VW-News (März 2021): Voltswagen & Wolfsburg VW-Aprilscherz mit Konsequenzen?

von AUTO ZEITUNG 31.03.2021
Inhalt
  1. VW-News im März 2021: Namensänderung in "Voltswagen of Amerika" ist Aprilscherz
  2. Juni 2019: Streit um VW-Käfer-Design vor Gericht
  3. März 2019: VW und e.Go kooperieren beim Bau von Elektroautos & Stellenabbau angekündigt
  4. ​Dezember 2015: VW trennt sich von Werbe-Claim "Das Auto"

VW-News im März 2021: Volkswagen räumt ein, dass die Nachricht zur Namensänderung in "Voltswagen" für Elektrofahrzeuge in den USA ein verfrühter Aprilscherz war. Die Aktion könnte Konsequenzen nach sich ziehen. Dieser Artikel wurde am 31.03.2021 aktualisiert.

 

VW-News im März 2021: Namensänderung in "Voltswagen of Amerika" ist Aprilscherz

Im März 2021 hat die Ankündigung, Elektroautos von VW in den USA hießen künftig "Voltswagen", große Wellen geschlagen. Neue Elektroautos des Konzerns sollten in den USA demnach künftig mit einem hellblauen VW-Logo gekennzeichnet sein, unter dem der Schriftzug "Voltswagen" angebracht ist. Damit solle die Zukunftsorientierung des Konzerns Richtung E-Mobilität zum Ausdruck gebracht werden. Ein dunkelblaues Logo sollte für Fahrzeuge mit Verbrennermotor erhalten bleiben. Aus der auf der angeblich versehentlich zu früh veröffentlichten Meldung soll außerdem hervorgegangen sein, dass "Voltswagen of America" als Teil der Volkswagen Group of America, der Tochtergesellschaft der Volkswagen AG, operieren werde. Nun hat ein VW-Sprecher in den USA der Deutschen Presse-Agentur (DPA) die Hintergründe des missglückten Aprilscherz offenbart: "Es wird keine Umbenennung von Volkswagen of America geben. Die vermeintliche Umbenennung war als Ankündigung im Geiste des 1. April gedacht, um den Start des vollelektrischen SUV ID.4 hervorzuheben und unser Bekenntnis zur Elektromobilität für alle mitzuteilen." Medienberichten zufolge hat der PR-Gag die VW-Aktie zeitweise um fast fünf Prozent angehoben und könnte deshalb ernsthafte Konsequenzen bedeuten. Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich dazu laut DPA noch nicht geäußert. "Eine Beeinflussung des Börsenkurses können wir aufgrund der Werbekampagne nicht erkennen. Das war und ist auch nicht Ziel der Aktion. Gleichzeitig bedauern wir, sollten wir in der Wahrnehmung Einzelner über das Kampagnenziel hinausgeschossen sein", kommentiert der VW-Sprecher. Die US-Kampagne sei mit einem Augenzwinkern entwickelt und umgesetzt worden.

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Juni 2019: Streit um VW-Käfer-Design vor Gericht

