VW-Strategie 2025: Elektroautos & Verbrenner-Aus VW will E-Auto für unter 20.000 Euro anbieten

von Alexander Koch 14.10.2019

Im Zuge der VW-Strategie 2025 wollen die Wolfsburger ihre Modellpalette reduzieren und ab 2026 keine reinen Verbrenner mehr bauen. In absehbarer Zukunft sollen nur noch CO2-neutrale Elektroautos die VW-Werke verlassen. Bis 2024 soll ein Elektroauto für unter 20.000 Euro auf den Markt kommen. Dieser Artikel wurde am 14.10.2019 aktualisiert!

VW will bis 2024 ein kleines Elektroauto auf den Markt bringen, das weniger als 20.000 Euro kosten soll. Die Arbeiten an einem Fahrzeug bestätigte Michael Jost, der Chefstratege des Wolfsburger Autobauers, im Oktober 2019 gegenüber der "Automobilwoche". Als Reichweite dürften demnach 220 bis 250 Kilometer genügen. Und tatsächlich würde VW damit wohl eine Lücke im derzeitigen Elektroauto-Angebot schließen: Bislang ist zwar etwa der Smart EQ Fortwo zum selben Preis zu haben, allerdings kommt der mit einer Batterieladung nur rund 150 Kilometer weit. Und das erste Modell der Wolfsburger, der ID.3, mit einer Reichweite von 300 Kilometern soll für rund 30.000 Euro angeboten werden. Vor seiner Elektro-Offensive versucht VW aber offenbar noch, sein Lager der älteren E-Modelle zu räumen und setzt dabei auf Niedrigpreise. Einer jüngsten Rabattstudie des CAR-Instituts der Universität Essen-Duisburg zufolge wird der batteriegetriebene e-Golf derzeit mit hohen Abschlägen in den Markt gedrückt. Die Marktbeobachter haben eigenen Angaben zufolge bei Internet-Händlern mehrere Angebote gefunden, die mit der staatlichen Förderung auf einen Verbraucher-Endpreis von knapp mehr als 20.000 Euro kommen. Damit liege das bislang für 31.900 Euro angebotene Elektroauto aktuell unter dem Listenpreis des günstigsten Verbrenner-Golfs. Mehr zum Thema: VW & e.Go kooperieren bei Elektroautos 

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VW arbeitet an E-Citycar für unter 20.000 Euro

Abgeleitet aus der VW-Strategie 2025, die vorsieht, die Modellpalette bis 2025 zu entschlacken und zu elektrifizieren, ist das Aus des reinen Verbrenners auf 2026 terminiert. Das hat der VW-Chefstratege Michael Jost auf einem Auto-Gipfel Ende am Dienstag, 4. Dezember 2018, in Wolfsburg verkündet: "Im Jahr 2026 hat die letzte Plattform, die nicht CO2-neutrales Potenzial hat, die nicht CO2-neutrale Fahrzeuge generieren kann, ihren letzten Produktionsstart". Ziel sei es, CO2-neutrale Fahrzeuge zu bauen, um somit die Ziele des Pariser Klimaabkommens umzusetzen. Zuvor hatte der Hersteller verkündet, bis 2023 bis zu 44 Milliarden Euro in Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren zu investieren. Das es VW mit dem Aus des Verbrenners ernst meint verdeutlicht die Tatsache, dass in den VW-Werken in Hannover und Emden ab 2022 Elektroautos vom Band laufen werden. Bereits 2021 sollen am Standort Zwickau sechs Elektroautos für drei Konzernmarken entstehen. Bis das letzte Auto mit Verbrenner-Motor die Werkshallen verlassen wird könnte aber noch dauern. VW rechnet damit, den letzten Verbrenner ungefähr 2040 zu verkaufen. Mehr zum Thema: Das ist der VW-Elektro-Bus ID.

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VW-Strategie 2025: Aus für den Verbrenner

Das Aus des Verbrenners geht mit der VW-Strategie 2025 einher: Geplant ist, die Fahrzeugpalette des Autobauers deutlich zu verkleinern. Die Maßnahmen betrifft 40 Modellvarianten der Marken VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche. Dabei handelt es sich insbesondere um absatzschwache Varianten. Zu den genauen Modellen hält Volkswagen sich jedoch bedeckt, aber das Ende von Scirocco wie Beetle ist bereits bekannt. Bisher gibt es bei Volkswagen viele Modelle in verschiedenen Ausführungen und Editionen, zum Beispiel als Zwei- oder Viertürer, aber auch als Kombi, Cabrio oder Coupé. Hinzu kommen unterschiedliche Antriebe wie Benzin-, Diesel- oder Elektromotoren. VW verfolge die Strategie 2025 nicht nur, um die Komplexität der Produktion der Modelle zu reduzieren, sondern auch, um einem hausgemachten Problem entgegenzuwirken: Die einzelnen Konzernmarken werden immer mehr zur Konkurrenten. Auch bei den VW-GTI-Modellen wird der Konzern in absehbarer Zeit nur noch auf drei Modelle setzen. Das ließ VW-Markenvorstand Herbert Diess im Gespräch mit dem britischen Automagazin autocar.co.uk im Sommer 2017 durchsickern: "Ich denke, mit den drei GTI-Modellen, die wir haben, sind wir gut aufgestellt." Damit schließt Diess auch ein GTI-Modell auf Basis des kommenden E-Autos aus, das bislang als ID-Studie bekannt ist. "Bei allen Baureihen, die elektrifiziert werden, steigen die Chancen eher für neue GTE- als für GTI-Modelle", so Diess. 

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