Mercedes 560 SEC mit M156: Frischzellen-V8 für den Klassiker
Früher waren 279 PS der Gipfel der Genüsse im Mercedes 560 SEC. Heute sind dank eines Restomods von Bespoke Orange County mehr als 600 Pferdchen im kultigen Oberklasse-Coupé verfügbar.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
AMG spendiert dem 560 SEC nachträglich einen 6,2-l-V8 mit Mumm
Als Krönung der Mercedes-Modellpalette fuhr der 560 SEC lange in höheren, Normalsterblichen unzugänglichen Sphären. 35 Jahre nach seinem Ableben bekommt er noch einmal Rückenwind. Die kalifornische Tuningschmiede Bespoke Orange County befand den Serien-V8 des 560 SEC, einen zweiventiligen M117, der in seinen Grundzügen noch aus den frühen 1970er-Jahren stammt, für zu schwach.
Aber statt ihn zu tunen, haben die PS-Freaks ihn einfach ausgetauscht. Und zwar gegen einen M156, wie er in den 2000er-Jahren in fast allen heckgetriebenen Mercedes-Modellen mit dem Namenszusatz AMG zum Einsatz kam.
Nach der Frischzellenkur stehen in dem Restomod des C126 nicht mehr wie ehedem maximal 279 PS (206 kW) zur Verfügung, sondern erheblich mehr. Bespoke kommuniziert keine Leistungsdaten. In der höchsten Ausbaustufe versammelten sich bei diesem von AMG entwickelten 6,2-l-Sauger aber bis zu 631 PS (464 kW) am Kurbelwellenausgang. Und der frei atmende Edelstahlauspuff lässt vermuten, dass es in diesem vom SEC 560 zum SEC 620 mutierten Brocken noch ein paar mehr sind.
Übertragen wird dieser Vitamincocktail über ein Sechsgang-Schaltgetriebe allein an die Hinterräder. Im Ergebnis mutiert der Klassiker vom eleganten Gleiter zum Asphaltmonster mit Appetit auf ausgewiesene Supercars. Ein Sleeper ist der Super-Benz deswegen aber nicht.
Mercedes 560 SEC im Video: Fahrt in Bruno Saccos Dienstcoupé

Es braucht viel Holz im und für das zum SEC 620 mutierten Coupé
Denn Bespoke Orange County hat die stromlinienförmige Karosse gründlich ausgebuchtet. Die 17-Zöller, vorne schon 275 mm breit, hinten sogar 315, rotieren folglich in sichtbar muskulöseren Radhäusern. Das Carbon-Bodykit aus Frontspoiler, Heckschürzen und hinterem Stoßfänger wäre womöglich auch vom damaligen Mercedes-Chefdesigner Bruno Sacco gutgeheißen worden. Der Farbton Rauchsilbermetallic ist sogar original und findet sich in den Tiefbettfelgen mit AMG-Design wieder.
Auch im Innenraum gingen die Kalifornier mit Respekt und Augenmaß zu Werke. Die Farbkombination aus Schwarz und hellem Beige könnte auch dem werkseigenen Designo-Programm entstammen. Über die weißen Skalen der Instrumente darf man kontrovers diskutieren. Das beinahe allgegenwärtige, aufgehellte Holz kommt weniger schrankwandartig daher als das originale Interieur.
Die Vordersitze machen Lust aufs Probesitzen und laden dazu ein, auf den damals revolutionären Gurtbringer zu warten. Wenn man den klassischen Zündschlüssel drehen möchte, braucht es aber das Einverständnis des neuen Eigentümers oder … tiefe Taschen. Das gute Stück wurde nämlich gerade versteigert. Für satte 560.000 Dollar, umgerechnet 472.000 Euro (Stand: Februar 2026). Viel Holz für einen SEC 560 von 1990.





















