Der giftigste Audi Ur-Quattro der Welt – mit Straßenzulassung
Enternt Willi Herold mit seinem Audi quattro die Nürburgring-Nordschleife, laufen die Handy-Akkus der Tuning-Fans heiß. Der ehemalige Rennfahrer hat den wohl giftigsten Ur-Quattro der Welt – mit Straßenzulassung!
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Im Internet wird Willi Herolds Ur-Quattro als "Audi S1 quattro Extreme" bezeichnet, an anderer Stelle die amerikanische IMSA-Serie ins Spiel gebracht. "Nichts davon stimmt", sagt der Besitzer. Die Unkenntnis der "Internet-Auto-Profis" kommt allerdings nicht von ungefähr, denn in der Öffentlichkeit breitgetreten hat Willi Herold sein Fahrzeug nie. Fängt er allerdings an zu erzählen, kommt er schnell ins Schwärmen. Willi Herold weiß, was er kann, nämlich schnelle Autos bauen. Der ehemalige STT-Rennfahrer und Chef von Herold Motorsport fährt noch heute auf eigene Achse an den Nürburgring oder nach Oschersleben.
Der Kfz-Spezialist hat seinen Ur-Quattro komplett auf Rennsport getrimmt. Geradeaus sind andere schneller, sein Audi macht die Zeit in Kurven. "Mich hat jedenfalls noch keiner überholt", erklärt Willi Herold. Der komplette Unterboden des Ur-Quattro ist mit Aluminium-Sandwichplatten (Metawell) verkleidet, ebenso wie die hinteren Kotflügel. Das Material ist besonders leicht und extrem steif. Das Fahrwerk ist eine Mischung aus Eigenbau und Motorsport, die Antriebswellen verlängert, die Spurweite verbreitert.
Der Audi S1 Quattro Extreme von Herold Motorsport im Youtube-Video
Hier bollert nichts: Vierzylinder-Turbo unter der Haube
Was den Motor angeht, liegen 100 Prozent aller Spekulationen falsch. Nein, unter der Haube poltert kein Fünfzylinder, sondern ein Zweiliter-Vierzylinder mit Garrett-GTX-Turbolader und vorgeschalteter Ladeluftkühlung. Drehzahlabhängig drücken maximal zwei Bar in die Brennräume. Zu kaufen gibt es diesen Motor freilich nirgends, alles eine Eigenentwicklung.
Die Basis bildet ein Dieselblock, den Zylinderkopf spendete ein 16-Ventiler-Golf. Ventilsitze und Ventile, die komplette Ansaugung und Gemischaufbereitung sind optimiert: mehr Luft und mehr Kraftstoff in einer kürzeren Zeit. Kolben, Pleuel, Nockenwellen und der Abgaskrümmer sind an die extremen Bedingungen angepasst.
Die Motorleistung ist mit 401 PS (295 kW) eingetragen. Mag sein, so Herold, dass es ein paar PS mehr sind, darauf kommt es nicht an. Die Motorkraft wird via Sechsgang-Schaltbox über einen Allradantrieb "alter Schule" an vier Räder geschickt. "Bei diesem Allrad dreht nichts durch, der hat immer Grip", so Herold. Seinen Audi fährt er auf 10,5 Zoll breiten und 18 Zoll großen Rennsportfelgen mit Bereifung in 285/295-30-18.
Die Auspuffanlage ist, wie so ziemlich alles am Audi, eine Eigenkonstruktion. Kommt man Willi Herold mit Fragen nach Zahlen, winkt er ab, solange die Anderen auf der Rennstrecke langsamer sind, spielen die keine Rolle. Tempo 300 schafft die rote Flunder allerdings locker und von 100 auf 200 km/h geht es in rund 6,5 s – also verdammt schnell.
Trotz Renn-Optik: Vollwertiges Interieur

Neben dem Karosserie-Leichtbau – Motorhaube, die vorderen Kotflügel, Front- und Heckschürze, Heckklappe sind aus Carbon – setzt der Spezialist auch beim Durchblick auf Gewichtsreduktion: Nur die Windschutzscheibe ist aus Verbundglas, Heck- und Seitenscheiben sind aus Makrolon. Wer glaubt, der Herold-Motorsport-Renner ist eine nüchterne Rennschüssel, liegt wieder falsch. Im Audi finden sich ein Beifahrersitz und ein vollwertiges Armaturenbrett. Türverkleidungen, Dämmmaterial, Teppich, alles an Bord.




















