Tesla Model S: Preise, Antriebe, Crashtest Neue Preise für's Model S

von Alexander Koch 06.09.2017
Inhalt
  1. Neue Preise für das Tesla Model S
  2. Crashtest-Ergebnis Tesla Model S
  3. Tesla Model S mit Reichweitenrekord

Erneut passen die US-Amerikaner die Preise für das Tesla Model S an. Mit dem Entfall der günstigsten Modelle 60 und S 60D profitieren Tesla-Kunden aber nicht mehr von der staatlichen E-Auto-Prämie. Außerdem: Das E-Auto stellt einen Reichweitenrekord von 1000 Kilometern auf.

Nachdem Tesla die Einstiegsmodelle S 60 und S 60D mit 60-kWh-Batterie wegen zu geringer Nachfrage komplett aus ihrer Palette gestrichen hat, passt der Autobauer die die Preise für sein luxuriöses E-Auto an: Das Tesla Model S 75 als preiswertestes Modell der Baureihe startet aktuell bei 67.970 Euro, was einen Preisunterschied von über 1000 Euro ausmacht. Zusätzlich hat Tesla die Soft- und Hardware seines Model S überarbeitet und macht es damit gerade in der Basisvariante deutlich schneller. So beschleunigt das Tesla Model S 75 in nur 4,3 Sekunden auf 60 mph (rund 96 km/h) statt vormals 5,5 Sekunden. Das Allrad-getriebene Model S 75D nimmt dem Vorgänger eine glatte Sekunde ab und sprintet nun in 4,2 Sekunden auf 60 mph. Auch der S 100D profitiert von der Überarbeitung und beschleunigt in 4,1 statt 4,2 Sekunden auf über 96 km/h. Spätestens in der Top-Ausstattung P100D mit 100-kWh-Batterie und Allradantrieb ist das Model S ein absoluter Sportwagen: Dann beschleunigt das Elektroauto in nur 2,7 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Zudem kommen die Topmodelle mit dem "P" seit Mitte 2017 mit dem sogenannten Ludicrous-Modus (Wahnsinns-Modus). Er ist vergleichbar mit dem Insane-Modus der nicht mehr angebotenen Modellen P85D und P90D und presst auch die letzten Leistungsreserven aus den im Fahrzeugboden verbauten Akkus. Dann soll das Tesla Model S P100D sogar in nur 2,4 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Das "D" im Namen steht im Übrigen für "Dual Motor" – zwei unabhängig voneinander arbeitende E-Motoren an der Vorder- und Hinterachse.

Test Tesla Model S P90D im Test
Tesla Model S P90D (2016): Test  

Beschleunigungstest im Model S

Geschichte Teslas im Video:

 
 

Neue Preise für das Tesla Model S

Das Tesla Model S möchte aber nicht nur ein Sportwagen sein, schließlich ist es eines der ganz wenigen E-Autos dieser Größe auf dem Markt. Gegen ein Aufpreis von 4400 Euro bietet der US-Amerikaner sogar eine dritte Sitzreihe an, die aber den 894 Liter fassenden Stauraum erheblich einschränkt. Der Autopilot kostet 2800 Euro plus Aktivierungspauschale von 3300 Euro, dessen automatische Spurhaltefunktion aber nicht mit vollautonomen Fahren zu verwechseln ist. Kein Aufpreis kostet der charakteristische wie riesige 17-Zoll-Touchscreen als zentrales Steuerelement im Armaturenbrett. Es verfügt über Internet-Anbindung und ermöglicht WiFi-Hotspots für die Passagiere. Darüber hinaus kann das Model S mit zahlreichen weiteren Optionen ausgestattet werden: Das Premium-Update für 3900 Euro beinhaltet unter anderem den neuen HEPA-Luftreinigungsfilter und LED-Kurvenlicht sowie -Nebelscheinwerfer. Das Kaltwetter-Paket für 1100 Euro umfasst ein beheizbares Lenkrad, eine Sitzheizung, einen Enteiser für die Scheibenwischer und beheizbare Scheibenwaschdüsen. Das Uprade für die Hifi-Anlage des Tesla Model S namens Ultra High Fidelity Sound mit zwölf Lautsprechern kostet 2800 Euro, das Hochstrom-Ladegerät 1700 Euro plus Aktivierungspauschale von 2100 Euro. Sind die Akkus leer, lässt sich das Tesla Model sowohl über die 230V-Wechselstrom-Steckdose als auch am Tesla-Supercharger – hier in nur 75 Minuten – aufladen. Letzterer ist seit Januar 2017 für Neukunden nicht mehr kostenfrei, die nur noch ein Guthaben von 400 kWh erhalten. Die anschließende Gebühr soll laut Tesla aber unter dem Preis für die Tankfüllung eines Autos mit Verbrenner liegen. Mehr zum Thema: Das kostet der Tesla-Supercharger

Elektroauto Tesla Model X (2016)
Tesla Model X (2016): Preis (Update!)  

