Pendlerpauschale: Pläne zur Erhöhung Bundesregierung plant Erhöhung der Pendlerpauschale

von Christina Finke
Pendlerpauschale
Vorgesehen ist, die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer von 2021 an von 30 auf 35 Cent pro Kilometer zu erhöhen, befristet bis Ende 2026. Foto: BauerStock/AUTO ZEITUNG

Die Bundesregierung will die Pendlerpauschale ab 2021 von 30 auf 35 Cent pro Kilometer erhöhen. Allerdings erst ab dem 21. Kilometer und befristet bis Ende 2026. Alle Informationen!

Die Bundesregierung plant im Zuge ihres Klimapakets, die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer von 2021 und befristet bis Ende 2026 von 30 auf 35 Cent pro Kilometer zu erhöhen. Sie soll so die durch die CO2-Bepreisung höheren Kosten für Diesel und Benzin ausgleichen. Den Betrag dürfen Fernpendler pro Arbeitstag von den zu versteuernden Einkünften abziehen, dabei zählt die einfache Entfernung. Und: Die Pendlerpauschale wird nicht nur an Autofahrer gezahlt, sondern ist unabhängig vom für den Arbeitsweg genutzten Verkehrsmittel. Für Bahnfahrer gilt allerdings eine Höchstgrenze von 4500 Euro, was einer täglichen Pendelstrecke von rund 58 Kilometern entspricht. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat bereits einen Gesetzentwurf für die steuerlichen Aspekte des Klimaschutzpakets vorgelegt, der auch die geplante Erhöhung der Pendlerpauschale beinhaltet. Bereits am 16. Oktober 2019 sollen diese und weitere Maßnahmen bereits im Kabinett beschlossen werden.  Mehr zum Thema: CO2-Grenzwerte für Autos & Lkw

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Pläne zur Erhöhung der Pendlerpauschale

Die Pläne von Union und SPD zur Erhöhung der Pendlerpauschale stoßen auf teils harte Kritik. Die grüne Bundestagsfraktion etwa legte eine Beispielrechnung vor, die zeigt, dass vor allem Spitzenverdiener von dieser Maßnahme profitieren würden. Sie geht dabei von durchschnittlich 220 Arbeitstagen, einer Pendlerstrecke von 60 Kilometern und einem Auto, das sieben Liter auf 100 Kilometern verbraucht, aus. Dann bekämen Geringverdiener mit einem Steuersatz von 15 Prozent statt 444 zukünftig 510 Euro zurück – also 66 Euro mehr als bislang. Davon müssten aber aufgrund des Anstiegs der Spritpreise von rund drei Cent pro Liter noch gut 55 Euro abgezogen werden. Am Ende stünde also ein Plus von etwas über zehn Euro. Spitzenverdiener mit einem Steuersatz von 47,47 Prozent hingegen würden nach der Erhöhung der Pendlerpauschale 1614,15 statt 1404,15 Euro erstattet. Zieht man auch hier die Mehrbelastung durch höhere Benzinkosten ab, bliebe ein Plus von 153,45 Euro. Demnach fiele die Erstattung der Pendlerpauschale in zahlreichen Fällen höher aus, als die Mehrkosten für Kraftstoffe. Ein Anreiz, auf große Autos mit hohem Verbrauch zu verzichten oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, wäre demnach also nicht unbedingt gegeben.

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Millionen würden von höherer Pendlerpauschale profitieren

Von der geplanten höheren Pendlerpauschale würden voraussichtlich mehrere Millionen Steuerzahler profitieren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben im Jahr 2015 rund 6,7 Millionen Bürger bei ihrer Steuererklärung Arbeitswege von mehr als 20 Kilometern angegeben. 86 Prozent legten demnach mindestens eine Teilstrecke mit dem Auto zurück. Da zusammen veranlagte Ehepaare und Lebenspartnerschaften nur als ein Steuerfall registriert werden, dürfte die tatsächliche Personenzahl aber nochmals höher liegen. Aktuellere Statistiken liegen nicht vor, da laut Bundesamt für verlässliche Ergebnisse zunächst die langen Fristen zur Steuerveranlagung abgewartet werden müssen. Zusammen meldeten die Steuerpflichtigen 2015 rund 26,8 Milliarden Kilometer oberhalb der 20-Kilometergrenze an, wie das Bundesamt weiter berichtete. Wenn hier im Zuge der Erhöhung der Pendlerpauschale jeweils fünf Cent mehr abgesetzt werden könnten, sänken die zu versteuernden Einkünfte um 1,34 Milliarden Euro.

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