Scheibenwischer-Test Voll erwischt

01.06.2011

Ist Gummi gleich Gummi? In einem harten Labor- und Praxistest müssen 16 Ersatz-Scheibenwischer unterschiedlichster Konstruktion, aber alle für den VW Golf, ihre Qualitäten zeigen

Scheibenwischern wird eine Menge abverlangt. Sie sollen bei jedem Wetter schnell und schlierenfrei für gute Sicht sorgen, Sonne, Hitze und Kälte trotzen, angebackene Insektenreste und Vogelkot beseitigen - und sie müssen bei manchem Autofahrer sogar als Eiskratzer herhalten.

Ersatz ist für vier bis 40 Euro zu haben

Wischerblätter verschleißen deshalb und sollten regelmäßig erneuert werden. Tankstellen, Werkstätten, Teileläden und sogar Discounter wie Aldi & Co. bieten Ersatzwischer an. Die Preisspanne reicht von vier bis über 40 Euro. Für besonders Sparsame gibt es sogar die Gummilippe "vom laufenden Meter". Doch macht sich das Sparen am Gummi wirklich bezahlt? Um das herauszufinden, mussten sich 15 Scheibenwischer (passend für den VW Golf) und ein Bastelsatz mit Meterware unserem Labor- und Praxistest stellen.

Flexibler Federstahl gegen klassichen Stahlbügel

In der Oberliga treten Markenwischer neuester Bauform mit einem integrierten gebogenen Federstahl an. Dadurch sind sie flach und gelenkfrei. Bei den Wischern der zweiten Kategorie (Mittelklasse) sorgen Stahlbügel für die gleichmäßige Anpresskraft. Die Billigen dagegen müssen mit einfacheren Bügeln, die teilweise aus Kunststoff bestehen, auskommen. Entscheidend für die gute Sicht ist ein schlierenfreies Wischerbild. Dafür ist ein korrekt abgestimmter Anpressdruck nötig, der die Wischer nicht zum Rattern verführt und an den Wendepunkten ein geräuschloses "Umlegen" ermöglicht. Denn nur so lässt sich in beiden Wischrichtungen der Wasserfilm sauber verdrängen. Hier liefern die beiden Bosch-Wischer AeroTwin und TwinSpoiler sowie der Ersatzwischer vom VW-Händler die besten Ergebnisse. Letzterer meisterte als einziger den gesamten Komplex "Reinigung" mit Bravour. Selbst beim Dauerlauf über 150000 Wischperioden blieb das Wischbild makellos. Zum Gesamtsieg fehlten nur Kleinigkeiten wie eine nachvollziehbare Montageanleitung.

Billig, aber nicht langlebig

In puncto Lebensdauer patzt das Aldi-Produkt: Zwei bis drei Monate sind selbst für ein Discount-Produkt zu kurz. Auch die anderen Billig-Gummis altern schnell, zum Beispiel durch Sonnenlicht. Im Hochgeschwindigkeitsbereich punkten die Premium-Wischer: Sie halten bis Tempo 180 die Scheibe trocken. Der Bosch Eco, der Valeo Compact und die Campion Aero Vantage-Modelle heben dagegen trotz Spoiler viel zu früh ab. In der Kältekammer simulierten wir das An- und Abklappen, wie es vor und nach dem Eiskratzen üblich ist. Dabei enttäuschten sieben von 15 Wischern durch Gummiriss und Kunststoffbruch.

FAZIT: Billigwischer sind oft zu teuer erkauft, und auch Meterware ist keine echte Alternative. Testsieger ist der gelenkfreie Premium-Wischer Bosch AeroTwin, der in Reinigung, Labortest, Umwelt und Kosten das beste Ergebnis erreicht. Ebenfalls empfehlenswert ist der gelenkfreie Ersatzwischer von VW. Dieser ist dem Bosch AeroTwin dicht auf den Fersen. Der Stahlbügel-Wischer Bosch TwinSpoiler erreicht ebenfalls die AUTO ZEITUNG-Wertung empfehlenswert. Der beste Billig-Wischer, der Valeo Compact, landet abgeschlagen auf Platz 9.

Die Scheibenwischer im Test

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Scheibenwischer-Pflegetipp vom Experten

Dipl.-Ing. Andreas Heine, GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH): Die Gummilippe sollte nur mit Stofftüchern, aber nicht mit Papier gereinigt werden. Mikro-Holzsplitter und Fasern in Papiertüchern verletzen die empfindliche Oberfläche. Die Gummimischungen sollten kein Silikon enthalten, denn dieses bildet schmierende Ablagerungen auf der Scheibe und führt zu Blendung.

So wurde getestet

Die Testergebnisse ermittelten wir in Zusammenarbeit mit der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung. Folgende Zyklen mussten alle Wischer durchlaufen:
Wischbild An Prüfscheiben wurden Schlierenbild und Wasserrückstände nach definierten Wischzyklen fotooptisch ausgewertet.
Dauerlauf Alle Scheibenwischer mussten 150 000 Wischperioden absolvieren: zwei Minuten nass, vier Minuten trocken, eine Minute Pause. Das Wischbild wurde dabei kontinuierlich überprüft.
Korrosion Über 150 Stunden mussten die Wischer in einem aggressiven, heißen Salznebel ausharren. An ungeschützten Stellen blühte dann der Rost.
UV-Licht/Ozon Eine Bestrahlung simulierte die künstliche Alterung im Zeitraffertempo.
Geräuschverhalten Kunstkopf-Mikrophone registrierten Rubbeln, Rattern und Umlegegeräusche.
Kälteprüfung Wischer wurden bei - 30 Grad angefroren, abgerissen und zehn Mal auf die Scheibe geknallt.

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