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Audi RS 3 Sportback: Test Kompakt-Racer RS 3 Sportback im Test

von Jürgen Voigt 07.01.2022
Inhalt
  1. Der Audi RS 3 Sportback im Test
  2. Torque Splitter im Audi RS 3 Sportback
  3. Preis des Audi RS 3 Sportback
  4. Der Audi RS 3 Sportback im Connectivity-Check

Im Audi RS 3 addieren sich der charismatische Turbo-Fünfzylinder mit 400 PS und ein Hightech Allradantrieb zu einem begeisternden Kompakt-Racer, wie unser Test unterstreicht.

PositivStarker und toll klingender Turbo-Fünfzylinder, fahrdynamisch auf Sportwagen-Niveau, alltagstauglich
NegativHoher Preis, teure Extras, kleiner Kofferraum

Der Audi RS 3 Sportback transportiert mit Fünfzylinder, Turbo, quattro  die ikonischen Eckpfeiler einstiger Rallye-Erfolge geschickt in die Gegenwart – und damit in unseren Test. Und das ist alles andere als Show, denn die kompakte RS-Taschenrakete – wahlweise auch als Limousine – macht mit ihrem betörend klingenden 400- PS-Fünfzylinder richtig Alarm. Die gemessenen 3,7 Sekunden für die Beschleunigung von null auf 100 km/h sind dafür nur ein Indiz. Tempo 200 steht nach 13 Sekunden an, und optional regelt der Kleinste aus der Audi Sport GmbH statt bei 250 dann bei 280, mit RS-Dynamikpaket plus bei 290 km/h ab. Sportlich-straff bewältigt der RS 3 auch den Alltag. Dass wir es hier tatsächlich mit einem Kompaktwagen zu tun haben, gerät eher zur Nebensache und fällt erst im Alltagsbetrieb auf. Den bewältigt der Audi zwar ebenfalls ganz schön lässig, dennoch verlangen die ziemlich kurzen Federwege des – trotz der adaptiv geregelten Dämpfer (1000 Euro) – straff abgestimmten Fahrwerks sowie das relativ laute Abrollen und der recht kleine Kofferraum (282 bis 1104 Liter) ein paar Zugeständnisse, vor allem auf längeren Reisen. Damit hätten wir die wesentlichen Kritikpunkte des Audi RS 3 Sportback bereits abgehandelt. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Der Audi RS 3 Sportback im Test

Wer sich den Audi RS 3 Sportback für mindestens 60.000 Euro (Limousine: 62.000 Euro) zulegt, möchte Spaß, und zwar auf gute, alte Verbrenner-Art. Sobald der quer eingebaute 2,5-Liter vorn unter der Haube seine fünf Kolben tanzen lässt, ist Stimmung in der Bude. Das Radio hat in unserem Test Pause, stattdessen hören wir lieber dem – von der RS Sportabgasanlage (1000 Euro) unterstützten – Aggregat beim multitonalen Durcheilen des Drehzahlbands zu. Die im Gegenzug gelieferte Beschleunigung hat so gar nichts mit Kompaktklasse zu tun, sondern darf als uneingeschränkt sportwagentauglich klassifiziert werden. Noch beeindruckender ist aber, wie effektiv der neue quattro-Allradantrieb die Power umsetzt, ohne dass auch nur ein Rad merklich unter Haftungsschwund leidet. Die über den zentralen Fahrdynamikregler vernetzten Fahrwerks und Antriebssysteme arbeiten perfekt, sodass der RS 3 selbst auf nassem Asphalt meist zuverlässig auf Kurs bleibt, ganz gleich welcher Fahrmodus (auto, comfort, dynamic, efficiency) über das Audi drive select gerade aktiviert ist. Dahinter steckt ein neuartiger quattro-Antrieb, der zwar auch mit der bekannten radselektiven Momentenverteilung arbeitet, die als Unterfunktion des ESC (ESP) per Bremseingriff an einzelnen Rädern des Audi RS 3 Sportback realisiert wird.

