So schlägt sich der neue Audi RS 5 gegen den BMW M3 Touring
Mit dem RS 4-Nachfolger Audi RS 5 Avant schickt Ingolstadt einen heißen Kraft-Kombi ins Rennen gegen den gefeierten BMW M3 Touring. Doch wie schlägt er sich im innerbayerischen Duell?
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Audi RS 5 & BMW M3 Touring im Vergleich: Die Preise
Mit dem Audi RS 5 stellt Ingolstadt einen Nachfolger des Mittelklasse-Sportlers RS 4 vor – bitte nicht mit der bisherigen Coupé-Limousine verwechseln. Faktisch ist der Neuling also ein Angriff auf den gefeierten BMW M3 Touring, den der bayerische Erzrivale 2022 erstmals vorgestellt und 2024 zuletzt geliftet hat. Und Audi hatte durchaus Nachbesserungspotenzial, schließlich war der letzte RS 4 bereits 2019 vorgestellt und inzwischen abgesetzt worden.
So viel sei vorweg genommen: Die beiden performanten Pampersbomber liegen in den allermeisten Rubriken äußerst nah beieinander, so auch beim Preis. Während die M GmbH den M3 Competition Touring ab 108.900 Euro ins Rennen schickt, rollt der RS 5 Avant ab 107.850 Euro an die Startlinie – im sechsstelligen Bereich ist das wohl eine zu vernachlässigende Differenz (Stand: Februar 2026).
Der BMW M3 Touring im Video

Antriebe: R6-Verbrenner gegen V6-PHEV
Was den Verbrennungsmotor angeht, befinden sich die beiden Bayern auf Augenhöhe. So röhrt im Audi ein 2,9-l-V6-Biturbo mit 510 PS (375 kW), während BMW aus einem 3,0-l-R6-Biturbo 530 PS (390 kW) herauskitzelt.
Dennoch setzt genau hier der größte konzeptionelle Unterschied zwischen den beiden Power-Kombis an: Der neue RS 5 arbeitet zusätzlich mit Plug-in-Hybrid-Unterstützung. Dazu integriert Audi eine 130 kW (177 PS) starke E-Maschine in das Achtgang-Getriebe, wodurch es der Neuling auf stolze 639 PS (470 kW) Systemleistung bringt. Damit überbietet er Bimmer also um 109 PS, auch das Systemdrehmoment fällt mit 825 Nm um 175 Nm höher aus.
Die elektrische Unterstützung bewerkstelligt der Ingolstädter mit einem 400-V-System und einer Batterie mit 22 kWh Nettokapazität, die unterhalb des Kofferraums liegt. Sie lädt mit einer maximalen AC-Ladeleistung von 11 kW und soll eine elektrische Reichweite von bis zu 84 km ermöglichen.
Fahrdynamik: Leistung vs. Gewicht
Aber wie spielt sich der konzeptionelle Unterschied bei den Fahrleistungen aus? Interessanterweise geben beide Hersteller Null-auf-100-Werte von exakt 3,6 s an – hier halten sich beim Audi RS 5 PHEV-Mehrleistung und -Mehrgewicht unterm Strich die Waage. Letzteres ist allerdings nicht von schlechten Eltern: Während der BMW M3 Touring mit einem Leergewicht von 1865 kg angegeben ist, bringt es der Audi auf 2370 kg und legt damit unglaubliche 505 kg drauf – das kann nicht nur auf das Konto der Hybridtechnik gehen.
Auch bei der Höchstgeschwindigkeit schenken sich die beiden Kraft-Kombis nicht viel. So erreicht der Ingolstädter mit Audi Sport Paket 285 km/h, während man mit dem M Driver's Package die Möglichkeit auf Autobahn-Exzesse bis 280 km/h kauft. Doch wer schnell fährt, muss auch hart bremsen. Auch dafür haben beide Bayern exklusive Optionen im Angebot: Audi eine Keramikbremse (Durchmesser: 440 mm vorn, 410 mm hinten), BMW eine Carbon-Keramik-Anlage (400 mm vorn, 380 mm hinten).
Im Zusammenhang mit der Fahrdynamik ist zudem das elektromechanische Torque Vectoring des RS 5 interessant. Dabei wird alle fünf Millisekunden der momentane Drehmomentbedarf ermittelt und ein entsprechender Wert an die Hinterräder weitergegeben, was dem Handling zugutekommen soll. Im Jahre 2026 kaum noch erwähnenswert: Beide Kombis arbeiten mit Allradantrieb.

