Porsche-Rückruf (März 2021): Sechszylinder Porsche-Rückruf für Sechszylinder-718er

von AUTO ZEITUNG 30.03.2021
Inhalt
  1. März 2021: Porsche-Rückruf für 718er-Modelle mit Sechszylinder
  2. Porsche-Rückruf im September 2019: Probleme mit Airbags und Gurtstraffern
  3. Juni 2019: Porsche-Rückruf wegen Wegrollgefahr
  4. Dezember 2018: Porsche-Rückruf für Panamera (Software-Fehler)
  5. Dezember 2018: Porsche-Rückruf für Cayenne-Hybrid & Macan (Kraftstoffsystem & Befestigungsnaht Skisack)
  6. Juli 2018: Porsche-Rückruf für Hybrid-Autos (Cadmium-Spuren)
  7. Juli 2018: Rückrufaktion für Panamera-Diesel?
  8. Juli 2018: Rückruf für Porsche Macan/Cayenne Diesel
  9. Januar 2017: Rückruf für 911/718 Boxster & Cayman

Porsche muss im März 2021 wegen eines Problems mit dem Sechszylinder-Motor verschiedene Modelle von 718 Boxster und 718 Cayman zurückrufen. Diesen und weitere Porsche-Rückrufe fasst der Artikel zusammen. Dieser Artikel wurde am 30.03.2021 aktualisiert.

 

März 2021: Porsche-Rückruf für 718er-Modelle mit Sechszylinder

Mit dem Porsche-Rückruf im März 2021 reagiert der Hersteller auf ein bei eigenen Hochlasttests festgestelltes Problem beim Sechszylinder-Motor der Topversionen von 718 Boxster und 718 Cayman (718 Cayman GTS 4.0, 718 Boxster GTS 4.0, 718 Cayman GT4, 718 Spyder). Hier kann sich die Verschraubung der Pleuelaugen lösen, was im Extremfall zu massiven Motorschäden führen kann. Bislang ist allerdings noch kein derartiger Fall bekannt. Weltweit sind 996 Fahrzeuge betroffen, 206 davon befinden sich bereits in der Hand deutscher Kund:innen. Diese werden nun über das Kraftfahrtbundesamt (KBA) angeschrieben, wie der Autobauer mitteilte. Viele der vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge sind noch nicht ausgeliefert, diese werde nun im Werk nachgebessert. Wie lange die Halter:innen der bereits ausgelieferten Fahrzeuge auf ihren Porsche verzichten müssen, ist noch nicht bekannt.

Richtiges Verhalten bei Rückruf-Aktionen (Video):

 
 

Porsche-Rückruf im September 2019: Probleme mit Airbags und Gurtstraffern

Porsche muss im September 2019 in Deutschland knapp 3900 Modelle wegen eines Problems mit Airbags und Gurtstraffern zurückrufen. Konkret sind die Modelle 911, Boxster, Cayman und Panamera aus den Jahren 2015 und 2016 betroffen – weltweit sind es sogar 23.550 Fahrzeuge. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts (KBA) benötigt die Software des Airbag-Steuergeräts ein Update, gegebenenfalls muss es auch ersetzt werden. Der Fehler führe demnach zu einer "eingeschränkten Funktion des Airbags sowie der Gurtstraffer". Heißt konkret: Sie könnten auslösen, ohne dass es zu einem Unfall gekommen wäre. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglicht, dass Airbag und Gurtstraffer bei einem Unfall nicht ausgelöst werden. Für Fragen zum Rückruf gibt es auch eine Hotline des Herstellers  unter der Rufnummer 0800/3560911.

Neuheiten Porsche Panamera GTS (2018)
Porsche Panamera GTS (2018): Motor Gran Turismo Sport mit 460 PS

 

Juni 2019: Porsche-Rückruf wegen Wegrollgefahr

Im Juni 2019 haben die Zuffenhausener einen Porsche-Rückruf für weltweit fast 337.000 Autos wegen möglicher Wegrollgefahr bei Panamera (Baujahre 2008 bis 2016) und Cayenne (Baujahre 2002 bis 2010) angeordnet. In Deutschland sind knapp 26.500 Fahrzeuge betroffen. Konkret geht es um einen möglichen Defekt in der Verbindung zwischen Wählhebel und Getriebe, der dazu führen könnte, dass der gewählte Gang nicht richtig eingelegt ist, wie Porsche erläuterte. Ist "P" wie "Parken" eingelegt, könnte das Auto dadurch wegrollen, wenn nicht zugleich auch die Parkbremse angezogen ist. Vom 11. August 2019 an, will Porsche die vom Rückruf betroffenen Kund:innen anschreiben, damit ein Kunststoffteil in der Verbindung zwischen Wählhebel und Getriebe in der Werkstatt ausgetauscht werden kann. Die Autos können bis dahin weiter gefahren werden. jedoch sollten Fahrer:innen stets zusätzlich die Parkbremse anziehen.

 

Dezember 2018: Porsche-Rückruf für Panamera (Software-Fehler)

Porsche hat im Dezember 2018 einen Rückruf für weltweit fast 75.000 Exemplare des Panamera wegen eines Software-Fehlers angeordnet. Dieser Fehler könnte dazu führen, dass die elektrische Servolenkung sporadisch nicht funktioniert und dann mehr Kraft zum Lenken erforderlich sei, teilte der Zuffenhausener Hersteller mit. Das entsprechende Steuergerät müsse daher neu programmiert werden; der Aufenthalt in der Werkstatt dauere etwa eine Stunde. Der Software-Fehler liegt bei Fahrzeugen, die zwischen dem 21. März 2016 und dem 6. Dezember 2018 produziert wurden, vor. Die betroffenen Panamera-Kund:innen werden über den Rückruf informiert. 

 

Dezember 2018: Porsche-Rückruf für Cayenne-Hybrid & Macan (Kraftstoffsystem & Befestigungsnaht Skisack)

Außerdem hat Porsche im Dezember 2018 einen Rückruf für mehrere tausende Fahrzeuge des Cayenne in der Hybridvariante wegen Problemen mit dem Kraftstoffsystem angeordnet. Bei den Fahrzeugen könnte Kraftstoff in den Aktivkohlefilter des Tanksystems gelangen, wenn der Zapfhahn beim Tanken nicht sauber in den Einfüllstutzen eingesetzt wird. Das könnte zu Fehlzündungen oder dem Absterben des Motors führen. Betroffen sind weltweit 4159 Modelle des Geländewagens, die zwischen Juni 2017 und Oktober 2018 gebaut wurden. Außerdem müssen weltweit auch noch 1738 Macan und Cayenne in die Werkstatt, in Deutschland sind 568 Exemplare betroffen. Das Problem: Die Befestigungsgurtnähte der Skisäcke sind nicht robust genug und könnten bei zu hohen Belastungen reißen. In der Werkstatt werde der Skisack überprüft und gegebenenfalls ersetzt. Dabei handele es sich aber um eine reine Vorsichtsmaßnahme, teilte Porsche mit.

Neuheiten Porsche Cayenne Coupé (2019)
Porsche Cayenne Coupé (2019): Motor & Ausstattung Der Cayenne wird zum Coupé

 

Juli 2018: Porsche-Rückruf für Hybrid-Autos (Cadmium-Spuren)

Auch im Juli 2018 drohte Porsche ein Rückruf über tausende Hybridautos. Ein Sprecher hatte bestätigt, dass in einem Bauteil Spuren des hochgiftigen Schwermetalls Cadmium gefunden wurden. Das Problem: Der Wert von 0,008 Gramm könnte der europäischen Altfahrzeuggesetzung widersprechen, die eine spätere Entsorgung der Autos regelt. Ein entsprechender Rückruf für bis zu 124.000 E- und Hybrid-Autos aus dem VW-Konzern, darunter ein nicht genannter Anteil von Porsche, war diskutiert worden. Ein in einem Ladegerät enthaltenes Relais weise Cadmium auf, befinde sich aber in einem geschlossenen Gehäuse. Die Produktion der Porsche-Hybrid-Autos war gestoppt und das Bauteil durch das eines anderen Zulieferers ersetzt worden. 

 

Juli 2018: Rückrufaktion für Panamera-Diesel?

