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Vergleichstest

Reise-Freunde: Audi A6 Avant, BMW 5er Touring und Mercedes E-Klasse T-Modell im Test

Wenn zur Reisezeit neue Länder und weitläufige Landschaften locken, keimt die Frage nach dem passenden Transportmittel auf. Wer kann, greift zu üppig motorisierten Oberklasse-Kombis – etwa Audi A6 Avant, BMW 5er Touring oder Mercedes E-Klasse T-Modell. Welcher der drei sich auf Tour und im Alltag am besten bewährt, klärt der Vergleichstest.

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Audi A6 Avant, Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell und BMW 540d xDrive Touring fahren nebeneinander auf dem Testgelände
Audi, Mercedes und BMW treten mit leistungsstarken Sechszylinder-Dieselmotoren zum Vergleichstest an. Foto: Frank Ratering
Audi A6 Avant, Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell und BMW 540d xDrive Touring von oben auf einer kurvigen Landstraße
Langstrecken-Experten: Die drei Rivalen schaffen Reichweiten zwischen 845 und 985 Kilometern mit nur einer Tankfüllung. Foto: Frank Ratering
Audi A6 Avant, Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell und BMW 540d xDrive Touring von hinten in voller Fahrt auf dem Testgelände
Trotz ihrer teils beachtlichen Ladekapazitäten wirken die Hecks der Premium-Kombis elegant. Foto: Frank Ratering
BMW 540d xDrive Touring, Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell und Audi A6 Avant stehen nebeneinander vor hügeliger Landschaft
Mit den jeweils optionalen 20-Zoll-Rädern stehen die Oberklasse-Kombis stämmig da. Foto: Frank Ratering
Blauer Audi A6 Avant in der Fahraufnahme schräg von vorn auf der Autobahn
Die Niveauregulierung sorgt dafür, dass der Audi auf der Autobahn wie ein Brett liegt. Foto: Frank Ratering
Cockpit des Audi A6 Avant mit digitalem Kombiinstrument, großem Touchscreen und Mittelkonsole
Für das digitale Cockpit wünscht man sich eine größere Auswahl an Ansichten. Foto: Frank Ratering
Vordersitze des Audi A6 Avant mit Stoff-Leder-Bezug, Blick durch die geöffnete Fahrertür
Bester Sitzkomfort dank Individualkontursitze mit einstellbaren Wangen. Foto: Frank Ratering
Ein Mann sitzt im Fond des Audi A6 Avant, sein Kopf reicht nah an den Dachhimmel
Ordentlicher Sitzkomfort im Audi-Fond, aber begrenztes Raumangebot überm Kopf. Foto: Frank Ratering
Bedieneinheit in der Fahrertür des Audi A6 Avant mit Lichtschaltern und Tasten für Spiegel und Sitzmemory
Nicht der Weisheit letzter Schluss: Lichtschalter in Bedieneinheit der Türtafel. Foto: Frank Ratering
Motorraum des Audi A6 Avant mit abgedecktem 3.0 V6 TDI
Der 3.0 V6 TDI birgt viel Technik, generiert aber den höchsten Verbrauch. Foto: Frank Ratering
Dunkelblauer BMW 540d xDrive Touring in der Fahraufnahme schräg von hinten auf der Autobahn
Der BMW informiert seine Insassen intensiver über Bodenunebenheiten als die Konkurrenten. Foto: Frank Ratering
Cockpit des BMW 540d xDrive Touring mit gebogenem Curved Display und blauer Ambientebeleuchtung
Die Kommando-Zentrale im Fünfer-BMW wirkt aufgeräumt. Leichte Bedienung dank iDrive. Foto: Frank Ratering
Schwarze Leder-Komfortsitze des BMW 540d xDrive Touring, Blick durch die geöffnete Fahrertür
Bequeme Komfortsitze, aber ohne einstellbare Sitzwangen und Massagefunktion. Foto: Frank Ratering
Ein Mann sitzt entspannt im Fond des BMW 540d xDrive Touring auf der schwarzen Lederrückbank
In der zweiten Reihe des Münchners sitzen Passagiere eindeutig erster Klasse. Foto: Frank Ratering
20-Zoll-Rad des BMW 540d xDrive Touring mit Pirelli-Reifen und blauem Bremssattel der M-Sportbremse
Die optionale M-Sportbremse begeistert mit kräftigem Biss und sehr kurzen Bremswegen. Foto: Frank Ratering
Motorraum des BMW 540d xDrive Touring mit abgedecktem Reihensechszylinder-Diesel
Der Reihensechszylinder ist mit 6,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer der Sparsamste. Foto: Frank Ratering
Silberner Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell in der Fahraufnahme auf der Autobahn, dahinter Windräder
Langstrecken gelingen mit dem T-Modell dank des potenten Antriebs besonders entspannt. Foto: Frank Ratering
Cockpit des Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell mit digitalen Rundinstrumenten und großem Touchscreen
Die Bedienung über die Touchslider in den Lenkradspeichen erfordert etwas Übung. Foto: Frank Ratering
Schwarze Multikontursitze mit Rautensteppung im Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell
Multikontursitze im Mercedes (1892 Euro) mit ausfahrbarer Oberschenkelauflage. Foto: Frank Ratering
Kofferraum des Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell mit teilweise umgeklappter Rücksitzlehne
Kofferraum: Mit 615 bis 1830 Litern bietet der Schwabe das größte Ladevolumen. Foto: Frank Ratering
Nahaufnahme der Seitenscheibe mit Akustikverglasung an der geöffneten Tür des Mercedes E 450 d T-Modell
Akustikverglasung (286 Euro) für leisere Innengeräusche und gutes Klangbild. Foto: Frank Ratering
Motorraum des Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell mit abgedecktem Sechszylinder-Diesel
Heftig: Wenn sich Diesel und E-Maschine ins Zeug werfen, liegen 750 Nm an. Foto: Frank Ratering