Exterieur: Ähnliche Maße, unterschiedliches Design
Ein wenig unterscheiden sich Audi RS 5 Avant und BMW M3 Touring bei den Außenmaßen. Mit 4,90 m fällt der Audi deutlich länger aus als das Standardmodell und überragt auch den Touring um rund zehn Zentimeter. Zudem baut er mit 1,95 m rund neun Zentimeter breiter als der A5 und damit knapp fünf Zentimeter breiter als der M3. Im Radstand ist der Audi mit 2,90 m ebenfalls gut vier Zentimeter üppiger aufgestellt als der Münchener.
Kein Geheimnis: Besonders bei Sportwagen kauft das Auge mit. Und beim Exterieurdesign ergänzen sich die beiden Bayern gekonnt. Wo BMW auf die kontroversen Riesen-Nieren setzt, will Audi mit dem traditionellen Single-Frame-Kühlergrill punkten. Die vier Ringe sitzen wie beim A6-Verbrenner am Übergang zwischen Grill und Karosserie.

Erst der Blick auf das Heck offenbart unterdessen, wie brutal die jeweiligen Sportabteilungen die Mittelklasse-Kombis verbreitert haben. Zumindest subjektiv wirkt der Audi in dieser Hinsicht noch etwas extremer, was sich auch in den fünf Zentimetern Breiten-Plus gegenüber dem BMW widerspiegelt.
Auch in Hinblick auf das schwächer abfallende Heck ist der Audi ein wenig sportlicher gezeichnet, was jedoch zu Lasten des Kofferraums geht. Hier hat der BMW mit 500 bis 1500 l Ladevolumen die Nase klar vor dem Ingolstädter mit 361 bis 1302 l – keine Überraschung, da der Kofferraum auch eine Schwäche des A5 Avant ist. Reine Geschmackssache: die beiden RS-typischen Riesen-Ovale als Auspuffendrohre gegen die vier Flöten des M3.
Infotainment: Beide Sportler mit Display-Feuerwerk
Die Innenräume der beiden Familienbeschleuniger setzen entsprechend der allgemeinen Tendenz auf großflächige Display-Landschaften. In beiden Kombis verschmelzen ein Cockpit-Display (Audi: 11,9 Zoll, BMW: 12,3 Zoll) und ein zentraler Touchscreen (Audi 14,5 Zoll, BMW: 14,9 Zoll) zu einer Einheit. Hier wie dort lässt sich optional ein Head-up-Display dazubuchen. In einer Hinsicht setzt der RS 5 allerdings einen drauf: Hier gibt es serienmäßig ein 10,9-Zoll-Beifahrerdisplay. Stark konturierte Sportsitze für den nötigen Seitenhalt sind bei RS 5 und M3 Ehrensache.
Fazit
Der neue Audi RS 5 Avant und sein wohl ärgster Konkurrent BMW M3 Touring liegen in vielen Hinsichten auf Augenhöhe: Sei es Preis, Motorenkonzept oder 0-auf-100-Performance. Eigentlich gibt es nur einen fundamentalen Unterschied: die PHEV-Verstärkung des RS 5. Diese sorgt für ein deutliches Leistungsplus sowie neue Möglichkeiten in Sachen Drehmomentverteilung, gleichzeitig aber auch für bittere 505 kg mehr Leergewicht. Wie sich das fahrdynamisch ausspielt, wird der Praxistest zeigen – letztlich bleibt die Entscheidung zwischen Audi Sport und der M GmbH aber weiterhin eine Glaubensfrage.




















