Vorstellung

Gut für 800 PS: VW Golf R mit vier Ringen und fünf Zylindern

Selten kommen 800 PS optisch so zahm herüber wie bei diesem getunten VW Golf R. Der Wolf(sburger) hat aber den Motor eines Audi TT RS gerissen.

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Fünfzylinder-Motor im VW Golf 7 R, fotografiert von schräg vorne.
Hier stimmt was nicht: Unter der VW-Haube verstecken sich Audi-Ringe und der zugehörige Fünfzylinder. Foto: Autoklub via youtube
VW Golf 7 R mit Audi-Fünfzylinder, fahrend fotografiert von schräg vorne links.
Dank Modifikationen an Turbo und Einspritzung mobilisiert der Fünfzylinder gut 800 PS (588 kW). Foto: Autoklub via youtube
VW Golf 7 R mit Audi Fünfzylinder-Motor, fahrend fotografiert von schräg hinten.
Damit schluckt er die Viertelmeile, also 402 m, in weniger als zehn Sekunden. Foto: Autoklub via youtube
VW Golf 7 R mit Audi Fünfzylinder Motor, fotografiert von schräg vorne.
Mit seiner humpelnden Zündfolge und dem halben Liter Hubraum mehr klingt der „VW Golf 7.5 R“ um Klassen besser als ein vierzylindriger Golf R. Foto: Autoklub via youtube

Der VW "Golf 7.5 R" zerstört die Viertelmeile in weniger als zehn Sekunden

2,7 s für den Standard-Sprint von Null auf 100 km/h sind schon sehr flott. Aber wenn es dann nur 4,7 weiterer Sekunden bedarf, um die 200er-Marke zu reißen, stimmt etwas unter der Motorhaube nicht. Zumindest bei einem VW Golf 7, der auch als seltene R-Version für den Schweizer Markt nicht über 360 PS (265 kW) hinausgekommen ist.

Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man die Fronthaube des blauen Beißers liftet. Statt eines VW-Logos prangen dort vier Ringe auf der Motorabdeckung. Ein kleines R8-Markenzeichen verweist verschmitzt auf eine andere, schnelle Audi-Referenz. Und in der Tat: Hier klemmt ein Fünfzylinder aus dem Audi TT RS zwischen den Vorderrädern!

Aber nicht irgendeiner. Jerko Jukic, der Besitzer des „Golf 7.5 R“ in Atlantic Blue, hat den Audi-Block nicht etwa naturbelassen. Ein modifizierter Turbo und eine durchsatzfreudigere Einspritzpumpe, die literweise klopfresistentes Ethanolgemisch in die Brennräume befördert, injizieren dem Fünfender gut 800 PS (588 kW). Ganz genau weiß man das nicht, denn nicht alle Prüfstände sind für solche Leistungsauswüchse ausgelegt.

Beim Dragrace bleibt die Bestie so mit 9,9 s knapp unter der Zehn-Sekunden-Grenze. Ein Ritterschlag für einen Golf R, der praktisch serienmäßig aussieht, wenn man die schwarzen Felgen aus dem Zubehör und die beiden ovalen Auspuffrohre ausklammert.

Der VW Golf R im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Mit seiner humpelnden Zündfolge klingt der Fünfzylinder um Klassen besser

Damit diese Kraft und Herrlichkeit auch auf der Straße ankommen, hat der kroatische Schrauber das Siebengang-DSG-Getriebe aus dem Audi übernommen und mit verstärkten Kupplungen versehen. Das Drehmoment wird selbstredend auf alle vier Räder verteilt. Damit geht es bei Beschleunigungsorgien ratz-fatz voran.

Untermalt wird der Spaß vom Sound des Fünfzylinders, der mit seiner humpelnden Zündfolge und dem halben Liter Hubraum mehr um Klassen besser klingt als ein vierzylindriger Golf R. Damit lassen sich bei Bedarf auch in mehreren Kilometern Entfernung Nackenhaare aufstellen.

Handwerklich gesehen steht der Super-Golf sehr ansehnlich da. Jerko Jukic ist trotz seines jungen Alters kein Anfänger und hat die Organtransplantation sauber realisiert. Vor dem Golf 7.5 R hatte er bereits einem Golf 4 R32 mit einem Turbo zu Leistungssprüngen verholfen. Und ein Golf 6 in seinem Besitz kam in den Genuss eines fünften Zylinders. Selbst Dieselmotoren bekommen in seiner Werkstatt Beine gemacht. Da kann schnell die Hoffnung keimen, dass er den schnellen Golf irgendwann zum Verkauf stellt.