A3 Limousine/A-Klasse Limousine: Vergleichstest Souveräner Sieg des Sterns

von Michael Godde 06.04.2020
Inhalt
  1. Mercedes A 200 d Limousine & Audi A3 Limousine im Vergleichstest
  2. Karosserie: Mercedes A-Klasse Limousine überzeugt mit viel Platz im Fond
  3. Fahrkomfort: Audi A3 Limousine mit exzellenter Fahrwerksabstimmung
  4. Motor/Getriebe: Mercedes A-Klasse Limousine wirkt spritziger
  5. Fahrdynamik: Audi A3 Limousine im Grenzbereich schwieriger zu handhaben
  6. Umwelt/Kosten: Audi 3 Limousine entscheidet das Kosten-Kapitel für sich
  7. Messwerte & technische Daten Audi A3 Limousine 35 TDI & Mercedes A 220 d

Mit der Mercedes A-Klasse Limousine erweitern die Schwaben das Angebot um einen erstaunlich erwachsenen Kompaktklässler. Der A 200 d im Vergleichstest mit der etablierten Audi A3 Limousine 35 TDI mit ebenfalls 150 PS starkem Turbodiesel!

Gesamtbewertung (max. Punkte)Audi A3 Limousine 35 TDI S tronicMercedes A 200 d Limousine
Karosserie (1000)551561
Fahrkomfort (1000)734734
Motor/Getriebe (1000)642651
Fahrdynamik (1000)668693
Eigenschaftswertung (4000)25952639
Kosten/Umwelt (1000)362338
Gesamtwertung (5000)29572977
Platzierung21
 

Mercedes A 200 d Limousine & Audi A3 Limousine im Vergleichstest

Mit der Mercedes A-Klasse Limousine, hier im Vergleichstest gegen die Audi A3 Limousine, ist der Baby-Benz ist zurück. Die C-Klasse, der legitime Nachfolger des 190ers von 1982, fühlt sich heute zu Höherem berufen, als die Einstiegslimousine der Marke zu stellen. Die A-Klasse wiederum trat zuerst als One-Box- Flitzer an und lockt nun in der zweiten Auflage als frecher, moderner Hatchback oder stylisches viertüriges Coupé extrovertierte Digital Natives ins Sternenlager. Deshalb tritt die neue Mercedes A-Klasse Limousine nun das Erbe des Baby-Benz von 1982 an. Ohnehin erlebt die Kompaktklasse gerade eine Renaissance der Limousine im klassischen Layout. Audi hat das Konzept schon 2013 wiederaufleben lassen. Mercedes konterte mit dem viertürigen Coupé CLA, allerdings zu happigen Preisen und mit wenig Platz im Fond. Jetzt schicken die Schwaben mit der Limousine die vielleicht vernünftigste A-Klasse auf die Straße. Wie gut sie wirklich ist, klärt der erste Vergleichstest des Mercedes A 200 d mit 150 PS und Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe gegen den Audi A3 Limousine 35 TDI S tronic mit klassischem Stufenheck.

Die Mercedes-AMG A35 Limousine im Video:

 
 

