Fahrbericht

Erste Testfahrt: So praktisch ist der Mercedes CLA Shooting Brake

Als viertüriges Coupé hat der neue, vollelektrische CLA bereits für Furore gesorgt, jetzt folgt ein Hauch von Kofferraum. Erste Testfahrt mit dem Mercedes CLA 250+ EQ Shooting Brake!

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Der Mercedes CLA EQ Shooting Brake fahrend von schräg oben und vorne fotografiert.
Der CLA 250+ EQ Shooting Brake fährt mit derselben druckvollen Eleganz, die das identisch motorisierte Coupé an den Tag legt. Foto: Mercedes
Der Mercedes CLA EQ Shooting Brake fahrend von schräg oben und hinten fotografiert.
Das Fahrwerk rollt bestechend kontrolliert und komfortabel ab, ziert sich aber auch nicht vor sportlichen Ansprüchen. Foto: Mercedes
Das Cockpit des Mercedes CLA EQ Shooting Brake.
Identisches Cockpit wie beim CLA Coupé, hier ohne Superscreen-Beifahrerdisplay. Foto: Mercedes
Die Rücksitzbank im Mercedes CLA EQ Shooting Brake.
Knapp drei Zentimeter mehr Kopffreiheit als im CLA Coupé, ansonsten gleiches Raumangebot im Shooting Brake-Fond. Foto: Mercedes
Der Kofferraum des Mercedes CLA EQ Shooting Brake.
Hochstapeln, umklappen, große Klappe: Darum geht es hier – nicht um das reine Fassungsvermögen. Foto: Mercedes
Der Mercedes CLA EQ Shooting Brake stehend von schräg vorne fotografiert.
Muskulöse Proportionen, Dachreling, Panoramaglasdach – alles serienmäßig. Foto: Mercedes
Der Mercedes CLA EQ Shooting Brake stehend von schräg hinten fotografiert.
Auch am Kombi-Heck des Shooting Brake finden sich die LED-Leuchtsterne der aktuellen Mercedes-Designsprache. Foto: Mercedes

Nur das Heck unterscheidet den Shooting Brake vom Standard-CLA

455 l Kofferraumvolumen bietet der neue, vollelektrische und hochgelobte Mercedes CLA – das ist im Vergleich zu in Preis und Anspruch vergleichbaren Rivalen wie dem VW ID.7 (532 bis 1586 l) nicht allzu viel, Mercedes sortiert den CLA daher elegant als „viertüriges Coupé“ ein.

Pragmatische Geister, die finden, dass dieser charmante Etikettenschwindel den Laderaum in der Realität nicht größer macht, wird das nun nachgeschobene Kombi-Modell des CLA kaum besänftigen: Auch hier kaschiert weich flauschende Nomenklatur eine überschaubare 455-l-Realität (maximal 1290 l), als CLA Shooting Brake soll die zweite Karosserievariante „Platz für Individualität“ statt für Koffer, schwedische Regale oder Getränkekisten bieten.

Fairerweise muss hier angemerkt werden, dass der neue CLA Shooting Brake inklusive seines 101 l großen Frunks tatsächlich 24 l mehr Kofferraum als der ID.7 hat, der Wolfsburger Dienstwagen-Hit muss nämlich ohne dieses praktische Zusatzabteil unter der Fronthaube auskommen.

Obendrein sieht der CLA Shooting Brake – Achtung, Geschmackssache! – tatsächlich ziemlich super aus, da kann man das Ringen der Stuttgarter um Lifestyle-Deutungshoheit schon irgendwie nachvollziehen. An den ID.7 haben wir uns eher gewöhnt denn verliebt, und seine 605 bis 1714 l wegpackende Tourer-Version verschweigen wir an dieser Stelle, da gehen die Ansprüche dann doch zu weit auseinander.

