Porsche Rückruf (Mai 2018): Macan/Cayenne Porsche ruft Macan und Cayenne Diesel zurück

von AUTO ZEITUNG 18.05.2018

Erneuter Porsche-Rückruf wegen Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung (Mai 2018): Betroffen sind rund 60.000 Modelle, davon 6755 Cayenne 4.2 V8 TDI und 52.831 Macan 3.0 V6 TDI. Das müssen Porsche-Fahrer jetzt wissen!

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat einen Porsche-Rückruf für rund 60.000 Diesel-Fahrzeuge der Modelle Macan und Cayenne wegen illegaler Abschalteinrichtungen angeordnet. Es könne zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen, hieß es im Mai 2018. Porsche bestätigte, die entsprechenden Bescheide erhalten zu haben. Konkret geht es um 6755 Cayenne mit dem 4,2 Liter großen V8-TDI, davon 3954 in Deutschland, und um 52.831 Macan mit dem 3,0-Liter-V6-TDI, davon 15.180 in Deutschland. Beide haben die Abgasnorm Euro 6. Allein beim Porsche Macan hätten KBA-Prüfer fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden, die dafür sorgten, dass die Abgasreinigung nur im Labor vollumfänglich funktioniere, berichteten "Spiegel" und Bayerischer Rundfunk. Porsche hatte im Januar 2018 schon einmal mitgeteilt, dass in Abstimmung mit dem KBA an Software-Updates für die genannten Modelle gearbeitet werde und die Autos nach einer Freigabe durch das KBA in die Werkstätten gerufen werden sollen. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" über ein drohendes Zulassungsverbot für den Macan mit Diesel-Motor berichtet. Bereits im Herbst 2017 hatte es einen freiwilligen Porsche-Rückruf für den Macan S Diesel gegeben. Auch damals ging es um eine umstrittene Abgasfunktion, die mittels eines Software-Updates entfernt wurde.

Porsche-Modellpalette bis 2016 im Video:

 
 

Rückruf für Porsche Macan/Cayenne Diesel

Beim Cayenne hatte Porsche den Einsatz der Abschalteinrichtung nach eigenen Angaben selbst dem KBA gemeldet und von "Unregelmäßigkeiten" in der Motorsteuerungs-Software gesprochen. Neben dem angeordneten Porsche-Rückruf im vergangenen November 2017 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne Diesel verhängt, der nach drei Monaten aber wieder aufgehoben worden war. Auch die Schweiz hatte wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung einen Zulassungsstopp für den Porsche Cayenne mit 3,0-Liter-V6-Diesel und der Schadstoffeinstufung Euro 6 verhängt. Das hatte das Schweizer Bundesamt für Straßen (Astra) im August 2017 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Von dem Zulassungsstopp waren lediglich Neufahrzeuge betroffen, bereits zugelassene Fahrzeuge mussten laut Astra nachgerüstet werden. Der Neuen Zürcher Zeitung zufolge waren vom Zulassungsstopp im August 2018 insgesamt 25 Porsche Cayenne betroffen.

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Im Januar 2017 musste Autobauer Porsche weltweit insgesamt 16.429 Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Grund für die Maßnahme waren Ausbesserungen an fehlerhaften Schrauben an den Kraftstoffsammelrohren. Den Zuffenhausenern zufolge bestand die Gefahr, dass sich die Verschraubungen lösen. Daher wurden die Schrauben vorsichtshalber ersetzt. Der Autobauer betonte jedoch, dass es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme handele. Von dem Rückruf betroffen waren die Porsche-Modelle 911 Carrera, 718 Boxster und 718 Cayman. Allein in Deutschland waren es 2576 Fahrzeuge. Die Halter wurden von ihrem zuständigen Porsche-Partner informiert und um die Vereinbarung eines Termins in der Werkstatt gebeten. Der Service war für die Porsche-Besitzer kostenlos.

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