Karosserie: Mercedes A-Klasse Limousine überzeugt mit viel Platz im Fond

Auch wenn die kleine Ingolstädter Limousine schon sechs Jahre auf dem Buckel hat, merkt man ihr das in diesem Vergleichstest nicht an. Fahrer und Beifahrer finden reichlich Raum zur Entfaltung. Die Mercedes A-Klasse wiederum, und das gilt für alle Varianten einschließlich der neuen Limousine, ist vorn etwas knapper geschnitten – ohne allerdings eng zu sein. Die neuen Qualitäten der Limousine aus Stuttgart offenbaren sich im Fond. Dort, wo beim CLA oder der Steilheck-A-Klasse der Dachhimmel auf den Scheitel drückt, ist nun Luft nach oben. Die Audi A3 Limousine schränkt die Bewegungsfreiheit nach oben stärker ein. Selbst Großgewachsene fühlen sich nun im Fond des Baby-Benz 2.0 richtig gut untergebracht. Auch beim Ladevolumen rückt die Limousine mit 410 Litern an den Stufenheck-A3 mit 425 Litern heran. Der Bayer bietet allerdings bereits serienmäßig eine klappbare Fondlehne, während diese Funktion bei Mercedes extra geordert werden muss. Eine nach vorn umlegbare Beifahrerlehne (179 Euro) zum Verstauen langer Güter befindet sich dagegen nur in der Mercedes-Preisliste. Intuitiver und damit besser funktioniert das MBUX-Bediensystem der Mercedes A-Klasse Limousine, vor allem, wenn das ganze Arsenal an Connectivity und Multimedia-Features an Bord ist. Dann genügen einfache Sprachbefehle, um die passenden Einstellungen vorzunehmen. Der A3 gefällt zwar mit einer klaren Bedienstruktur, zeigt aber in den Menüebenen komplexe Pfade, die etwas Übung in ihrer genauen Verfolgung benötigen. Auch bei den Assistenzsystemen ist die Mercedes A-Klasse Limousine dem A3 einen Schritt voraus. Eigentlich ist alles bin hin zum teilautonomen Fahren über den aktiven Lenkassistenten aus den Oberklasse-Modellen auch für die Kompakt-Limousine erhältlich, allerdings lässt sich Mercedes fast jedes Feature teuer bezahlen. Für den Audi sind die meisten erst gar nicht erhältlich. Die Audi A3 Limousine ist dafür ein Musterbeispiel für beste Verarbeitungs- und Materialqualität. Der Audi zeigt in dieser Hinsicht keine Schwächen, während der Mercedes im Armaturenträger knistert und sich überdies die eine oder andere nicht 100-prozentig sitzende Passung erlaubt.

 

Fahrkomfort: Audi A3 Limousine mit exzellenter Fahrwerksabstimmung

Die grundsolide Karosseriequalität der Audi A3 Limousine ist auch die Grundlage für seine exzellente Fahrwerksabstimmung. Schon das Serienfahrwerk ohne adaptive Dämpfer im Testwagen emp­fiehlt sich mit seinem sensiblen Ansprechverhalten, dem guten Parieren von Querfugen und dem gekonnten Ausgleich von langen Wellen. Die optional mit adaptiven Dämpfern aufgewertete Mercedes A-Klasse Limousine zeigt zumindest bei höherem Tempo auf der Autobahn das elegante Federungsverhalten der größeren Modelle. Bei langsamer Fahrt in Innenstädten oder über Land wird der Benz aber schon mal etwas bockig auf der Hinterachse. Wellige Strecken sorgen zudem dafür, dass die schwäbische Limousine im Komfortmodus deutlich hin und her wankt. Der Sportmodus reduziert dieses Verhalten zwar ein wenig, die Dämpfung reagiert dann aber viel zu hart auf Unebenheiten. Dafür entschädigt die Mercedes A-Klasse Limousine mit den komfortableren Sitzen – sowohl vorn als auch im Fond. Leise ist sie allerdings bis auf das Standgeräusch nicht. Fahrwerks-, Wind,- und Antriebsgeräusche summieren sich in diesem Vergleichstest zu einer deutlich lauteren Klangkulisse als in der zurückhaltend ruhigen Audi A3 Limousine.

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Motor/Getriebe: Mercedes A-Klasse Limousine wirkt spritziger

Vierzylinder-Turbodiesel, zwei Liter Hubraum, 150 PS, 320 oder 340 Newtonmeter, verbunden mit einem Siebengang- oder Achtgang- Doppelkupplungsgetriebe – so groß können die Unterschiede ja eigentlich nicht sein, oder? Doch, sind sie. Die Audi A3 Limousine lebt in erster Linie von seinem bulligen Drehmoment im besten TDI-Stil. Der Mercedes A hingegen surft weicher und länger auf der Drehmonentwelle, wirkt dafür aber auch oberhalb von 3500 Touren hellwach und spritziger als der A3. Die beiden Doppelkupplungsgetriebe pflegen einen sehr ähnlichen Arbeitsstil und unterstützen die Stärken der Motoren gekonnt. Beim 200 d gelingt es zumindest in Sachen Ef­fizienz eine Spur besser: Mit 6,2 Litern Testverbrauch auf 100 km ist er noch 0,2 Liter sparsamer als der 35 TDI. Dass sich beide in diesem Vergleichstest auch mit einem Minimalverbrauch von vier (Mercedes A-Klasse Limousine) oder 4,3 Litern (Audi A3 Limousine) bewegen lassen, zeigt das Potenzial der Selbstzünder.