Im Vergleichstest: Audi A6 Avant, BMW 5er Touring und Mercedes E-Klasse T-Modell

Es gibt sie noch, all jene Zeitgenossen, die nicht nur im Urlaub, sondern auch berufsbedingt pro Tag hunderte Kilometer abreißen müssen und sich darüber freuen, dass dies stressfrei und ohne häufige Tankpausen oder Ladesäulensuche in ländlichen Regionen gelingt. Solche Menschen findet man oft am Steuer von Dieselfahrzeugen. Sofern die Budgets es zulassen, gar in Fahrzeugen der Oberklasse – und dann auch häufig in Kombi-Modellen.

Dort wird in Sachen Selbstzünder inzwischen kräftig aufgefahren, wie unsere Testkandidaten Audi A6 Avant TDI quattro 220 kW, BMW 540d xDrive und Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell belegen. Allesamt bilden sie die Dieselspitze in ihren jeweiligen Baureihen und bringen gemäß ihrer Papierdaten nicht nur beste Anlagen für den grauen Termindruck-Alltag, sondern auch für die entspannte Urlaubsreise mit. Schließlich arbeiten unter ihren Motorhauben Sechszylindermotoren, die mit Leistungen zwischen 299 und 390 PS einen lockeren Umgang mit den Fahrtwiderständen versprechen und sich infolgedessen als wahre Reise-Freunde empfehlen. Was sie im Einzelnen können, lesen Sie hier.

Motor/Getriebe: Der Mercedes legt einen Schub mit der Wucht potenter Elektro-Autos an den Tag

Um den Diesel noch sparsamer und emissionsärmer zu machen, betreiben die Hersteller einen immensen Aufwand. Zwar sind inzwischen alle Testkandidaten hybridisiert (Riemen-Starter-Generator bei Audi und BMW, integrierter Starter-Generator bei Mercedes). Audi setzt aber mit einem zusätzlichen Triebstrang-Generator und einem elektrischen Verdichter für den 299 PS starken 3,0-Liter Biturbo-V6 noch eins drauf.

Die Arbeitsteilung der Elektro-Komponenten verhält sich wie folgt: Der Riemen-Starter-Generator startet den Motor und liefert elektrische Energie für die Batterie. Dagegen ermöglicht der Triebstrang-Generator rein elektrische Fahranteile zum Beispiel im Stadtverkehr, unterstützt den Verbrenner beim Überholen und sorgt für die Rekuperation. Der elektrische Verdichter soll das „Turboloch“ bei niedrigen Drehzahlen kompensieren. Im Gegensatz zu früher getesteten Vierzylinder-Versionen mit dieser Technik arbeitet das System mit dem V6 und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe unseres Audi-Testwagens ruckfrei.

