Neuer BMW-Chef Oliver Zipse: Harald Krüger hört auf BMW macht Oliver Zipse zum neuen Konzernchef

von Christina Finke 19.07.2019

Oliver Zipse wurde am 18. Juli 2019 zum Nachfolger von BMW-Chef Harald Krüger gewählt, der auf eine weitere Amtszeit verzichtet und daher aufhört. Bereits Mitte August 2019 übernimmt der bisherige Produktionschef das Steuer im BMW-Konzern!

Zwei Wochen nachdem BMW-Chef Harald Krüger das Ende seiner Amtszeit verkündet hat, wurde Oliver Zipse am 18. Juli 2019 zu seinem Nachfolger gewählt. Bereits am 16. August 2019 soll der bisherige Produktionschef den Vorstandssitz übernehmen, wie das Unternehmen mitteilt. Seinen ersten großen Auftritt als neuer BMW-Chef wird der 55-Jährige, der als uneitel, ruhig, sachlich aber auch durchsetzungsstark gilt, auf der IAA in Frankfurt Anfang September 2019 haben. Aufsichtsratschef Norbert Reithofer sagte nach der Sitzung im US-Autowerk Spartanburg: "Mit Oliver Zipse übernimmt ein führungsstarker Stratege und Analytiker den Vorstandsvorsitz der BMW AG. Er wird der BMW Group zusätzliche Impulse bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft verleihen." Zipse wurde 1964 in Heidelberg geboren, studierte in den USA Informatik und Mathematik sowie in Darmstadt Maschinenbau. 1991 fing er bei BMW als Ingenieur an, leitete nach Stationen in München und Südafrika bis 2008 das Mini-Werk Oxford. Außerdem war er Chef der Technischen Planung, der Konzernplanung und der Produtkionsstrategie, bevor er im Mai 2015 in den Vorstand aufrückte – schon damals als Nachfolger von Harald Krüger, der im selben Jahr zum Vorstandschef aufstieg. Seitdem verantwortet Oliver Zipse als Produktionsvorstand das größte Ressort im BMW-Konzern: Er muss die Fabriken bei laufender Produktion für den Bau von Elektroautos umrüsten, gut mit Werkleitern und Betriebsräten zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass 2,5 Millionen Autos pro Jahr reibungslos vom Band laufen. Erst einen Monat, bevor Oliver Zipse der neue BMW-Chef wurde, hatte er das 31. BMW-Werk in Mexiko eröffnet. Mehr zum Thema: BMW und Mercedes kooperieren

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Oliver Zipse löst Harald Krüger als BMW-Chef ab

Als neuen BMW-Chef erwarten Oliver Zipse zukünftig große Baustellen: Wie andere Hersteller kämpft auch BMW mit der weltweit schwächeren Nachfrage und neuen Zollhürden. Vor allem der im Oktober 2019 anstehende Brexit stellt den Konzern vor Probleme. Arbeitnehmer- und Aktionärsvertreter erwarten von ihm daher bald klare Ansagen. Zumal alle Autobauer enorme Summen in Elektroautos und die Umrüstung von Fabriken stecken, um Vorgaben in China und der EU einzuhalten und Strafabgaben zu vermeiden. Außerdem muss der Münchener Autobauer in selbstfahrende Autos und Mobilitätsdienste investieren. Neben batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeugen setzt BMW aber auch weiterhin auch auf Benzin-, Diesel- und Hybridautos, um besser auf die Nachfrage in verschiedenen Absatzmärkten reagieren zu können. Derzeit ist geplant, dass BMW bis 2023 mindestens 13 vollelektrische Modelle und ein Dutzend Hybride anbietet. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Zipse diesen Kurs kurzfristig ändert. Für das laufende Jahr rechnet BMW mit einem Gewinneinbruch: Wenig gefragte Modell- und Motorvarianten werden daher gestrichen, Stellen will der Konzern nicht abbauen. Trotzdem erwartet BMW von seinem neuen Chef offenbar nicht, von heute auf morgen alles über den Haufen zu werfen. Vielmehr solle Zipse die eingeschlagene Strategie intern wie extern mit breiter Brust vertreten. Wer künftig das Produktionsressort vom neuen BMW-Chef Oliver Zipse übernehmen wird, ist bilsang offen. Der Aufsichtsrat dürfte voraussichtlich im Herbst 2019 darüber entscheiden.

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Harald Krüger hört nach vier Jahren als BMW-Chef auf

BMW-Chef Harald Krüger hatte  am 5. Juli 2019 verkündet, als Vorstandsvorsitzender des bayrischen Automobilherstellers abtreten zu wollen und lehnte damit eine Vertragsverlängerung ab. "Die BMW Group ist seit mehr als 27 Jahren meine berufliche Heimat. Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren und meine vielfältige internationale Erfahrung in neue Aufgaben und Projekte einbringen", begründete Krüger das Ende seiner Amtszeit bei BMW. Der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer bringt der Entscheidung des amtierenden BMW-Chefs großen Respekt entgegen: "Harald Krüger hat über ein Vierteljahrhundert für die BMW Group in den verschiedensten Funktionen mit großer Leidenschaft wichtige Akzente gesetzt. Für sein Engagement möchte ich mich persönlich bedanken." BMW bewahrte sich unter Krüger eine saubere Weste im Dieselskandal und schloss wichtige Partnerschaften bei Mobilitätsdiensten und beim autonomen Fahren. "Die BMW Group ist ein einzigartiges Unternehmen mit langer Tradition, großem Pioniergeist und Leidenschaft für Innovationen. Wir haben in den vergangenen Jahren die Weichen gestellt, um die BMW Group in eine erfolgreiche Zukunft zu steuern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit sind die größte Stärke der BMW Group. Gemeinsam sind sie auf dem Weg in die Mobilität von morgen und ich bin sicher, dass sie die Zukunft unserer Industrie erfolgreich prägen werden", wird BMW-Chef Krüger in der Pressemitteilung zum Ende seiner Amtszeit 2020 zitiert.

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mit dpa

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