Der gerichtliche Streit um das Design des VW Käfer ist im Juni 2019 vorerst beendet. Die Zivilkammer des Landgerichts Braunschweig hat die Klage um das Urheberrecht für das legendäre Käfer-Design abgewiesen. In der Begründung des Gerichts hieß es, dass die Zeichnung des Ur-Käfers nicht urheberrechtsfähig sei. Des Weiteren sei Komenda zwar am Design des Käfers beteiligt gewesen, habe aber nicht alleine dessen Formen gestaltet. Aufgrund von "erheblichen Unterschieden im Design" hat das Landgericht Braunschweig "einen übereinstimmenden Gesamteindruck verneint und ist von einer freien Benutzung ausgegangen", hieß es in der Begründung. Ingrid Steineck, Tochter des verstorbenen Porsche-Designers Erwin Komenda, hatte zuvor bereits versucht, nachträglich das Urheberrecht am 911er-Design einzuklagen, wurde im Sommer 2018 jedoch auch vom Landgericht Stuttgart abgewiesen. Beim Design des Käfers ging es um einen sogenannten "Fairnissausgleich" gemäß § 32a UrhG. Ingrid Steineck und ihre Anwälte beriefen sich darauf, dass Komenda in den 1930er-Jahren den Käfer entworfen habe. Besondere Merkmale des Käfers wurden dann bei der Umsetzung von New Beetle und Beetle bewusst zitiert. Dazu zählte im Streit um das Design des VW Käfer nach Ansicht der Kläger unter anderem das sogenannte "Käfer-Lächeln". Im Streit um das Design des VW Käfer wurde darüber hinaus argumentiert, dass der VW-Konzern in den letzten zehn Jahren erhebliche Gewinne eingefahren habe, die maßgeblich auf das ursprüngliche Käfer-Design zurückzuführen sind. Komenda selbst, der bereits 1966 verstarb, bekam laut Klägern lediglich eine bescheidene Vergütung. Ingrid Steineck ging es dem Vernehmen nach nicht um finanzielle Wiedergutmachung, sondern um die Anerkennung ihres Vaters als mutmaßlichen Schöpfer des Designs von Käfer, Porsche 356 und 911 seitens des VW-Konzerns. Der Urheberrechtsprozess im Streitfall "VW-Käfer-Design" begann am 21. November 2018. Gegen die Entscheidung des Landgerichts Braunschweig kann die Klägerin Berufung einlegen.

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März 2019: VW und e.Go kooperieren beim Bau von Elektroautos & Stellenabbau angekündigt

  • VW will seinen Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) zur Entwicklung von E-Autos auch für andere Hersteller öffnen und hat mit dem Aachener Start-up e.Go, wie Anfang März 2019 bekannt wurde, bereits den ersten externen Kooperationspartner gefunden. Der Elektrofahrzeughersteller, der bisher unter anderem den elektrischen Lieferwagen Streetscooter für die Deutsche Post sowie den kleinen Elektro-Flitzer e.Go Life entwickelte, hat sogar schon mit der Planung eines konkreten Fahrzeugprojekts auf Basis des Elektrifizierungsbaukastens begonnen. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, sagt dazu: "Ich freue mich, dass wir mit e.Go den ersten Partner gefunden haben, der unseren Elektrifizierungsbaukasten als Basis für ein gemeinsam zu bestimmendes Fahrzeugprojekt nutzen wird." Es scheint also so, als hätte VW bei der Gestaltung des geplanten Fahrzeugs durchaus ein Wörtchen mitzureden. Auch Günther Schuh, Chef des aus der RWTH Aachen heraus gegründeten Start-ups, verspricht sich von der Kooperation Vorteile für sein Unternehmen: "Wir werden durch die MEB-Plattform noch schneller, robuster und kostengünstiger." Wie vielseitig der Modulare Elektrifizierungsbaukasten (MEB) von VW ist, den auch e.Go zukünftig für den Bau eines Elektroautos nutzen wird, zeigten die Wolfsburger auf dem Genfer Autosalon 2019. Die auf der Messe präsentierte Studie I.D. Buggy zeigt, dass auch elektrisch angetriebene Kleinserien auf MEB-Basis einfach und günstig realisiert werden können. Dass nun auch andere Hersteller die MEB-Plattform für ihre Autos nutzen können, soll in erster Linie die Kosten für Elektromobilität senken – sowohl für den VW-Konzern als auch für die potenzielle Kundschaft. Die Kosten für die Entwicklung neuer Technik sind nämlich hoch. Volkswagen investiert bis 2023 rund 30 Milliarden Euro für neue Modelle, Antriebe und Batterien. Mehr zum Thema: Das ist der e.Go Life

