BMW-News: M50d & V12; Werk München BMW will in Deutschland keine Verbrenner mehr bauen

von Christina Finke 19.11.2020
Inhalt
  1. BMW-News (November 2020) zum Werk München: keine Produktion von Verbrenner mehr​
  2. August 2020: BMW schreibt im ersten Halbjahresbilanz 2020 rote Zahlen
  3. BMW-News (März 2020): BMW intensiviert Forschung zu Elektrifizierung
  4. März 2020: BMW stellt Quad-Turbo-Diesel M50d & V12 ein
  5. BMW-News (Juli 2020): Vorstandsgehälter an Klimaziele geknüpft
  6. Februar 2019: Bußgeld im Dieselskandal

Die neuesten BMW-News im November 2020 betreffen das Werk München: Anstelle von Verbrennern sollen hier künftig Fahrzeuge mit Fokus auf E-Antrieben entstehen. Der Quad-Turbo-Diesel M50d wird 2020 eingestellt und auch der 6,6 Liter große V12 könnte auslaufen. Dieser Artikel wurde am 19.11.2020 aktualisiert.

 

BMW-News (November 2020) zum Werk München: keine Produktion von Verbrenner mehr​

BMW stellt den Bau von Benzin- und Dieselmotoren im Werk München ein und errichtet auf der frei werdenden Fläche eine neue, auf Elektroautos ausgerichtete Fahrzeugmontage. Sie soll 2026 in Betrieb gehen und 400 Millionen Euro kosten, sagte Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic Mitte November 2020. Die betroffenen 1000 Mitarbeiter im Motorenbau bekämen andere Arbeitsplätze bei BMW in München oder anderen bayerischen Standorten angeboten. "Wir setzen unsere Elektrifizierungsstrategie konsequent um. Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren", sagte Nedeljkovic. Die bisher in München gebauten Verbrennungsmotoren mit vier, sechs, acht und zwölf Zylindern sollen künftig in den Motorenwerken Steyr in Österreich und Hams Hall in England gebaut werden. Die Verlagerung erfolge schrittweise bis spätestens 2024. Auf dem frei werdenden Gelände des Werks in München werde eine ganz neue Fahrzeugmontage aufgebaut, die für die neue, stark auf E-Antriebe ausgerichtete BMW-Plattform ausgelegt sei. Diese Plattform werde Mitte der 20er-Jahre im geplanten BMW-Werk Debrecen in Ungarn anlaufen und dann auf alle anderen Werke ausgerollt. Ab Ende 2021 sollen der vollelektrische BMW i4 in München und der BMW iX in Dingolfing starten, die vollelektrischen Varianten des 7er und 5er stünden in Dingolfing in den Startlöchern. 2022 startet im Werk Regensburg die Produktion des X1 als Verbrenner, der auch mit vollelektrischem Antrieb angeboten wird. In Leipzig soll 2023 der Mini Countryman als Verbrenner und E-Auto folgen.

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August 2020: BMW schreibt im ersten Halbjahresbilanz 2020 rote Zahlen

Zum ersten Mal seit elf Jahren schreibt BMW wieder rote Zahlen. "Wie erwartet haben die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im zweiten Quartal voll auf unser Geschäft durchgeschlagen", sagte Vorstandschef Oliver Zipse am 4. August 2020 in München. Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust von 212 Millionen Euro. Nach dem ersten Halbjahr 2020 bleibe aber trotzdem noch ein Gewinn von 498 Millionen Euro vor Steuern, betonte Zipse und zeigte sich für die zweite Jahreshälfte "durchaus zuversichtlich". So signalisiere der Monat Juli einen klaren Lichtblick: "Unser Absatz Automobile auf Group-Ebene lag hier deutlich über Vorjahr." Doch auch wenn in wichtigen Märkten wie Deutschland, den USA und China inzwischen eine Erholung spürbar sei, bleibe die Unsicherheit groß: "Eine erneute Verschärfung der Lage sowie eine mögliche zweite Infektionswelle und damit verbundene Eindämmungsmaßnahmen sind in unserem Ausblick weiterhin nicht enthalten", betonte Finanzvorstand Nicolas Peter. Mit 21,7 Milliarden Liquidität sei der Konzern aber sehr gut aufgestellt und habe genügend Reserven. Viele Investitionen würden aber verschoben oder stünden auf dem Prüfstand.

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BMW-News (März 2020): BMW intensiviert Forschung zu Elektrifizierung

BMW will bis 2025 über 30 Milliarden Euro in Forschung und Technologie investieren. Das kündigte die Konzernspitze im Zuge der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2020 an. Auch die Elektrifizierung des Fahrzeugportfolios soll demnach weiter vorangetrieben werden. Ende 2021 sollen mit BMW i3, Mini Cooper SE, BMW iX3, BMW iNext und BMW i4 fünf vollelektrische Serienautos des Konzerns auf dem Markt sein. Die Entwicklung neuer Hard- und Software im Bereich der Elektromobilität soll dabei auch als Vorbereitung auf neue CO2-Ziele dienen. Die Produktion von Modellen mit klassischen Antriebsvarianten soll in diesem Zuge drastisch schrumpfen – und zwar um 50 Prozent, von 2021 an. Doch nicht nur dort soll gespart werden: Auch die internen Strukturen möchte BMW verschlanken. Mit dem Programm "Performance > Next" will sich BMW auf Effizienz trimmen und bis Ende 2022 mehr als zwölf Milliarden Euro sparen. In diesem Zuge sollen künftig die Entwicklungsprozesse neuer Fahrzeugmodelle um bis zu ein Drittel reduziert werden.