Dennoch bleibt beim A6 Avant ein zwiespältiger Eindruck zurück, denn der Schub beim Kick-down stellt sich erst mit spürbarer Verzögerung ein. Überhaupt wirkt das Aggregat etwas träger als die elektrisch unterstützten, hubraumgleichen Biturbo-Reihensechszylinder der Konkurrenz. Das geht sicherlich auch auf das Konto des bis zu 110 kg höheren Gewichts des Ingolstädters gegenüber seinen Kontrahenten. Der mit 7,1 Liter Diesel auf 100 Kilometern höchste Testverbrauch dürfte ähnlich zu begründen sein. Dafür überzeugt der Audi – wie auch seine Rivalen – mit untadeliger Laufkultur.

Am sparsamsten erweist sich der BMW, der für 100 km nur sensationelle 6,4 Liter benötigt. Gleichzeitig wirkt er am lebhaftesten, dreht mit seinen 303 System-PS spürbar leichtfüßig hoch und zeigt sich im Ansprechverhalten besonders aufmerksam, was auch für die Fahrstufenwechsel der Achtstufen-Automatik gilt.

Von dieser Zackigkeit ist das Neunstufen-System des Mercedes ein Stück weit entfernt. Dafür beeindruckt der Stuttgarter an anderer Stelle: Dank 390 PS Systemleistungen und 750 Newtonmeter Drehmoment legt er bei Bedarf einen Schub an den Tag, dessen Wucht sich locker mit dem von potenten Elektro-Autos messen kann. Und so nimmt er beispielsweise dem Audi zwischen 100 und 200 km/h 3,8 Sekunden ab.

So unerbittlich druckvoll wie der Mercedes geht zwar keiner der Wettstreiter vorwärts. Die Beschleunigungswerte bis zur 100-km/h-Marke liegen jedoch bei allen dreien deutlich unter der Sechs-Sekunden-Marke und beweisen zusammen mit den bei 250 km/h abgeregelten Höchstgeschwindigkeiten, dass der Abstand zwischen üppig motorisierten Oberklasse-Kombis und Sportwagen zumindest längsdynamisch nicht groß ist.

Verbrauch

Verbräuche, die problemlos im Sechsliter-Bereich zu halten sind, zeigen, dass man den Dieselmotor nicht abschreiben sollte. Außerdem können die Fahrer die Umweltbilanz problemlos verbessern, denn alle drei Kombis vertragen synthetisch hergestellten HVO-Diesel, der die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert.

Fahrkomfort: Der Audi A6 Avant liegt auf der Autobahn wie festgetackert

Wer wie die Hersteller unserer Nobel-Kombis solch prachtvolle Antriebe installiert, darf auch bei den Komfort-Details nicht schwächeln. Entsprechend bieten Audi und Mercedes optional adaptive Dämpfer und Luftfederfahrwerke an. Eine Kombination, die sich unterwegs als ein großes Komfortplus herausstellt.

Auf Autobahnetappen ist es der A6 Avant, der darüber hinaus zeigt, wie perfekt eine Niveau-Regulierung funktionieren kann. Unbeeindruckt von Bodenwellen federt der Audi feinfühlig an und belästigt seine Insassen nicht mit ungebührlichen Ein- und Ausfederbewegungen. Stattdessen „liegt“ er wie festgetackert auf der Fahrbahn. Hier wiegt sich die Mercedes-Karosserie ein wenig auf den Asphaltwellen und neigt dabei auch dazu, leicht um die Längsachse zu rollen.

Der BMW, für den es keine Luftfederung gibt und der lediglich mit optionalen Adaptiv-Dämpfern bestückt zum Vergleichstest antrat, reagiert zwar ebenfalls sensibel auf Bodenunebenheiten, jegliches Nachschwingen wird aber sofort im Keim erstickt. Diese Abstimmung lässt den 5er Touring hier und da etwas unruhig wirken, was sich auch auf den Marterpisten des Testgeländes nicht wirklich ändert.

