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9-Euro-Ticket (ÖPNV): Kaufen/Geltungsbereich Erste Bilanz zum 9-Euro-Ticket positiv

Tim Neumann 30.06.2022
Inhalt
  1. Wo gibt es das 9-Euro-Ticket zu kaufen?
  2. Geltungsbereich: Wo & in welchen Zügen?
  3. Wie fällt die erste Bilanz des 9-Euro-Tickets im Juni aus?
  4. Welche Kritik gibt es?
  5. Wie geht es nach dem 9-Euro-Ticket weiter?
  6. Wie teuer ist das Gesamtvorhaben 9-Euro-Ticket?

Um Autofahrende aufgrund der hohen Spritpreise zu entlasten, hat die Bundesregierung ein neun Euro teures Monatsticket für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) auf den Weg gebracht. Der Geltungsbereich erstreckt sich über ganz Deutschland. So fällt die Bilanz zum 9-Euro-Ticket nach dem ersten Monat aus!

 

Wo gibt es das 9-Euro-Ticket zu kaufen?

In Zeiten, in denen es die Kraftstoffe selten unter zwei Euro pro Liter gibt, soll das 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) finanzielle Abhilfe schaffen. So ist für 90 Tage beziehungsweise drei Monate ein monatlich neun Euro teures Ticket für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr mit einem Geltungsbereich in ganz Deutschland erhältlich. Das 9-Euro-Ticket ist seit dem 23. Mai 2022 online sowie in Kundenzentren und an Fahrkartenautomaten erhältlich. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Geltungsbereich: Wo & in welchen Zügen?

Das 9-Euro-Ticket, das offiziell "9 für 90"-Ticket (90 Tage = 3 Monate: Juni, Juli, August) heißt, gilt pro Kalendermonat und verlängert sich nicht automatisch. Wer bereits ein Monatsticket nutzt, soll automatisch auf den günstigeren Tarif umgestellt werden und kann weiterhin die darin enthaltenen Leistungen, etwa den Fahrradtransport, nutzen. Im "normalen" 9-Euro-Ticket ist die Fahrrad-Mitnahme nicht vorgesehen und muss entsprechend dazugebucht werden. Das "9 für 90"-Ticket gilt bundesweit im Nah- und Regionalverkehr. ICE, IC, EC sowie Flix-Züge und -Busse sind also ausgeschlossen.

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Wie fällt die erste Bilanz des 9-Euro-Tickets im Juni aus?

Millionen Menschen haben im ersten Gültigkeitsmonat das 9-Euro-Ticket gekauft – und damit wohl auch den Berufsverkehr auf den Straßen entlastet. Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zufolge wurden bundesweit rund 21 Millionen der Sonderfahrkarten verkauft. "Zusammen mit den etwa zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das vergünstigte Ticket automatisch erhalten, ist damit die vorher von der Branche kalkulierte Zahl von 30 Millionen Tickets pro Monat nicht nur erreicht, sondern sogar leicht überschritten worden", teilte VDV-Präsident Ingo Wortmann mit. Die Zahlen beziehen sich auf den Juni 2022. Umfragen des VDV zufolge sollen die Menschen für Juli eine ähnlich hohe Kaufbereitschaft signalisiert haben. Auf den Straßen war im ersten Monat mit 9-Euro-Ticket derweil messbar weniger los: Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten Tomtom für die Deutsche Presse-Agentur zeigt für 23 von 26 untersuchten Städten einen Rückgang des Stauniveaus im Vergleich zur Zeit vor Einführung. Die Daten "lassen vermuten, dass dieser Rückgang in Zusammenhang mit der Einführung des 9-Euro-Tickets steht", sagte Tomtom-Verkehrsexperte Ralf-Peter Schäfer. "Pendler haben bei der Fahrt mit dem Auto in die Arbeit und nach Hause in fast allen untersuchten Städten im Juni weniger Zeit verloren als noch im Mai." Konkret verglichen die Experten die Staus im Berufsverkehr an Werktagen in den Kalenderwochen 20 und 25. Die Zeiträume wurden so gewählt, um Auswirkungen von Ferien und Feiertagen zu umgehen. Das Ergebnis: "In den ersten Tagen nach Einführung des 9-Euro-Tickets haben die Daten von Tomtom noch kaum Auswirkungen der Maßnahme auf den Autoverkehr gezeigt. Mittlerweile lässt sich jedoch in fast allen untersuchten Städten in Deutschland ein positiver Effekt auf den Verkehrsfluss feststellen", sagte Schäfer. Gemeinsam mit dem Tankrabatt hat das 9-Euro-Ticket zudem die Inflation etwas gedämpft. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat im Juni 2022 um 7,6 Prozent, nach 7,9 Prozent im Mai. Expert:innen sehen darin allerdings keine Trendwende. Unklar ist, wie das Ticket tatsächlich genutzt wird. Die Deutsche Bahn, über deren Kanäle ein Großteil der Sonderfahrkarten verkauft wird, spricht von einem Fahrgastzuwachs von zehn bis 15 Prozent im eigenen Regionalverkehr im Juni im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise. Allerdings vergleicht das Unternehmen dabei unterschiedliche Zeiträume, nämlich den Juni dieses Jahres mit der Nachfrage von Ende 2019. Die Aussagekraft des Vergleichs ist somit begrenzt. Fakt ist: Insbesondere auf den touristischen Strecken waren Busse und Bahnen voll. Weil gleichzeitig auf Rekordniveau gebaut wird, kam es vielerorts zu Ausfällen und Verspätungen. Häufiger mussten Fahrgäste mit Fahrrädern draußen bleiben. 250 zusätzliche Fahrten bietet die Bahn-Tochter DB Regio täglich während des Ticket-Zeitraums an. Doch angesichts von rund 22.000 Regionalbahnfahrten jeden Tag ist das nicht allzu viel.

 

Welche Kritik gibt es?

Kritik zum 9-Euro-Ticket kommt von der privaten Busbranche. Sie fürchtet einen negativen Effekt für Fernbusfahrten, da Reisende sich nun eher für das 9-Euro-Ticket und gegen den Fernbus entscheiden würden. Auch Bus-Vermietungen erwarten weniger Aufträge für Schulausflüge oder Vereinsreisen, da sich diese auf die Schiene verlagern könnten.

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Wie geht es nach dem 9-Euro-Ticket weiter?

Auch wenn das Ticket auf drei Monate begrenzt ist, hat die Bundesregierung die Absicht formuliert, den ÖPNV dauerhaft attraktiver zu machen. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe befasst sich nun mit der Erarbeitung eines langfristigen Ausbau- und Modernisierungspaktes für den ÖPNV.

 

Wie teuer ist das Gesamtvorhaben 9-Euro-Ticket?

Die Bundesregierung hat im Kabinettsbeschluss vom 27. April 2022 den Ländern 3,7 Milliarden Euro für wegfallende Einnahmen und technische Anpassungen in Aussicht gestellt. Die Umsetzung des Tickets soll 2,5 Milliarden Euro kosten, die der Bund übernimmt.
Mit dpa

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