Ford Escort RS Cosworth: 1012 PS-VW-Fünfzylinder, Skyline-Teile
Diesem Ford Escort hilft kein Cosworth-Motor auf die Sprünge, sondern ein deftig aufgeladener Fünfzylinder-Dieselblock aus einem VW Bus T4. Das Getriebe steuert wiederum die Skyline-GT-R-Fraktion bei. Mit gut 1000 PS wildert das weiße Tuning-Monster durchs schwedische Outback.
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Dieser Ford Escort RS Cosworth mit VW-Fünfzylinder und Skyline-Getriebe ist ein Multi-Kulti-PS-Gigant
Deutsche Fünfzylinder-Furie trifft JDM-Mobil trifft Ford Escort RS Cosworth: Keine Frage, dieser weiße Kompaktsportler von 1994 ist ein Interessenkonflikt auf Rädern. Und wie das so ist bei Konflikten, bauscht es sich immer weiter auf, bis entweder die USA schlichten müssen und dabei unbemerkt noch die Treibstoffvorräte leeren, oder aber der interne Druck eskaliert auf 2,7 bar und führt zur entfesselten Leistungsexplosion.
Letzteres ist mit dem hier gezeigten Ford Escort RS Cosworth geschehen, den ein Schwede mit multikulturellem Autointeresse zusammengefrickelt hat. Auf den ersten Blick sieht der weiße Kompakte aus wie ein schnell und schmutzig aufgebautes Tracktool. Das kleine bisschen klassische Schönheit, das so ein Escort der finalen Generation im Serientrimm besitzt, wird von geschlitzten und aufgeplusterten Anbauteilen überlagert.
Unter den GfK-Auswüchsen geht es aber noch wilder zu. Viel wilder. Denn im Motorraum steckt weder ein Cosworth-Vierzylinder, noch sonst irgendein Triebwerk aus dem Hause Ford. Stattdessen fällt ein Zylinderkopf mit verdächtigen fünf Zündkabeln ins Auge. Einen Fünfzylinder gabs später im Focus ST und RS der zweiten Generation, mit maximal 350 PS (257 kW) und entwickelt von Volvo.
Aber dieser hier ist anders, denn er stammt aus einem VW Bus T4. Der 2,5 l große Selbstzünder-Block, mit Zylinderwänden so dick wie Mauerwerk, bot die optimale Basis für ein mehr oder minder standfestes 1000-PS-Turbotuning. Dazu gönnte ihm sein Erbauer unter anderem geschmiedete Kolben und Pleuel, einen neuen Zylinderkopf, Trockensumpfschmierung und einen Precision Turbo, für den der Kühler in bester Gruppe-B-Manier ins Heck wandern musste. Bei 2,7 bar Ladedruck spuckt der Prüfstand schier unfassbare Werte von 1012 PS (744 kW) und 1141 Nm Drehmoment aus.
Mitfahrt im Ford Focus RS Turnier (Video)

Getriebe, Antriebswelle, Differential: alles aus dem Skyline GT-R
Um die Kraft an den Allradantrieb des RS Cosworth beziehungsweise auf die Straße zu bringen, hätte sich der Skandinavier sicherlich aus dem Audi-Dunstkreis bedienen können. Hat er aber nicht. Stattdessen schaltet und waltet der Ford über das Fünfgang-Getriebe eines Nissan Skyline GT-R (R33). Auch das hintere Differential sowie die Antriebswelle stammen aus dem frisierfreudigen JDM-Traum.
Im Innenraum sitzt man dank des Spinnennetzes aus Überrollbügeln wie in einer Gefängniszelle, blickt von den Rennschalensitzen aber auf einen digitalen Tacho statt auf die serienmäßige Uhrensammlung. Analoge Zeiger wären wohl auch überfordert mit dem Flipper-artigen Ansprechverhalten des Escort. Da verwundert es auch kaum, dass sein Besitzer den Fünfzylinder-Cossie nur auf Shows und auf abgesperrten Ackern von der Leine lässt, und nicht im normalen Straßenverkehr.