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März 2020: BMW stellt Quad-Turbo-Diesel M50d & V12 ein

BMW stellt seinen Quad-Turbo-Diesel, der als M50d mit 400 PS und 760 Newtonmeter Drehmoment in diversen Modellreihen zum Einsatz kam, Ende 2020 ein. Der BMW 750d sowie die M50d-Motorisierungen für 5er, X5, X6 und X7 werden in der zweiten Jahreshälfte in den 28 EU-Märkten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz auslaufen, bestätigt BMW auf Nachfrage der AUTO ZEITUNG. Im Rest der Welt werden die entsprechenden Modelle jedoch auch weiterhin mit dem von vier Abgasturboladern unter Druck gesetzten Reihensechzylinder-Turbodiesel zu haben sein. In Europa steht künftig hingegen der knapp 70 PS schwächere Biturbo-Diesel aus den 40d-Modellen an der Spitze der Dieselmotoren-Palette von BMW. Darüber hinaus steht wohl auch der 6,6 Liter große V12 mit 585 PS vor dem Aus, wie BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich im Januar 2020 in einem Interview mit "Auto News Europe" andeutete. Aktuell kommt das Aggregat nur im M760Li zum Einsatz, von dem laut Fröhlich lediglich einige tausend Stück pro Jahr produziert werden. Zum Ende des Modellzyklus im Jahr 2023 dürfte also auch diese Antriebsvariante Geschichte sein. Dass BMW den Quad-Turbo-Diesel aus dem europäischen Motorportfolio streicht, hat vor allem wirtschaftliche Gründe: "Sowohl der BMW 750d als auch die M50d-Motorisierungen bei BMW 5er, 7er, X5, X6 und X7 betragen jeweils nur niedrige einstellige Prozentzahlen an den jeweiligen Gesamtmodell-Motorisierungen", heißt es seitens BMW. "Die sich rasant verändernden politischen, gesellschaftlichen und marktseitigen Rahmenbedingungen in Europa" erforderten "eine entsprechende Bereinigung und Konzentration im Produktportfolio". Eine Fortsetzung des Angebots sei daher nicht mehr im wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zu den Stückzahlen in den genannten Märkten möglich. Und damit ist das Ende des Quad-Turbo-Diesels (M50d) zumindest für europäische Kunden besiegelt.

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BMW-News (Juli 2020): Vorstandsgehälter an Klimaziele geknüpft

In den kommenden Jahren will BMW seinen CO2-Fußabdruck um ein Drittel senken – und knüpft die Vorstandsgehälter an dieses selbsterklärte Klimaziel. Das wurde im Juli 2020 bekannt. "Wir werden Jahr für Jahr über unsere Fortschritte berichten und uns an diesen Zielen messen lassen. Das wird auch in die Vergütung von Vorstand und Top-Management einfließen", erklärte Vorstandschef Oliver Zipse. Der Klima- und Umweltschutz werde zu einem zentralen Baustein der Unternehmensstrategie, da auch Autos mit Premium-Anspruch heute nachhaltig sein müssten: "Der Kampf gegen den Klimawandel und unser Umgang mit Ressourcen entscheiden über die Zukunft unserer Gesellschaft – und damit auch der BMW Group", so Zipse weiter. Über den gesamten Lebenszyklus – also von der Lieferkette über die Produktion bis zum Ende der Fahrzeugnutzung – stoße ein durchschnittlicher BMW heute etwa 52 Tonnen CO2 aus. Würde der Ausstoß im Laufe der nächsten zehn Jahre um mindestens ein Drittel sinken, wären es noch 33 Tonnen pro Fahrzeug. Dabei rechnet der Autobauer auch die CO2-Emissionen bei der Herstellung des Stroms oder Kraftstoffs mit, ebenso wie die enormen CO2-Emissionen bei der Herstellung der Batterien. Bei jährlich 2,5 Millionen Autos bedeuten die neuen Kilmaziele von BMW übrigens gut 40 Millionen Tonnen weniger CO2. "Diese neue Ausrichtung wird in allen Ressorts verankert - von Verwaltung und Einkauf über Entwicklung und Produktion bis hin zum Vertrieb", kündigte der Vorstandschef an.

 

Februar 2019: Bußgeld im Dieselskandal

Im Dieselskandal muss BMW ein Bußgeld in Höhe von 8,5 Millionen Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft München teilte im Februar 2019 mit, dass das Bußgeld aufgrund einer fahrlässigen Verletzung der Aufsichtspflichten ergeht. Hintergrund der Ermittlungen war eine fehlerhafte Software in der Abgasreinigung bei 7965 Fahrzeugen der Modelle BMW M550xd und 750xd. Aufgrund des Softwarefehlers stießen die Fahrzeuge zu viele Stickoxide aus. Dass die Abgaswerte absichtlich verfälscht wurden, konnte BMW hingegen nicht nachgewiesen werden. Somit hat sich der Anfangsverdacht, BMW habe illegale Abschalteinrichtungen in seine Fahrzeuge verbaut, nicht erhärtet. Bei den Ermittlungen habe die Staatsanwaltschaft keine Hinweise darauf gefunden, dass bei den Fahrzeugen prüfstandsbezogene Abschalteinrichtungen verbaut wurden oder Mitarbeiter vorsätzlich gehandelt haben. Das Bußgeld gegen BMW erging, weil es das Unternehmen versäumt hatte, die fehlerhafte Software durch eine entsprechende Qualitätssicherung zu verhindern. BMW stimmte der Strafe zu und verzichtete auf Rechtsmittel, der Bußgeldbescheid ist folglich rechtskräftig.

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