Alle Tests zum VW Passat

VW Passat Variant Facelift: Test Frischer Wind im Passat Variant Facelift

von Paul Englert 29.07.2019
Inhalt
  1. Das VW Passat Variant Facelift im Test
  2. Sensible Assistenzsysteme im VW Passat Variant Facelift
  3. Connectivity-Test: VW Passat Variant Facelift
  4. Messwerte & technische Daten des VW Passat Variant Facelift

Nach knapp fünf Jahren frischt VW den Mittelklasse-Topseller optisch und technisch leicht auf. Erster Test des VW Passat Variant Facelift mit 190 PS starkem Zweiliter-Dieselmotor.

PositivPlatz, Komfort, Assistenzsysteme, Konnektivität, Ausstattung, Dynamik
NegativPreise, Qualitätseindruck im Detail

Es wird Zeit für einen Test des VW Passat Variant Facelift. Denn lange Zeit war der VW Passat unangefochtener Zulassungs-König in seinem Segment. Doch seit Anfang des Jahres meldet das KBA die Mercedes C-Klasse als Thronfolger des Wolfsburgers – mit gut 3000 Einheiten mehr als VW vom Passat zwischen Januar und Mai 2019 absetzen konnte. Nun erfolgte die Überarbeitung des Beststellers, den wir als Kombi mit Zweiliter-Turbodiesel und Doppelkupplungsgetriebe testen. Zugegeben, das Facelift f­ällt auf den ersten Blick etwas mau aus, und die optischen Änderungen dürften wohl nur Zeitgenossen au­ffallen, die sich ziemlich intensiv mit der VW-Modellpalette beschäftigen. Beginnen wir außen mit der leicht veränderten Frontschürze vorn und dem mittigen Passat-Schriftzug auf der Heckklappe. Der neueste Trend: hinterm Stoßf­änger versteckte Endrohre und in die Verkleidung integrierte Blenden, die vorgeben, Endrohre zu sein. LED-Scheinwerfer sind ab jetzt Passat-Standard. Wer etwas mehr Exklusivität will, muss mindestens 2190 Euro für die LED-Matrixscheinwerfer inklusive der LED-Rückleuchten investieren. Dann strahlen vorn 44 Dioden automatisch sowie variabel, hinten leuchten Rück- und Bremslichter wie beim Touareg getrennt voneinander. Das sieht schick aus und erhöht die Aufmerksamkeit der Hinterherfahrenden. Innen punktet der Passat nach wie vor mit einem für die Mittelklasse sensationell guten Raumangebot – angefangen beim 650 bis 1780 Liter großen Kofferraum. Variabel ist das VW Passat Variant Facelift obendrein, hat dreigeteilt umklappbare Fondsitzlehnen, einen doppelten Ladeboden und eine umklappbare Beifahrersitzlehne (ab 100 Euro), sodass man auch besonders lange Gegenstände transportieren kann. Mehr zum Thema: So kommt der VW Golf 8

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Das VW Passat Variant Facelift im Test

Neue Farben, Polstersto­ffe und Verkleidungen sowie Blenden gehören ebenfalls zum Auffrischungsprogramm des VW Passat Variant Facelift, wobei man hier und dort nach wie vor Hartplastik findet, ohne in die Tiefen des Fußraums abtauchen zu müssen. Angesichts eines Listenpreises ab 43.090 Euro, mit dem der Passat Variant auf dem Niveau vergleichbarer Wettbewerber von Premium-Marken liegt, erwarten wir an dieser Stelle etwas feinere Materialien. Dass es nach wie vor nur ein Head-up-Display als ausfahrbaren Plexiglas-Schirm gibt, passt ebenfalls nicht ganz zum Premium-Anspruch. Geändert wurde das Layout der Digitalinstrumente (in Verbindung mit dem Top-Navi für 2990 Euro), was die Sache aber nicht besser macht: Wo vor dem Facelift der Bildschirm mit per Knopfdruck einstellbarer Grafik zum Beispiel für Tempo, Drehzahl, Bordcomputer oder Navigation beinahe den gesamten Schacht hinter dem Lenkrad ausfüllte, ist er nun leicht geschrumpft, weil Tankfüllstand und Wassertemperatur nicht mehr im, sondern neben dem Schirm angezeigt werden. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität allerdings solide. Was sonst noch au­­ffällt: Statt der Analoguhr sitzt nun ein illuminierter Passat-Schriftzug zwischen den Luftausströmern, das neue Multifunktionslenkrad sieht schlanker aus und kommt mit geändertem Tastenlayout. Das Fach vor dem Getriebewählhebel ist auf Wunsch mit einer Fläche für induktives Laden ausgestattet. Standard sind topmoderne USB-C-Anschlüsse, für die man jedoch einen Adapter benötigt, weil die meisten Smartphones noch mit USB-3-Ladekabeln ausgeliefert werden. Für die Smartphone-Spiegelung (z.B. Apple Carplay) braucht man aber keine Kabelverbindung mehr, sondern kann sie kabellos via Bluetooth aktivieren (Option). Ab sofort ist das VW Passat Variant Facelift auch besser vernetzt. So kann man zum Beispiel Fahrzeugeinstellungen auf dem Smartphone speichern und in einem anderen Passat aufspielen (We Connect) – für Fuhrpark-Kunden ein interessantes Feature. Der neue Sprachassistent, der sich aktiviert, sobald man die Zauberworte "Hallo Volkswagen" ausgesprochen hat, vereinfacht die Bedienung während der Fahrt.

