Diesel SCR-Katalysator: ADAC-Test So gut funktionieren SCR-Nachrüstungen

von Sven Kötter 09.11.2018

SCR-Katalysatoren für Dieselfahrzeuge zum Nachrüsten im ADAC-Test: Das sind die Ergebnisse des ersten Zwischenberichts!

SCR-Katalysator-Systeme zum Nachrüsten für Dieselfahrzeuge sind im Zuge der drohenden Fahrverbote in aller Munde. Die Systeme dreier Anbieter sind seit August 2018 im ADAC-Test. Bis Januar 2019 prüft der Autoclub die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Hardware-Lösungen von HJS, Mangold-Oberland und Twintec an Euro-5-Modellen. Durch die Nachbehandlung der Abgase mit einem SCR-Katalysator soll der Stickoxid-Ausstoß spürbar gesenkt werden. Während sich die Automobilhersteller weigern, Hardware-Umrüstungen anzubieten, haben verschiedene Unternehmen Lösungen entwickelt, die genau das versprechen. Die umgerüsteten Fahrzeuge fahren täglich eine definierte Runde von rund 700 Kilometern im realen Straßenverkehr. 56 Prozent der Strecke sind inner-, der Rest außerorts. 44 Prozent führen über die Autobahn. Dabei wird das Abgasverhalten kontinuierlich gemessen. Zu den erfassten Daten zählt neben den NOx-Emissionen vor und hinter dem SCR-System auch die Abgastemperatur und der AdBlue-Verbrauch. Zusätzlich führt der ADAC Tests durch, die nichtlimitierte Schadstoffe wie Ammoniak messen. Auch die Belastbarkeit der nachgerüsteten SCR-Katalysatoren wird mit Fahrten auf Schlechtwegestrecken überprüft. Mehr zum Thema: Alle Informationen zu Fahrverboten für Dieselautos

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Infografik ADAC-SCR-Test
Alle drei Systeme im Test reduzieren die NOx-Emissionen. © ADAC
 

ADAC-Test von SCR-Katalysatoren für Diesel

Der erste Zwischenbericht des ADAC-Test von SCR-Katalysatoren fällt positiv aus. Alle drei Systeme reduzieren die NOx-Emissionen im sommerlichen Realbetrieb bei Durchschnittstemperaturen von über 23 Grad messbar. Im Mittel bleibt man so in allen drei Fahrzeugen unter dem von der großen Koalition vorgeschlagenen Schwellenwert von 270 Milligramm pro Kilometer. Der ADAC bewertet das Einsparpotential mittels SCR-Katalysatoren als sehr gut. Fokussiert man sich auf den innerstädtischen Betrieb, dann kann das Twintec-System am Opel Astra sowohl auf dem Prüfstand, als auch im realen Verkehr den Schwellenwert unterbieten. Fiat Ducato und VW T5 schaffen den Wert nicht ganz, haben aber auch mit mehr Masse und schlechterer Aerodynamik zu kämpfen. Berücksichtigt man dies und rechnet den für Pkw definierten Schwellenwert entsprechend um, käme man auf einen NOx-Grenzwert von 420 Milligramm pro Kilometer. Dieser wird von beiden Versuchsfahrzeugen deutlich unterschritten. Zwei Zwischenfälle störten den ADAC-Testbetrieb: Der Opel kämpfte mit Kühlwasserverlust, der im Zusammenhang mit dem SCR-Katalysator stand. Beim Ducato fiel das System temporär komplett aus. Laut ADAC haben die Nachrüster in beiden Fällen detaillierte Erklärungen und Abhilfemaßnahmen für den Serieneinsatz geliefert.

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ADAC-SCR-Grafik
Die Messergebnisse im rein städtischen Betrieb. © ADAC
 

SCR-Katalysatoren senken Nox-Emissionen

Der ADAC-Test geht nun bei schlechteren, weil winterlicheren Bedingungen weiter. Der Automobil-Club will dazu weitere Zwischenberichte zu den Versuch mit den SCR-Katalysatoren veröffentlichen und nach Ende der 50.000 Testkilometer im Januar 2019 einen Schlussbericht bereitstellen, der für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.

Blaue Plakette für Dieselfahrzeuge (Video):

 

 

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