Auto überbrücken: Richtig Starthilfe geben! Starthilfe-Geben richtig erklärt

von Christina Finke 30.01.2020

Wenn sich die Autobatterie entladen hat, hilft es meist nur noch, das Auto zu überbrücken. Doch Vorsicht: Wer hier Fehler macht, kann teure Schäden an der Elektronik verursachen. Die AUTO ZEITUNG erklärt, wie Autofahrer richtig Starthilfe geben!

Wenn sich die Batterie sich entladen hat und der Wagen nicht mehr anspringt, hilft es oft nur noch, das Auto zu überbrücken. Doch auch wenn sich schnell jemand findet, der Starthilfe gibt und den Motor so wieder zum Surren bringt, sollten Autofahrer einige Dinge beachten. Sonst drohen Schäden an der Elektronik der beteiligten Fahrzeuge. Wer an einer viel befahrenen Straße oder einer unübersichtlichen Stelle liegen geblieben ist, sollte diese zunächst mit einem Warndreieck absicher und bei den anschließenden Arbeiten an den Fahrzeugen eine Warnweste tragen. Dann verrät ein Blick in die Bedienungsanleitung des Wagens, ob Starthilfe überhaupt möglich ist. Außerdem hängt es auch von der Ausrüstung ab, ob das Überbrücken des Autos gelingt: Denn ein schwaches Ladekabel hilft meist nicht weiter. Es sollte unbedingt der DIN-Norm 72 553 oder der ISO-Norm 6722 entsprechen und einen Querschnitt von mindestens 16 Millimetern für Benziner oder 25 Millimetern für Diesel haben. Und da Autobatterien meist im Winter versagen, ist es ratsam, das Kabel auf Biegsamkeit zu überprüfen, da das Isoliermaterial bei Kälte verhärtet. Um Kurzschlüsse zu vermeiden, müssen die Polzangen zudem komplett in Kunststoff gehüllt sein und lediglich ihre Spitzen aus Metall bestehen. Mehr zum Thema: Starthilfe geben

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Richtig Starthilfe geben im Video erklärt:

 

 

Auto überbrücken: So Starthilfe geben!

Ist das richtige Werkzeug zum Starthilfe-Geben gefunden, geht es ans Überbrücken des Autos: Wer Minus- und Pluspol der Batterie nicht auf Anhieb findet, kann die Bedienungsanleitung des Wagens zu Rate ziehen. Meist sind die Pole aber leicht identifizierbar, da die Symbole oft daneben in Kunststoff eingegossen sind. Wer sich nicht sicher ist, sollte aber lieber einen Fachmann ranlassen. Denn eine Verwechslung der Polarität kann unter Umständen teure Schäden in der Fahrzeugelektronik nach sich ziehen. Sind die Pole identifiziert, werden für die Starthilfe mit dem roten Kabel zunächst die Pluspole der beiden Fahrzeugbatterien verbunden. Beim schwarzen Kabel ist dann erneut Vorsicht geboten: Es wird nämlich nicht wie vielleicht angenommen, an beide Minuspole angeschlossen, sondern lediglich an den Minuspol des Fahrzeugs, das die Starthilfe (Geberauto) gibt. Bei dem Auto mit der entladenen Batterie (Nehmerauto) wird das Kabel dagegen an einem Metallteil (Massepunkt) des Motorblocks angeschlossen. Würde man das schwarze Kabel auch hier an die Batterie anschließen, könnten Funken entstehen, wodurch im Extremfall die Batterie zerstört werden kann.

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Starthilfe geben: Fehler beim Überbrücken des Autos vermeiden

Wenn die Starthilfe-Kabel richtig angeschlossen und die Autobatterie überbrückt ist, wird zuerst der Motor des Geberautos und dann der des Pannenfahrzeugs angelassen. Springt es nach wie vor nicht an, empfiehlt es sich nochmal zu prüfen, ob die Polzangen richtig sitzen. Schafft auch das keine Abhilfe, gibt es vermutlich weitere Schäden am Auto, die das Anspringen des Motors verhindern. In jedem Fall sollten Autofahrer nach mehreren erfolglosen Startversuchen aufhören, um keinen Schaden an der Batterie und bei Benzinern durch unverbrannten Kraftstoff im Kat zu riskieren. War die Starthilfe hingegen erfolgreich und der Motor läuft, ist es wichtig, im überbrückten Auto etwas einzuschalten, das viel Strom zieht, wie zum Beispiel die Heckscheibenheizung. Wenn die Polzangen gelöst werden, kann dies hohe Spannungen zur Folge haben, die so abgefangen werden und der Elektronik nicht weiter schaden können. Dann wird zuerst das Minuskabel (schwarz) an Massepunkt und Minuspol abgeklemmt und anschließend das Pluskabel (rot). Sobald die Starthilfe-Kabel gelöst sind, können auch die Heckscheibenheizung oder andere Verbraucher wieder ausgeschaltet werden. Um die Batterie anschließend wieder vollständig aufzuladen, sind einige Kilometer Überlandfahrt nötig, kurze Stadtstrecken bringen nichts. In der Regel empfiehlt es sich jedoch, die Batterie in der Werkstatt an ein Ladegerät anzuschließen. Ohnehin sollte sie von einem Fachmann überprüft werden, damit sich das Malheur nicht bei der nächsten Fahrt wiederholt.

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