Audi A6 Avant, Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell und BMW 540d xDrive Touring von hinten in voller Fahrt auf dem Testgelände
Foto: Frank Ratering

Voll beladen erscheint seine Zuladungskapazität (625 kg) zudem etwas überdimensioniert, denn er schlägt dann schon mal durch. Auf diesen Strecken rollt auch der Ingolstädter Konkurrent unharmonischer als unbeladen ab, braucht seine Reserven aber erst bei höheren Tempi auf. Stehvermögen zeigt hier der voll beladene Mercedes, der grobe Asphaltverwerfungen nahezu völlig unbeeindruckt wegsteckt.

Beeindruckend ist auch der Sitzkomfort des E-Klasse-Kombis. Seine optionalen Multikontursitze bieten im Gegensatz zu den Komfortsitzen des BMW eine Massagefunktion. Noch eine Spur besser bettet der Audi seine Frontpassagiere. Seine „Individualkontursitze“ lassen die Einstellung der Sitzwangen an Lehne und Sitzfläche zu und verfügen zusätzlich noch über straffere Polster als die Pendants der Konkurrenten. Auf der Rücksitzbank kutschiert dagegen der BMW seine Passagiere am komfortabelsten.

Federung

Umfangreiche Fahrversuche auf den Teststrecken und im Verkehrsalltag lassen die Insassen deutlich spüren, dass der Griff zu den optionalen Luftfeder-Fahrwerken mit einem Komfort-Plus belohnt wird. Für den Fünfer-Touring ist dieses Extra allerdings nicht im Angebot.

Fahrdynamik: Die Lenkung des BMW 5er operiert aus der Mittellage recht gefühllos

Bei Längen um die fünf Meter, Radständen von jeweils knapp drei Metern und Leergewichten über zwei Tonnen wird die Frage nach den querdynamischen Talenten der Luxus-Kombis interessant. Selbstredend erwartet niemand von Fahrzeugen dieser Dimensionen die Handlingeigenschaften hakenschlagender, üppig motorisierter Hatchbacks. Hier geht es eher um fahrdynamische Charakterforschung.

Dieser stellt sich der Audi gern und zeigt sich als ein Kombi, der dank serienmäßiger Progressivlenkung und optionaler Allradlenkung dem Fahrer allzu große Lenkwinkel erspart und in Hochgeschwindigkeitskurven bockstabil und weitestgehend neutral liegt. Beeindruckend sind der mechanische Grip und die Allrad-bedingte Traktion, die ihm ein hohes Querbeschleunigungspotenzial bescheren. Auf der Sollseite steht allenfalls die vergleichsweise ausgeprägte Seitenneigung, die mehr auf die Handlichkeit als auf die Fahrstabilität drückt.

Das Handling ist seit jeher eine BMW-Domäne. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das, was der 5er auf dem Test-Areal zum Besten gibt. Überraschenderweise operiert jedoch seine Lenkung aus der Mittellage recht gefühllos, was ein wenig zu Lasten der Zielgenauigkeit geht. Bei größeren Lenkwinkeln dagegen steigt das Maß an Rückmeldung von der Straße. Dann fühlt sich der ebenfalls allradgetriebene Bayer, bedingt durch die geringere Seitenneigung, etwas fahraktiver an als der Audi. Seine Integral-Aktivlenkung (variable Vorderachs- plus optionale Hinterachslenkung) leistet auch hier bei hohen Tempi ihren Beitrag zur guten Spurtreue.

„Die edlen Kombis liefern Bremswerte auf Sportler-Niveau.“
Elmar Siepen

Am Steuer des T-Modells, das es übrigens nicht mit Allradlenkung gibt, fühlt der Fahrer aber noch etwas mehr Fahrbahnkontakt als der Avant-Pilot. Allerdings muss er für das Durchmessen vertrackter Wechselkurven mehr am Volant kurbeln, weil die erforderlichen Lenkwinkel größer sind. Im Grenzbereich zeigt sich der Schwaben-Kombi dagegen recht mitteilsam und auch leichten Lastwechselreaktionen gegenüber recht aufgeschlossen.

