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Neuer BMW iX3 (2020): Erste Testfahrt Erste Testrunde im vollelektrischen X3

von Elmar Siepen 05.11.2020

Der X3 rollt künftig auch lautlos: Mit dem neuen BMW iX3 (2020) steht eine Batterie-elektrische Version bereits in den Startlöchern und zur ersten Testfahrt bereit. Unsere Fahreindrücke zum ersten vollelektrifizierten SUV der Marke!

Der neue BMW iX3 (2020), der zur ersten Testfahrt bereitsteht, ist das jüngste Produkt der "Power of Choice"- Strategie der Münchner, wonach man für die Zukunft nicht nur auf eine einzige Antriebsform setzt, sondern stets für die verschiedensten Kundenwünsche und Markterfordernisse gerüstet sein möchte. Nicht zuletzt, weil noch nicht ausgemacht ist, dass in jedem Winkel der Welt absehbar nur noch Elektro-Autos unterwegs sind. So gesellt sich also zu den bestehenden Benziner-, Diesel- und Hybrid-Versionen noch eine Batterie-elektrische Version. Gebaut wird der Bayern-Blitz im chinesischen Shenyang im Rahmen des Joint Ventures zwischen BMW und Brilliance. Die Markteinführung hierzulande beginnt Ende Januar 2020. Außen und innen nur an vereinzelten blauen Intarsien, i-Logo sowie am blauen Startknopf von den Verbrennervarianten zu unterscheiden, bleiben auch Platzangebot sowie Kofferraumvolumen im Vergleich mit den anderen Versionen unverändert und fallen damit mehr als ausreichend aus. Dem intelligenten Packaging sei Dank: Motor, Getriebe und Leistungselektronik teilen sich ein Gehäuse, bauen dadurch kompakter und wiegen gegenüber der entsprechenden i3-Technik rund 30 Prozent weniger. Die Batterie mit einer Netto-Kapazität von 74 Kilowattstunden lagert im Unterboden. Den Onboard-Charger platzierten die Ingenieure unter der vorderen Haube. Apropos laden: Je nach Ladesystem dauert es zwischen siebeneinhalb Stunden (Wallbox, elf kW, Wechselstrom, Batterieladung: 100 Prozent) und 34 Minuten (Schnellladesäule, 150 kW, Gleichstrom, Batterieladung 80 Prozent), bis der Akku des neuen BMW iX3 (2020) wieder gefüllt ist. Wer sich nun fragt, wo wegen der Batterie im Fahrzeugboden Platz für die Kardanwelle bleibt, erfährt aus dem Datenblatt, dass der neue Stromer ausschließlich mit Hinterradantrieb erhältlich sein wird. Befürchtungen hinsichtlich Qualität und Verarbeitung ob der chinesischen Herkunft sind völlig unbegründet. Der Testwagen gibt sich hier keine Blöße. Materialien und Passungen entsprechen exakt dem, was man von einem BMW erwartet. Mehr zum Thema: Das ist der BMW X3

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Erste Testfahrt mit dem neuen BMW iX3 (2020)

Die Strom-erregte Synchronmaschine des neuen BMW iX3 (2020) kommt aufgrund ihres Konstruktionsprinzips ohne seltene Erden aus und leistet 211 kW (286 PS). Damit wirkt der iX3 im Vergleich mit den übrigen Premium-Elektro-SUV mit 300 oder 400 PS nach Papier-Datenlage vielleicht etwas schwächlich. Doch kann nach den ersten Kilometern der ersten Testfahrt davon keine Rede sein. Der spontane Antritt und die Beschleunigung verdienen trotz der fast 2,2 Tonnen Leergewicht durchaus das Prädikat wuchtig. Die angegebenen 6,8 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h wirken ebenfalls glaubwürdig und fallen kaum schlechter aus als jene eines BMW X3 30i (6,4 Sekunden). Und auch oberhalb von 130 km/h legt der neue BMW iX3 (2020) noch spürbar an Tempo zu. Bei 180 km/h wird die Höchstgeschwindigkeit mit Rücksicht auf die Reichweite schließlich elektronisch abgeriegelt. Der Stromverbrauch soll nach WLTP-Norm je nach Ausstattung zwischen 18,5 und 19,5 Kilowattstunden liegen. Und so soll der iX3 laut WLTP-Norm mit einer Batterieladung bis zu 460 Kilometer weit kommen. Der Reichweite förderlich ist die Tatsache, dass sich der Bayer aus Fernost unterwegs künstlicher Intelligenz bedient: Er analysiert ständig seinen Standort und weiß daher stets, ob die Straße gerade bergab führt oder eben verläuft. Entsprechend rekuperiert der neue BMW iX3 (2020) selbstständig oder wechselt in den Segelmodus, was während der ersten Testfahrt ausgezeichnet funktioniert. Nach einer knapp 200 Kilometer langen, keineswegs besonders sparsam unternommenen, ersten Testfahrt – unter anderem mit einer Höchstgeschwindigkeitspassage – signalisiert der Bordcomputer immerhin noch 200 Kilometer Restreichweite. Doch kann die Rekuperation auch manuell in drei Stufen eingestellt werden. So wird mit dem neuen BMW iX3 (2020) auch das "Ein-Pedal-Fahren" möglich, bei dem die höchste Rekuperationsstufe im normalen Verkehrsfluss bei vorausschauender Fahrweise ein Einsatz der Fußbremse erübrigt.

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Antrieb des neuen BMW iX3 (2020) hinterlässt vielversprechenden Eindruck

So hinterlässt der Antrieb des neuen BMW iX3 (2020) nach der ersten Testfahrt einen vielversprechenden ersten Eindruck. Das gilt auch für das Fahrverhalten. Hinterradantrieb und der Umstand, dass 57 Prozent des Fahrzeuggewichts auf der Hinterachse lagern, verhelfen dem Elektro-SUV – gemessen an der Fahrzeugmasse – zu einem überraschend agilen Handling und einem Fahrgefühl, wie man es von den hinterradgetriebenen Verbrenner-Modellen der Marke gewohnt ist. Freude am Fahren stellt sich also auch mit Stromern ein. Wo die Fahrbahndecke bereits Verschleiß zeigt, bleibt das Fahrwerk mit seinen feinfühlig reagierenden Feder-Dämpfer-Elementen – adaptive Dämpfer sind serienmäßig – ebenfalls in guter Erinnerung. Sensibles Ansprechverhalten und ordentliche Nehmerqualitäten stehen hier auf der Habenseite des neuen BMW iX3 (2020). Bleibt die Frage nach dem Preis: BMW nennt 66.300 Euro (Stand: November 2020). Damit liegen die Münchner unter den Preisen der Konkurrenz vom Schlage eines Audi e-tron oder eines Mercedes EQC. Doch zielt eine solche Summe trotz der gewährten Umweltprämie von 7500 Euro in erster Linie auf eine etwas finanzkräftigere Klientel, die sich eine solche Form von Umweltfreundlichkeit entsprechend leisten kann.

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Unser Fazit

Man steigt aus und stellt fest: Gefehlt hat während der ersten Testfahrt nichts. Der neue BMW iX3 (2020) ist ein Elektromobil, in dem der Fahrer keinen Leistungsmangel beklagt und sich über eine ordentliche Reichweite freut. Trotz des hohen Gewichts fährt das Elektro-SUV recht agil und wartet mit ordentlichen Komforteigenschaften auf. Dass derlei Eigenschaften unter dem BMW-Logo nicht zum Spartarif zu haben sind, war zu erwarten. Entsprechend solvent sollten die Käufer sein.

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