Flügeltürer und Co: Alle Arten von Autotüren Alle Türtypen auf einen Blick

von Markus Schönfeld 04.06.2019
Inhalt
  1. Alle Typen von Autotüren: die Standardtüren
  2. Schiebetüren
  3. Selbstmördertüren
  4. Scherentüren
  5. Schmetterlingstüren
  6. Flügeltüren
  7. Schwanentüren
  8. Dihedral-Türen
  9. Verschiebbares Dach

Unsere Brot-und-Butter-Autos öffnen und schließen wir in den meisten Fällen alle auf die gleiche Art. Doch es gibt noch unzählige andere Arten von Autotüren, die oft besonders teure Autos schmücken und vor allem eines können: auffallen. Dabei gibt es nichts, was es in der Automobilgeschichte noch nicht gegeben hat. Eine Übersicht!

 

Alle Typen von Autotüren: die Standardtüren

Ob VW Golf, BMW Dreier oder Mercedes E-Klasse – in die meisten Autos gelangt man über vier Standardtüren, die vorn angeschlagen sind und von hinten nach vorn öffnen. Diese einfache Konstruktion hat nicht nur Kostenvorteile bei der Produktion. Die Standardtür gilt auch als die sicherste Variante aller Türkonzepte. Während der Fahrt lassen sich standardmäßigen Autotüren vor allem bei höheren Geschwindigkeiten wegen der aerodynamischen Kräfte kaum öffnen. Und im Gegenzug ist nach einem Crash die Wahrscheinlichkeit am größten, dass die Türen auch bei starker Verformung noch zu öffnen sind. Mehr zum Thema Sicherheit

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Schiebetüren

Schiebetüren sind vor allem bei Vans, Familienbussen und Lieferwagen beliebt. Sie bieten eine größere Öffnungsfläche als Standardtüren – und das bei ebenso geringer Bautiefe. Das erleichtert den Einstieg. Es können beispielsweise aber auch größere oder sperrige Nutzlasten einfach und vor allem von der Seite her eingeladen werden. Weiterer Vorteil: Selbst in engen Parklücken lassen sich Schiebetüren komplett öffnen und versperren obendrein nicht den Weg zum Bürgersteig. In der Geschichte des Automobils gab es die skurrilsten Formen von Schiebetüren. Einige waren voll im Kotflügel versenkbar. Andere öffneten gar nach unten, wie beim legendären BMW Z1. Der konnte so sogar mit geöffneten Türen fahren.

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Selbstmördertüren

Lange waren sogenannte Selbstmördertüren vor allem von den großen Limousinen von Rolls Royce bekannt. Hinten angeschlagen, öffnen sie entgegen der Fahrtrichtung und sollen so den Passagieren im Fond den Ein- und Ausstieg erleichtern. Sollten diese Art von Auttüren allerdings während der Fahrt aufspringen, könnte es zur einem ausgemachten Schaden kommen. Denn wenn sich der Fahrtwind in der Tür fängt, würde die mit immenser Kraft aufgerissen. Selbstmördertüren sind aber gar nicht so selten: Vor allem bei Pickups mit der erweiterten Kabine nutzen Autobauer sie gern in kurzer Bauweise für den Noteinstieg in den kleinen Fond (Anderthalb-Kabiner). Der Vorteil: Es gibt keine B-Säule, die den Zustieg versperrt. Das wussten auch sportliche Modelle wie beispielsweise der Mazda RX-8 zu schätzen. 

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Scherentüren

Scherentüren werden oft mit Flügeltüren verwechselt, weil auch sie nach oben aufschwingen. Allerdings sind die Türscharniere hier unterhalb der A-Säule versteckt, sodass diese Autotüren wie Scheren vertikal rotieren. Die wohl erste Scherentür wurde rund um das Bertone-Design des Alfa Romeo Carabo entwickelt. Hier waren die Türen so dünn, dass sie tatsächlich an eine Schere erinnerten. Heute sind Türen vor allem aufgrund der Crashsicherheit und der Geräuschdämmung viel dicker und schwerer. Aus diesem Grund ist der Mechanismus deutlich anspruchsvoller und raumgreifender konstruiert. Dennoch setzt beispielsweise Lamborghini immernoch auf das Konzept der Scherentüren. Und auf dem Tuning-Markt finden sich etliche Anbieter für diese spektakulären Nachrüstlösungen.

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Schmetterlingstüren

Ähnlich wie Scherentüren öffnen Schmetterlingstüren auch nach oben. Allerdings sind sie direkt an der A-Säule angeschlagen, sodass sie sich beim Öffnen leicht nach vorn um die A-Säule drehen. Ein bekannter Vertreter der Schmetterlingstüren war der McLaren F1. Aber auch der BMW i8 setzt auf dieses Konzept. Übrigens zählen auch Einzeltüren, die samt Lenksäule nach vorn öffnen zu den Schmetterlingstüren. Legendäres Beispiel für diese Spezialität ist die BMW Isetta.

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Flügeltüren

Die englische Beschreibung "Gull-Wing" – also Möwenflügel – gibt hier eher Auskunft über die Konstruktion. Denn die Türscharniere sind bei den Flügeltüren tatsächlich am Dach befestigt. So öffnen die Türen sehr weit nach oben und über das Dach, ermöglichen so aber einen bequemen Zustieg mit reichlich Kopffreiheit. Dabei gibt es auch Flügeltüren, die sich während des Öffnens über ein mittleres Scharnier zusammenfalten. Im Englischen bezeichnet man diese Türen als "Falcon-Wing-Doors" – also Falken-Flügel. Jüngstes Beispiel für diese noch etwas komplexere Konstruktion ist das Tesla Model X, dessen Fondtüren per Knopfdruck nach oben öffnen.

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Schwanentüren

Diese seltene Türform öffnet tatsächlich wie ein Schwanenflügel – also nicht horizontal wie bei Standardtüren, aber auch nicht nach oben wie bei Scherentüren. Stattdessen schwingt das Scharnier etwas schräg nach außen, sodass die Tür schräg nach vorn und oben öffnet. Besonders spektakulär werden Schwanentüren, wenn sie hinten angeschlagen sind wie Selbstmördertüren. Seltenes Beispiel: der Lykan HyperSport.

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Dihedral-Türen

Es gibt wohl kaum eine andere Automarke, die ein so aufwändiges Türkonzept entwickelt hat, wie Koenigsegg. Die Schweden selbst sprechen von Dihedral-Türen. Dabei dreht sich die Tür beim Öffnen einmal um 90 Grad von der Vertikalen in die Horizontale und schiebt sich während dieses spektakulären Vorgangs sogar noch nach vorn. Das teure Konzept dürfte einmalig sein und setzt in erster Linie auf den Showeffekt. Auf Entwicklungs- oder Fertigungskosten müssen die Schweden bei ihren Supercars ohnehin nicht achten. Trotz exorbitanter Kaufpreise erfreuen sich Modelle wie CCX, Agera oder Jesko größter Beliebtheit.

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Verschiebbares Dach

Auch wenn die Konstruktion im Deutschen keine klare Bezeichnung hat, so findet man bei einigen Exoten die sogenannten "Canopy-Doors". Dabei lässt sich das Dach samt Glasflächen rundum in eine Richtung verschieben. Am häufigsten ist dabei die Konstruktion wie bei einem Kampfjet, bei dem sich die Glaskuppel nach hinten öffnet. Doch auch bei den legendären Messerschmitt-Modellen musste man das Dach für den Zustieg aufklappen. 

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