Deswegen und auch aufgrund der tollen Traktion hebt er in Summe das Dynamik-Niveau der aktuellen E-Klasse-T-Modelle – gemessen an der Vorgänger-Generation – auf ein bislang nicht gekanntes Niveau. Das Bild wird allerdings von einer Bremse getrübt, die zwar sehr gute Verzögerungswerte liefert, aber in der Dosierbarkeit wegen des fehlenden klaren Druckpunkts deutlich hinter die Pendants der Konkurrenz zurückfällt.

Traktion

Rauchende Reifen sind bei dem illustren Trio passé: Dank der Allradantriebe mit elektronisch geregelter Kraftverteilung bringen alle drei Kandidaten ihre Motorleistung ausgesprochen schlupfarm auf die Straße.

Karosserie: Mit 615 bis 1830 Litern bringt der Mercedes das größte Kofferraumvolumen mit

Auch Luxus-Laster wie unser Premium-Trio sollten für anspruchsvolle Transportaufgaben gerüstet sein. Hierfür bringt der Mercedes nicht nur das üppigste Kofferraumvolumen mit, das von 615 bis 1830 Liter reicht, sondern auch die mit satten 658 Kilogramm höchste Zuladung.

Wider Erwarten enttäuscht der Audi an dieser Stelle: 466 bis 1497 Liter sind eines Oberklasse-Kombis nicht würdig und werden selbst von manchem Kompakt-Kombis getoppt. Auch spart sich der A6 Avant ein Fach unter dem Ladeboden, so wie es der 5er Touring und das E-Klasse T-Modell bieten. Doch nicht nur für das Gepäck würde man sich im A6 mehr Platz wünschen, auch die Fond-Passagiere hätten sicher nichts gegen mehr Kopffreiheit.

„Im Kreis seiner Rivalen enttäuscht das Ladevolumen des Audi.“
Elmar Siepen

Auf hohem Niveau rangieren alle drei Kontrahenten beim Thema Qualität. Der Materialmix stellt selbst anspruchsvolle Naturen mit einer geschmackvollen Auswahl und passgenauer Fertigung zufrieden – von den kratzempfindlichen Türgriffschalen im BMW einmal abgesehen.

Im Alltag fällt auf, dass das digitale Audi-Cockpit nur eine begrenzte Auswahl an Darstellungsvariationen vorhält. Digital animierter, kreisrunder Tacho und Drehzahlmesser? Fehlanzeige. Zudem scheint die Funktionsbelegung der Lenkrad-Tasten nicht durchgängig stringent. Die Sprachbedienung des Avant kommt ebenfalls nicht an jene der Rivalen heran, und auch die Lichtschalteranordnung in der linken Türverkleidung muss man mögen.

Der BMW profitiert in der Bedienung nach wie vor von seinem iDrive-System, und auch im Mercedes findet man sich schnell zurecht. Doch der Daimler patzt ebenfalls: Ist das Auto offen und der Schlüssel liegt drin, geben sich die äußeren Türgriffe unsensibel: Erst auf einen kräftigen Finger- oder Händedruck fahren sie aus und ermöglichen die Türöffnung. Suboptimal!

Umwelt/Kosten: Der BMW geht mit 83.660 Euro geradezu als Schnäppchen durch

Dass das hohe Komfort- und Dynamik-Niveau der Testwagen seinen Preis hat, versteht sich von selbst. Dennoch ist der Blick auf die Kosten aus der Sicht eines Durchschnittsverdieners nichts für schwache Nerven. Das beginnt schon bei den Anschaffungspreisen, bei denen der BMW, testrelevant bestückt, mit 83.660 Euro im Kreise seiner Konkurrenten geradezu als Schnäppchen durchgeht, und endet mit dem Mercedes, der mit 93.487 Euro schon deutlich über dem Spitzensteuersatz-pflichtigen Jahresbrutto-Einkommen für Singles in Deutschland liegt (etwa 85.000 Euro).

