Vorstellung

Mercedes 190 „Evil Evo“: Twinturbo-V8 mit 1025 PS im DTM-Kultrenner

Ein Mercedes 190 Evo ist schon serienmäßig ganz großes Kino. Wenn dann auch noch Trickfactory Customs einen Twinturbo-V8 zur Party einlädt, rollt der geflügelte Benz mit 1025 PS zum Abriss.

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Der Mercedes 190 „Evil Evo“ stehend von vorne mit offener Haube
Das langjährige Vorzeigeprojekt des kanadischen Tuners Trickfactory Customs hört auf den Namen „Evil Evo“, was keineswegs untertrieben ist. Foto: Youtube/Trickfactory Customs
Der Mercedes 190 „Evil Evo“ stehend von hinten
Ein Renn-Diffusor sowie ein aktives Heckflügel-Element untermauern den Performance-Fokus der Firma. Foto: Youtube/Trickfactory Customs
Der Mercedes 190 „Evil Evo“ stehend von vorne
Die hat sich im Übrigen stark auf den 190er im Allgemeinen spezialisiert. Foto: Youtube/Trickfactory Customs
Der Mercedes 190 „Evil Evo“ stehend seitlich
Für 2026 plant Trickfactory Customs sogar einen Baby-Benz mit V12-Mittelmotor. Foto: Youtube/Trickfactory Customs
Die Sitze des Mercedes 190 „Evil Evo“
Vom serienmäßigen Innenraum des W201ers ist so gut wie nichts mehr übrig. Foto: Youtube/Trickfactory Customs
Der Motor des Mercedes 190 „Evil Evo“
Der wild verspoilerte Mercedes 190 hat einen 1025 PS starken Twinturbo-V8 unter der zerschnittenen Haube. Foto: Youtube/Trickfactory Customs

Mercedes 190 "Evil Evo": Die Reise vom Vierzylinder zum V8

Kaum zu glauben, aber wahr: Es gab mal eine Zeit, in der Mercedes felsenfest behauptete, in den Baby-Benz würden nur vier Zylinder reinpassen. Schulz Tuning bewies 1983 das Gegenteil und pflanzte den Sechszylinder des 280ers (W123) in den 190er. Das konnte Daimler natürlich so nicht auf sich sitzen lassen, weshalb ab 1985 der 2,6er mit sechs serienmäßigen Töpfen vom Band rollte. 40 Jahre später wiederum reichen ein paar Aufräumarbeiten unter der Haube sogar für zwei weitere Zylinder, wie der Mercedes 190 „Evil Evo“ belegt.

Man muss es einfach nur wollen. Und Trickfactory Customs wollte es sogar ganz besonders doll. Deshalb setzte die kanadische Tuningschmiede auf den ältesten Trick ihrer amerikanischen Nachbarn und quetschte einen Chevrolet-LS-V8 unter die arg zerschnittene Haube. Die finale Eskalation erfolgte dann noch in Form einer Twinturbo-Aufladung. Wo auch immer sie den Platz noch hergeholt haben.

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Video: AUTO ZEITUNG

Da geht wohl noch mehr: 1025 PS beim ersten Prüfstandslauf

Von Quetschungen dritten Grades ist beim Blick in den rot lackierten Motorraum aber nichts zu sehen. Der amerikanische Antriebsstrang präsentiert sich sauberer eingeräumt als so manches Hotelzimmer im Cesars Palace. Und beide eint, dass es nur einen Möchtegern-Rockstar braucht, um sie bis zur Unkenntlichkeit zu verwüsten.

Der erste Prüfstandslauf des Evil Evo sorgte auf dem Papier für irrsinnige 1025 PS (754 kW) sowie 1116 Nm Drehmoment und beim Trickfactory-Team für einen noch irrsinnigeren Hunger auf weitere Power. Dafür müsste aber erstmal das Getriebe verstärkt werden. Auch der reine Hinterradantrieb stößt allmählich an seine physikalischen Grenzen, was das Team aber mit seinem nächsten Trick, nämlich der Aerodynamik, ausgleichen will.

Aktive Aero-Elemente und das nächste, größenwahnsinnige Projekt

So ragt der Frontspoiler weiter heraus als Saab-900-Stoßfänger, während der Evo-Heckflügel um ein hausgemachtes, aktives Element aufgestockt wurde. Kaum weniger effektiv mutet der riesige Diffusor an, für den die Auspuffanlage in die vorderen Kotflügel wandern musste. Ziemlich rennsemmlig: die Leichtbau-Außenspiegel sowie die hinteren Plexiglas-Fenster.

Der Mercedes 190 Evil Evo stehend von hinten
Foto: Youtube/Trickfactory Customs

Zwischen den Rohren des Überrollkäfigs findet sich ein knallig rotes Renncockpit samt digitalem Tacho, Kohlefaser-Lenkrad und Schalensitzen. Aber weil der Evil Evo noch immer ein Mercedes ist, gibts auch eine Mittelarmlehne, nur eben gewichtssparend aus Alu. Da man sich aber auch an diesem Biest von einem 190er sattsehen kann, steht für Trickfactory Customs schon das nächste Projekt an: Ein 190er-Mercedes mit V12-Mittelmotor. Auch der passt scheinbar in den Baby-Benz. Man muss es nur wollen.

Fazit

Zugegebenermaßen stellt ein LS-Swap für die Tuner jenseits des großen Teichs keine Besonderheit dar. Der Reiz dieses Umbaus liegt aber gerade darin, den endlichen Motorraum des kompakten 190er-Mercedes mit schier unendlichen Leistungsreserven zu füllen. Dafür, dass er mit ausgeklügelter Aerodynamik basierend auf der legendären Evo-II-Optik daherkommt, verdient der Evil Evo Respekt.