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Fahrdynamik: Audi A3 Limousine im Grenzbereich schwieriger zu handhaben

Die spritzige, drehfreudige Antriebseinheit des 200 d passt hervorragend zum sportiven Handling der  Mercedes A-Klasse Limousine. Die Vorderachse des Schwaben befolgt Richtungsbefehle deutlich energischer. Dort, wo der Audi in diesem Vergleichstest schon sanft über die Vorderräder nach außen drückt und die Linie verlässt, pirscht sich die Limousine aus Stuttgart noch konsequent an den Scheitelpunkt heran. Dabei bleibt der kleine Benz zudem auch bei schnellen Richtungswechseln sicher in der Spur, während der Audi gerne mit dem Heck spürbar mitlenkt – ein Fahrverhalten, das das ESP deutlich stärker zur Hilfe heranzieht, als es im Mercedes nötig ist. Abgerundet mit den etwas festeren Bremspunkt und den ebenfalls besseren Verzögerungswerten gibt sich die A-Klasse nicht nur erstaunlich sportlich, sondern auch sicher und zudem im Grenzbereich leichter zu handhaben als die Audi A3 Limousine.

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Umwelt/Kosten: Audi 3 Limousine entscheidet das Kosten-Kapitel für sich

Im Basispreis ist die Mercedes A-Klasse Limousine nur 718 Euro teurer. Das kostspielige Technik-Paket mit gelochten Bremsscheiben vorn und adaptiven Dämpfern sowie die Sportsitze und die großen Räder erhöhen nicht nur die Test-Performance, sondern treiben auch den Preis auf über 40.000 Euro. Das kann die A-Klasse auch mit den guten Wiederverkaufsprognosen nicht ausgleichen. So ist in diesem Vergleichstest die gut ausgestattete Audi A3 Limousine unterm Strich das günstigere Angebot.

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Messwerte & technische Daten Audi A3 Limousine 35 TDI & Mercedes A 220 d

AUTO ZEITUNG
1/2020
Audi A3 Limousine 35 TDI S tronicMercedes A 200 d Limousine
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbodiesel4/4; Turbodiesel
Hubraum1968 cm³1952 cm³
Leistung110 kW/150 PS110 kW/150 PS
Max. Drehmoment340 Nm320 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang, Doppelkupplung/ Vorderrad8-Gang, Doppelkupplung/ Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1375/1451 kg1415/1566 kg
Beschleunigung (Test)  
0 - 100 km/h8,7 s8,2 s
0 - 150 km/h19,5 s18,2 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)224 km/h227 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,7/35,0 m34,4/33,9 m
Verbrauch (Test/WLTP)6,4/4,3 l D/100 km6,2/4,0 l D/100 km
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)170/114 g/km165/107 g/km
Preise
Grundpreis34.000 Euro34.718 Euro
Testwagenpreis34.955 Euro40.736 Euro

 

von Michael Godde von Michael Godde
Unser Fazit

In den letzten Vergleichstests zwischen der A-Klasse und dem A3 Sportback mit Steilheck war der Ausgang deutlich knapper als in diesem Vergleichstest der Limousinen. Die neue A 200 d Limousine gewinnt souverän, weil sie anders als die Standard-A-Klasse mit deutlich mehr Platz im Fond überzeugt. Der quirlige und sparsame Turbodiesel, das agile, sichere Handling und die aktuelle Sicherheitsausstattung sorgen zudem für die nötige Distanz zum Rivalen aus Ingolstadt. Die Audi A3 Limousine 35 TDI kann das aber gelassen hinnehmen. Schließlich präsentiert sie sich auch nach sechs Jahren immer noch dank ihrer über jeden Zweifel erhabenen Verarbeitungsqualität und mit feinem Fahrwerks-Set-up frisch genug, um es mit der neuen Konkurrenz aufzunehmen.

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