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Sensible Assistenzsysteme im VW Passat Variant Facelift

Aus dem Arteon bereits bekannt sind die feingerasterte Regelung der adaptiven Dämpfer (1200 Euro) im VW Passat Variant Facelift und die noch sensibleren Assistenzsysteme. So kann man beispielsweise ein Tempo einstellen, wobei der Wagen in der Spur gehalten wird, vor Kurven automatisch verzögert oder an Stoppschildern abbremst. Auch Tempolimits kann der Passat erkennen und übernehmen – jedoch sollte man sich darauf selbst bei klarer Sicht nicht verlassen. Der Testverbrauch von 6,8 Litern Diesel auf 100 Kilometern geht in Ordnung, und das Gewicht des großzügig ausgestatteten Testwagens von 1624 Kilo ist angesichts der Fahrzeuggröße und des hohen Nutzwerts ein Lob wert. Wegen hoher Temperaturen ließ die Bremsleistung bei unseren Messungen etwas nach, allerdings fährt der Passat Variant mit der aufgezogenen Conti-Bereifung sehr sicher, federt harmonisch und ist damit nicht nur ein ideales Langstreckenauto, sondern bei Bedarf auch recht dynamisch unterwegs. Der neue VW Passat Variant bleibt also auch nach dem Facelift ganz der Alte. Gut so.

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Connectivity-Test: VW Passat Variant Facelift

VW bietet nun mit dem "We Connect"-Service (Serie) die Möglichkeit, Parkplätze online zu finden, Funktionen via Smartphone fernzusteuern oder sich künftig Waren ins Auto liefern zu lassen. Zum Serienumfang des VW Passat Variant Facelift gehören Bluetooth- und USB-C-Schnittstelle, FM-Radio sowie die Smartphone-Spiegelung (Apple CarPlay, Android Auto; via Kabel). DAB-Radio für 245 Euro, Navi ab 1125 Euro. Das Top-Navi "Discover Pro" des Testwagens kostet 2990 Euro.

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Messwerte & technische Daten des VW Passat Variant Facelift

AUTO ZEITUNG 15/2019VW Passat Variant 2.0 TDI
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbodiesel
Hubraum1968 cm³
Leistung140 kW/190 PS
Max. Gesamtdrehmoment400 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang-Doppelkupplung/Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Test)1624 kg
0 - 100 km/h (Test)7,8 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)232 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
35,4/36,8 m
Verbrauch (Test/EU)6,8/5,0 l D/100 km
CO2-Ausstoß (WLTP)161 g/km
Preise
Grundpreis43.090 Euro

von Paul Englert von Paul Englert
Unser Fazit

Behutsam hat VW den Passat Variant verfeinert, ihn etwas schicker, vor allem aber moderner gemacht. Die Sicherheitsassistenten arbeiten noch intelligenter, und mit USB-C sowie dem neuen Sprachassistenten ist der Passat in Sachen Connectivity ebenfalls up-to-date. Allerdings ist nicht alles besser geworden, und die Preise des VW Passat Variant Facelift liegen auf Premium-Niveau.

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