Alle Infos zum Bugatti Chiron

Bugatti Chiron (2016): Motor & Ausstattung Seriennaher Chiron fährt 490,484 km/h

von AUTO ZEITUNG 09.09.2019
Inhalt
  1. Bugatti Chiron (2016) mit W16-Motor
  2. Nur 500 Chiron-Exemplare werden gebaut
  3. Bugatti Chiron (2016) soll auch Geld verdienen

Der Bugatti Chiron (2016) ist einer der extremsten Seriensportwagen der Welt. Sein W16-Motor entwickelt 1500 PS, was für 420 km/h Höchstgeschwindigkeit reicht. Ein seriennaher Prototyp hat sogar mehr als 490 km/h geschafft!

Der 1500 PS starke Bugatti Chiron begeistert seit 2016 Autofans auf aller Welt – und hat im September 2017 nur 42 Sekunden (41,96) von Null auf 400 km/h beschleunigt und danach zurück auf Null gebremst. Bis dahin die weltweit schnellste für dieses Fahrmanöver erreichte und offiziell gemessene Zeit für ein Serienfahrzeug. Allerdings wurde der Rekord nur wenige Wochen später durch den Koenigsegg Agera RS eingestellt. Interessenten, die mit dem Serienmodell im Windschatten des Rekords fahren möchten, können seit kurzem das optionale "Sky View"-Glasdach ordern. Die in Sandwich-Bauweise konstruierten Glasscheiben verfügen über vier Zwischenlagen, die Windgeräusche dämmen, die Privatsphäre der Insassen wahren und ungewünschte Strahlung filtert. Positiver Nebeneffekt: 2,7 Zentimeter mehr Kopffreiheit und keinerlei Einbußen bei der Steifigkeit. Der Bugatti Chiron (2016) bleibt ansonsten unangetastet, was bedeutet, dass man weiterhin das bisher stärkste und wohl für lange Zeit schnellste Serienauto der Welt fährt. Mehr zum Thema: Der Bugatti Chiron von Lego Technic

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Bugatti Chiron (2016) mit W16-Motor

20 Mitarbeiter setzen den Bugatti Chiron (2016) aus 1800 Einzelteilen in akribischer Handarbeit zusammen. Ein halbes Jahr dauert es auf diese Weise von Produktionsstart bis zum fertigen Auto. Jeder der Wagen ist ein absolutes Einzelstück. Bei der Bestellung wählen die Kunden jede einzelne Komponente von den Lackfarben bis zu den Sicherheitsgurten aus und bestätigen die individuellen Wünsche mit ihrer Unterschrift. Trotz des Preises im Millionen-Bereich, hatten die Franzosen noch vor dem Marktstart schon von 300 Kunden eine Anzahlung kassiert und war deshalb offenbar gut beraten, die Produktion des Coupés gegenüber dem Veyron von 300 auf 500 Exemplare aufzustocken. Zwar will auch der Chiron der ultimative Gran Turismo bleiben, mit dem man vor der Oper genauso gut aufgehoben ist wie auf der Autobahn, einer sanft geschwungenen Küstenstraße oder einer Rennstrecke. Nicht umsonst wahrt er bei aller Brutalität einen Hauch jener Eleganz, die Bugattis wie den Altlantic zur Legende gemacht haben. Und nicht ohne Grund zelebriert der Bugatti Chiron (2016) auch im spürbar entschlackten Innenraum wieder eine Orgie aus Lack und Leder und umschmeichelt die reichen Raser mit einem bei Sportwagen ungeahnten Luxus bis hin zum Soundsystem mit Diamantenstaub auf den Lautsprecher-Membranen und einem Markenlogo aus massivem Silber.

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Nur 500 Chiron-Exemplare werden gebaut

Doch nicht nur Designchef Achim Anscheidt hat das Biest im Bugatti Chiron (2016) betont, zum Beispiel mit dem messerscharfen Blick der schmalsten LED-Scheinwerfer der Welt oder dem martialischen Heck mit seinem 1,60 Meter breiten LED-Schwert an stelle der Rücklichter. Auch der technische Projektleiter Willi Netuschil hat dem Wagen noch mehr Dramatik einprogrammiert. So gibt es nun wie bei jedem schnöden VW verschiedene Fahrprofile, mit denen man mit einem Dreh am Lenkradschalter die Motorsteuerung, die Strategie der siebenstufigen Doppelkupplung, die Kraftverteilung des Allradantriebs, das Stabilitätsprogramm und das neuerdings adaptive Fahrwerk variieren kann. Wem es nicht reicht, dass der Bugatti Chiron (2016) in weniger als 2,5 Sekunden von 0 auf 100, in unter 6,5 Sekunden auf 200 km/h und in nicht einmal 14 Sekunden auf 300 km/h beschleunigen kann und wem ein Spitzentempo von 420 km/h nicht Nervenkitzel genug sind, der kann deshalb auf Knopfdruck sogar driften. Am Grundrezept hat Bugatti beim Wechsel von Veyron auf Chiron nicht viel geändert. Es bleibt beim Carbon-Monocoque mit Aluminiumanbau, mit dem die Entwickler das Gewicht unter zwei Tonnen halten. Im Heck des Bugatti Chiron (2016) steckt nach wie vor der vierfach aufgeladene 16-Zylinder mit acht Litern Hubraum, und die Kraft wird wie bisher mit einer siebenstufigen Doppelkupplung sortiert und über alle vier Räder, nein: Walzen, auf die Straße gebracht. Doch haben die Ingenieure in Molsheim an jeder Stellschraube noch einmal gedreht und so die Leistung um 20 Prozent gesteigert, den cW-Wert gedrückt und das Tempo angehoben.

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Bugatti Chiron (2016) soll auch Geld verdienen

Größer als die Faszination für den Bugatti Chiron (2016) ist aber womöglich die Überraschung, dass es ihn überhaupt noch gibt. Erstens war der Vorgänger angeblich ein Millionengrab und zweitens haben viele spätestens nach der Abgas-Affäre befürchtet, dass der Bolide beim großen Aufräumen in Wolfsburg begraben wird. Diese Angst gab es auch in Molsheim, aber sie war offenbar unbegründet. Als das Dieselgate publik wurde, war die Chiron-Entwicklung auf der Zielgeraden, das Entwicklungsbudget weitgehend ausgegeben und die ersten Kunden hatten bereits ihre Anzahlungen geleistet. Da zieht niemand mehr die Reißleine. Erst recht nicht, wenn es diesmal nicht nur ums Prestige geht, sondern auch um den Profit. Denn Dürheimer war mit dem Chiron nicht nur angetreten, "um das spektakulärste Auto der Welt zu bauen, sondern auch um damit Geld zu verdienen."

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