VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio: Test

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VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio
VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio Foto: Zbigniew Mazar

Das urbane Umfeld ist ihr bevorzugtes Jagdrevier. Doch auch außerhalb dichten Großstadtverkehrs überzeugen moderne Kleinwagen mit vielen Talenten. Das jedenfalls beweisen Ford Fiesta, Honda Jazz, Kia Rio und VW Polo.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Die ausgeprägte Fahrsicherheit ist einer der größten Vorzüge des Polo.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Für 640 Euro Aufpreis lenkt der Polo eigenständig in Parklücken.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Großzügige Platzverhältnisse und einfache Bedienbarkeit prägen das Cockpit.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

VW verlang für die meisten Multimedia-Features Aufpreis. So kostet die Smartphone-Anbindung bereits 225 Euro. Der Online-Zugang mittels integrierter SIM-Karte liegt bei 150 Euro, ist aber nur in Verbindung mit dem Navi Discover Media (1005 Euro) verfügbar.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Außerdem rollt der Wolfsburger auffallend geschmeidig ab und bietet den besten Sitzkomfort.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Die Standardsitze im Polo bieten auch langbeinigen viel Oberschenkelauflage.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Bei niedrigeren Drehzahlen sind ihm die aufgeladenen Wettstreiter überlegen – allen voran der 115 PS starke VW Polo, dessen 1,0 Liter großes TSI-Triebwerk mit 200 Newtonmetern das höchste Drehmoment in die Waagschale wirft.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Der Wolfsburger ist in Deutschland von den Verkaufszahlen her die unangefochtene Nummer eins im Segment.

VW Polo 1.0 TSI
VW Polo 1.0 TSI Foto: Zbigniew Mazar

Dank seiner inneren Breite erarbeitet sich der Polo aber einen kleinen Wettbewerbsvorteil.

VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio
VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio Foto: Zbigniew Mazar

Wie kaum ein anderer Kleinwagen verbindet der Ford Fiesta fahrdynamische Talente mit einem hohen Maß an Komfort. Dass er innen nicht zu den Größten zählt, sei ihm deshalb verziehen.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Auf Wunsch gibt es für den Fiesta eine praktische Frontscheibenheizung.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Im Handling ist der Fiesta der Schnellste. Dennoch hoher Federungskomfort.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Der Ford Fiesta verzögert zuverlässig in 33,9 Metern aus Tempo 100 bis zum Stillstand.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Großer, optimal positionierter Bildschirm. Angenehm dickes Lenkrad.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Allerdings erschwert im Vergleich zu den übrigen Kontrahenten eine hohe Stufe im Ladeboden des Fiesta das Einladen sperriger Gegenstände.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Der 125 PS starke Fiesta 1.0 ecoBoost wird serienmäßig mit dem Multimediasystem SYNC 3 ausgeliefert. zu dessen Funktionsumfang gehört neben einer Freisprecheinrichtung die AppLink-Funktion, mit der sich ausgewählte Handy-Apps auf dem Bordmonitor steuern lassen.

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Die bequemen Sportsitze gehören zur Ausstattung ST-Line (750 Euro).

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost
Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Foto: Zbigniew Mazar

Der dynamische, seit 2017 erhältliche Ford Fiesta 1.0 EcoBoost, ist in der achten Generation mehr als nur ein Geheimtipp ist.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Kia schickt den Rio ins Rennen, der seit Februar vergangenen Jahres in Deutschland erhältlich ist und nicht nur durch seine siebenjährige Herstellergarantie überzeugt.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Dank seiner agilen Fahreigenschaften bereitet der Rio viel Fahrfreude.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Der Kia verfügt bereits serienmäßig über einen Spurhalteassistenten.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Durch die tiefe Sitzposition fühlt sich der Fahrer gut ins Fahrzeug integriert.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Nachdem Kia-Fahrzeuge lange ohne modernes Infotainment auskommen mussten, gibt es nun endlich auch für den Rio serienmäßig ein zeitgemäßes Modul, das auch Apple CarPlay sowie Android Auto zur Integration von Smartphones beinhaltet.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Etwas mehr Seitenhalt wäre wünschenswert. Super Polsterung.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Und auch der 120 PS starke Kia Rio ist den beiden deutschen Kleinwagen dicht auf den Fersen, spurtet seinerseits in 9,6 Sekunden auf Landstraßentempo und rennt wie der Honda Jazz maximal 190 km/h.

Kia Rio 1.0 T-GDI 120
Kia Rio 1.0 T-GDI 120 Foto: Zbigniew Mazar

Der Kia Rio verfügt über eine zweiteilig umklappbare Rücksitzlehnen.

VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio
VW Polo/Ford Fiesta/Honda Jazz/Kia Rio Foto: Zbigniew Mazar

Der VW Polo ist derzeit das Maß aller Dinge im Kleinwagensegment. Dies beweist einmal mehr der hier getestete 1.0 TSI, der mit erwachsenem Platzangebot, gehobener Sicherheitsausstattung, effizientem Antrieb und ausgewogenen Fahreigenschaften den Testsieg einfährt.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Hinzu gesellt sich der Honda Jazz, der zwar nach fünfjähriger Bauzeit nicht mehr zu den frischesten Vertretern gehört, aber immer wieder mit seinem extrem wandelbaren Innenraum überrascht.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Mit seinem quirligen Vierzylinder sprintet der Jazz in 8,6 Sekunden auf Tempo 100.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Der Honda Jazz ist mit einem Leergewicht von 1112 Kilo der leichteste Testkandidat.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Van-artiges Cockpit mit vielen Ablagen. Fummelige Infotainmentbedienung.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Auch der Honda Jazz kommt in der Basis gut vernetzt auf die Straße. Sein Connect-Infotainmentsystem beinhaltet einen Web-Browser, Internetradio sowie die Smartphone-Integration.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Die Vordersitze des Honda sind eher soft gepolstert und bieten wenig Seitenhalt.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Im Jazz sorgt ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Sauger mit satten 130 PS für Vortrieb.

Honda Jazz 1.5 i-VTEC
Honda Jazz 1.5 i-VTEC Foto: Zbigniew Mazar

Die genialen Magic-Seats ermöglichen den Transport hoher Gegenstände.

Für die City-Flitzer Ford Fiesta, Honda Jazz, Kia Rio und VW Polo ist eigentlich das urbane Umfeld ihr bevorzugtes Jagdrevier. Doch auch außerhalb dichten Großstadtverkehrs überzeugen moderne Kleinwagen mit vielen Talenten. Test!

Im Kleinwagen-Test treten Ford Fiesta, Honda Jazz, Kia Rio und VW Polo gegeneinander an. Die Fahrzeuge dieses Segments wurden früher als Anfängerautos gescholten, moderne Modelle dieser Gattung sind heutzutage problemlos Erstwagen-tauglich und sogar für kleinere Familien geeignet – wenn nicht gerade täglich ein sperriger Kinderwagen mitgenommen werden muss. Darüber hinaus warten viele Modelle mit komfortablen Fahreigenschaften und erwachsenen Motorisierungen auf, was sie aufgrund der im Normalfall erfreulich niedrigen laufenden Kosten sogar für Vielfahrer interessant werden lässt. In diesem Vergleichstest treten vier populäre Kleinwagen mit 115 bis 130 PS starken Ottomotoren gegeneinander an, auf die die skizzierten Eigenschaften vollumfänglich zutreffen. Als da wären: der dynamische, seit 2017 erhältliche Ford Fiesta 1.0 EcoBoost, der in der achten Generation mehr als nur ein Geheimtipp ist. Hinzu gesellt sich der Honda Jazz, der zwar nach fünfjähriger Bauzeit nicht mehr zu den frischesten Vertretern gehört, aber immer wieder mit seinem extrem wandelbaren Innenraum überrascht. Kia schickt den Rio ins Rennen, der seit Februar vergangenen Jahres in Deutschland erhältlich ist und nicht nur durch seine siebenjährige Herstellergarantie überzeugt. Das Quartett wird komplettiert durch den ebenfalls 2017 neu aufgelegten VW Polo. Der Wolfsburger ist in Deutschland von den Verkaufszahlen her die unangefochtene Nummer eins im Segment. Doch reicht es auch dieses Mal für ihn zum Testsieg?

Fakten zum VW Polo im Video:

Video Platzhalter

VW Polo und Ford Fiesta gegen Honda Jazz und Kia Rio im Test

Wer schon länger nicht mehr in einem Kleinwagen gesessen hat, dürfte sich angesichts des zur Verfügung stehenden Raumangebots in allen vier Wettstreitern verwundert die Augen reiben. Ausnahmslos finden zumindest vorn selbst Zweimeter-Hünen aufgrund der zur Verfügung stehenden Kopffreiheit problemlos eine geeignete Sitzposition vor. Dank seiner inneren Breite erarbeitet sich der Polo aber einen kleinen Wettbewerbsvorteil. Hinten ist es indes der Honda Jazz, der nachhaltig beeindruckt. Dies liegt an der fast schon absurd üppigen Beinfreiheit, die manch gestandener Mittelklasse-Limousine gut zu Gesicht stehen würde. Und auch für Transportgut eignet sich der Van-artige Aufbau des Japaners durch sein großes Gepäckabteil einerseits und andererseits durch seine unübertroffene Variabilität bestens. Letztere wird vor allem von den genialen Magic- Seats geprägt. Dabei handelt es sich um Fondsitzflächen, die sich mit einer Hand ähnlich wie Kinosessel aufstellen lassen und so den stehenden Transport hoher Gegenstände erlauben. Alle übrigen Testkandidaten verfügen lediglich über zweiteilig umklappbare Rücksitzlehnen. Allerdings erschwert im Vergleich zu den übrigen Kontrahenten eine hohe Stufe im Ladeboden des Fiesta das Einladen sperriger Gegenstände.

