Ratgeber

Blitzerwarner: Alles zu Apps/Geräten wie Ooono und was legal ist

Blitzerwarner-Apps und Warngeräte wie von Ooono wirken praktisch und sollen vor Bußgeldern schützen. In Deutschland ist ihre Nutzung jedoch klar geregelt. Der folgende Überblick erklärt, was erlaubt ist und welche Apps und Geräte es gibt.

(1/1)
Ein Handydisplay zeigt einen Blitzerwarner an. In Hintergrund unscharf der Blick durch eine Auto-Frontscheibe auf die Straße.
Foto: Imago

Sind Blitzerwarner wie Ooono oder Apps erlaubt?

Die zentrale Vorschrift steht in § 23 der Straßenverkehrsordnung. Sie untersagt Fahrzeugführer:innen, Geräte zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, die dazu dienen, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören.

In der Praxis bedeutet das: Sobald ein System während der Fahrt aktiv vor Blitzern warnen kann, ist seine Nutzung unzulässig. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um eine App, ein Navigationssystem oder ein separates Gerät handelt.

Wichtig ist die Abgrenzung: Die reine Installation einer Blitzer-App oder der Kauf eines Blitzerwarners ist erlaubt. Entscheidend ist allein, ob die Warnfunktion aktiv ist. Eine geöffnete oder im Hintergrund laufende App kann bereits als „betriebsbereit“ gewertet werden.

Gerichtsurteil: Auch Beifahrer:innen sind einbezogen

Ein lange genutztes Schlupfloch wurde 2023 geschlossen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe stellte klar, dass das Verbot nicht nur für Fahrer:innen gilt.

Auch wenn die App von einer mitfahrenden Person bedient wird, bleibt die Nutzung unzulässig, sobald sie der Fahrt dient. Entscheidend ist also nicht, wer das Gerät bedient, sondern dass im Fahrzeug aktiv vor Kontrollen gewarnt wird.

Welche Strafe droht bei Nutzung von Blitzer-Apps, Ooono & Co.?

Die Strafe für das Benutzen einer Funktion beim Autofahren, die vor Blitzern warnt, lautet wie folgt:

  • 75 Euro Bußgeld und ein Punkt bei Nutzung eines Warnsystems

  • 100 Euro und ein Punkt, wenn das Smartphone dafür während der Fahrt in der Hand gehalten wird

Je nach Einzelfall kann das Bußgeld auch höher ausfallen.

Hinzu kommen mögliche Maßnahmen bei einer Kontrolle. Besteht ein konkreter Verdacht, darf die Polizei das Smartphone überprüfen. "Autofahrer müssen zwar nicht einen eventuellen Sperrcode herausgeben, die Polizei kann aber unter Umständen im Gegenzug das Gerät beschlagnahmen“, erklärt der Verkehrsrechtsanwalt Uwe Lenhart.

Im Ausland oft deutlich strenger

Während die Sanktionen in Deutschland vergleichsweise moderat sind, fällt das Strafmaß in vielen europäischen Ländern deutlich höher aus. In Österreich können Bußgelder bis zu 5000 Euro erreichen, in Tschechien sogar noch mehr. In einigen Ländern drohen zusätzlich Freiheitsstrafen.

Unabhängig davon gilt europaweit: Geräte, die Messungen aktiv stören, sind strikt verboten und werden beschlagnahmt.

Diese Blitzerwarner gibt es

Blitzer-Apps sind die flexibelste Lösung. Sie laufen auf dem Smartphone, greifen per GPS auf den aktuellen Standort zu und gleichen diesen mit einer Online-Datenbank ab. Diese Datenbanken basieren häufig auf festen Blitzerstandorten und auf Meldungen anderer Nutzer:innen. Der Vorteil liegt in der ständigen Aktualisierung und der großen Datenbasis. Nachteilig ist, dass das Smartphone aktiv eingebunden ist – inklusive höherem Akkuverbrauch und potenzieller Ablenkung.

Navigations-Apps wie Google Maps sind ebenfalls mit einem Radarwarner ausgestattet. Im Falls von Google Maps ist die Funktion in Deutschland allerdings nicht freigeschaltet. Weitere Navi-Apps mit integrierter Radarwarnung sind beispielsweise Waze, TomTom Go Navigation oder Blitzer.de

Externe Radarwarner oder sogenannte Blitzerwarngeräte werden dagegen fest oder halbfest im Auto angebracht. Sie funktionieren meist in Verbindung mit dem Smartphone, laufen aber im Hintergrund und warnen akustisch oder optisch. Dadurch sind sie im Alltag oft unauffälliger und komfortabler, weil sie nicht aktiv bedient werden müssen. Auch hier stammen die Informationen in der Regel aus vernetzten Datenbanken oder Community-Meldungen.

Unabhängig von der Bauart gilt jedoch dieselbe rechtliche Bewertung: Sobald eines dieser Systeme während der Fahrt aktiv vor Kontrollen warnt oder warnen kann, ist seine Nutzung unzulässig.

Beliebte Radarwarner in der Übersicht

Worauf sollte man beim Kauf eines Blitzerwarners achten?

Wer einen Blitzerwarner im Auto oder ein Radarwarngerät nutzen möchte, sollte auf die Auffälligkeit, respektive auf die Größe des Geräts und auf die Akkulaufleistung achten. Bei vielen Systemen liegt die mögliche Einsatzdauer mit einem integrierten Akku oder einer kleinen Batterie bei bis zu einem Jahr. Falls der Radarwarner über eine externe Stromversorgung angeschlossen werden muss, darf das Kabel Fahrer:innen nicht behindern.

Wem es auf besonders genaue Warnungen ankommt, sollte darauf achten, dass das Gerät nicht nur vor den rund 4700 stationären Blitzern warnt, sondern auch vor mobilen Radarfallen. Wer häufig im Ausland unterwegs ist, wählt besser ein System, das auch in anderen europäischen Ländern funktioniert.

Achtung: In den meisten Ländern ist die Benutzung von mobilen Radarwarnern nicht erlaubt und es droht bei einer Kontrolle nach einem mobilen Blitzer ein hohes Bußgeld – diese Bußgelder drohen im Ausland.

Was erlaubt bleibt: Legale Alternativen

Trotz des Verbots gibt es legale Wege, sich über Blitzer zu informieren – allerdings nur ohne direkte, situationsabhängige Warnung während der Fahrt.

Zulässig ist beispielsweise:

  • die Routenplanung vor Fahrtbeginn, inklusive Recherche bekannter Messstellen

  • die Nutzung klassischer Karten mit eingezeichneten Blitzern

  • allgemeine Verkehrshinweise im Radio

Gut zu wissen: Zwei mal im Jahr gibt es deutschlandweit einen sogenannten Blitzermarathon (hier alle Infos), bei dem die Polizei besonders viele Radarkontrollen aufbaut.