Erste Testfahrt: So praktisch ist der Mercedes CLA Shooting Brake
Als viertüriges Coupé hat der neue, vollelektrische CLA bereits für Furore gesorgt, jetzt folgt ein Hauch von Kofferraum. Erste Testfahrt mit dem Mercedes CLA 250+ EQ Shooting Brake!
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Nur das Heck unterscheidet den Shooting Brake vom Standard-CLA
455 l Kofferraumvolumen bietet der neue, vollelektrische und hochgelobte Mercedes CLA – das ist im Vergleich zu in Preis und Anspruch vergleichbaren Rivalen wie dem VW ID.7 (532 bis 1586 l) nicht allzu viel, Mercedes sortiert den CLA daher elegant als „viertüriges Coupé“ ein.
Pragmatische Geister, die finden, dass dieser charmante Etikettenschwindel den Laderaum in der Realität nicht größer macht, wird das nun nachgeschobene Kombi-Modell des CLA kaum besänftigen: Auch hier kaschiert weich flauschende Nomenklatur eine überschaubare 455-l-Realität (maximal 1290 l), als CLA Shooting Brake soll die zweite Karosserievariante „Platz für Individualität“ statt für Koffer, schwedische Regale oder Getränkekisten bieten.
Fairerweise muss hier angemerkt werden, dass der neue CLA Shooting Brake inklusive seines 101 l großen Frunks tatsächlich 24 l mehr Kofferraum als der ID.7 hat, der Wolfsburger Dienstwagen-Hit muss nämlich ohne dieses praktische Zusatzabteil unter der Fronthaube auskommen.
Obendrein sieht der CLA Shooting Brake – Achtung, Geschmackssache! – tatsächlich ziemlich super aus, da kann man das Ringen der Stuttgarter um Lifestyle-Deutungshoheit schon irgendwie nachvollziehen. An den ID.7 haben wir uns eher gewöhnt denn verliebt, und seine 605 bis 1714 l wegpackende Tourer-Version verschweigen wir an dieser Stelle, da gehen die Ansprüche dann doch zu weit auseinander.
Der Mercedes CLA EQ (Coupé) im Fahrbericht (Video)

Ausgeprägte Stärken der Limousine bleiben erhalten
Nehmen wir den neuen CLA lieber so, wie er ist – als designorientierten Individualisten. Und das soll nun keineswegs ein verklausulierter Hinweis auf in hübsche Stilelemente verpackte Unterdurchschnittlichkeit sein. Tatsächlich gilt für den CLA das Gegenteil: Er ist ein ambitioniertes und kluggemachtes Automobil mit vielen ausgeprägten Stärken, die für seine Shooting Brake-Version unverändert gelten. Antriebe, Fahrwerk, Software-Architektur, Ausstattung – der CLA Shooting Brake ist aus denselben Elementen gemacht wie das Basismodell, der Unterschied liegt einfach nur in der Karosserie.
Dass auf unserer ersten Testfahrt im CLA 250+ EQ Shooting Brake also keinerlei Unterschiede zu früheren Testfahrten im Coupé auszumachen sind, kommt nicht von ungefähr. Der Shooting Brake ist mit seinen 2075 kg Leergewicht lediglich 20 kg schwerer als das Coupé, die Zuladung liegt nur fünf Kilogramm höher, die Anhängerstützlast (80 kg) ist bei Shooting Brake und Coupé gleich. Es sind bei der praktischeren CLA-Variante von Fahrwerk und Lenkung also keine größeren Massen zu bewältigen, Mercedes konnte daher Technik und Abstimmung unverändert lassen.
Erste Testfahrt: Druckvolle Eleganz
Als Resultat dieser Parallelen fährt auch der CLA 250+ EQ Shooting Brake mit derselben druckvollen Eleganz, die das identisch motorisierte Coupé an den Tag legt. Das Fahrwerk rollt bestechend kontrolliert und komfortabel ab, ziert sich aber auch nicht vor sportlichen Ansprüchen.
In einer Hinsicht schlägt sich die andere Linienführung aber doch bemerkenswert deutlich nieder: Der Shooting Brake ist aerodynamisch ungünstiger und verbraucht mit 12,7 kWh immerhin 0,4 kWh pro 100 km (WLTP) mehr, seine nominelle Reichweite sinkt so von 792 (Coupé, 250+) auf 768 km. Aber das ist immer noch genug, um sich auf einer vollelektrischen Meilenfresser-Etappe den Hintern wundzureiten. Es sei hier jedoch für die ganz „Reichweiten-Ängstlichen“ angemerkt …
Damit landen wir auch schon bei einer letzten Besichtigung des Shooting Brake-Hinterteils: große Heckklappe statt eines knappen Kofferraumdeckels. Unabhängig von der dahinter steckenden Raumgröße sorgt allein das bereits für etwas mehr Nutzwert im Alltag. Hinzu kommt genug Platz fürs Gepäck von viereinhalb designfreudigen Mercedes-Fans, und das Fondsitzlehnen-Umklappen schaltet noch mehr Raum frei. Auch die Beinfreiheit ist ordentlich, und in Sachen Kopffreiheit legt der Shooting Brake gegenüber dem Coupé um zweieinhalb Zentimeter zu.
Fazit
Ein elegantes Fahrzeug mit Haben-Will-Faktor plus einem Hauch mehr Nutzwert – beeindruckende Kofferraum-Literzahlen sind aber nicht Sache des neuen CLA Shooting Brake. Ihn macht die Praktikabilität der Heckklappen-Konfiguration aus. Und vielleicht findet man ihn ja auch einfach attraktiver als das Coupé.
Technische Daten des Mercedes CLA 250+ EQ Shooting Brake
AUTO ZEITUNG 08/2026 | Mercedes CLA 250+ EQ Shooting Brake |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | Permanenterregte Synchronmaschine (PSM) hinten |
Antrieb | 2-Gang-Getriebe, automatisch; Hinterrad |
Leistung | 200 kW / 272 PS |
Max. Drehmoment | 335 Nm |
Kapazität / Spannung | 85 kWh (brutto), 800 V |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 4723 / 1885 (2021)* / 1469 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2075 / 460 kg |
Kofferraumvolumen | 455 – 1290 l; Frunk: 101 l |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 6,8 s |
Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
Verbrauch auf 100 km | 12,7 kWh |
Reichweite | 768 km |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 54.241 € |
Marktstart | 2026 |
Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel | |




















