Mercedes 190 „Evil Evo“: Twinturbo-V8 mit 1025 PS im DTM-Kultrenner
Ein Mercedes 190 Evo ist schon serienmäßig ganz großes Kino. Wenn dann auch noch Trickfactory Customs einen Twinturbo-V8 zur Party einlädt, rollt der geflügelte Benz mit 1025 PS zum Abriss.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Mercedes 190 "Evil Evo": Die Reise vom Vierzylinder zum V8
Kaum zu glauben, aber wahr: Es gab mal eine Zeit, in der Mercedes felsenfest behauptete, in den Baby-Benz würden nur vier Zylinder reinpassen. Schulz Tuning bewies 1983 das Gegenteil und pflanzte den Sechszylinder des 280ers (W123) in den 190er. Das konnte Daimler natürlich so nicht auf sich sitzen lassen, weshalb ab 1985 der 2,6er mit sechs serienmäßigen Töpfen vom Band rollte. 40 Jahre später wiederum reichen ein paar Aufräumarbeiten unter der Haube sogar für zwei weitere Zylinder, wie der Mercedes 190 „Evil Evo“ belegt.
Man muss es einfach nur wollen. Und Trickfactory Customs wollte es sogar ganz besonders doll. Deshalb setzte die kanadische Tuningschmiede auf den ältesten Trick ihrer amerikanischen Nachbarn und quetschte einen Chevrolet-LS-V8 unter die arg zerschnittene Haube. Die finale Eskalation erfolgte dann noch in Form einer Twinturbo-Aufladung. Wo auch immer sie den Platz noch hergeholt haben.

Da geht wohl noch mehr: 1025 PS beim ersten Prüfstandslauf
Von Quetschungen dritten Grades ist beim Blick in den rot lackierten Motorraum aber nichts zu sehen. Der amerikanische Antriebsstrang präsentiert sich sauberer eingeräumt als so manches Hotelzimmer im Cesars Palace. Und beide eint, dass es nur einen Möchtegern-Rockstar braucht, um sie bis zur Unkenntlichkeit zu verwüsten.
Der erste Prüfstandslauf des Evil Evo sorgte auf dem Papier für irrsinnige 1025 PS (754 kW) sowie 1116 Nm Drehmoment und beim Trickfactory-Team für einen noch irrsinnigeren Hunger auf weitere Power. Dafür müsste aber erstmal das Getriebe verstärkt werden. Auch der reine Hinterradantrieb stößt allmählich an seine physikalischen Grenzen, was das Team aber mit seinem nächsten Trick, nämlich der Aerodynamik, ausgleichen will.
Aktive Aero-Elemente und das nächste, größenwahnsinnige Projekt
So ragt der Frontspoiler weiter heraus als Saab-900-Stoßfänger, während der Evo-Heckflügel um ein hausgemachtes, aktives Element aufgestockt wurde. Kaum weniger effektiv mutet der riesige Diffusor an, für den die Auspuffanlage in die vorderen Kotflügel wandern musste. Ziemlich rennsemmlig: die Leichtbau-Außenspiegel sowie die hinteren Plexiglas-Fenster.

Zwischen den Rohren des Überrollkäfigs findet sich ein knallig rotes Renncockpit samt digitalem Tacho, Kohlefaser-Lenkrad und Schalensitzen. Aber weil der Evil Evo noch immer ein Mercedes ist, gibts auch eine Mittelarmlehne, nur eben gewichtssparend aus Alu. Da man sich aber auch an diesem Biest von einem 190er sattsehen kann, steht für Trickfactory Customs schon das nächste Projekt an: Ein 190er-Mercedes mit V12-Mittelmotor. Auch der passt scheinbar in den Baby-Benz. Man muss es nur wollen.
Fazit
Zugegebenermaßen stellt ein LS-Swap für die Tuner jenseits des großen Teichs keine Besonderheit dar. Der Reiz dieses Umbaus liegt aber gerade darin, den endlichen Motorraum des kompakten 190er-Mercedes mit schier unendlichen Leistungsreserven zu füllen. Dafür, dass er mit ausgeklügelter Aerodynamik basierend auf der legendären Evo-II-Optik daherkommt, verdient der Evil Evo Respekt.
















