Gefälschte Auto-Ersatzteile erkennen: Tipps! Vorsicht vor gefälschten Ersatzteilen

von Christina Finke 06.09.2019
Inhalt
  1. Diese Auto-Ersatzteile werden besonders häufig gefälscht
  2. So erkennen Autofahrer gefälschte Auto-Ersatzteile
  3. Wann geht eine Gefährdung von gefälschten Auto-Ersatzteilen aus?

Gefälschte Auto-Ersatzteile stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Der Einbau von minderwertigen Imitaten kann nämlich schlimme Folgen haben. Mit diesen Tipps können Autobesitzer Fälschungen erkennen!

Gefälschte Auto-Ersatzteile sind zwar oft billiger als die originale, doch das vermeintliche Schnäppchen kann sich auf der Straße schnell als gefährlicher Einkauf herausstellen. Was ein Ersatzteil ist, wer es fertigen und in Verkehr bringen darf sowie die Anprüche, die es erfüllen muss – das alles regelt die Gruppenfreistellungsverordnung der EU. Viele Teile dürfen legal nachgebaut werden. Allerdings nur, wenn sie qualitativ gleichwertig mit den Teilen des Fahrzeugherstellers sind. Längst haben aber auch Kriminelle Autoteile als lohnenden Geschäftszweig entdeckt und kopieren nahezu alle Komponenten, die im Ersatzteil- oder Zubehörgeschäft gehandelt werden, warnen Experten wie Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenvereinigung KÜS. Durch die Fälschungen entstehen nicht nur den Originalherstellern immense Schäden. Auch Privatkunden bringen sich schnell in Gefahr, wenn billige Kopien verbaut werden. Die gefälschten Auto-Ersatzteile als Imitate zu entlarven, ist oft nicht ganz einfach. Aber es geht – und die AUTO ZEITUNG erklärt wie. Mehr zum Thema: Autos mit günstigen Ersatzteilpreisen

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Diese Auto-Ersatzteile werden besonders häufig gefälscht

Zu den Auto-Ersatzteilen, die besonders häufig gefälscht werden, gehören Teile der Lenkung, Keilriemen, Glühbirnen, Bremsbeläge und Bremsscheiben sowie Öl-, Benzin- und Luftfilter. Damit sich nachgemachte Teile für die Fälscher wirtschaftlich rentieren, setzen sie auf bekannte Marken und eine hohe Stückzahl. Außerdem arbeiten sie sehr genau: Neben den Ersatzteilen seien auch meist Verpackung, Prüfzeichen und Sicherheitshologramme eins zu eins dem Original nachempfunden, sagt Thomas Fischer, Vorstand vom Verein freier Ersatzteilemarkt (Vrei), einer Interessenvertretung von Autoteile-Herstellern.

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So erkennen Autofahrer gefälschte Auto-Ersatzteile

Manchmal kann schon der gesunde Menschenverstand helfen, gefälschte Auto-Ersatzteile zu erkennen. Vor allem eines sollten sich Autobesitzer merken: Der Preis ist nicht alles und Schnäppchen gibt es so gut wie keine mehr. "Wenn ein Ersatzteil extrem günstig angeboten wird, weiß entweder der Verkäufer nicht, was es wert ist. Oder es ist Hehlerware. Oder gefälscht. Dann müssen die Alarmglocken angehen", sagt Thomas Caasmann von der Prüforganisation GTÜ. Billige und schlechte Fälschungen erkennen Autofahrer häufig daran, dass Herstellername, Markenzeichen und originale Verpackung fehlen. Daher sollten sie das vermeintliche Original in jedem Fall mit der wirklichen originalen Vorlage vergleichen. Bei gut gemachten Fälschungen wird es aber schon schwieriger, ein Imitat zu erkennen. Bei nachgemachten Felgen sei ein möglicher Hinweis auf eine Fälschung, dass es kein Gutachten für den Radsatz gibt, erklärt Caasmann. "Dann sind die Räder nur ein Nachbau und wurden nicht geprüft. Das ist lebensgefährlich." Aber auch bei Prüfzeichen sei es nicht immer einfach, sie richtig einzuordnen. Zum Beispiel bei der ECE-Norm auf Nachrüst-Scheinwerfern: Manche davon sagt nämlich gar nichts über die Qualität des gesamten Scheinwerfers aus, sondern nur über die elektromagnetische Verträglichkeit. Der Grund dafür: Die Prüfung einzelner Bauteile ist günstiger als die des ganzen Scheinwerfers.

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Wann geht eine Gefährdung von gefälschten Auto-Ersatzteilen aus?

Ob eine Gefährdung von gefälschten Auto-Ersatzteilen ausgeht, hängt immer vom jeweiligen Bauteil ab. Im schlimmsten Fall riskieren Käufer aber Leib und Leben, weil die Fälschungen oft nicht die gleichen Eigenschaften haben wie das Original. Während eine schlecht gemachte Imitation eines Auspuffschalldämpfers im schlimmsten Fall lauter wird und die Abgaswerte nicht erfüllt, kann etwa eine Bremsscheibe brechen und zu einem Unfall führen. Bremssättel können reißen, Dichtungen können platzen oder Chips schlicht die falschen Steuerbefehle liefern. Von den nötigen Prüfsiegeln ganz zu schweigen. "Bei gefälschten Felgen kann der Reifen nicht richtig sitzen und unter Umständen von der Felge rutschen. Felgen können auch brechen", gibt Thorsten Rechtien vom TÜV Rheinland zu bedenken. Außerdem sieht er die Gefahr gefälschter Auto-Ersatzteile auch bei Steuergeräten, Sensoren, Lambdasonden und Teile zur Gemischregelung. Er rät Autofahrern dazu, Ersatzteile ausschließlich beim Fahrzeughersteller oder vom originalen Teilezulieferer zu kaufen und nicht von unbekannten Internet-Shops. Denn spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung würden Prüfer schlecht gefälschte Auto-Ersatzteile meist erkennen und eine HU-Plakette oder die Eintragung im Fahrzeugbrief verwehren. Und auch nicht sicherheitsrelevante Teile können zu Ärger führen: Wenn es blöd läuft, passt das Bauteil nicht richtig, hält nicht lange oder ist schlicht und einfach gar nicht zulässig. Dann heißt billig kaufen nicht selten doppelt kaufen – den ganzen Ärger noch nicht miteingerechnet.

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