Ranking

Wolfsrudel im Schafspelz: Die krassesten Sleeper-Tunings

Diese als Schlaftabletten verkleideten Steroid-Kapseln verwandeln sich beim Tritt aufs Gaspedal in übermotorisierte Streitwagen. Wehe denen, die bei unseren Top-6 Sleeper-Tunings nicht rechtzeitig die linke Spur räumen.

(1/7)
Ein Skoda im Schafspelz.
Seit Urzeiten der charmanteste Weg, um Sportwagen zu ärgern: der automobile Wolf im Schafspelz, in diesem Fall KI-basiert wortwörtlich genommen. Durch und durch echt sind hingegen unsere Top-6 in der Bildergalerie. Foto: AUTO ZEITUNG/KI-generiert
Die Audi RS 4 Limo 2.0 stehend von vorne.
Wie ein Phönix aus der Kohlefaser-Asche ist die Audi RS 4 Limo 2.0 von Philipp Kaess zurückgekehrt – nachdem ein Brand 2019 vom einstigen 1300-PS-Monster (956 kW) kaum mehr als verkohlte Kennzeichen übrig ließ. Mit Unterstützung durch eine von JP Kraemer ins Leben gerufene Spendenaktion entstand die RS 4 Limo 2.0: Leichter, radikaler und nun mit völlig absurden 1500 PS (1103 kW) gesegnet. Natürlich verpackt in der altbewährten Sleeper-Montur. Der auf drei Liter aufgebohrte Biturbo-V6 bekam alles spendiert, was gut und teuer ist – größere Lader, Trockensumpfschmierung, Titan-Abgasanlage – und steckt jetzt in einer Karosserie, die dank Carbon-Diät nur noch rund 1200 Kilo wiegt. Rückbank und Radio mussten gehen, der Allradantrieb bleiben und ein Überrollkäfig einziehen, was Beschleunigungswerte deutlich unter drei Sekunden auf 100 km/h mehr als wahrscheinlich macht. Foto: Youtube/Philipp Kaess
Der BMW 118d von CompleteCHIP stehend von vorne.
Dieser scheinbar harmlose BMW 118d hat mit braver Diesel-Diät ungefähr so viel zu tun wie ein Dragster mit einem Fahrschulauto: Statt Soft-Tuning gibts hier 1020 PS (750 kW) und Slicks, die klarstellen, dass öffentliche Straßen weitestgehend tabu sind – solange man nicht den nächsten Kreisverkehr als Abschussrampe zweckentfremden will. Auf der Viertelmeile feuert der zum Allrad-Monster mutierte 1er in irren 8,317 s über 402 m – europäischer Diesel-Rekord, aufgestellt in Balti, Moldau, und begleitet von einer standesgemäßen Rußwolke. Unter der Haube arbeitet kein biederer Zweiliter mehr, sondern ein brutal aufgepumpter Reihensechser aus dem BMW 335d, der nun 1650 Nm auf alle vier Räder stemmt. Innen? Praktisch leergeräumt, Polycarbonat statt Glas, Bremsfallschirm am Heck – weniger Komfort ging selten so kompromisslos nach vorne. Mit über 330.000 km auf der Uhr zeigt der betagte Bangle-Bayer eindrucksvoll, dass Lebenserfahrung vor Wahnsinn nicht schützt. Foto: Youtube/M5Phenomenon
Der Ford Focus Mk1 mit V8 stehend von vorne.
An diesem Ford Focus V8 mit RS-Optik offenbart nur die monströse Motorhauben-Hutze, das darunter ein bisschen was los sein könnte. „Ein bisschen“ ist dabei reichlich untertrieben, denn statt braver Vierzylinder-Kost rumort dort ein fünf Liter großer Coyote-V8 mit Whipple-Kompressor. Basis des Triebwerks ist der bekannte Achtzylinder aus dem Ford Mustang Dark Horse. Im Focus eskaliert die Sache auf 611 PS (449 kW) und rund 700 Nm – Hinterradantrieb inklusive, weil Frontantrieb hier nur noch Satire wäre. Geschaltet wird per Fünfgang-Handrührer, begleitet von einer Magnaflow-Abgasanlage, die akustisch alles ist, nur nicht zurückhaltend. Und als Krönung wechselte dieses völlig übermotorisierte Kompaktbiest für umgerechnet gut 36.000 Euro bei Bring a Trailer den Besitzer – ein Schnäppchen, wenn man sich gerne via Rauchzeichen unterhält. Foto: Bring a Trailer
Der Opel Corsa Bimotor stehend von vorne.
Was Adam Beard mit einem 350-Euro-Opel Corsa B GSi angestellt hat, klingt wie ein Schrauberwitz – ist aber eine 1200-PS-Bimotor-Rakete (883 kW) mit Straßenzulassung. Statt eines Triebwerks arbeiten hier zwei aufgeladene 2,0-l-16V aus dem Opel Calibra Turbo, jeweils gut für 600 PS (441 kW), vorne halbwegs brav verbaut, hinten nur nach radikalem Bodenschnitt samt Rohrrahmen. Geschaltet wird das Ganze über einen einzigen Hebel für zwei Getriebe, gestartet wahlweise getrennt – wer möchte, fährt also mit 600 PS Front- oder Heckantrieb, bevor er oder sie beide Hälften zur Eskalation zusammenschaltet. Optisch gibt sich der weiße Kleinwagen im leidlich frisierten Budget-Look. Die Kühlerbatterie ist aber das Letzte, was Sportwagenfahrende im Rückspiegel sehen, bevor sie den laderzwitschernden Attacken instinktiv so weit nach rechts ausweichen wie möglich. Beard sagt selbst, vernünftig sei anders – aber genau deshalb ist dieser Corsa wohl eine der herrlichsten Ingenieurs-Eskapaden auf vier Rädern. Foto: Youtube/Twin Engine Corsa
Der Skoda Superb Sleeper Edition stehend von vorne.
Zum Abschied der dritten Generation hat Skoda UK dem braven Skoda Superb Combi eine gehörige Portion Anabolika verpasst und die einmalige Sleeper Edition mit 477 PS (351 kW) auf die Räder gestellt. Gemeinsam mit RE Performance wurde der 2,0-TSI per größerem Turbo, optimiertem Kraftstoffsystem und Feinschliff an Ansaugung sowie Ladeluftkühlung auf 661 Nm gepusht – äußerlich verraten nur riesige AP-Racing-Bremsen und 50 mm Tieferlegung, dass hier kein Vertreter-Diesel parkt. In Royal Green mit cognacfarbenem Leder gibt sich der Kombi betont geschniegelt, während der 660-l-Kofferraum weiterhin Ikea-tauglich bleibt. Bei einem Dragrace durfte sich der Understatement-Tscheche sogar mit einem Porsche 911 Turbo S (996) messen. Tatsächlich konnte der Familienlaster dem Zuffenhausener erstaunlich frech ans Blech rücken – und genau das macht diesen Superb zum wohl charmantesten Wolf im Kombi-Pelz. Foto: Skoda
Der VW Polo V8 stehend von vorne.
Dieser herrlich runtergerockte VW Polo sieht aus, als käme er direkt vom Baumarkt-Parkplatz – und genau das macht ihn so gefährlich: Unter der Haube steckt ein 4,2-l-V8 aus dem Audi S4, quer eingepfercht zwischen Spritzwand und Kühlern, Batterie verbannt in den Kofferraum. Statt 344 PS (253 kW) im Spenderfahrzeug liefert der Achtzylinder im Polo zwar „nur“ 295 PS (217 kW), hat mit knapp 1,1 t Leergewicht aber auch deutlich weniger zu schleppen. Weil Wahnsinn allein nicht reicht, bleibt es beim Frontantrieb – die Vorderachse darf also tapfer mit dem V8 ringen, unterstützt von einem Fünfgang-Getriebe aus dem Golf VR6. Gewindefahrwerk, Goodyear-F1-Reifen und eine Vierkolben-Bremse sorgen dafür, dass der Grizzly im Kaninchenpelz nicht komplett außer Kontrolle gerät. Foto: Trademe

