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Neuer Audi A1 (2018): Erste Testfahrt So fährt sich der neue A1

von Jürgen Voigt 22.11.2018

Wir gehen mit dem neuen Audi A1 (2018) auf erste Testfahrt. Wie schlägt sich der kleine Ingolstädter, den es in Zukunft weder mit drei Türen noch mit einem Dieselmotor geben wird?

Der neue Audi A1 (2018) steht in den Startlöchern – höchste Zeit also für eine erste Testfahrt. Spätestens seit BMW mit dem Mini Furore macht, wissen wir, dass ein Kleinwagen im Premium-Sektor prima ankommt. Das dachten sich auch die Audi-Strategen und brachten vor acht Jahren den ersten A1 heraus. Was ihm fehlte, war die Historie eines Mini und die Praxistauglichkeit anderer Kleinwagen, zumindest im eng geschnittenen Fond. Letzteres wird nun in der zweiten Generation korrigiert. Denn als technische Grundlage nutzt Audi nun den Modularen Querbaukasten des VW-Konzerns, und zwar in der kleinsten Konfektionsgröße (MQB A0). Das bringt schon mal Vorteile mit sich wie eine optimale Raumausnutzung bei gleichzeitiger Gewichtskontrolle. Im Klartext: A1 Nummer zwei, verfügbar nur noch als fünftüriger Sportback, ist nun geräumiger und hat trotz umfangreicherer Ausrüstung sein Gewicht gehalten. Am besten lernt man den neuen Audi A1 (2018) von der Rückbank aus kennen, wo nun auch Erwachsene aufrecht sitzen können, ohne die Knie in die Vordersitzlehnen bohren zu müssen. Damit repräsentiert er Platzverhältnisse auf gutem Kleinwagenniveau, vergleichbar etwa mit den Innenraumqualitäten eines Polo, der auf der gleichen Plattform basiert. Mehr zum Thema: Deshalb wird es den RS 1 nie geben

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Audi A1 (2018): Motor & Ausstattung  

Der A1 zeigt sich deutlich geschärft

Der Audi A1 (2018) im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Audi A1 (2018)

Doch gilt es, dem neuen Audi A1 (2018) einen sicht- und fühlbaren Mehrwert gegenüber seinen Kleinwagen-Konkurrenten mitzugeben, denn als 95 PS starker 25 TFSI liegt der günstigste A1 bereits bei knapp 20.000 Euro. In der Basisausführung mit den schmalbrüstigen 15-Zoll-Rädern ist von Mehrwert freilich nicht viel zu erkennen, da hilft auch das an sich schlüssige Design mit den prägnanten Stilelementen nicht viel. Wählt man jedoch die Designlinien "advanced" oder "S line", steht der A1 proper und begehrenswert da mit seinen kecken Luftschlitzen unterhalb der Motorhaube, die die quattro-Historie aufgreifen, oder mit dem Diffusor-geschlitzten Heck, das nach mindestens 300 PS aussieht. Auch im picobello verarbeiteten Innenraum muss man schon ein wenig extra investieren, um dem Premium-Gedanken gerecht zu werden, zum Beispiel in die MMI Navigation plus mit MMI touch und dem großformatigen Touchscreen, der gleichzeitig als Bedienebene für viele Fahrzeugfunktionen dient. Digitale Instrumente sind ohnehin serienmäßig, das in der Grafik variierbare Audi virtual cockpit gibt es für wohlfeile 150 Euro. Und so ließen sich noch viele weitere Beispiele aufführen, um den neuen Audi A1 (2018) in Style und Funktion – darunter auch zahlreiche neue Assistenzsysteme – gegen Zuzahlung aufzuwerten.

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Dynamik und Komfort im neuen Audi A1 (2018)

Doch wir kümmern uns jetzt ums Fahren im neuen Audi A1 (2018), nachdem wir das Gepäck im nun auf 335 bis 1090 Liter gewachsenen Laderaum untergebracht haben. Einzige zunächst lieferbare Version ist der A1 30 TFSI mit 116 PS ab 21.150 Euro, die restlichen drei Benziner (Diesel wird es nicht geben) kommen dann in Bälde, so Audi. Wir nehmen in der reichhaltig aufgerüsteten S-line-Version (ab 23.450 Euro) Platz – und fühlen uns auf Anhieb wohl. Die Sitze passen, die weiten Einstellbereiche  von Lenkrad und Sitz erlauben eine optimale Arbeitsposition. Der – wie alle A1 – mit einem Partikelfilter ausgerüstete Turbo-Dreizylinder nimmt kultiviert und ein wenig heiser seinen Betrieb auf. Doch umso kräftiger schiebt er dann den A1 auf die Strecke, beschleunigt von unten heraus durchaus munter, wenn auch mit leichter Turbo-typischer Verzögerung. Hält man den 1,0-Liter-TFSI mit Hilfe der leichtgängigen und exakten Sechsgang-Schaltung auf optimaler Drehzahl, dankt es der A1 mit munteren Fahrleistungen. Dazu passen das straff abgestimmte Fahrwerk sowie die Lenkung, die viel Gefühl vermittelt und nur mäßige Antriebseinflüsse spüren lässt. Insgesamt fühlt sich der neue Audi A1 (2018) im S line-Trimm recht sportlich und klar definiert an, lässt dabei aber immer noch einen ordentlichen Komfort zu. Wem 116 PS nicht reichen, der muss auf die stärkeren Versionen mit 1,5 Liter Hubraum und 150  PS oder mit 2,0 Litern (200 PS) warten. Den S1 wird es aber nicht mehr geben, weil die technische Basis einen quattro-Antrieb zu vertretbaren Kosten nicht zulässt. Und ein Audi S1 ohne quattro wäre nun mal kein S1. Mehr zum Thema: So fährt sich der VW Polo

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R8 durchtrainiert und fit wie nie

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Der neue Audi A1 (2018) hat – bei entsprechender Ausstattung – an Schärfe und Coolness gewonnen. Genauso wichtig: Er schließt mit mehr Platz, modernem Infotainment und neuen Assistenten zur Spitze auf.

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