  • Mitte März 2019 kündigte der Volkswagen-Konzern an, in den nächsten fünf Jahren 5000 bis 7000 Stellen bei seiner Kernmarke VW abbauen zu wollen. Sie sollen etwa beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden. Unter anderem sollen Routineaufgaben automatisiert und ab 2023 damit auch eine Gewinnverbesserung von 5,9 Millionen Euro jährlich erzielt werden, teilte das Unternehmen mit. Der bei der Marke VW für das Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter sagte, man habe mit den bisherigen Sparprogrammen schon viel erreicht: "Aber wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen." Derzeit investiert VW viel Geld in moderne IT-Systeme – was dem Management Spielraum eröffnet, über Stellenabbau Kosten zu sparen. Außerdem soll die Modellvielfalt reduziert und die Materialkosten gesenkt werden. Bereits im Herbst 2016 hatten die Wolfsburger ein großes Sparprogramm mit der Arbeitnehmerseite verabredet, das noch bis Ende 2020 läuft. Hierbei sollen weltweite 30.000 abgebaut werden, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9000 neue Arbeitsplätze in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung neu entstehen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2025 ausgeschlossen. Auch an den VW-Standorten Emden und Hannover könnten bis zu 7000 Stellen wegfallen, wenn die E-Auto-Produktion hochgefahren und in Emden die Passat-Produktion ins tschechische Skoda-Werk in Kvasiny verlagert wird. Hintergrund der Umstrukturierung ist die Tatsache, dass sich der Passat zunehmend schlechter verkauft und das Werk deshalb nicht mehr ausgelastet ist. So wurde 2017 im VW-Werk Emden aufgrund des Absatzrückgangs Kurzarbeit angeordnet. An einigen Tagen ruhte die Produktion sogar komplett. Der Stellenabbau an den VW-Standorten Emden und Hannover sei allerdings nur möglich, wenn Altersteilzeitregelungen voll ausgeschöpft würden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) im Dezember 2018 berichtete. Auch durch die Versetzung bis dato befristeter Mitarbeiter ins VW-Werk in Kassel und zu Porsche in dann unbefristete Arbeitsverhältnisse sollen Arbeitsplätze abgebaut werden. Um die Umstellung an den beiden Standorten abzufedern, wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 vereinbart. Gleichzeitig können nach dpa-Informationen Zukunftsjobs rund um den Megatrend Digitalisierung in den Werken entstehen.

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​Dezember 2015: VW trennt sich von Werbe-Claim "Das Auto"

VW trennt sich im Dezember 2015 nach acht Jahren vom beschädigten Marken-Claim "Das Auto". Die Wolfsburger haben sich zwar darauf spezialisiert, das perfekte Fahrzeug für so viele Menschen wie möglich zu bauen und sind so zumindest phasenweise zum größten Autobauer der Welt aufgestiegen. Doch "Das Auto" hat in den letzten Monaten nicht nur ein paar Kratzer abbekommen, nach Überzeugung der Verantwortlichen bei VW ist eine Reparatur gar unmöglich geworden: Gegenüber Reuters bestätigte ein Sprecher, dass unter dem VW-Logo künftig nicht mehr "Das Auto" stehen wird. Stattdessen soll weltweit nicht mehr als der ausgeschriebene Name Volkswagen zu lesen sein und die Rückbesinnung auf die traditionellen Werte des Unternehmens verdeutlichen. Der Abschied vom 2007 unter Martin Winterkorn eingeführten Claim "Das Auto" ist auch ein weiteres Signal an die Kunden, dass die Ära des erst vor wenigen Wochen unerwartet in die Kritik geratenen Ex-Chefs endgültig beendet ist. Das schlichtere "Volkswagen" soll auch zum Ausdruck bringen, dass man sich in Wolfsburg künftig etwas demütiger präsentieren wird. Die Phase des schier unendlichen Selbstbewusstseins ist unter dem neuen VW-Chef Matthias Müller offenbar beendet, die Folgen des Diesel-Skandals werden auch in der Öffentlichkeitsarbeit deutlich zu spüren sein. Vor allem der frühere BMW-Vorstand Herbert Diess habe sich gegen den Slogan "Das Auto" ausgesprochen, weil dieser im Sinne eines absolutistischen Alleinvertretungsanspruchs für alle Autobauer missverstanden werden könne. Außerdem sei der alte Spruch nicht in der Lage gewesen, den technologischen Anspruch des Unternehmens zu transportieren. Den nach über acht Jahren "Das Auto" sehr öffentlichkeitswirksamen Abschied von einer Botschaft, die zuletzt auch im Ausland vielen Verballhornungen ausgesetzt war, begreift man bei Volkswagen als ersten Schritt in eine neue, saubere Zeit.

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