Tesla-Autopilot: Unfälle/Ermittlungen (USA) US-Behörden untersuchen Teslas "Autopilot"

von Christina Finke 24.03.2021
Inhalt
  1. Behörden in den USA ermitteln nach Unfällen wegen Teslas "Autopilot"
  2. Unfall mit Tesla Model X & Autopiloten endet tödlich
  3. Tesla-Unfall mit Model S & Autopilot: Ermittlung eingestellt

Die US-Bundesbehörden nehmen im März 2021 nach einer Reihe von Unfällen Ermittlungen wegen Teslas "Autopilot" auf. Bereits im März 2018 sorgte der tödliche Unfall mit einem Tesla Model X und eingeschaltetem Autopiloten für Diskussionen – unter anderem, weil der Fahrer Warnungen ignoriert hatte und den Unfall wohlmöglich hätte verhindern können. Die Familie des Unfallopfers reichte Klage gegen den Autobauer ein.

 

Behörden in den USA ermitteln nach Unfällen wegen Teslas "Autopilot"

Wegen 23 Unfällen verschiedener Tesla-Modelle untersucht die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) mögliche Mängel von Teslas sogenanntem "Autopilot". Das berichtet die "New York Times" Ende März 2021. Bei den Vorfällen soll das bereits mehrfach in die Kritik geratene Fahrassistenzsystems des kalifornischen Elektroautoherstellers entweder eingeschaltet oder möglicherweise aktiv gewesen sein. Unter anderem geht es um den Unfall eines Tesla Model Y, das auf  einem Highway im Bundesstaat Michigan auf einen stehenden Streifenwagen auffuhr. Eine Stellungnahme des Herstellers blieb bislang aus. 

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Tesla-Unfall mit Autopilot im Video:

 
 

Unfall mit Tesla Model X & Autopiloten endet tödlich

Ein Tesla-Unfall auf einer Autobahn im kalifornischen Silicon Valley endete am 23. März 2018 tödlich – und das, obwohl der sogenannte "Autopilot" die ganze Fahrt über eingeschaltet war. Die Angehörigen des Unfallopfers reichten daraufhin im Mai 2019 Klage gegen den US-Elektroautobauer ein. Ihre Anwält:innen werfen Tesla vor, dass der Autopilot des E-Fahrzeugs fehlerhaft sei und weder Fahrspurlinien noch eine Betonabsperrung richtig erkannt habe. Daher habe das Elektrofahrzeug auch nicht gebremst. Das Unternehmen erklärte, dass der 38-jährige Familienvater die Warnungen des Autopiloten seines Model X ignoriert haben soll und anschließend gegen einen Beton-Poller fuhr. Währenddessen sei der adaptive Tempomat mit dem Mindestabstand eingeschaltet gewesen, der den Abstand zum vorausfahrenden Auto automatisch einhält. Auch der Spurhalteassistent sei eingeschaltet gewesen. Doch der Unfall wirft die Frage auf, wieso das Model X dann überhaupt in Richtung des Beton-Pollers fuhr. Trotz mehrerer visueller und akustischer Warnsignale soll der Fahrer jedoch nicht eingegriffen haben. Angeblich hätte er noch fünf Sekunden Zeit und 150 Meter Entfernung bis zum Aufprall gehabt, seine Hände habe er aber sechs Sekunden lang nicht am Lenkrad gehabt, heißt es weiter. Fernsehberichten zufolge soll sich der Fahrer laut seiner Familie schon vor dem Unfall mehrfach beschwert haben, dass der Tesla-Autopilot in Richtung der Fahrbahnbegrenzung lenke. Tesla erklärt dazu, dass der Autopilot nicht alle Unfälle verhindere, aber mit Autopilot sei das Risiko, in einen tödlichen Unfall zu geraten, 3,7 Mal geringer. 

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Tesla-Unfall mit Model S & Autopilot: Ermittlung eingestellt

Zum tödlichen Crash eines Tesla Model S mit eingeschaltetem "Autopilot" im Mai 2016 haben nach Einschätzung amerikanischer Unfallermittler:innen zu lasche Sicherheitsvorkehrungen der Software beigetragen. Teslas Fahrassistent hätte nicht zulassen dürfen, dass der Fahrer es nicht wie vom Hersteller vorgeschrieben nutzt, erklärte die Untersuchungsbehörde NTSB im September 2017. Tesla verkündete, die Empfehlungen der Ermittler:innen prüfen zu wollen. Man werde aktuelle und künftige Kundschaft auch weiterhin "extrem deutlich" darauf hinweisen, dass sie auch bei eingeschaltetem Fahrassistenten stets aufmerksam bleiben müssten. Bei dem Unfall war Anfang Mai 2016 ein 40-Jähriger ums Leben gekommen, als sein von Teslas Autopilot gesteuertes Auto unter einen Lastwagen-Anhänger raste, der die Straße querte. Der Lkw-Fahrer habe ihm die Vorfahrt genommen, befanden die NTSB-Ermittler. Zugleich habe sich der Tesla-Fahrer zu sehr auf den Fahrassistenten verlassen. Das Autopilot-System habe zwar wie vom Hersteller beschrieben funktioniert – sei aber für diese Situation nicht konzipiert gewesen. Zugleich habe das Tesla Model S zugelassen, dass der Fahrer nicht auf den Verkehr geachtet habe, obwohl Tesla grundsätzlich vorschreibt, dass beim Autopilot-Einsatz der Mensch stets den Überblick behalten müsse. Laut einem ersten NTSB-Bericht war der Fahrer von der Software des Tesla Model S mehrfach aufgefordert worden, die Hände aufs Steuer zu legen. Tesla verschärfte nach dem Unfall die Sicherheitsvorkehrungen und machte es unmöglich, die Hände für einen längeren Zeitraum vom Lenkrad zu nehmen.

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