Pendlerpauschale: Erhöhung ab 2021 (Update!) Die Pendlerpauschale steigt

von Christina Finke
Pendlerpauschale
Ab 2021 soll die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer von 2021 steigen. Foto: BauerStock/AUTO ZEITUNG

Bund und Länder haben sich auf eine Erhöhung der Pendlerpauschale ab 2021 geeinigt. Wie der Kompromiss aussieht, erklären wir hier! Dieser Artikel wurde am 17.12.2019 aktualisiert.

Der Bund und die Länder haben sich Mitte Dezember 2019 auf eine Erhöhung der Pendlerpauschale geeinigt. Zuletzt war das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung noch im Bundesrat gescheiert, ein Vermittlungsausschuss hat nun den Kompromiss ermöglicht. Die Pendlerpauschale soll im Zuge des Klimapakets ab dem 21. Kilometer von 2021 und befristet bis Ende 2026 von 30 auf 35 Cent pro Kilometer erhöht werden und so die durch die CO2-Bepreisung höheren Kosten für Diesel und Benzin ausgleichen. Ab 2024 soll die Pauschale nun um weitere drei Cent auf dann insgesamt 38 Cent pro Kilometer erhöht werden. Den Betrag dürften Fernpendler dann pro Arbeitstag von den zu versteuernden Einkünften abziehen, dabei zählt die einfache Entfernung. Und: Die Pendlerpauschale sollte nicht nur an Autofahrer gezahlt werden, sondern unabhängig vom für den Arbeitsweg genutzten Verkehrsmittel verfügbar sein. Für Bahnfahrer sollte allerdings eine Höchstgrenze von 4500 Euro gelten, was einer täglichen Pendelstrecke von rund 58 Kilometern entspricht. Wer wenig verdient und keine Steuern zahlt, könnte über eine Mobilitätsprämie das Geld aufs Konto überwiesen bekommen. Mehr zum Thema: CO2-Grenzwerte für Autos & Lkw

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Erhöhung der Pendlerpauschale beschlossen

Von der höheren Pendlerpauschale werden voraussichtlich mehrere Millionen Steuerzahler profitieren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben im Jahr 2015 rund 6,7 Millionen Bürger bei ihrer Steuererklärung Arbeitswege von mehr als 20 Kilometern angegeben. 86 Prozent legten demnach mindestens eine Teilstrecke mit dem Auto zurück. Da zusammen veranlagte Ehepaare und Lebenspartnerschaften nur als ein Steuerfall registriert werden, dürfte die tatsächliche Personenzahl aber nochmals höher liegen. Aktuellere Statistiken liegen nicht vor, da laut Bundesamt für verlässliche Ergebnisse zunächst die langen Fristen zur Steuerveranlagung abgewartet werden müssen. Zusammen meldeten die Steuerpflichtigen 2015 rund 26,8 Milliarden Kilometer oberhalb der 20-Kilometergrenze an, wie das Bundesamt weiter berichtete. Wenn hier im Zuge der Erhöhung der Pendlerpauschale jeweils fünf Cent mehr abgesetzt werden könnten, sänken die zu versteuernden Einkünfte um 1,34 Milliarden Euro.

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Kritik an der erhöhten Pendlerpauschale

Die Erhöhung der Pendlerpauschale stößt auf teils harte Kritik. Die grüne Bundestagsfraktion etwa legte eine Beispielrechnung vor, die zeigt, dass vor allem Spitzenverdiener von dieser Maßnahme profitieren würden. Sie geht dabei von durchschnittlich 220 Arbeitstagen, einer Pendlerstrecke von 60 Kilometern und einem Auto, das sieben Liter auf 100 Kilometern verbraucht, aus. Dann bekämen Geringverdiener mit einem Steuersatz von 15 Prozent statt 444 zukünftig 510 Euro zurück – also 66 Euro mehr als bislang. Davon müssten aber aufgrund des Anstiegs der Spritpreise von rund drei Cent pro Liter noch gut 55 Euro abgezogen werden. Am Ende stünde also ein Plus von etwas über zehn Euro. Spitzenverdiener mit einem Steuersatz von 47,47 Prozent hingegen würden nach der Erhöhung der Pendlerpauschale 1614,15 statt 1404,15 Euro erstattet. Zieht man auch hier die Mehrbelastung durch höhere Benzinkosten ab, bliebe ein Plus von 153,45 Euro. Demnach fiele die Erstattung der Pendlerpauschale in zahlreichen Fällen höher aus, als die Mehrkosten für Kraftstoffe. Ein Anreiz, auf große Autos mit hohem Verbrauch zu verzichten oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, gebe die erhöhte Pendlerpauschale demnach nicht.

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