Neue Preise für das Tesla Model X

Tesla Model S im IIHS-Crashtest (Video):

 
 

Crashtest-Ergebnis Tesla Model S

In puncto Sicherheit bietet das Tesla Model S ausreichend Schutz, was sich in fünf das im Euro-NCAP-Crashtest niederschlug. Im IIHS-Test, dem Crashtest des US-Versicherungsinstituts für Autobahnsicherheit, bekommt das Model S jedoch nur die zweitbeste Note. Und dabei ist es schon der zweite Anlauf. Bereits im ersten Test schrammte der Stromer iknapp am begehrten "Top Safety Pick+" vorbei. Zwar überzeugte das Tesla Model S in den meisten Test-Kategorien mit guten Wertungen, erhielt beim Front-Seitwärts-Aufprall aber nur nur eine ausreichende Bewertung. Messungen am Dummie zeigten, dass in diesem Fall Verletzungen am Kopf, sowie am rechten Bein möglich wären, würde der simulierte Crash tatsächlich so stattfinden. Beim zweiten Anlauf war es vor allem der Sicherheitsgurt, der nicht überzeugen konnte: Beim Small Overlap Crashtest, der einen Unfall mit einem Baum oder einer Laterne bei 65 km/h simuliert, schlug der Kopf des Fahrers trotz Sicherheitsgurt gegen das Lenkrad. Die Kindersitzverankerung schnitt mit der drittbesten von vier möglichen Bewertungen ebenfalls schlecht ab. Die Frontscheinwerfer wurden mit der schlechtesten Wertung versehen. Das Crashtest-Ergebnis kommt für den Tesla-Chef wohl zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, zum Produktionsstart des Model 3. Die Börse reagierte bereits mit Kurseinbrüchen. Mehr zum Thema: Gutachten zum Tesla-Autopiloten

Neuheiten Tesla Model S Facelift (2016)
Tesla Model S Facelift (2016): Erste Infos  

Tesla frischt Model S auf

Tesla Model S
Italiener stellten mit dem Model S einen Reichweitenrekord auf. © Twitter/Tesla Owners Italia
 

Tesla Model S mit Reichweitenrekord

Was Tesla-Chef Elon Musk schon immer behauptet hatte, stellt das Tesla Model S nun tatsächlich unter Beweis: Fünf Mitglieder eines italienischen Tesla-Clubs taten sich zusammen, um einen Reichweitenrekord aufzustellen. Mit Spritsparreifen ausgerüstet und ausgeschalteter Klimaanlage legte die Gruppe die Distanz bei einem Tempo von rund 40 km/h in 29 Stunden zurück. Entsprechend müde und verschwitzt, aber auch stolz zeigten sich die Männer nach der 1000-Kilometer-Tour. Tricksereien sollen ausgeschlossen sein: Berichten des Guardian zufolge war bei der Rekordfahrt nämlich auch ein Notar anwesend, der die Ladesteckdose des Tesla Model S versiegelt hat. Bei dem Rekordfahrzeug handelt es sich um ein Model S 100D, der in 4,1 Sekunden auf 60 mph (96 km/h) beschleunigt und nach Angaben des Herstellers bei einem Tempo von 100 km/h eine Reichweite von 594 Kilometern erzielt. Der Basispreis für das Tesla Model S 100D beträgt 105.320 Euro. Tesla-CEO Musk war von der 1000-Kilometer-Fahrt so begeistert, dass er dem Club aus den fernen USA per Twitter gratulierte.

Vergleichstest Tesla Model S P85D Audi RS 7 Sportler Elektroauto Vergleichstest
Tesla Model S P85D/Audi RS 7: Test  

Tesla gegen Audi – Spannung trifft Sprit

ModellAkkuAntriebBeschleunigungTop SpeedReichweitePreis
S 60 (nicht verfügbar)60 kWhHinterrad5,8 s/100 km/h210 km/h408 km69.020 Euro
S 60D (nicht verfügbar)60 kWhAllrad5,4 s/100 km/h210 km/h408 km74.520 Euro
S 7575 kWhHinterrad4,3 s/60 mph225 km/h480 km67.970 Euro
S 75D75 kWhAllrad4,2 s/60 mph225 km/h490 km82.070 Euro
S 90D (nicht verfügbar)90 kWhAllrad4,4 s/100 km/h250 km/h557 km99.720 Euro
S 100D100 kWhAllrad4,1 s/60 mph250 km/h613 km105.320 Euro
S P100D100 kWhAllrad2,4 s/100 km/h250 km/h613 km144.670 Euro

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