Verpassen Sportwagen den Schreck ihres Lebens: Unsere liebsten Sleeper-Tunings

Auffallen mit einem Tuning-Auto – das haben Mansory und Co. bis zur Perfektion drauf. In diesem Artikel geht es allerdings um die inneren Werte. Mit anderen Worten: Was zählt, sind die Zahlen unter der Motorhaube. Und die sieht man unseren Top-6 kaum bis gar nicht an.

Es ist die Legende vom automobilen Wolf im Schafspelz, international auch als Sleeper bezeichnet. Beim Cruisen fügt er sich nahezu unbemerkt in der Herde der Serienmodelle ein. Doch wenn er an der Ampel oder auf der Autobahn ein Beutetier in Form eines nichts ahnenden Sportwagens erhascht, verwandelt er sich in eine Bestie.

Ein kurzes Fauchen des Turboladers, dann reißt die Drosselklappe weit auf wie ein Maul und der Sleeper packt mit seinen geschmiedeten Titan-Pleueln zu. Schon ist es um das PS-starke Opfer geschehen.

Ob Kleinwagen, Kompakt- oder gar Familienkombi – die Wölfe können überall lauern. Mal mit V8-Herz, mal als Bimotor-Chimäre, mal mit vierstellig geladenen Pferdestärken. Wenn man Autos wie die in unserem Ranking im Rückspiegel sieht, ist es längst zu spät. Deshalb zeigen wir sie in unserer Bildergalerie nochmal ganz in Ruhe und in voller Pracht.

Mitfahrt mit dem Ford Focus RS Turnier (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG