Porsche Rückruf (Juli 2018): Panamera Diesel Cadmium-Spuren bei Porsche-Hybriden

von AUTO ZEITUNG 31.07.2018
Inhalt
  1. Juli 2018: Porsche-Rückruf für Hybrid-Autos
  2. Juli 2018: Porsche-Rückruf für Panamera Diesel
  3. Juni 2018: Porsche-Probleme bei Neuwagen-Verkauf
  4. Mai 2018: Rückruf für Porsche Macan/Cayenne Diesel
  5. Januar 2017: Rückruf für 911/718 Boxster & Cayman

Erfolgt im Juli 2018 ein Porsche-Rückruf wegen Cadmium-Spuren an Bauteilen von Hybrid-Autos? Außerdem müssen nach Cayenne und Macan nun auch Panamera Diesel auf KBA-Anordnung in die Werkstatt. Und: Wegen WLTP-Umstellungen gibt es Probleme beim Neuwagenkauf. Das müssen Porsche-Fahrer jetzt wissen!

Porsche könnte noch im Juli 2018 ein Rückruf über tausende Hybridautos drohen. Ein Sprecher bestätigte, dass in einem Bauteil Spuren des hochgiftigen Schwermetalls Cadmium gefunden wurde. Das Problem: Der Wert von 0,008 Gramm könnte der europäischen Altfahrzeuggesetzung widersprechen, die eine spätere Entsorgung der Autos regelt. Ein entsprechender Rückruf für bis zu 124.000 E- und Hybrid-Autos aus dem VW-Konzern, darunter ein nicht genannter Anteil von Porsche, sei aktuell "in Klärung". Ein in einem Ladegerät enthaltenes Relais weise Cadmium auf, befinde sich aber in einem geschlossenen Gehäuse. Die Produktion der Porsche-Hybrid-Autos sei schon gestoppt und das Bauteil durch ein das eines anderen Zulieferers ersetzt worden. 

Porsche-Modellpalette bis 2016 im Video:

 
 

Juli 2018: Porsche-Rückruf für Hybrid-Autos

Nach Cayenne und Macan Diesel nun auch Porsche-Rückruf für den Panamera? Wie der "Spiegel" am 20. Juli 2018 unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium berichtet, werde das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zeitnah eine verpflichtende Rückrufaktion anordnen. Grund sei ein erhöhter Ausstoß schädlicher Stickoxide. Porsche möchte den Bericht mit Blick auf laufende Abstimmungsprozesse nicht kommentieren. In den vergangenen Monaten seien für Porsche-Dieselfahrzeuge "umfangreiche Analysen durchgeführt" worden. "Zu diesen fortlaufenden Überprüfungen ist Porsche in enger Abstimmung mit den Behörden, insbesondere dem KBA." Das Verwaltungsverfahren zu den Porsche-Modellen sei noch nicht abgeschlossen, erklärte wiederum das Bundesverkehrsministerium und möchte sich vor Abschluss des Vorgangs ebenfalls nicht äußern. Wann der Porsche-Rückruf für den Panamera Diesel erfolgt, ist daher noch unklar.

 

Juli 2018: Porsche-Rückruf für Panamera Diesel

Porsche hat derzeit Probleme beim Neuwagen-Verkauf (Juni 2018). Hintergrund ist die Umstellung auf die neue Verbrauchsmessung WLTP, die verschärfte Anfordungen an die Abgaswerte stellt. Mit ihrer Einführung am 1. September 2018 können die Grenzwerte bei Benzinern in der Regel nur mit Otto-Partikelfiltern erfüllen. Wie die FAZ berichtet, habe Porsche die technische Umrüstung offenbar unterschätzt. Im Konfigurator sind deshalb Neuwagen mit dem Hinweis versehen, dass "das von Ihnen ausgewählte Modell aufgrund einer anstehenden Modellrevision kurzzeitig nicht als frei konfigurierbarer Neuwagen erhältlich [ist]". Im September 2018 sollen ausgewählte Modelle der Baureihen 911 und 718 mit Ottopartikelfilter ausgerüstet werden, beispielsweise soll der 911 4 GTS mit Allradantrieb und PDK von Anfang an als Coupé, Cabrio und Targa verfügbar sein. Ein genereller Verkaufsstopp, wie die Zeitung geschrieben hatte, gebe es laut Porsche aber nicht. In einer Stellungnahme heißt es, vorübergehend komme es zu einem eingeschränkten Modellangebot. Interessenten könnten sich zur Bestellung neuer Modelle jederzeit an die Porsche-Zentren wenden.

 

Juni 2018: Porsche-Probleme bei Neuwagen-Verkauf

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat im Mai 2018 einen Porsche-Rückruf für rund 60.000 Diesel-Fahrzeuge der Modelle Macan und Cayenne wegen illegaler Abschalteinrichtungen angeordnet. Es könne zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen, hieß es im Mai 2018. Porsche bestätigte, die entsprechenden Bescheide erhalten zu haben. Konkret geht es um 6755 Cayenne mit dem 4,2 Liter großen V8-TDI, davon 3954 in Deutschland, und um 52.831 Macan mit dem 3,0-Liter-V6-TDI, davon 15.180 in Deutschland. Beide haben die Abgasnorm Euro 6. Allein beim Porsche Macan hätten KBA-Prüfer fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden, die dafür sorgten, dass die Abgasreinigung nur im Labor vollumfänglich funktioniere, berichteten "Spiegel" und Bayerischer Rundfunk. Porsche hatte im Januar 2018 schon einmal mitgeteilt, dass in Abstimmung mit dem KBA an Software-Updates für die genannten Modelle gearbeitet werde und die Autos nach einer Freigabe durch das KBA in die Werkstätten gerufen werden sollen. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" über ein drohendes Zulassungsverbot für den Macan mit Diesel-Motor berichtet. Bereits im Herbst 2017 hatte es einen freiwilligen Porsche-Rückruf für den Macan S Diesel gegeben. Auch damals ging es um eine umstrittene Abgasfunktion, die mittels eines Software-Updates entfernt wurde.

 

Mai 2018: Rückruf für Porsche Macan/Cayenne Diesel

Beim Cayenne hatte Porsche den Einsatz der Abschalteinrichtung nach eigenen Angaben selbst dem KBA gemeldet und von "Unregelmäßigkeiten" in der Motorsteuerungs-Software gesprochen. Neben dem angeordneten Porsche-Rückruf im vergangenen November 2017 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne Diesel verhängt, der nach drei Monaten aber wieder aufgehoben worden war. Auch die Schweiz hatte wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung einen Zulassungsstopp für den Porsche Cayenne mit 3,0-Liter-V6-Diesel und der Schadstoffeinstufung Euro 6 verhängt. Das hatte das Schweizer Bundesamt für Straßen (Astra) im August 2017 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Von dem Zulassungsstopp waren lediglich Neufahrzeuge betroffen, bereits zugelassene Fahrzeuge mussten laut Astra nachgerüstet werden. Der Neuen Zürcher Zeitung zufolge waren vom Zulassungsstopp im August 2018 insgesamt 25 Porsche Cayenne betroffen.

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Januar 2017: Rückruf für 911/718 Boxster & Cayman

Im Januar 2017 musste Autobauer Porsche weltweit insgesamt 16.429 Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Grund für die Maßnahme waren Ausbesserungen an fehlerhaften Schrauben an den Kraftstoffsammelrohren. Den Zuffenhausenern zufolge bestand die Gefahr, dass sich die Verschraubungen lösen. Daher wurden die Schrauben vorsichtshalber ersetzt. Der Autobauer betonte jedoch, dass es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme handele. Von dem Rückruf betroffen waren die Porsche-Modelle 911 Carrera, 718 Boxster und 718 Cayman. Allein in Deutschland waren es 2576 Fahrzeuge. Die Halter wurden von ihrem zuständigen Porsche-Partner informiert und um die Vereinbarung eines Termins in der Werkstatt gebeten. Der Service war für die Porsche-Besitzer kostenlos.

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