Renntech-Mercedes S76R: W140-Restomod mit Rekord-Hubraum
Achtung, hier kommt der bigste Block im einst bigsten Benz. Renntech hat den Mercedes 600 SEL gnadenlos aufgebohrt und adelt ihn zum S76R mit überlegener Leistung.
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Heute ist der W140 ein Klassiker, früher galt er als Panzer
Im Jahre 1992 galt ein Mercedes 600 SEL als Krone der automobilen Schöpfung. Der riesige V12 mit fast 400 PS, seine verschwenderischen Ausmaße und die Aura des „Panzers“ ließen die Konkurrenten aus München, Ingolstadt und anderswo verblassen.
Auf dem Gebrauchtmarkt hat sich dieser Sonderstatus offenbar noch nicht herumgesprochen. Gut erhaltene Exemplare der Ex-Staatskarosse sind schon für unter 20.000 Euro zu haben. Ein Kunde von Renntech hat an der S-Klasse mit dem Spitznamen W140 dennoch einen Narren gefressen und eine Restauration mitsamt großem Update bestellt, die sich gewaschen hat. Jetzt mal hinsetzen und gut festhalten: Hier kommt der Renntech-Mercedes S76R!
Rein äußerlich sieht man dem Big Benz den satt sechsstelligen Umbau kaum an. Abgesehen von einem leicht aufgepolsterten Frontspoiler, geschmiedeten 19-Zoll-Rädern und einer Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel sieht der S76R aus, als sei er gerade vom Montageband in Sindelfingen gerollt. Sogar eine Tieferlegung wurde der Luxuslimousine erspart. Ach ja, hinter den Vorderrädern geben zusätzliche Luftauslässe einen Hinweis auf den erhöhten Kühlbedarf des Zwölfzylinders. Und das lässt sich erklären.
Shmee150 fährt den Renntech-Mercedes S76R im Video
Das Edeltuning aus Florida beschert der S-Klasse neuen Glanz und einen Haufen PS
Dieses Sechsliter-Aggregat der Sonderklasse hat nämlich eine umfangreiche Überarbeitung hinter sich. Die Edel-Tuningschmiede aus Florida hat den V12 auf grenzwertige 7,6 Liter Hubraum aufgebohrt und dabei alle Register des klassischen Motortunings gezogen. Die Alu-Kathedrale, nach der Mercedes-Nomenklatur M120 genannt, reicht nach der Tiefenbehandlung satte 615 PS (452 kW) und 953 Nm Drehmoment an das verstärkte Automatikgetriebe weiter. Und das ganz ohne Turbo.
Der Sauger dürfte damit der bigste Block sein, der es jemals unter die Motorhaube des einst bigsten Benz geschafft hat, noch größer als der V12 des 600 SEL 7.2, der von AMG in die Mangel genommen wurde. Und verdammt nahe dran an den acht Litern Hubraum, den ein von Mercedes insgeheim entwickelter W18 mitbrachte, der aber nie in Serie kam.
Damit das Biest trotzdem die Spur hält, hat Renntech ihm Dämpfer von Bilstein und Carbonceramik-Bremsen spendiert. Aber für übertrieben sportliche Betätigung ist der schnelle Panzer nicht gedacht. Das zeigt sich in praktisch jedem Detail des opulenten Innenraums, der zwar komplett neu eingekleidet wurde, aber dennoch zeitgenössisch korrekt auf der luxuriösen Seite bleibt. Wer viel Geld und eine Abneigung gegen Digitales aller Art hat, ist hier richtig. Über den Meilentacho im Lkw-Format eilt hier noch eine echte, lange, spitze Nadel. Beim Anblick der analogen Zeituhr fragt man sich unwillkürlich, ob man sie noch von Hand aufziehen muss. Viele feiste Schalter zum Drücken, Drehen, Kippen oder Schieben geben auch groben Händen Halt und Feedback.
Die Sattlerei von Renntech hat nur mit Originalleder von Mercedes gearbeitet. Ein bisschen Carbon-Zierrat und rote Nähte verleihen dem Cockpit einen sportlichen Touch. Das Ensemble versprüht das Parfum der Überlegenheit, dass mit einem wohligen „Wenn ich nur wollte, könnte ich“-Gefühl einhergeht. Renntech steht hier nicht für rennsporttaugliche Technik, sondern für detailverliebtes Kunsthandwerk, das bis zur Perfektion betrieben wird. Und verpflanzt damit, wie es sich gehört, ein zusätzliches Juwel in die einstige Krone der Schöpfung.




















