Benimar Amphitryon A 967 (2025): Preis, Ausstattung & Grundriss
Preis: Benimar Amphitryon A 967 (2025) ab knapp 85.000 Euro
In Heinrich von Kleists Lustspiel "Amphitryon" ersetzt Zeus in Gestalt von Amphitryon ebendiesen, um eine Nacht mit dessen Frau Alkeme zu verbringen. Ein klassisches Stück seiner Zeit mit Figuren aus der griechischen Mythologie in einer komödiantische Verwechslung. Wie genau passt da ein spanischer Vollintegrierter ins Bild? Mit einem sehr eigenständigen Design und selbstbewussten Auftreten dürfte der gleichnamige Benimar Amphitryon A 967 (2025) wohl kaum mit anderen Reisemobilen, geschweige denn im eigenen Sortiment, zu verwechseln sein – schließlich steht er als einziger Vollintegrierter selbst als "Göttervater" an der Spitze des Portfolios der Trigano-Marke aus Peñíscola.
Im übertragenen Sinne dürfte sich seine Position auf dem "Olymp" in der Modellpalette auch am Preis verdeutlichen, auch wenn die Spanier:innen bislang keine genaue Summe für Vollintegrierten nennen – hier die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklärt. Wir schätzen, dass der Amphitryon des Modelljahrs 2026 bei zwischen 85.000 und 90.000 Euro Basispreis beginnen dürfte.
Zum Modelljahr 2026 – zu sehen auf dem Caravan Salon 2025 – wirft sich das Reisemobil von der valencianischen Küste etwas in Schale und reduziert zugleich die Grundriss-Anzahl. Drei bleiben übrig: der A 940 (6,99 m Länge) mit Doppelbett, der hier genauer betrachtete A 967 (7,42 m Länge) mit Einzelbetten sowie der A 998 (7,42 m Länge) mit Queensbett. Mit einer Höhe von 2,95 und einer Breite von 2,37 m schafft der Amphitryon auf Basis des Fiat Ducato einen recht großzügigen Wohnraum für vier Personen – ausgerechnet beim kürzesten Grundriss sogar fünf.
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Innenraum: Luxuriöses Reisemobil mit Raumbad
Beim Wohnraumdesign setzt der Benimar Amphitryon A 967 (2025) auch im Modelljahr 2026 auf Holz – der Branchen-Trend geht weitestgehend auf dunkle Töne oder glänzend poliertes Weiß. Nicht so im Spanier: Großflächiger Einsatz von Echtholzoptik-Verkleidungen mit versteckten Griffen und indirekter LED-Beleuchtung sowie Kontraste in marmoriertem Anthrazit lassen den Innenraum warm wirken. Allzu viel Licht fällt jedoch außer durch die Panorama-Windschutzscheibe nicht ins Innere. Eine Panoramadachhaube würde ohnehin das serienmäßige Fahrerhaus-Hubbett für zwei Übernachtungsgäste versperren.

Die Sitzgruppe des Benimar Amphitryon A 967 (2025) ist mit zwei kurzen Face-to-Face-Couches versehen, was mit den drehbaren Fahrerhaussesseln eine Tischgruppe für sechs macht. Mitfahren dürfen dagegen serienmäßig nur drei. Optional lassen sich auch beide Sitzbänke je zu einem Gurtplatz in Fahrtrichtung umbauen, Isofix ist ebenfalls nur gegen Aufpreis lieferbar. Aber junge Familien mit kindersitzpflichtigem Nachwuchs dürften ohnehin nicht die Kernzielgruppe des luxuriösen Vollintegrierten sein, sondern eher das anspruchsvolle Paar mit dem Wunsch nach mehr Platz.