Nach Cayenne- und Macan-Diesel nun auch Porsche-Rückruf für den Panamera? Wie der "Spiegel" am 20. Juli 2018 unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium berichtet, werde das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zeitnah eine verpflichtende Rückrufaktion anordnen. Grund sei ein erhöhter Ausstoß schädlicher Stickoxide. Porsche möchte den Bericht mit Blick auf laufende Abstimmungsprozesse nicht kommentieren. In den vergangenen Monaten seien für Porsche-Dieselfahrzeuge "umfangreiche Analysen durchgeführt" worden. "Zu diesen fortlaufenden Überprüfungen ist Porsche in enger Abstimmung mit den Behörden, insbesondere dem KBA." Das Verwaltungsverfahren zu den Porsche-Modellen sei noch nicht abgeschlossen, erklärte wiederum das Bundesverkehrsministerium und möchte sich vor Abschluss des Vorgangs ebenfalls nicht äußern. Wann der Porsche-Rückruf für den Panamera Diesel erfolgt, ist daher noch unklar.

 

Juli 2018: Rückruf für Porsche Macan/Cayenne Diesel

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat im Mai 2018 einen Porsche-Rückruf für rund 60.000 Diesel-Fahrzeuge der Modelle Macan und Cayenne wegen illegaler Abschalteinrichtungen angeordnet. Es könne zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen, hieß es im Mai 2018. Porsche bestätigte, die entsprechenden Bescheide erhalten zu haben. Konkret geht es um 6755 Cayenne mit dem 4,2 Liter großen V8-TDI, davon 3954 in Deutschland, und um 52.831 Macan mit dem 3,0-Liter-V6-TDI, davon 15.180 in Deutschland. Beide haben die Abgasnorm Euro 6. Allein beim Porsche Macan hätten KBA-Prüfer fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden, die dafür sorgten, dass die Abgasreinigung nur im Labor vollumfänglich funktioniere, berichteten "Spiegel" und Bayerischer Rundfunk. Porsche hatte im Januar 2018 schon einmal mitgeteilt, dass in Abstimmung mit dem KBA an Software-Updates für die genannten Modelle gearbeitet werde und die Autos nach einer Freigabe durch das KBA in die Werkstätten gerufen werden sollen. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" über ein drohendes Zulassungsverbot für den Macan mit Diesel-Motor berichtet. Bereits im Herbst 2017 hatte es einen freiwilligen Porsche-Rückruf für den Macan S Diesel gegeben. Auch damals ging es um eine umstrittene Abgasfunktion, die mittels eines Software-Updates entfernt wurde. Beim Cayenne hatte Porsche den Einsatz der Abschalteinrichtung nach eigenen Angaben selbst dem KBA gemeldet und von "Unregelmäßigkeiten" in der Motorsteuerungs-Software gesprochen. Neben dem angeordneten Porsche-Rückruf im vergangenen November 2017 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne Diesel verhängt, der nach drei Monaten aber wieder aufgehoben worden war. Auch die Schweiz hatte wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung einen Zulassungsstopp für den Porsche Cayenne mit 3,0-Liter-V6-Diesel und der Schadstoffeinstufung Euro 6 verhängt. Das hatte das Schweizer Bundesamt für Straßen (Astra) im August 2017 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Von dem Zulassungsstopp waren lediglich Neufahrzeuge betroffen, bereits zugelassene Fahrzeuge mussten laut Astra nachgerüstet werden. Der Neuen Züricher Zeitung zufolge waren vom Zulassungsstopp im August 2018 insgesamt 25 Porsche Cayenne betroffen.

News VW Tiguan
VW-Rückruf (Dezember 2020): Bremspedal Bremspedal zwingt VW zu Rückruf

 

Januar 2017: Rückruf für 911/718 Boxster & Cayman

Im Januar 2017 musste Autobauer Porsche weltweit insgesamt 16.429 Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Grund für die Maßnahme waren Ausbesserungen an fehlerhaften Schrauben an den Kraftstoffsammelrohren. Den Zuffenhausenern zufolge bestand die Gefahr, dass sich die Verschraubungen lösen. Daher wurden die Schrauben vorsichtshalber ersetzt. Der Autobauer betonte jedoch, dass es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme handele. Von dem Rückruf betroffen waren die Porsche-Modelle 911 Carrera, 718 Boxster und 718 Cayman. Allein in Deutschland waren es 2576 Fahrzeuge. Die Halter:innen wurden von ihrem zuständigen Porsche-Partner informiert und um die Vereinbarung eines Termins in der Werkstatt gebeten. Der Service war für die Porsche-Besitzer kostenlos.

Tags:
Copyright 2021 autozeitung.de. All rights reserved.