Hohe Summen werden auch für die Vollkasko-Versicherung fällig, die beim BMW mit 2514 Euro am höchsten ausfällt und so deutlich über dem deutschen Durchschnittsnetto-Monatseinkommen (ca. 2400 Euro) liegt. Wer dann noch den Wertverlust berücksichtigt, der sich im Fall des Mercedes über vier Jahre und 80.000 Kilometer Laufleistungen laut DAT bei 45.125 Euro einpendelt, wird verstehen, warum Fahrzeuge dieser Preisklasse meist über Firmen-Leasing betrieben werden.

Wer dennoch derlei Summen aufbringen kann, darf sich zweifelsohne glücklich schätzen. Die finanziellen Möglichkeiten ihrer Klientel kennen aber auch die Hersteller und langen mit einer teils fragwürdigen Paketpolitik zusätzlich kräftig zu – insbesondere zu beobachten beim Audi, für den die Massage-Sitze vorn nur im Paket „Interieur mit Individualkontursitzen“ für happige 8050 Euro erhältlich sind. Und hintere Seitenairbags gibt es nur im Tech plus-Paket – Kostenpunkt: 4630 Euro. Diese Preispolitik könnte die Markentreue der Kundschaft auf eine harte Probe stellen.

BMW 540d xDrive Touring, Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell und Audi A6 Avant stehen nebeneinander vor hügeliger Landschaft
Foto: Frank Ratering

Fazit

Das Endergebnis zeigt, dass alle drei Luxus-Laster auf einem hohen Niveau unterwegs sind. Doch bekanntlich ist das Bessere des Guten Feind, und so bringen der Vorsprung bei Laderaum, Zuladung und Fahrkomfort sowie der bärenstarke Antrieb das Mercedes E-Klasse T-Modell ganz oben aufs Podest. Dahinter sortiert sich der fahraktive und besonders sparsame BMW 5er Touring ein, der jedoch Komfortschwächen zeigt. Der grundsolide Audi A6 Avant fällt im Karosseriekapitel sowie in puncto Antriebseigenschaften und Fahrdynamik hinter die Konkurrenten zurück. So bleibt für ihn in diesem Test nur Rang drei.

Messwerte

AUTO ZEITUNG 19/2026

Audi

A6 Avant TDI quattro 220 kW

BMW

540d xDrive Touring

Mercedes

E 450 d 4Matic T-Modell

Technik

Motor

V6-Zyl., 4-Ventiler, Turbodiesel, elektr. Verdichter, Triebstrang-Generator, 48V-Riemen-Starter-Generator, Partikelfilter, SCR-Kat.

R6-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbodiesel, 48V-Riemen-Starter-Generator; Partikelfilter, SCR-Kat.

R6-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbodiesel, integrierter Starter-Generator, 48V; Partikelfilter, SCR-Kat

Hubraum

2967 cm³

2993 cm³

2989 cm³

Bohrung / Hub

83,0 / 91,4 mm

90,0 / 84,0 mm

82,0 / 94,3 mm

Leistung

220 kW / 299 PS, 3620 – 3750 /min

210 kW / 286 PS, 4000 /min

270 kW / 367 PS, 4000 /min

Max. Drehmoment

580 Nm bei 1500 – 3620 /min

650 Nm bei 1500 – 2500 /min

750 Nm bei 1350 – 2800 /min

Leistung (E-Motor)

18 kW / 24 PS

13 kW / 18 PS

17 kW / 23 PS

Max. Drehmoment (E-Motor)

230 Nm

200 Nm

205 Nm

Systemleistung

k. A.

222 kW / 303 PS

270 kW / 390 PS

Systemdrehmoment

580 Nm

650 Nm

750 Nm

Batterie

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Lithium-Ionen

Spannung / Kapazität brutto / netto

48 V / 17 kWh / k. A.

48 V / 0,96 kWh / k. A.

48 V / 0,9 kWh / k. A.

Kraftübertragung

Getriebe

7-Gang, Doppelkupplung

8-Stufen-Automatik

9-Stufen-Automatik

Antrieb

Allrad, aut. zuschaltend

Allrad, permanent

Allrad, permanent

Fahrwerk

Radaufhängung

rundum: Mehrfachlenkerachse, Luftfederung (optional), adaptive Dämpfer (optional); Stabilisator; ESC (ESP)

vorn: Doppelquerlenker; hinten: Mehrfachlenker; rundum: adaptive Dämpfer (optional) Stabilisator; DSC (ESP)

rundum: Mehrfachlenkerachse, Luftfederung (opt.), adaptive Dämpfer; Stabilisator, ESP

