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Citroën C5 Aircross: Test C5 Aircross lebt alte Citroën-Tugenden

von Elmar Siepen 05.03.2019

Der Citroën C5 Aircross zieht im AUTO ZEITUNG-Test die Komfortkarte und punktet mit hohem Federungskomfort. Damit kehrt der Autobauer zu seinen Ur-Tugenden zurück!

Der getestete Citroën C5 Aircross ist nach dem C4 Cactus das zweite Modell mit dem neuen Advanced Comfort-Feder-Dämpfer-System im Portfolio der Franzosen – Fans der ehemaligen Hydropneumatik werden sich freuen. Doch statt die Aufbaubewegungen einer stattlichen Limousine federt und dämpft das System die eines Kompakt-SUV – ganz dem Trend der Zeit folgend. Anstelle konventioneller Gummiblock-Anschläge tragen die neuen Citroën-Stoßdämpfer hydraulische Anschläge für das Ein- und Ausfedern. Das bedeutet: Das Dämpfer-Öl strömt bei den Federbewegungen durch unterschiedlich große Bohrungen im Dämpfergehäuse, wodurch die auftretende Energie während der Federbewegungen aufgefangen wird. Damit soll zum Beispiel das berüchtigte "Durchschlagen" auf schlechten Straßen unterbunden werden. Soweit die Theorie. In der Praxis fällt der Citroën C5 Aircross durch sein sensibles Ansprechverhalten auf Bodenunebenheiten positiv auf. Zwar mischt sich bei langsamer Fahrt ganz vereinzelt noch das eine oder andere Poltergeräusch ins Klangbild. Mit zunehmendem Tempo federt der Franzose im Test jedoch immer geschmeidiger. Kurze Bodenwellen eliminiert der hochbeinige Franzose sogar vollständig. Und auf langen Bodenwellen produziert er nur sehr moderate Ausfederbewegungen. 

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Citroën C5 Aircross im Test

Dazu passt die gute Geräuschdämmung im Citroën C5 Aircross, der Motor wird akustisch nur beim Ausdrehen etwas präsenter. Auch die Windgeräusche halten sich dank der bündig verklebten Frontscheibe im Hintergrund. So stellt sich selbst bei längeren Fahrten ein hohes Maß an Gelassenheit ein, die von den bequemen Sitzen unterstützt wird. Seitenhalt zählt hingegen nicht zu deren Stärken. Was den Antrieb betrifft, so ist der Testwagen mit einem 1,6-Liter- Turbobenziner bestückt, der seine 181 PS über eine serienmäßige Achtstufen-Automatik von Aisin an die Vorderräder leitet. Das reicht, um das Kompakt-SUV in 8,9 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen und 216 km/h Höchstgeschwindigkeit zu erzielen. Dennoch kann der Motor trotz seines guten Ansprechverhaltens und seiner Drehwilligkeit nicht verhehlen, dass hier "nur" 1,6 Liter Hubraum genügen müssen. Dies merkt man spätestens an leichten Autobahnsteigungen, wo bereits geringe Gaspedalbewegungen die Automatik veranlassen, ein bis zwei Gänge zurückzuschalten. Neben einem höheren Drehzahlniveau kommt dann eine Portion Hektik ins Spiel, die so gar nicht zur Laufruhe passt, die der Motor des Citroën C5 Aircross beim Test an den Tag legt. Der Testverbrauch von 8,9 Liter Super liegt für die Fahrzeug- und Leistungsklasse aber im akzeptablen Bereich.

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Der C5 Aircross begeistert mit Komfort

Gehobene Fahrdynamik stand allerdings offenkundig nicht im Lastenheft des Citroën C5 Aircross: Die Lenkung arbeitet mit zu großen Lenkwinkeln, während das ESP im getesteten Grenzbereich recht früh und ziemlich vehement eingreift. In puncto Fahrsicherheit und Bremsleistung gibt sich das SUV aber keine Blöße. Ansonsten entspricht die Variabilität des neuen Citroëns dem Klassenstandard: Neigungs- und längs verschieb- sowie klappbare Einzelsitze im Fond und ein Laderaumvolumen mit 580 bis 1630 Litern taugen bestens für den Familien- Alltag. Ebenfalls positiv: Die Verarbeitung lässt kaum Wünsche offen. Wer den Citroën C5 Aircross mit 181-PS-Benziner in die eigene Garage holen möchte, muss dem Citroën-Händler übrigens mindestens 29.890 Euro zahlen.

von Elmar Siepen von Elmar Siepen
Unser Fazit

Nichts für Stressliebhaber und Spätkauf-Nutzer: Der Citroën C5 Aircross ist der Fahrdynamik weniger zugetan und spielt in unserem Test stattdessen die Komfort-Karte. Damit kehrt die Marke zu alten Tugenden zurück und dürfte die Freunde einer entspannten Gangart überzeugen.

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