Blitzermarathon (2022): Standorte & Studie In diesen Bundesländern blitzt es am 24. März 2022

von Victoria Zippmann 24.03.2022

Das sind die Standorte und die teilnehmenden Bundesländer beim Blitzermarathon 2022. Und: Die sogenannten "Speedmarathons" haben einer Studie der Universität Passau von 2020 zufolge keinen nachhaltigen Effekt für die Sicherheit auf den Straßen.

Am 24. März 2022 findet in fünf Bundesländern wieder ein 24-stündiger Blitzermarathon statt. Obwohl es sich um eine bundesweite Aktion handelt, nehmen längst nicht alle Bundesländer daran teil. Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern haben sich bereit erklärt, bei dem sogenannten "Speedmarathon" mitzumachen. Die Standorte der Blitzer in BayernHessen und Brandenburg wurden bereits bekannt gegeben. Zuletzt fand der Blitzmarathon im April 2021 unter der Schirmherrschaft des European Roads Policing Network ROADPOL und europaweit in 16 Ländern statt. 2020 fiel die Aktion aufgrund der Corona-Pandemie aus. Obwohl die Blitzer im Vorjahr über 136.337 Geschwindigkeitsverstöße in Europa registrierten, ginge es den Verantwortlichen aber nicht darum, möglichst viele Bußgelder einzutreiben. Vielmehr solle mit der Aktion das Bewusstsein für die Gefahr von Geschwindigkeitsüberschreitungen geschärft werden. Zu schnelles Fahren gilt nach Angaben der Polizei als eine der häufigsten Ursachen bei schweren Unfällen. Erstmals gab es den Blitzermarathon 2012 in Nordrhein-Westfalen, seit 2013 findet der Aktionstag bundesweit statt. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

Bußgeldkatalog Punktetacho Flensburg
Bußgeldkatalog (2021): alt/neu, Geschwindigkeit Wann Punkte, Bußgeld und Fahrverbot?

Blitzer-Rekord in der Schweiz (Video):

 
 

Standorte des Blitzermarathons (2022): Studie belegt mangelnden Effekt

Bereits im Vorfeld des Blitzermarathons 2020 wurde bekannt: Der Erfolg der jährlich stattfindenden Aktion hält sich einer Studie zufolge in Grenzen. Was viele Kritiker:innen bereits angenommen hatten, konnten zwei Forschende der Universität Passau wissenschaftlich belegen: Ihnen zufolge führen Blitzmarathons nicht zu einer nachhaltigen Änderung des Fahrverhaltens, sondern haben lediglich einen kurzfristigen Effekt. Konkrekt ergaben die Auswertungen, dass Autofahrende während eines Blitzmarathons zwar langsamer und vorsichtiger unterwegs sind und die Zahl der leichten Unfälle während der Aktion um acht Prozent zurückgeht. Doch bereits am Tag danach sei der Effekt gleich null und auf Autobahnen werde demnach sogar während des Blitzermarathons weiter gerast. "Unsere wichtigste Erkenntnis: Gut zureden hilft bei Raserinnen und Rasern nichts. Die Menschen fahren nur langsamer, wenn sie Sorge haben müssen, geblitzt und bestraft zu werden", fasst Professor Stefan Bauernschuster von der Universität Passau die Studie zusammen. Dr. Ramona Rekers ergänzt: "Sobald die Blitzerei vorbei ist, konnten wir keine Veränderung mehr feststellen." Für die Erhebung haben die Forschenden Daten der Landesämter für Statistik zu 1,5 Millionen Unfällen in den Jahren 2011 bis 2014 – inklusive Informationen zu Ort, Zeit, zu den Beteiligten und zur Unfallursache – ausgewertet. Hinzu kamen Daten zu allen Blitzern an Blitzmarathon-Tagen und normalen Tagen sowie Daten von mehr als 2400 Messstationen, die stündlich Geschwindigkeit und Verkehrsaufkommen erfassten. Zur Untersuchung der Wirkung der begleitenden Kampagne zog das Team 60 Millionen Presseartikel kombiniert mit Daten von Google Trends und Twitter heran. 

Verkehrsrecht Blitzer-App/Radarwarner
Blitzer-App/Radarwarner verboten: Strafe Umstrittene Helfer zum Schutz vor Radarkontrollen

Tags:
Copyright 2022 autozeitung.de. All rights reserved.