Karosserie: Viele Assistenten serienmäßig im Rio und Fiesta

Dafür überzeugt der Kölner Flitzer durch seine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Sie beinhaltet auf Wunsch beispielsweise eine Pausenempfehlung, eine Parklenkautomatik, einen City-Notbremsassistenten und einen Spurhalteassistenten, der sogar – wie auch beim Kia Rio – zum Serienumfang gehört. Noch mehr Punkte sammelt nur der VW Polo, der im Gegensatz zum Ford ab Werk über einen autonomen Notbremsassistenten verfügt. Darüber hinaus strahlt der VW optional mit hellen LED-Scheinwerfern durch die Nacht. Dieses Merkmal teilt sich der Polo allerdings mit dem Jazz, der seit dem jüngst erfolgten Facelift sogar ohne Aufpreis mit LED-Lampen ausgeliefert wird – jedenfalls mit der getesteten Motorisierung. Ansonsten gibt es für den auf manchen Märkten bereits seit 2013 erhältlichen Japaner, dessen verzwicktes Infotainment demBedienkomfort der Konkurrenz meilenweit hinterherhinkt, aber keine modernen Assistenzsysteme. Dies erklärt den Punkterückstand im Wertungskriterium Sicherheitsausstattung. Apropos Nutzerfreundlichkeit: Wegen der unmissverständlich beschrifteten Tasten und der grundsätzlich recht übersichtlichen Menüstrukturen sichern sich der Kia Rio und der VW Polo gleichermaßen einen Vorteil gegenüber den Rivalen.

Fahrkomfort: Polo mit bestem Sitzkomfort

Ein wesentlicher Faktor für einen gelungenen Reisekomfort ist bekanntlich die Fahrwerksabstimmung eines Autos. Gerade auf diesem Gebiet genießt Ford seit vielen Jahren einen hervorragenden Ruf. Dem wird auch der aktuelle Fiesta mehr als gerecht – selbst mit dem ST-Line-Sportfahrwerk, mit dem unser Testwagen neben tollen Sportsitzen samt viel Seitenhalt bestückt ist. Das Set-up beherrscht den schwierigen Spagat aus dynamikfördernder Straffheit und Schluckvermögenauf schlechten Straßen sehr gekonnt. Außerdem erweist sich der Fiesta als das leiseste Auto im Test. Ähnlich gut aufgehoben fühlen sich die Passagiere im VW Polo, der mit dem 440 Euro teuren Sport- Select-Fahrwerk samt umschaltbarer Dämpferkennung antritt. Damit federt der Bestseller ebenso sensibel an wie der Fiesta und verarbeitet auch gröbere Unebenheiten unaufgeregt. Außerdem rollt der Wolfsburger auffallend geschmeidig ab und bietet den besten Sitzkomfort. Ebenfalls ein rundum gelungenes Fahrwerks-Set-up hat Kia beim Rio erreicht. Der Koreaner liegt wie seine deutschen Kontrahenten angenehm ruhig auf der Autobahn und gleicht kleinere bis mittlere Fahrbahnschäden wirkungsvoll aus. Schwierige Herausforderungen wie tiefe Schlaglöcher oder höhere Kanten meistertder Rio, der mit sehr bequem gepolsterten, großzügig geschnittenen Sitzen bestückt ist, aber nicht ganz so gelassen wie der Ford Fiesta oder der VW Polo. Dass der Honda Jazz deutlich älter als seine Wettstreiter ist, wird beim Federungkomfort offensichtlich. Der Japaner wirkt bei gröberen Unebenheiten vergleichsweise unbeholfen und ist auch auf der Autobahn deutlich mehr in Bewegung als die Kontrahenten. Außerdem registrieren wir im Innenraum ein insgesamt höheres Geräuschniveau – nicht zuletzt durch den akustisch stets sehr präsenten Motor.

