Mitsubishi: Europa-Rückzug & Manipulationsvorwürfe Keine neuen Mitsubishi-Modelle für Europa

von Christina Finke 28.07.2020

Mitsubishi teilt mit, die Einführung neuer Modelle auf dem europäischen Markt einfrieren zu wollen. Und: Im Zuge des Dieselskandals steht nun auch Mitsubishi im Verdacht, illegale Abschalteinrichtungen in die Abgassysteme von Dieselautos eingebaut zu haben. Derzeit werten die Ermittler die bei einer Razzia sichergestellten Materialien aus. Alle Informationen zu den Manipulationsvowürfen!

Die Gerüchte um den Rückzug von Mitsubishi aus Europa geistern schon länger durch die Branche – und werden nun durch ein offizielles Statement des japanischen Herstellers bestätigt. "Mitsubishi hat sich bei seiner Vorstandssitzung am 27. Juli 2020 dazu entscheiden, die Einführung neuer Modelle auf dem europäischen Markt einzufrieren", heißt es in der Mitteilung. Der Verkauf bereits erhältlicher Modelle solle derweil fortgeführt werden. Auch Vertrieb und Service würden weiterhin aufrecht erhalten. Die Wortwahl des Statements legt nahe, dass es sich dabei nicht um einen endgültigen, sondern einen möglicherweise umkehrbaren Entschluss handeln könnte. Die durch das Einfrieren der Einführung neuer Modelle auf dem europäischen Markt anfallenden Kosten seien bereits in der Gewinnprognose für das Rechnungsjahr 2020 berücksichtigt worden. Der genaue Betrag werde derzeit noch geprüft. Weitere Informationen will Mitsubishi zu gegebenem Zeitpunkt bekanntgeben. Mehr zum Thema: Nächste Diesel-Rechnung für Daimler

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Mitsubishi-News: Keine neuen Modelle für den europäischen Markt

Im Zuge des Dieselskandals ermitteln Staatsanwälte nun auch gegen Mitsubishi. Der japanische Hersteller steht unter Verdacht, Diesel-Käufer mit illegalen Abschalteinrichtungen betrogen zu haben. Betroffen sind laut einer Mitteilung der Frankfurter Justiz Vierzylinder-Diesel-Fahrzeuge mit den Abgasnormen 5 und 6. Konkret geht es um Autos mit 1,6 Liter Hubraum ab September 2015 und mit 2,2-Liter-Maschinen ab November 2012. Die Software soll möglicherweise erkennen, ob sich ein Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet: Die Grenzwerte insbesondere für Stickoxide würden dann zwar eingehalten, im Realbetrieb jedoch nicht. Die Erkennung einer Prüfstandsituation durch eine Software in der Motorsteuerung ist prinzipiell nicht unzulässig, da nur so etwa bestimmte Fahrzeug-Diagnoseprogramme ablaufen können. Allerdings dürfen solche Funktionen nicht dazu missbraucht werden, dass im Nicht-Testmodus höhere Schadstoffwerte zugelassen werden. Im Zuge des Manipulationsverdachts gegen Mitsubishi gab es am 21. Januar 2020 eine Razzia in vier deutschen Bundesländern, bei denen Ermittler die Geschäftsräume der deutschen Mitsubishi-Niederlassung, einer Tochtergesellschaft und zwei großer Zulieferer durchsuchten.

 

Dieselskandal: Manipulationsvorwürfe gegen Mitsubishi

Wie Continental gegenüber der "Wirtschaftswoche" bestätigte, wird der Zulieferkonzern als Zeuge in dem Verfahren gegen Mitsubishi geführt. Insgesamt seien zehn Objekte in Friedberg/Hessen, Frankfurt am Main, im Main-Taunus-Kreis, im Landkreis Darmstadt-Dieburg, in Hannover, in Regensburg, im Kreis Freising und im Kreis Heinsberg durchsucht worden. Derzeit werten die Ermittler die sichergestellten Materialien aus, Ergebnisse seien noch nicht abzusehen und auch konkrete Beschuldigte gebe es bislang nicht, sagt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Sollte sich der Manipulationsverdacht gegen Mitsubishi im Dieselskandal erhärten, drohen Kunden laut Justiz Fahrverbote und sogar die Stilllegung ihrer Fahrzeuge. Die Ermittler forderten Käufer von Dieselfahrzeugen des japanischen Herstellers Ende Januar 2020 auf, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen. Sie sollten Kaufvertrag sowie Fahrzeugschein und -brief mit zu einer örtlichen Polizeidienststelle bringen, wo sie auch Strafanzeige stellen können. 

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