Peugeot-Design: Gilles Vidal Das Peugeot-Design der Zukunft

von Elmar Siepen 19.03.2019
Inhalt
  1. Gilles Vidal zum Peugeot-Design der Zukunft
  2. Künftiges Design mit traditionellen Elementen
  3. Elektro-Autos im Peugeot-Design
  4. Peugeot Design-Chef Gilles Vidal: Was gutes Design ausmacht

Gilles Vidal ist seit 2010 für das Peugeot-Design verantwortlich. An der Studie e-Legend Concept erklärt der Chefdesigner der Marke, wie die Peugeot-Modelle von morgen aussehen könnten.

Peugeots Chef-Designer Gilles Vidal berührt eines der Touchpads links vom Lenkrad – wie von Geisterhand verschwinden Volant und die drei darüberliegenden 5,0- Zoll-Bildschirme im Smartphone-Format im Vorderwagen des e-Legend Concept und geben den Blick frei auf den 49 Zoll großen Bildschirm in der Stirnwand mit 4K-Auflösung. Gleichzeitig neigen sich die Rückenlehnen der Vordersitze ein Stück weit nach hinten. "Das funktioniert übrigens auch per Sprachsteuerung", erklärt Vidal. Mit weggeklappter Lenkeinheit verwandelt sich das e-Legend Concept zum automom fahrenden Fahrzeug. "Dann benötigen wir kein Armaturenbrett mehr und können die Fläche der Stirnwand anderweitig nutzen", erläutert der Designer – zum Beispiel für eine gestochen scharfe Luftaufnahme von Paris, in der der Weg zum Ziel abgebildet ist. Mehr zum Thema: Löwenstarke Studie auf 508-Basis

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Gilles Vidal zum Peugeot-Design der Zukunft

Zwei autonome Fahrmodi stehen zur Wahl: "Soft" für größtmöglichen Komfort und wenig Fahrinfomationen, "Sharp" für maximale Konnektivität und mehr Dynamik im Fahrverhalten. "Das autonome Fahren gibt uns Lebenszeit zurück, die wir sonst zum Beispiel im Stau verschwenden würden", freut sich Vidal und verweist auf das, was sich auf dem Bildschirm sonst noch zeigen lässt, darunter Kinofilme, Internetseiten oder die verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeit mit den sozialen Medien. Doch der Mann ist Designer und deshalb nicht nur an der Funktion, sondern in erster Linie an der Form interessiert. Auf die elektrische Zukunft des Automobils angesprochen, meint Peugeots Chef-Designer Gilles Vidal: "Ich finde nicht, dass die Autos der Zukunft lauter rollende, weiße iPhones sein sollten".

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Künftiges Design mit traditionellen Elementen

Wie zum Beweis steht der Peugeot e-Legend Concept in einer ehemaligen Motorenproduktionshalle von Peugoet-Citroën in Nanterre und lässt Anleihen an die 60er- und 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts erkennen. Nicht von ungefähr, denn schließlich feiert der Peugeot 504 in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Das zweitürige Coupé, ebenfalls mit Pininfarina-Karosserie, erschien ein Jahr später. "Warum können wir das Design der Zukunft nicht mit traditionellen Elementen verbinden?", fragt Vidal. Die Antwort, wie so etwas aussehen könnte, gibt der e-Legend Concept, der als Zweitürer mit großzügig verglaster Fahrgastzelle, schmalen Dachpfosten sowie den charakteristischen Front- und Heckleuchten deutlich erkennbar Anleihen am charismatischen 504 Coupé nimmt. Er könnte aber zugleich mit seiner eleganten und dabei kraftvollen Optik auch als amerikanisches Muscle-Car durchgehen. In puncto Leistung  liegt er mit diesen auf Augenhöhe und dürfte im Selbstfahrer-Modus selbst anspruchsvollere Automobilisten überzeugen. Mehr zum Thema: Opel macht wieder Gewinn

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Elektro-Autos im Peugeot-Design

Der Allradler ist mit einer 100-kWh-Batterie im Wagenboden bestückt, die einer E-Maschine Kraft für 340 kW liefert, was umgerechnet 462 PS entspricht. Die 100-km/h-Marke soll nach nur 3,9 Sekunden erreicht sein, die Spitze bei 220 km/h liegen. Die Franzosen versprechen eine Reichweite von 600 Kilometern. Per Induktionsladung  soll die Batterie nach nur 25 Minuten Strom für 500 km gespeichert haben. Zwei Fahrmodi stehen für den Fahrer zur Verfügung: "Legend" für das gemütliche Cruisen mit den drei aus dem 504 Coupé bekannten, digital animierten Zifferblätter vor Augen und digital animiertem Holz auf den Bildschirmen. "Boost" steht für das dynamische Fahren. Dabei generieren Kameras einen 180-Grad-Blick nach vorn, der auf dem Bildschirm in der Stirnwand und den Türverkleidungen abgebildet wird. "Auch unsere künftigen Elektro-Autos sollen als Peugeot erkennbar sein", sagt der Peugeot-Chef-Designer Gilles Vidal, der sein Faible für Formen in der Freizeit am Steuer seines Peugeot 504 Cabrios, einer Chevrolet Corvette C3 und eines Porsche 928 auslebt. Beim e-Legend Concept ist das nicht schwer: "Das hinterleuchtete Markenlogo stammt 1:1 vom 504 Coupé." 

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Peugeot Design-Chef Gilles Vidal: Was gutes Design ausmacht

Die sensorgesteuerten, elektrisch öffnenden Türen geben den Blick auf den Innenraum frei, die samtartigen Polsterstoffe strahlen im gleichen Farbton wie das Wasser der Côte d’Azur. Paldao-Holz und braun gefärbte Verkleidungen sorgen für eine warme Atmosphäre. "Vielleicht müssen wir bei der Innenraumgestaltung und  den verwendeten Materialien in Zukunft umdenken und die Arbeit der Möbelindustrie in den Automobilbau transferieren", sinniert Peugeots Chef-Designer Gilles Vidal über die künftigen Individualisierungen der Ausstattung. Maßgeschneiderte Bodenbeläge, Teppiche oder Innenverkleidung würden diesbezüglich ganz neue Perspektiven eröffnen. Doch was macht gutes Design eigentlich aus? "Es ist das kontrollierte Spiel von Licht und Schatten, die Art des Auftretens und Verschwindens von Sicken sowie Kanten, die Konturenschärfe, die Balance der Formen", philosophiert Vidal. Es sieht so aus, als hätte der Designer all dies beim e-Legend Concept bereits verwirklicht. Chapeau!  Dann dürfte auch ruhig die Funktion der Form folgen – was bedeutet: Bitte, liebe Franzosen, baut irgendwann einmal ein solches Auto. Mehr zum Thema: 508 tritt als Benziner und Diesel an

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