Der Mercedes CLA EQ (Coupé) im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Ausgeprägte Stärken der Limousine bleiben erhalten

Nehmen wir den neuen CLA lieber so, wie er ist – als designorientierten Individualisten. Und das soll nun keineswegs ein verklausulierter Hinweis auf in hübsche Stilelemente verpackte Unterdurchschnittlichkeit sein. Tatsächlich gilt für den CLA das Gegenteil: Er ist ein ambitioniertes und kluggemachtes Automobil mit vielen ausgeprägten Stärken, die für seine Shooting Brake-Version unverändert gelten. Antriebe, Fahrwerk, Software-Architektur, Ausstattung – der CLA Shooting Brake ist aus denselben Elementen gemacht wie das Basismodell, der Unterschied liegt einfach nur in der Karosserie.

Dass auf unserer ersten Testfahrt im CLA 250+ EQ Shooting Brake also keinerlei Unterschiede zu früheren Testfahrten im Coupé auszumachen sind, kommt nicht von ungefähr. Der Shooting Brake ist mit seinen 2075 kg Leergewicht lediglich 20 kg schwerer als das Coupé, die Zuladung liegt nur fünf Kilogramm höher, die Anhängerstützlast (80 kg) ist bei Shooting Brake und Coupé gleich. Es sind bei der praktischeren CLA-Variante von Fahrwerk und Lenkung also keine größeren Massen zu bewältigen, Mercedes konnte daher Technik und Abstimmung unverändert lassen.

Erste Testfahrt: Druckvolle Eleganz

Als Resultat dieser Parallelen fährt auch der CLA 250+ EQ Shooting Brake mit derselben druckvollen Eleganz, die das identisch motorisierte Coupé an den Tag legt. Das Fahrwerk rollt bestechend kontrolliert und komfortabel ab, ziert sich aber auch nicht vor sportlichen Ansprüchen.

In einer Hinsicht schlägt sich die andere Linienführung aber doch bemerkenswert deutlich nieder: Der Shooting Brake ist aerodynamisch ungünstiger und verbraucht mit 12,7 kWh immerhin 0,4 kWh pro 100 km (WLTP) mehr, seine nominelle Reichweite sinkt so von 792 (Coupé, 250+) auf 768 km. Aber das ist immer noch genug, um sich auf einer vollelektrischen Meilenfresser-Etappe den Hintern wundzureiten. Es sei hier jedoch für die ganz „Reichweiten-Ängstlichen“ angemerkt …

Damit landen wir auch schon bei einer letzten Besichtigung des Shooting Brake-Hinterteils: große Heckklappe statt eines knappen Kofferraumdeckels. Unabhängig von der dahinter steckenden Raumgröße sorgt allein das bereits für etwas mehr Nutzwert im Alltag. Hinzu kommt genug Platz fürs Gepäck von viereinhalb designfreudigen Mercedes-Fans, und das Fondsitzlehnen-Umklappen schaltet noch mehr Raum frei. Auch die Beinfreiheit ist ordentlich, und in Sachen Kopffreiheit legt der Shooting Brake gegenüber dem Coupé um zweieinhalb Zentimeter zu.

Fazit

Ein elegantes Fahrzeug mit Haben-Will-Faktor plus einem Hauch mehr Nutzwert – beeindruckende Kofferraum-Literzahlen sind aber nicht Sache des neuen CLA Shooting Brake. Ihn macht die Praktikabilität der Heckklappen-Konfiguration aus. Und vielleicht findet man ihn ja auch einfach attraktiver als das Coupé.

Technische Daten des Mercedes CLA 250+ EQ Shooting Brake

AUTO ZEITUNG 08/2026

Mercedes CLA 250+ EQ Shooting Brake

Technische Daten

Motor

Permanenterregte Synchronmaschine (PSM) hinten

Antrieb

2-Gang-Getriebe, automatisch; Hinterrad

Leistung

200 kW / 272 PS

Max. Drehmoment

335 Nm

Kapazität / Spannung

85 kWh (brutto), 800 V

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4723 / 1885 (2021)* / 1469 mm

Leergewicht / Zuladung

2075 / 460 kg

Kofferraumvolumen

455 – 1290 l; Frunk: 101 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

6,8 s

Höchstgeschwindigkeit

210 km/h

Verbrauch auf 100 km

12,7 kWh

Reichweite

768 km

Kaufinformationen

Grundpreis

54.241 €

Marktstart

2026

Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel