Mercedes AMG-GT XX: Elektrisch in acht Tagen um die Welt

AMG lässt die Elektro-Rekorde purzeln: Der Mercedes-AMG GT XX hat binnen 24 Stunden 5479 km zurückgelegt. In weniger als acht Tagen kamen sogar 40.075 km zusammen, also eine ganze Erdumrundung.

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Der Mercedes-AMG GT XX bei Rekordfahrt in Nardo, fotografiert am Tag von der Seite.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Das relativ seriennahe Versuchsfahrzeug mit dem Namen Mercedes-AMG GT XX hat im italienischen Nardo nicht weniger als 25 Rekorde für Elektroautos eingefahren.

Das AMG-Team der Rekordfahrt mit zwei Testfahrzeugen Mercedes-AMG GT XX und den Fahrerrinnen, fotografiert im Dunkeln.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Dabei kamen zwei Versuchsfahrzeuge und 17 Fahrer:innen zum Einsatz.

Zwei Rekordfahrzeuge Mercedes-AMG GT XX in Nardo, fotografiert im Dunkeln.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Nur von Ladepausen und Reifenwechseln unterbrochen, ging es mit den beiden Mercedes-AMG GT XX praktisch nonstop über mehr als 40.000 km in die Steilwand.

Der Mercedes-AMG GT XX bei Rekordfahrt in Nardo, fotografiert von der Seite.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Aus Gründen der Effizienz wurde dabei mit "nur" 300 km/h gefahren.

Der Mercedes-AMG GT XX bei Rekordfahrt in Nardo, fotografiert von hinten.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Das Versuchsfahrzeug, ein recht geräumiger Viersitzer, nimmt die Elektroarchitektur AMG.EA vorweg, die ab 2026 angeboten werden soll.

Formel 1-Pilot George Russell im seitlichen Porträtbild.
Formel 1-Pilot George Russell Foto: Mercedes

Von Berufs wegen eher an einen Hybridantrieb gewöhnt, durfte auch Formel 1-Pilot George Russell ans Lenkrad des vollelektrischen Mercedes-AMG GT XX.

Der Mercedes-AMG GT XX bei Rekordfahrt in Nardo, fotografiert im Dunkeln von schräg vorne.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Falls die Lichtsignatur der Studie auch die des künftigen AMG-Serienfahrzeugs wird, sollte man besser schnell die linke Spur freimachen, wenn diese Leuchtgirlande im Rückspiegel auftaucht.

Cockpit des Mercedes-AMG GT XX, fotografiert von rechts.
Mercedes-AMG GT XX Foto: Mercedes

Das eckige Lenkrad könnte auch aus der Formel 1 oder dem exklusiven AMG One stammen.

Mercedes-AMG GT XX fährt 25 Elektro-Rekorde

Trotz aller Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit sind Elektroautos im Alltag auf der Autobahn meist brav auf der rechten Spur unterwegs. Denn noch immer strafen die exponentiell steigenden Fahrwiderstände Raser:innen unbarmherzig mit kurzen Reichweiten. Mit dem Mercedes-AMG GT XX muss das nicht sein. Das Konzeptfahrzeug, das ein elektrisches Serienmodell aus Affalterbach ankündigt, hat im italienischen Nardo seine uneingeschränkte Vollgas-, pardon: Vollstromfähigkeit unter Beweis gestellt.

Nützliches Zubehör rund ums Elektroauto:

Trotz sengender Sonne kamen auf der Versuchsstrecke über 3000 Runden und insgesamt 25 Rekorde zusammen, darunter die längste von einem Elektroauto in 24 h zurückgelegte Strecke: Sagenhafte 5479 km fuhr die 17-köpfige Fahrer:innen-Crew an einem Tag auf den Kilometerzähler, darunter auch Formel 1-Pilot George Russell. Fast noch eindrucksvoller: Die für eine Erdumrundung nötige Distanz, also 40.075 km, wurde bereits nach sieben Tagen, 13 Stunden, 24 min und sieben Sekunden, erreicht.
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Der Mercedes Concept AMG GT XX (2025) im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Seriennaher Prototyp mit einem Megawatt Leistung

Dabei wartet der Technologieträger mit seriennaher Technik auf, die ab 2026 erhältlich sein soll. Die Mercedes-Sportabteilung hat die neue Architektur AMG.EA getauft. Die stratosphärischen Eckdaten des Konzepts deuten allerdings an, dass es sich dabei um ein sehr exklusives Fahrzeug handeln dürfte: Der AMG-GT XX, obwohl ein recht geräumiger Viersitzer, schlüpft durch den Wind wie ein Wanderfalke. Wie der Greifvogel soll er dank einer exzellenten Aerodynamik (cW-Wert von 0,198) bis zu 360 km/h schnell werden. Bei der Rekordfahrt ging es aber aus Gründen der Sparsamkeit meist "nur" mit 300 km/h immer an der Leitplanke lang.

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Leistung hat der GT XX auch: 1360 PS, also 1000 kW (ein Megawatt!), sind eine runde Sache. Die drei Axialflussmotoren des AMG GT XX sollen zudem besonders kompakt, effizient und stressresistent sein. Auch im Stand hat sich das Konzept irrwitzig schnell gezeigt. Die ölgekühlte Batterie hat im Testbetrieb über einen großen Bereich der Ladekurve mit mehr als 850 kW Leistung Strom aufgenommen. In nur fünf Minuten lässt sich so Energie für etwa 400 km laden. Das ist zwar noch nicht serienrelevant, denn Ladesäulen mit mehr als 350 kW sind in Europa und anderswo die absolute Ausnahme. Es zeigt aber, wie weit das Rekordfahrzeug in die Zukunft weist.

Nardo-Rekordstrecke gehört Porsche

Pikantes Detail am Rande: Die kreisrunde Versuchsstrecke in Nardo, über 12 km lang, gehört Porsche. Ob die performancebesessenen Zuffenhausener nun eine Revanche vorbereiten, weiß man (noch) nicht. Auch Tesla, Lucid, BYD und Xiaomi dürften sich den Härtetest ganz genau anschauen und an ähnlich leistungsstarken Lösungen tüfteln, die sich mit Marathon-Rekorden bewerben lassen. Mercedes hat in Nardo allerdings auch eine Art Heimvorteil. Bereits 1983 hatten die Stuttgarter einen Mercedes 190 E 2.3-16 über 50.000 km weit über die apulische Rundstrecke getrieben, mit einer Fabelzeit von weniger als 202 Stunden. Ganz so weit ist der AMG GT XX nicht gekommen. Dank gigantischer Technologiefortschritte liegt dieser Rekord heute aber bereits in Elektro-Reichweite.