Mercedes 190 E 2.3-16: Ayrton Sennas Privatauto wird versteigert

Dieser Mercedes 190 E 2.3-16 kommt nicht nur aus illustrem Vorbesitz, sondern auch mit einem deftigen Preisschild: Umgerechnet 250.000 bis 285.000 Euro erhofft sich RM Sotheby's von Ayrton Sennas ehemaligem Privat-Benz!

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Der Mercedes 190 E 2.3-16 stehend von schräg vorne.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's/Imago

Zwei Jahre lang fuhr Senna seinen Mercedes 190 E 2.3-16. 40 Jahre später soll der sauber dokumentierte Baby-Benz mindestens eine Viertelmillion Euro bringen.

Der Mercedes 190 E 2.3-16 stehend von schräg hinten.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Beim Sieg des Race of Champions 1984 kam der aufstrebende Brasilianer erstmals in Kontakt mit dem flotten 190er.

Der Mercedes 190 E 2.3-16 stehend von vorne.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Ein Jahr später holte er dann sein persönliches Exemplar im Werk ab, im gleichen Rauchsilber-Farbton.

Der Mercedes 190 E 2.3-16 stehend seitlich.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Gemeinsam mit Kumpel und F1-Kollege Maurício Gugelmin brachte er den Mercedes mit dem Cosworth-Zylinderkopf auf Achse in seine Wahlheimat Großbritannien.

Der Mercedes 190 E 2.3-16 stehend von hinten.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Dort legte der rechtsgelenkte 16-Ventiler etwa 40.000 km zurück, bis ihn Senna 1987 im Rahmen seines Umzugs nach Monaco verkaufte.

Das Cockpit des Mercedes 190 E 2.3-16.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Mit Hinblick auf seine knapp 250.000 km Laufleistung vermittelt der Benz-Innenraum einen äußerst gepflegten Eindruck.

Die Sitze des Mercedes 190 E 2.3-16.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Verlockend: Von hier aus navigierte sich die Formel-1-Legende in den 80ern durch ihren Alltag. Aber ist dieser Sitzplatz wirklich 250.000 Euro wert?

Der Motor des Mercedes 190 E 2.3-16.
Mercedes 190 E 2.3-16 Foto: RM Sotheby's

Ganz rechts oberhalb des Scheinwerfers prangt die Unterschrift von Niki Lauda, der beim Race of Champions 1984 1,38 s hinter Senna Zweiter wurde.

Es ist eine Geschichte, die beinahe so oft erzählt wurde wie die seines tragischen Todes in Imola (Italien): Im Jahre 1984 trug Mercedes im Rahmen der Eröffnungsfeier der Nürburgring-Grand-Prix-Strecke das Race of Champions aus – und lud 20 namhafte Piloten ein, darunter neun Formel-1-Weltmeister (Das sind alle Weltmeister der F1-Geschichte) sowie die künftigen Titelrivalen Alain Prost und Ayrton Senna. Als Rennwagen stellte die Marke 20 gleichwertig modifizierte Mercedes 190 E 2.3-16 zur Verfügung. Der damals 24 Jahre junge Senna fuhr gerade seine ersten F1-Rennen und siegte im Eifelregen überraschend gegen die Welt-Elite, sein erster Schritt zum Shooting-Star der Rennszene.

Wie aussagekräftig das Show-Rennen tatsächlich war, darüber lässt sich bis heute streiten. Aber Fakt ist, dass Senna den gut ausbalanicerten Baby-Benz sofort liebgewonnen hatte. So sehr, dass er sich 1985 selbst einen entsprechenden 190er zulegte. Übrigens im gleichen Rauchsilber-Farbton wie sein Siegfahrzeug im Jahr zuvor. Gemeinsam mit Kumpel und F1-Kollege Maurício Gugelmin holte er den von Cosworth entwickelten 16-Ventiler im Werk ab und fuhr ihn auf Achse bis in seine damalige Wahlheimat Surrey (Großbritannien). Etwa 40.000 km legte er in zwei Jahren mit dem rechtsgelenkten Benz zurück, bis er ihn im Rahmen seines Wechsels zu McLaren und dem Umzug nach Monaco an einen Freund seines Managers verkaufte.
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Der Mercedes 560 SEC von Bruno Sacco im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Gefahren von Senna, signiert von Lauda – aber ist der Mercedes 190 E 2.3-16 wirklich so wertvoll?

Im Verlauf seines 40-jährigen Lebens wechselte das Senna-Mobil 1996 noch ein weiteres Mal den Besitzer, der gemeinsam mit dem Mercedes nach Australien auswanderte. Trotz seines berühmten Vorbesitzers spulte der 2.3-16 auch dort fleißig weiter Meilen ab, sodass mittlerweile knapp 250.000 km auf der Uhr stehen (Hier gehts zur berühmten Nardo-Rekordfahrt des Mercedes 190 E 2.3-16). Immerhin sind alle Werkstattbesuche von 1985 bis heute fein säuberlich dokumentiert. Ebenfalls durchaus wertsteigernd: eine Signatur vom Zweitplatzierten des Race of Champions 1984, Niki Lauda, im Motorraum.

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Das von RM Sotheby's angebotene Fahrzeug ist also – wenn man so will – mit gleich zwei verstorbenen Motorsportlegenden verbunden. Von daher ist der erwartete Erlös von umgerechnet 250.000 bis 285.000 Euro ein Stück weit nachvollziehbar. Wer aber so viel Geld für einen 190er ausgeben möchte, ist mit einem Evo I oder Evo II womöglich etwas besser bedient. Und wer den 16-Ventiler so gerne fährt, wie es offensichtlich Ayrton Senna getan hat, dem reichen auch schon ein Zehntel der Summe für ein vergleichbar eingefahrenes Modell. Wir werden deshalb gespannt nach London (Großbritannien) schauen, wenn der Mercedes 190 E 2.3-16 des dreimaligen Champions am 1. November 2025 unter den Hammer kommt.