Vorstellung

Mercedes 560 SEC mit M156: Frischzellen-V8 für den Klassiker

Früher waren 279 PS der Gipfel der Genüsse im Mercedes 560 SEC. Heute sind dank eines Restomods von Bespoke Orange County mehr als 600 Pferdchen im kultigen Oberklasse-Coupé verfügbar.

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Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von schräg vorne.
Der Restomod-SEC kommt nicht nur optisch breitbeinig daher, sondern hat auch einen erheblich stärkeren V8 unter der Haube. Foto: bringatrailer.com
Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von schräg hinten.
Die Radhäuser des 560 SEC wurden gründlich ausgebuchtet. Foto: bringatrailer.com
Rechtes Hinterrad des Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von schräg hinten.
Die dreiteiligen Felgen im AMG-Look sind hinten mit 315 mm breiten Reifen besohlt. Vorne messen die 17-Zöller 275 mm in der Breite. Foto: bringatrailer.com
Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von vorne.
Hinter dem Coupéstern stecken über 300 zusätzliche Pferdestärken mehr als im Original-SEC von 1990. Foto: bringatrailer.com
Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von der Seite.
Das recht dezente Bodykit hätte womöglich auch der einstige Mercedes-Chefdesigner Bruno Sacco gutgeheißen. Foto: bringatrailer.com
Cockpit des Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von rechts.
Die Sitze laden zum Einsteigen und Warten auf den damals einzigartigen Gurtbringer ein. Foto: bringatrailer.com
Cockpit des Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von links.
Das helle Holz kommt hier weniger schrankwandartig daher als im Original. Foto: bringatrailer.com
Motor M156 des Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von schräg oben.
Gestatten: M156 ist sein Name. Der von AMG entwickelte Sauger mit 6,2 l Hubraum ersetzt den Original M117, der mit nur zwei Ventilen auskam. Foto: bringatrailer.com
Cockpit des Mercedes 560 SEC von Bespoke Orange County, fotografiert von links außen.
Im Innenraum gingen die Kalifornier mit Respekt und Augenmaß zu Werke. Die Farbkombination aus Schwarz und hellem Beige könnte auch dem werkseigenen Designo-Programm entstammen. Foto: bringatrailer.com

AMG spendiert dem 560 SEC nachträglich einen 6,2-l-V8 mit Mumm

Als Krönung der Mercedes-Modellpalette fuhr der 560 SEC lange in höheren, Normalsterblichen unzugänglichen Sphären. 35 Jahre nach seinem Ableben bekommt er noch einmal Rückenwind. Die kalifornische Tuningschmiede Bespoke Orange County befand den Serien-V8 des 560 SEC, einen zweiventiligen M117, der in seinen Grundzügen noch aus den frühen 1970er-Jahren stammt, für zu schwach.

Aber statt ihn zu tunen, haben die PS-Freaks ihn einfach ausgetauscht. Und zwar gegen einen M156, wie er in den 2000er-Jahren in fast allen heckgetriebenen Mercedes-Modellen mit dem Namenszusatz AMG zum Einsatz kam.

Nach der Frischzellenkur stehen in dem Restomod des C126 nicht mehr wie ehedem maximal 279 PS (206 kW) zur Verfügung, sondern erheblich mehr. Bespoke kommuniziert keine Leistungsdaten. In der höchsten Ausbaustufe versammelten sich bei diesem von AMG entwickelten 6,2-l-Sauger aber bis zu 631 PS (464 kW) am Kurbelwellenausgang. Und der frei atmende Edelstahlauspuff lässt vermuten, dass es in diesem vom SEC 560 zum SEC 620 mutierten Brocken noch ein paar mehr sind.

Übertragen wird dieser Vitamincocktail über ein Sechsgang-Schaltgetriebe allein an die Hinterräder. Im Ergebnis mutiert der Klassiker vom eleganten Gleiter zum Asphaltmonster mit Appetit auf ausgewiesene Supercars. Ein Sleeper ist der Super-Benz deswegen aber nicht.

Mercedes 560 SEC im Video: Fahrt in Bruno Saccos Dienstcoupé

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Video: AUTO ZEITUNG

Es braucht viel Holz im und für das zum SEC 620 mutierten Coupé

Denn Bespoke Orange County hat die stromlinienförmige Karosse gründlich ausgebuchtet. Die 17-Zöller, vorne schon 275 mm breit, hinten sogar 315, rotieren folglich in sichtbar muskulöseren Radhäusern. Das Carbon-Bodykit aus Frontspoiler, Heckschürzen und hinterem Stoßfänger wäre womöglich auch vom damaligen Mercedes-Chefdesigner Bruno Sacco gutgeheißen worden. Der Farbton Rauchsilbermetallic ist sogar original und findet sich in den Tiefbettfelgen mit AMG-Design wieder.

Auch im Innenraum gingen die Kalifornier mit Respekt und Augenmaß zu Werke. Die Farbkombination aus Schwarz und hellem Beige könnte auch dem werkseigenen Designo-Programm entstammen. Über die weißen Skalen der Instrumente darf man kontrovers diskutieren. Das beinahe allgegenwärtige, aufgehellte Holz kommt weniger schrankwandartig daher als das originale Interieur.

Die Vordersitze machen Lust aufs Probesitzen und laden dazu ein, auf den damals revolutionären Gurtbringer zu warten. Wenn man den klassischen Zündschlüssel drehen möchte, braucht es aber das Einverständnis des neuen Eigentümers oder … tiefe Taschen. Das gute Stück wurde nämlich gerade versteigert. Für satte 560.000 Dollar, umgerechnet 472.000 Euro (Stand: Februar 2026). Viel Holz für einen SEC 560 von 1990.