Lenkung

Zahnstange, Servo, elektrisch (Progressivlenkung); Allradlenkung (optional)

Zahnstange, Servo, elektrisch, Integral-Aktivlenkung (optional)

Zahnstange, Servo, elektrisch

Bremsen

rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent

rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent, M-Sportbremse (opt.)

vorn: innenbel., gelochte (opt.) Scheiben, hinten: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent

Serienbereifung

rundum: 225/55 R 18

rundum: 225/55 R 18

rundum: 225/55 R 18

Testbereifung

rundum: 255/40 R 20 Y

v.: 245/40 R 20 Y, h.: 275/35 R 20 Y

v.: 245/40 R 20 Y, h.: 275/35 R 20 Y

Reifen

Continental Sport Contact 7 RO

Pirelli P Zero I* MO-S

Pirelli P Zero I* MO-S

Maße & Gewichte

Außenmaße (L / B / H)

(4999 / 1875 / 1491) mm

(5060 / 1900 / 1515) mm

(4954 / 1904 / 1467) mm

Radstand

2927 mm

2995 mm

2961 mm

Kofferraumvolumen

466 - 1497 l

570 - 1700 l

615 - 1830 l

Leergewicht Werk / Test

2080 / 2155 kg

1975 / 2045 kg

2065 / 2087 kg

Zul. Gesamtgewicht*

2710 kg

2670 kg

2745 kg

Effektive Zuladung

555 kg

625 kg

658 kg

Anhängelast* (gebr. / ungebr.)

2100 / 750 kg

2000 / 750 kg

2100 / 750 kg

Dachlast* / Stützlast*

100 / 95 kg

100 / 100 kg

100 / 84 kg

Wendekreis links / rechts

11,7 / 11,6 m

11,7 / 11,7 m

11,8 / 11,9 m

Fahrleistungen

0 – 30 km/h

1,2 s

0,9 s

1,2 s

0 – 50 km/h

2,2 s

1,9 s

2,2 s

0 – 60 km/h

2,7 s

2,4 s

2,7 s

0 – 70 km/h

3,4 s

3,2 s

3,2 s

0 – 80 km/h

4,0 s

3,8 s

3,9 s

0 – 90 km/h

4,8 s

4,6 s

4,7 s

0 – 100 km/h

5,7 s

5,4 s

5,3 s

0 – 120 km/h

7,6 s

7,4 s

7,2 s

0 – 140 km/h

10,3 s

9,9 s

9,2 s

0 – 160 km/h

13,4 s

12,9 s

12,0 s

0 – 180 km/h

17,3 s

16,7 s

14,9 s

0 – 200 km/h

22,9 s

21,4 s

19,1 s

Höchstgeschwindigkeit*

250 km/h

250 km/h

250 km/h

Handlingkurs

1 : 47,3 min

1 : 47,3 min

1 : 45,2 min

Slalom (Pylonenabstand 18 m)

62,9 km/h

64,7 km/h

65,5 km/h

Bremswege

aus 100 km/h kalt / warm

33,0 / 32,1 m

31,8 / 32,3 m

32,6 / 31,5 m

aus 50 / 150 km/h kalt

9,1 / 72,1 m

8,9 / 72,1 m

8,9 / 70,1 m

Innengeräusche

Standgeräusch

39 dB(A)

44 dB(A)

43 dB(A)

bei 50 km/h

59 dB(A)

56 dB(A)

59 dB(A)

bei 100 / 130 km/h

63 / 67 dB(A)

65 / 68 dB(A)

64 / 67 dB(A)

