nachfolger von Harald Krüger, der im selben Jahr zum Vorstandschef aufstieg. Seitdem verantwortete Oliver Zipse als Produktionsvorstand das größte Ressort im BMW-Konzern: Er musste die Fabriken bei laufender Produktion für den Bau von Elektroautos umrüsten, gut mit Werkleitern und Betriebsräten zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass 2,5 Millionen Autos pro Jahr reibungslos vom Band laufen.

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Oliver Zipse löst Harald Krüger als BMW-Chef ab

Als neuen BMW-Chef erwarten Oliver Zipse zukünftig große Baustellen: Wie andere Hersteller kämpft auch BMW mit der weltweit schwächeren Nachfrage und neuen Zollhürden. Vor allem der im Oktober 2019 anstehende Brexit stellt den Konzern vor Probleme: Großbritannien ist für BMW der viertgrößte Markt, zudem baut der Konzern dort den Mini und den Rolls-Royce. Arbeitnehmer- und Aktionärsvertreter erwarten von Zipse daher bald klare Ansagen. Zumal alle Autobauer enorme Summen in Elektroautos und die Umrüstung von Fabriken stecken, um Vorgaben in China und der EU einzuhalten und Strafabgaben zu vermeiden. Außerdem muss der Münchener Autobauer in selbstfahrende Autos und Mobilitätsdienste investieren. Neben batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen setzt BMW aber auch weiterhin auch auf Benzin-, Diesel- und Hybridautos, um besser auf die Nachfrage in verschiedenen Absatzmärkten reagieren zu können. "Mit unseren flexiblen Archihtekturen sind wir dem Wettbewerb weit voraus", das "macht den Unterschied", so Zipse an seinem ersten Arbeitstag. Derzeit ist geplant, dass BMW bis 2023 mindestens 13 vollelektrische Modelle und ein Dutzend Hybride anbietet. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Zipse diesen Kurs kurzfristig ändert. Für das laufende Jahr rechnet BMW mit einem Gewinneinbruch: Wenig gefragte Modell- und Motorvarianten werden daher gestrichen, Stellen will der Konzern nicht abbauen. Trotzdem erwartet BMW von seinem neuen Chef offenbar nicht, von heute auf morgen alles über den Haufen zu werfen. Aber er dürfte nach innen und außen deutlicher machen, dass BMW mit rund 130.000 Mitarbeitern die richtige Strategie habe. Wer künftig das Produktionsressort im Führungsgremium vom neuen BMW-Chef Oliver Zipse übernehmen wird, ist derweil noch offen. Der Aufsichtsrat dürfte voraussichtlich im Herbst 2019 darüber entscheiden.

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Harald Krüger hört nach vier Jahren als BMW-Chef auf

BMW-Chef Harald Krüger hatte  am 5. Juli 2019 verkündet, als Vorstandsvorsitzender des bayrischen Automobilherstellers abtreten zu wollen und lehnte damit eine Vertragsverlängerung ab. "Die BMW Group ist seit mehr als 27 Jahren meine berufliche Heimat. Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren und meine vielfältige internationale Erfahrung in neue Aufgaben und Projekte einbringen", begründete Krüger das Ende seiner Amtszeit bei BMW. Der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer bringt der Entscheidung des amtierenden BMW-Chefs großen Respekt entgegen: "Harald Krüger hat über ein Vierteljahrhundert für die BMW Group in den verschiedensten Funktionen mit großer Leidenschaft wichtige Akzente gesetzt. Für sein Engagement möchte ich mich persönlich bedanken." BMW bewahrte sich unter Krüger eine saubere Weste im Dieselskandal und schloss wichtige Partnerschaften bei Mobilitätsdiensten und beim autonomen Fahren. "Die BMW Group ist ein einzigartiges Unternehmen mit langer Tradition, großem Pioniergeist und Leidenschaft für Innovationen. Wir haben in den vergangenen Jahren die Weichen gestellt, um die BMW Group in eine erfolgreiche Zukunft zu steuern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit sind die größte Stärke der BMW Group. Gemeinsam sind sie auf dem Weg in die Mobilität von morgen und ich bin sicher, dass sie die Zukunft unserer Industrie erfolgreich prägen werden", wird Krüger in der Pressemitteilung zum Ende seiner Amtszeit 2020 zitiert.

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mit dpa

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