Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot Niki Lauda mit 70 Jahren verstorben

von Gregor Messer 21.05.2019
Niki Lauda ist tot
Niki Lauda ist am Morgen des 20. Mai 2019 im Kreise seine Angehörigen verstorben. Foto: autozeitung.de/alamy
Inhalt
  1. Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot
  2. Lauda gewinnt vier Mal die F1-Weltmeisterschaft
  3. Niki Lauda entdeckte Michael Schumacher für Ferrari
  4. Niki Lauda, der Geschäftsmann & Airline-Besitzer

Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot. Wie seine Familie mitteilte, verstarb der dreimalige Formel-1-Weltmeister am Montag, 20. Mai 2019, im Alter von 70 Jahren. Wir blicken auf sein Leben zurück!​

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot. Wie engste Familienangehörige bekannt gegeben haben, sei Lauda am Montag, 20. Mai 2019, friedlich im Kreise seiner Familie eingeschlafen. Niki Lauda hatte Zeit seines Lebens mit den Folgen seines Feuerunfalls am Nürburgring zu kämpfen. Am 1. August 1976 verunglückte der damals amtierende Weltmeister auf der Nordschleife des Nürburgrings. In Folge des Unfalls haben giftige Dämpfe seine Atemwege verätzt. Erst im Sommer 2018 hatte Lauda eine ernsthafte Lungenerkrankung überlebt. Ihm musste ein Lungenflügel transplantiert werden. 80 Tage blieb Lauda im Krankenhaus. Ende Oktober des gleichen Jahres konnte Niki Lauda das Krankenhaus verlassen. Im gleichen Zeitraum hat Niki Lauda gegenüber dem ORF erklärt, dass er keine Angst vor dem Tod habe. Nun ist Niki Lauda tot. Mehr zum Thema: Alle Informationen zur Formel 1

 

Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot

Sein Feuerunfall am 1. August 1976 war ein einschneidendes Erlebnis: Der damals amtierende Weltmeister verunglückte auf der von ihm wegen mangelnder Sicherheit stark kritisierten Nordschleife des Nürburgrings. Vier Fahrerkollegen zogen Lauda damals aus den Flammen seines zerstörten Ferrari. Gerettet – aber giftige Dämpfe hatten seine Atemwege verätzt. Lauda rang tagelang mit dem Tod. Er erhielt sogar schon seine letzte Ölung. Dann, keine sechs Wochen nach dem Crash, gab Lauda sein spektakuläres Comeback beim GP Italien in Monza. Er wurde Vierter, hielt den Titelkampf gegen den McLaren-Playboy James Hunt weiter offen – nur um schon in der zweiten Runde des katastrophal verregneten WM-Finales in Fuji/Japan wegen Sicherheitsbedenken seinen Ferrari abzustellen. Einfach so: Wieder einmal war er seiner Intuition und seiner Überzeugung gefolgt. Der Titel ging an James Hunt – mit einem Pünktchen Vorsprung. Niki Lauda war schon immer ein Extremist. 

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Lauda gewinnt vier Mal die F1-Weltmeisterschaft

Vor 70 Jahren wurde Niki Lauda in eine wohlhabende Familie geboren, die aber seinen Wunsch, Rennfahrer zu werden, in keinster Weise unterstützte. Das Gegenteil war der Fall. Lauda brach daraufhin mit seinem Großvater, mit der Familie, lieh sich Geld von der Sparkasse und biss sich durch. Scheitern war keine Option. Niki Laud bestritt sein erstes Formel-1-Rennen am 15. August 1971 beim Grand Prix in Österreich. Seine starke Vorstellung beim GP Monaco 1973 im gebrechlichen BRM überzeugte Enzo Ferrari: 1974 startete Lauda für die Roten. Mit Teamchef Luca di Montezemolo bildete er eine Achse fast in der Nähe zur Unbezwingbarkeit. Am 28. April 1974 gelang Lauda sein erster großer Formel-1-Erfolg: Beim GP in Spanien stand der ganz oben auf dem Podium. 1975 holte er den ersten Titel, 1977, für immer gezeichnet von seinen am Ring erlittenen schweren Kopfbrandwunden, seinen zweiten. Mitten in der Saison 1977 kündigte er bei Ferrari: Der Commendatore tobte. So war der alte Ferrari noch nie brüskiert worden. Lauda wechselte zu Brabham, blieb dort aber bis auf wenige Siege unter seinem vorherigen Erfolgslevel. Beim vorletzten Lauf 1979 in Montreal stieg er mitten im Freitagstraining aus: Rücktritt! "Ich habe Wichtigeres zu tun, als im Kreis zu fahren", prägte Niki Lauda einen der merkfähigsten Sprüche des Formel-1-Universums. Nur, um 1982 in die Formel 1 zurückzukehren und 1984 erneut Weltmeister zu werden. 1985 beendete Niki Lauda seine aktive F1-Karriere, blickte auf 171 Formel-1-Rennen zurück. 54-mal stand er auf dem Podium, 25-mal überquerte er die Ziellinie als erster. Als TV-Experte blieb er der Königsklasse aber über weite Jahre erhalten. 

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Niki Lauda entdeckte Michael Schumacher für Ferrari

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere arbeitete Lauda als Berater für Ferrari. Seinem Engagement war es zu verdanken, dass der Rennstall Michael Schumacher verpflichten konnte. 2001 und 2002 wurde Niki Lauda Renndirektor und anschließend Teamchef des Jaguar Racing Formel-1-Teams. Seit 2013 engagierte sich Niki Lauda am Formel-1-Team von Mercedes-AMG F1. Dort ist war zehnprozentiger Teilhaber. Lauda, dem die Formel-1-Engländer wegen seines Überbisses, aber auch wegen seiner ungeduldigen, ewig fordernden und bissigen Art einst den Spitznamen "Super-Rat" (Super-Ratte) gaben, war aus der Formel 1 nicht wegzudenken.

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Mercedes 190 E 2.3-16V von Niki Lauda Legendärer Lauda-190er (E 2.3-16V)

 

Niki Lauda, der Geschäftsmann & Airline-Besitzer

Auch abseits der Strecke hatte Niki Lauda Größeres im Sinn: Eine Airline gründen und aufbauen: LaudaAir. Die Fliegerei war Niki Laudas ganz große Leidenschaft. Anders als im Rennwagen war Lauda hier nicht nur von der Technik fasziniert, sondern auch von der großen Verantwortung, die er als Pilot seinen Passagieren gegenüber hatte. Umso schlimmer traf Niki Lauda sein härtester Schicksalsschlag: Am 26. Mai 1991 stürzte eine Boeing seiner Lauda Air über Thailand ab. 223 Opfer waren zu beklagen. Lauda jedoch führte den Beweis, dass Fremdverschulden vorlag: Die Schubumkehr der Triebwerke funktionierte fehlerhaft. Auch wegen der österreichischen Bundesluftfahrtbehörde verlor er seine Airline an die Konkurrenz. Aber Lauda, das ewige Stehaufmännchen, gründete mit Fly Niki und Laudamotion flugs neue Airlines.  

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