Diesen sollen sie auch in der ungewohnt langgestreckten Küche finden. Obwohl bereits im Normalzustand mit mehr Arbeitsfläche als die meisten Reisemobil-Küchen gesegnet, lässt sich die Zeile nochmals erweitern. Gekocht wird auf drei Flammen, Spüle und Herd lassen sich getrennt abdecken. Stauraum ist dank großer Schubladen unter der Arbeitsfläche sowie zweier Deckenschränke im Küchenbereich ebenfalls gegeben, der Kühlschrank fasst ganze 150 l. Nettes Detail: Selbst das Gewürzregal ist mit indirekter LED-Beleuchtung versehen.
Zwischen Wohnraum und Schlafzimmer bringen die Entwickler:innen im Benimar Amphitryon A 967 (2025) noch ein Raumbad unter. Auf der linken Fahrzeugseite steht die separate Duschkabine, rechts ist der Waschraum mit Kassettentoilette, Festwaschbecken und viel Stauraum zu finden. Welche Arten von Bädern es in Campern gibt, erklären wir hier.

Im Grundriss A 967 ist der Heckbereich zweier Einzelbetten vorbehalten. Diese lassen sich serienmäßig zum 170 x 210 cm großen Doppelbett umbauen. Der A 998 gleicht sich von Grundriss und Ausstattung, setzt aber im Heck auf ein zentrales Queensbett mit bequemerem Einstieg. Ganz anders denkt Benimar beim A 940. Der kurze Grundriss setzt auf ein höhenverstellbares Doppelbett im Quereinbau. Darüber ist ein Einzelbett angebracht, was zusammen mit dem Hubbett im Fahrerhaus fünf Sitzplätze macht. Eine herkömmliche Halbdinette mit Zweier-Sitzbank in Fahrtrichtung ergeben mit Umbau des Zusatz-Sessels auf der Beifahrerseite im Kompakte auch fünf Gurtplätze.
Als spanisches Reisemobil ist der Vollintegrierte mit einer für die Fahrzeuggröße vergleichsweise schwachen Truma Combi 4 ausgerüstet. Im Winter-Paket lässt sie sich durch eine leistungsstärkere Combi Truma 6E ersetzten, hinzu kommt ein isolierter und beheizbarer Abwassertank sowie zusätzliche Isolierung an Heizungsrohren, Trittstufe und im Fahrerhaus (mit Isoliermatten). Noch mehr Heizleistung liefert das "Northautokapp Alde"-Paket mit einer Alde-Warmwasserheizung. Das Paket lässt sich aber nur in Verbindung mit dem Plus-Paket sowie dem Automatikgetriebe bestellen und umfasst neben der Warmwasserheizung auch eine Klimaautomatik im Fahrerhaus oder den Digitaltacho von Fiat.
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Basisfahrzeug: Fiat Ducato
Unter der schicken Karosserie des Benimar Amphitryon A 967 (2025) steckt einmal mehr der Caravaning-Bestseller Fiat Ducato. In der Basis wird der Vollintegrierte vom 140 PS (103 kW) starken 2,2-l-Turbodiesel befeuert, optional ist auch die höchste Leistungsstufe mit 180 PS (132 kW) wählbar, die von Fiat ausschließlich mit dem sonst optionalen Achtstufen-Automatikgetriebe ausgeliefert wird. Serienmäßig ist das valencianische Reisemobil auf 3500 kg technisch zulässige Gesamtlast ausgelegt, mit dem Wechsel auf das Heavy-Chassis sind auch Auflastungen von bis zu 4400 kg möglich – insbesondere dann interessant, wenn viele Extras eingebaut sind oder die serienmäßig durch zwei Türen (je 84 x 110 cm) zugängliche Heckgarage vollgepackt werden soll.
An Zusatzausstattung bietet sich etwa das umfangreiche Plus-Paket an. Es beinhaltet unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Verdunkelungen für das Fahrerhaus, Lederlenkrad, ein Infotainmentsystem mit 9,0-Zoll-Touchscreen, eine Rückfahrkamera sowie Zusatzausstattung für den Wohnraum, wie die elektrische Trittstufe, ein Solarpanel mit 200 W Leistung und MPPT-Regler oder einer Dunstabzugshaube in der Küche.