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Torque Splitter im Audi RS 3 Sportback

Neu hingegen beim Audi RS 3 Sportback ist der aktive RS Torque Splitter (siehe Seite rechts) an der Hinterachse, gefertigt vom Zulieferer Magna. Die beiden per Schneckentrieb angesteuerten Lamellenkupplungen regeln nicht nur die Kraftverteilung zwischen den Achsen, sondern auch die Momentenzuweisung an jedes der beiden Hinterräder. Damit lässt sich das Eigenlenkverhalten des Fahrzeugs, abhängig von Fahrzustand und gewähltem Fahrmodus, im Test nahezu beliebig beeinflussen. Davon profitiert die Kurvenwilligkeit ebenso wie die Stabilität, wenn etwa zum Unterbinden von Lastwechselreaktionen beide Hinterräder durch Lösen der Kupplungen blitzschnell vom Antrieb entkoppelt werden, sobald man in der Kurve abrupt vom Gas geht. Driften kann er auch – im RS Torque Rear Modus Besonders im RS-Performance-Fahrmodus offenbart der RS 3 eine beeindruckende Handlichkeit. Er folgt fast intuitiv passgenau jedem Radius und hält stabil die Ideallinie. Für verspielte Drift-Kids (bitte nur auf abgesperrter Strecke!) gibt es dann noch den RS Torque Rear Modus, der beherzte Drifteinlagen zulässt. Das fühlt sich etwas gewöhnungsbedürftig an, denn der Audi schwenkt unter Last zwar willig mit dem Heck aus, braucht zur Stabilisierung aber nur einen recht geringen Gegenlenkimpuls. Für die Drift-Challenge wählt man also doch lieber einen authentischen Hecktriebler. Alles andere an Fahrmanövern erledigt der Audi RS 3 Sportback mit Brillanz. Bodenwellen lässt er seine Passagier:innen zwar spüren, bleibt dabei aber unbeirrt in der Spur und beruhigt sich auch schnell wieder.

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Preis des Audi RS 3 Sportback

Komplett ist der Audi RS 3 Sportback trotz des Basispreises von 60.000 Euro nicht. Die lückenlose Ausrüstung mit Assistenzsystemen oder Technik-Trends wie die (nicht unbedingt erforderliche) Karbon-Keramik-Bremse (nur vorn), Head-up-Display oder das sinnvolle Matrix-LED-Licht verschlingt weitere Tausender. Auch der – den Fahrleistungen angemessene – Testverbrauch von 9,6 Litern auf 100 Kilometer wird auf lange Sicht zum Kostenfaktor.

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Der Audi RS 3 Sportback im Connectivity-Check

In Bezug auf Connectivity lässt sich der Audi RS 3 Sportback im Test nicht lumpen. Das MMI Radio mit Touchscreen, eigener Netzanbindung – etwa zur Nutzung der Audi connect Dienste – und Bluetooth-/USB-Schnittstellen ist Serie, Smartphone-Integration kostet 400 Euro. Komplett wird das Infotainment mit der Online-Navigation plus für 1790 Euro. Hi-Fi-Fans sollten statt des Audi-Soundsystems (290 Euro) die Bang & Olufsen-Anlage (790 Euro) wählen. Das digitale Cockpit ist Serie, das Head-up-Display kostet 800 Euro.

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AUTO ZEITUNG 01/2022Audi RS 3 Sportback
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.5/4; Turbo
Hubraum2480 cm³
Leistung294 kW/400 PS
Max. Drehmoment500 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang Doppelkupplung/ permanenter Allradantrieb
Messwerte
Leergewicht (Test)1599 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)3,7 km/h
Höchstgeschwindigkeit (Werk)Serie: 250 km/h, optional 280 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,9/34,1 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)9,6 l/9,0 l SP
CO2-Ausstoß (WLTP)205 g/km
Preise
Grundpreis60.000 €

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Mit der Kombination aus herrlich klingendem, überaus kraftvollem Turbo-Fünfzylinder und einem intelligenten quattro-Antrieb mit diversen abrufbaren Fahrmodus-Einstellungen deckt der Audi RS 3 Sportback im Test ein breites Spektrum zwischen Alltag und Rennstrecke ab. Der Preis dafür ist hoch, aber auf die teils teuren Assistenz- und Technik-Extras mag man auch nicht komplett verzichten. Typisch für einen kompakten Allrad-Leistungssportler sind der kleine Kofferraum und das geräuschvolle Abrollen.

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