Motor/Getriebe: Vmax des Jazz liegt bei 190 km/h

Im Gegensatz zu den Wettbewerbern, unter deren Hauben ausnahmslos moderne Dreizylinder mit Turboaufladung arbeiten, sorgt im Jazz ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Sauger mit satten 130 PS für Vortrieb. Und das mit großem Elan, wie die Beschleunigung von 8,6 Sekunden für den Standardsprint bis Tempo 100 untermauert. Allerdings will der Vierventiler mit hohen Drehzahlen bei Laune gehalten werden. Bei niedrigeren Drehzahlen sind ihm die aufgeladenen Wettstreiter überlegen – allen voran der 115 PS starke VW Polo, dessen 1,0 Liter großes TSI-Triebwerk mit 200 Newtonmetern das höchste Drehmoment in die Waagschale wirft. Dies macht sich durch einen kräftigen Vorwärtsdrang bei vergleichsweise niedrigen Drehzahlen positiv bemerkbar. Von den reinen Fahrleistungenher liefert sich der VW, der in 9,2auf 100 km/h sprintet und maximal Tempo 200 erreicht, ein enges Rennen mit dem zehn PS stärkeren Ford Fiesta. Dessen vielfach prämierter Dreizylinder-EcoBoost sorgt für eine Beschleunigung von 9,4 Sekunden und ein Spitzentempo von 195 km/h. Und auch der 120 PS starke Kia Rio ist den beiden deutschen Kleinwagen dicht auf den Fersen, spurtet seinerseits in 9,6 Sekunden auf Landstraßentempo und rennt wie der Honda Jazz maximal 190 km/h. Trotz der erwachsenen Fahrleistungen bewegen sich die Durchschnittsverbräuche immer noch auf einem kleinwagentypischen Niveau. Dies gilt vor allem für den Polo, der sich im Schnitt mit 5,9 Liter Super zufrieden gibt. Aber auch der Rio und der Fiesta sind mit 6,4 beziehungsweise 6,5 Litern nicht viel durstiger. Bedingt durch die insgesamt höheren Drehzahlen landet der Jazz mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern je 100 km auf dem letzten Platz im Effizienz-Ranking.

Fahrdynamik: Kia mit kürzesten Bremsweg

Wie bereits erwähnt, tritt der Ford Fiesta mit einem Sportfahrwerk an, das neben dem passenden Spoiler-Ornat sowie sportiver 17-Zoll-Bereifung zur 750 Euro teuren ST-Line-Ausführung gehört. Für dynamisch ambitionierte Fahrer ist dies gut angelegtes Geld, denn kein anderer Testkandidat wetzt derart ambitioniert ums Eck. Mit der sehr direkt ausgelegten Lenkung, die viel Feedback liefert, lässt sich der Flitzer lustvoll durch Kurven aller Arten dirigieren. Die Stoppuhr belegt das subjektiv Empfundene: Auf dem Handlingkurs gibt der Fiesta mit 1:49,0 Minuten die Bestzeit vor. Zusätzlich liefert seine Bremsanlage eine zuverlässige Performance ab. Im kalten wie warmen Zustand benötigt der Ford nur 33,9 Meter für eine Vollbremsung aus Tempo 100 bis zum Stand. Der Kia Rio und der VW Polo zeigen auf der Rundstrecke sehr ähnliche Eigenschaften. Auch wenn sich der Rio gerade beim Einlenken noch einen Tick agiler anfühlt, bauen beide ähnlich hohe Kurvengeschwindigkeiten auf und geben sich in allen Situationen durch ihre ausgeprägte Neutralität sehr fahrsicher. Untersteuern ist bei keinem der zwei ein großes Thema. Und auch die Bremsperformance ist hier wie dort über jeden Zweifel erhaben. Der Koreaner liefert mit 33,5 Metern aus 100 km/h sogar den kürzesten Bremsweg mit warmer Anlage. Das fahrdynamische Schlusslicht in diesem Wettbewerbsumfeld markiert der Honda Jazz. Trotz des geringsten Leergewichts ist er nicht in der Lage, die Performance der Wettstreiter auf dem Handlingkurs mitzugehen. Der Grund: Der Japaner schiebt bereits bei vergleichsweise moderaten Kurvengeschwindigkeiten kräftig über die schmalen Vorderräder. Dabei vermittelt die Lenkung eher wenig Gefühl. Viel schwerer aber wiegt die Tatsache, dass die Bremswege mit 36,5 Metern bei kalter Anlage sowie 35,1 Metern bei warmen Stoppern zu lang ausfallen.