Verbräuche

Testverbrauch

7,1 l D / 100 km

6,4 l D / 100 km

6,7 l D / 100 km

WLTP-Verbrauch*

5,5 l D / 100 km

6,0 l D / 100 km

6,1 l D / 100 km

CO2 Test / WLTP*

189 / 143 g/km

170 / 157 g/km

178 / 159 g/km

Tankinhalt*

60 l

60 l

66 l

Reichweite

845 km

937 km

985 km

*Werksangaben

Ausstattung/Preise

Audi A6 Avant TDI quattro 220 kW

BMW 540d xDrive Touring

Mercedes E 450 d 4Matic T-Modell

Grundpreis

71.800 €

73.900 €

81.896 €

Testwagen-Optionen

Antrieb

–

–

–

Bremsen

–

700 € (M-Sportbremse)

6129 € (Aufpreis für AMG Line Advanced Plus, dort größere, gelochte Bremsscheiben an Vorderachse enthalten)

Fahrwerk

6780 € (adapt. Luftfederfahrwerk (2150 €) nur i.V. mit Tech Plus-Paket (4630 €))

2440 € (adaptives Fahrwerk Professionell inkl. Integral-Aktivlenkung)

1785 € (Luftfederung Airmatic)

Lenkung

1250 € (Allradlenkung)

im Fahrwerk enthalten (adaptives Fahrwerk Professionell inkl. Integral-Aktivlenkung)

–

Reifen

1900 € (20-Zoll-Bereifung)

5690 € (20-Zoll-Räder mit Sportbereifung (1090 €), nur i.V. mit M Sportpaket (4600 €))

1785 € (20-Zoll-Bereifung mit Sportreifen)

Sitze

8050 € (Aufpreis für Interieur mit Individualkontursitzen, diese nur im genannten Paket erhältlich)

930 € (Komfortsitze)

1892 € (Multikontursitze)

Aufpreis

17.980 €

9760 €

11.591 €

Bewerteter Preis

89.780 €

83.660 €

93.487 €

Ausstattung

Anhängerkupplung

1245 €

1200 €

1160 €

Apple CarPlay / Android Auto

Serie

Serie

Serie

Head-up-Display

1000 €

2400 € (Aufpreis für BMW Live Cockpit Professional, dort enthalten)

2197 €

Navigationssystem

Serie

Serie

Serie

Massage-Sitze

8050 € (Aufpreis für Interieur mit Individualkontursitzen, dort enthalten)

–

1892 € (Aufpreis für Multikontursitze, dort enthalten)

Matrix-LED-Scheinwerfer

1340 €

Serie

1607 € (mit adapt. Fernlichtassistenten)

Park-Assistent

Serie

Serie

Serie

Seitenairbags hinten

4630 € (Aufpreis für Tech plus-Paket, dort enthalten)

–

428 €

Standheizung

1400 €

1450 €

1452 €

Teilautonomer Fahrassistent

4630 € (Aufpreis für Tech plus-Paket, dort enthalten)

ab 1000 € (Aufpreis für Driving Assistant Plus, dort enthalten)

2541 € (Fahrassistenzpaket Plus)

Wartung / Rabatt / Wertverlust

Werkstattkosten*

769 €

749 €

1099 €

Rabatt**

26,5 % / 19.027 €

25,5 % / 18.845 €

21,0 % / 17.198 €

Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p. a.

54,8 % / 39.346 €

56,4 % / 41.680 €

55,1 % / 45.125 €

Versicherung / Steuern pro Jahr

HP / VK / TK Typklassen

16 / 27 / 27

16 / 30 / 28

18 / 29 / 24

HP / VK / TK Kosten

671 / 1325 / 420 €

671 / 2514 / 494 €

671 / 1916 / 231 €

Abgasnorm / Steuer

Euro 6e-bis / 389 €

Euro 6e-bis / 424 €

Euro 6e-bis / 430 €

* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC; ** Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventuell anfallender Überführungskosten

Gesamtbewertung

Punkte max.

Audi

A6 Avant TDI quattro 220 kW

BMW

540d xDrive Touring

Mercedes

E 450 d 4Matic T-Modell

Karosserie

1000

705

744

752

Fahrkomfort

1000

788

769

790

Motor / Getriebe

1000

721

752

750

Fahrdynamik

1000

777

794

805

Eigenschaftswertung

4000

2991

3059

3097

Kosten / Umwelt

1000

250

250

236

Gesamtwertung

5000

3241

3309

3333

Platzierung

3

2

1