Alle Tests zum Mercedes G-Klasse

Mercedes-AMG G 63: Test Wie bisher, aber alles neu

von Jürgen Voigt 23.01.2019
Inhalt
  1. Der Mercedes-AMG G 63 im Test
  2. Test: V8-Motor im Mercedes-AMG G 63
  3. Technische Daten des Mercedes-AMG G 63

Der Mercedes-AMG G 63 ist nun modern, fühlt sich an den entscheidenden Stellen aber so sympathisch an wie der Vorgänger und ist eine kraftstrotzende Machtdemonstration! Im Test punktet der Offroader vor allem mit Zugkraft und edler Ausstattung.

Der Mercedes-AMG G 63 ist da und wir bitten zum Test. Eigentlich war das ein ziemlich absurdes Projekt, damals Ende der 90er-Jahre, als die Speedheads aus Affalterbach die Offroad-Autorität Mercedes G umkrempelten und daraus ein beeindruckendes ballistisches Experiment machten: Was passiert, wenn man eine kubische Masse von deutlich über 2,5 Tonnen mit der Treibladung eines donnernden V8 ausrüstet? Auch heute ist dieses Experiment noch aktuell, und das Ergebnis lässt sich an den Daten von der AUTO ZEITUNG-Messstrecke ablesen: Tempo 100 erreicht der Mercedes-AMG G 63 anno 2018 unter Gänsehaut-generierendem Achtzylinder-Grollen in 4,3 Sekunden, nach 16,5 Sekunden stehen 200 auf der Uhr, und nur wenige Augenblicke später landet er im Begrenzer – bei 240 km/h wird abgeregelt, sofern das AMG Driver's Package (2261 Euro) an Bord ist, das die Anhebung der Spitze von 220 auf 240 km/h umfasst. Mehr zum Thema: Erste Testfahrt in der neuen Mercedes G-Klasse

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Der Mercedes-AMG G 63 im Test

Also alles wie früher? Nicht ganz, denn schließlich ist der Mercedes-AMG G 63 ein komplett neues Auto, auch wenn er nicht so aussieht. Man erkennt das im Test etwa an den für einen hochbeinigen Offroad-Profi akzeptablen Bremswegen aus Tempo 100 (kalt/warm: 35,6/36,0 Meter),  am modernen Infotainment, an der Fülle optionaler und serienmäßiger Assistenten, von denen man einige abbestellen kann. Trotz der Größe hatte man früher immer Kontakt  zu den mit herrlichem Klick-Geräusch zuschnappenden Türen. Das charakteristische Klick-Klack von Türen und Zentralverriegelung haben die Ingenieure in den aktuellen Mercedes AMG G 63 hinübergerettet, aber nun hat man tatsächlich auch das Gefühl, in einem geräumigen Auto zu sitzen. Das AMG-spezifische Interieur zeigt sich in der von uns im Test gefahrenen Edition 1 (Aufpreis 20.182 Euro) von seiner edelsten Seite – unter anderem mit abgestepptem Nappaleder, Karbonelementen, aktiven Multikontursitzen und mehr. Das Multimediasystem Comand Online ist serienmäßig. Es umfasst das Touchpad mit Controller unten in der Mittelkonsole, Lenkrad- und Sprachbedienung, Navigation mit Online-Traffic-Infos, Smartphone-Integration, Mercedes me connect-Basisdienste, Notrufsystem und mehr. Bei einem Grundpreis von 148.435 Euro sollte jedoch das DAB-Radio keine 607 Euro extra kosten. Den TV-Tuner gibt es für 1190, den High End-Sound von Burmester für 1.547 Euro.  Mehr zum Thema: Feinschliff beim AMG GT Facelift

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Test: V8-Motor im Mercedes-AMG G 63

Prägend für den Mercedes-AMG G 63 ist aber der mit 585 PS und 850 Nm Drehmoment überaus kraftvoll loslegende 4,0-Liter-Biturbo-V8, der die 2,6 Tonnen Leergewicht fast schon vergessen lässt. Je nach Fahrmodus (comfort, sport, sport+, individual) ändern Fahrwerk und Antrieb ihren Charakter. Doch obwohl der Schwabe deutlich an Fahrpräzision und Federungskomfort zugelegt hat, ist er weder zum sanften Komfortgleiter noch zur kurvengierigen Fahrmaschine geworden. Auf der Langstrecke federt er zwar stets recht willig an, um dann die einsetzende  Federungstätigkeit aber wieder abrupt abzubremsen. Das bringt immer ein wenig Unruhe in den Aufbau. So richtig um die Ecke pfeffern lässt sich der Mercedes-AMG G 63 jedoch auch nicht. Die Lenkung arbeitet immer noch recht indirekt, und die 22-Zoll-Reifen des Edition 1 fangen bereits bei moderatem Kurventempo an zu jammern. Aber das G steht schließlich immer noch für Geländewagen – und verkappte Sportwagen im SUV-Format gibt  es ja inzwischen auch genug. Mehr zum Thema: G-waltiger Oldtimer mit Schwächen

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Technische Daten des Mercedes-AMG G 63

 Mercedes-AMG G 63
Zylinder/Ventile pro Zylin.V8/4, Biturbo
Hubraum3982 ccm
Leistung585 PS
Max. Gesamtdrehmoment850 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb9-Stufen-Automatik/Allrad, permanent
Beschleunigung 
0 - 100 km/h4,3 s
0 - 200 km/h16,5 s
Höchstgeschwindigkeit240 km/h
Leergewicht (Werk)2618 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm36,0 m
Verbrauch (Test/EU)29,5/13,1 l /100 km
CO2-Ausstoß (EU)299 g/km
Grundpreis148.435 Euro

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Obwohl der getestete Mercedes-AMG G 63 in allen Belangen verbessert wurde, hat er sich seinen knorrigen Charakter bewahrt und ist weder zum Softie noch zum Rennauto geworden. Und der Antrieb mit nun 585 PS ist schlicht eine Wucht. Sündhaft teuer und extrem durstig war der Mercedes G von AMG schon immer.

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