Umwelt/Kosten: Honda mit günstigsten Angebot

Das Segment der Kleinwagen ist immer noch ein sehr kostensensibles. Bei vielen Kaufentscheidungen wird das gute Preis-Leistungs-Verhältnis zum Zünglein an der Waage. In diesem Punkt kann sich vor allem der Kia Rio hervortun. Er ist mit seinem bewerteten Preis von 20.330 Euro zwar nicht der günstigste Kleine im Vergleich, doch die umfangreiche Serienausstattung sowie die konkurrenzlose siebenjährige Herstellergarantie bringen ihm den Sieg im Kostenkapitel ein. Mit glatten 20.000 Euro ist der VW Polo nach dem gerade einmal 100 Euro preiswerteren Honda Jazz das günstigste Angebot im Test. Der moderate Wertverlust, die geringen Kraftstoffkosten und die günstigen Typklassen-Einstufungen spülen den Polo auf Rang zwei im Kapitel – trotz der mauen, nur zweijährigen Herstellergarantie und der mageren Serienausstattung, die beispielsweise lediglich Stahlräder umfasst. Die im Vergleich zur Konkurrenz höheren Kraftstoffaufwendungen sowie die ungünstigeren Typklassen-Einstufungen sorgen dafür, dass der an sich preiswerte Honda Jazz nur auf Platz drei im Kostenkapitel landet. Die rote Laterne geht indes an den Ford Fiesta, der mit einem bewerteten Preis von 20.950 Euro der teuerste Kleinwagen in diesem Quartett ist. Die Betriebskosten bewegen sich hingegen auf einem konkurrenzfähigen Level.

Technische Daten VW Polo, Ford Fiesta, Honda Jazz und Kia Rio

 Ford Fiesta 1.0 EcoBoostHonda Jazz 1.5 i-VTEC
Zylinder/Ventile pro Zylin.3/4, Turbo3/4, Turbo
Hubraum998 ccm1498 ccm
Leistung125 PS130 PS
Max. Gesamtdrehmoment170 Newtonmeter155 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Vorderrad6-Gang, manuell/Vorderrad
Beschleunigung  
0 - 100 km/h9,4 s8,6 s
Höchstgeschwindigkeit195 km/h190 km/h
Leergewicht (Werk)1089 kg1029 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm33,9 m35,1 m
Verbrauch (Test/EU)6,5/4,3 l S/100 km7,2/5,9 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Test/EU)154/98 g/km171/133 g/km
Grundpreis20.200 Euro19.900 Euro
Testwagenpreis20.950 Euro19.900 Euro
Punktzahl (max. 5000 Punkte)2983 Punkte2847 Punkte
Platzierung24
 Kia Rio 1.0 T-GDI 120VW Polo 1.0 TSI
Zylinder/Ventile pro Zylin.3/4, Turbo3/4, Turbo
Hubraum998 ccm999 ccm
Leistung120 PS115 PS
Max. Gesamtdrehmoment172 Newtonmeter200 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Vorderrad6-Gang, manuell/Vorderrad
Beschleunigung  
0 - 100 km/h9,6 s9,2 s
Höchstgeschwindigkeit190 km/h200 km/h
Leergewicht (Werk)1085 kg1080 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm33,5 m33,9 m
Verbrauch (Test/EU)6,4/4,7 l S/100 km5,9/4,7 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Test/EU)152/107 g/km140/107 g/km
Grundpreis19.490 Euro18.425 Euro
Testwagenpreis20.330 Euro20.000 Euro
Punktzahl (max. 5000 Punkte)2977 Punkte3030 Punkte
Platzierung31

Fazit

Der VW Polo ist derzeit das Maß aller Dinge im Kleinwagensegment. Dies beweist einmal mehr der hier getestete 1.0 TSI, der mit erwachsenem Platzangebot, gehobener Sicherheitsausstattung, effizientem Antrieb und ausgewogenen Fahreigenschaften den Testsieg einfährt. Dahinter gibt es ein enges Rennen um die Silbermedaille – mit dem besseren Ende für den Ford Fiesta. Wie kaum ein anderer Kleinwagen verbindet der Kölner fahrdynamische Talente mit einem hohen Maß an Komfort. Dass er innen nicht zu den Größten zählt, sei ihm deshalb verziehen. Ausgeprägte Agilität, viel Platz und guter Komfort: Der drittplazierte Kia Rio beweist eindrucksvoll, dass er momentan zu den besten Fahrzeugen in dieser Klasse gehört. Als Bonus gibt es obendrein sieben Jahre Herstellergarantie. Auf Platz vier landet der überaus praktische Honda Jazz, der aber im Komfort und in der Fahrdynamik mit deutlichem Abstand das Nachsehen gegenüber der Konkurrenz hat.