So genau muss der Tacho sein (Tachoabweichung) Das zur Tachoabweichung wissen

von Theresa Hagen 22.01.2019
Inhalt
  1. Tachoabweichung: So genau muss der Tacho sein
  2. Kostet eine Tachoabweichung Geld?
  3. Tachoabweichung wegen verschiedener Reifengrößen?

Eine weit verbreitete Prämisse unter Autofahrern lautet: Auf den Tacho ist Verlass. Doch stimmt das auch wirklich? Und was für ein Bußgeld droht, wenn es zuen Tachoabweichungen kommt? So genau muss der Tacho sein!

Zeit, Tach(o)les zu reden: Es gibt keinen Geschwindigkeitsmesser, der den richtigen Messwert angibt. Wie jetzt? Jeder Tacho zeigt die falsche Geschwindigkeit? Ja, richtig gehört! Tachoabweichungen sind gang und gäbe. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist Paragraf 57 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Er gibt vor, dass der Tachometer eine höhere Geschwindigkeit anzeigen darf – aber niemals eine zu geringe. Zum einen, um Rasenden den Wind aus den Segeln zu nehmen und Blitzern vorzubeugen. Zum anderen, weil eine EU-Richtlinie erlaubt, dass bei Fahrzeugen, die nach 1991 zugelassen wurden, der Tacho bis zu zehn Prozent mehr plus vier Kilometer pro Stunde mehr anzeigen darf. Zum besseren Verständnis: Bei einem realen Tempo von 100 km/h ist laut Gesetzgeber eine Tachoanzeige von maximal 114 km/h erlaubt – ergo: Tachoabweichung. Mehr zum Thema: Bessere Unfallbilanz durch Tempo 130

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Darum zeigt der Tacho die falsche Geschwindigkeit (Video):

 
 

Tachoabweichung: So genau muss der Tacho sein

Fährt man wegen einer Tachoabweichung nun also automatisch langsamer, als eigentlich gedacht? Die Antwort lautet: nein, nicht zwangsläufig. Denn zum einen schöpfen Autobauer diese Toleranz in der Regel nicht aus. Außerdem können auch Reifenverschleiss und fehlender Luftdruck die Werte auf dem Display leicht verfälschen und somit zu Tachoabweichungen führen. Die Berechnung der Geschwindigkeit wird anhand von Durchschnittswerten festgemacht: Die heute übliche Methode zur Messung der Geschwindigkeit im Auto besteht darin, dass ein Sensor am Getriebe misst, wie oft sich die Räder pro Sekunde drehen. Zusammen mit Daten zum Radumfang kann die Bordelektronik daraus die gefahrene Strecke pro Zeiteinheit errechnen, also die Geschwindigkeit. Wer ein Navigationssystem im Auto hat, wird es bereits gemerkt haben: Das Gerät zeigt manchmal einen niedrigeren Wert an als der Tacho. Dank GPS kann bei Navis die Geschwindigkeit nämlich bis auf einen Stundenkilometer genau festgestellt werden. Mehr zum Thema: Tachomanipulation erkennen

 

Kostet eine Tachoabweichung Geld?

Eine unbemerkte Tachoabweichung kann dazu führen, dass Fahrer die Geschwindigkeit überschreiten und geblitzt werden. Ursache für die Abweichung kann etwa eine Veränderung der Bereifung sein. Der Tacho zeigt dann zwar eine angemessene Geschwindigkeit an, tatsächlich ist der Fahrer aber zu schnell unterwegs. Um eine Strafe kommen die Betroffenen in solchen Fällen nicht herum. Wer sich jetzt fragt: Woher weiß ich überhaupt noch genau, ob ich zu schnell fahre oder nicht, der kann einen Service des ADAC nutzen. Dort kann man in seiner Fachwerkstatt die Tachoabweichung messen lassen. Mehr zum Thema: Punkte, Bußgeld und Fahrverbot ab wann?

 

Tachoabweichung wegen verschiedener Reifengrößen?

Tachoabweichungen hängen auch mit Reifengröße, -umfang und -höhe zusammen. Da die Berechnung der km/h mit Durchschnittswerten zusammenhängt, ist es ratsam, bei einer veränderten Reifengröße eine Werkstatt aufzusuchen. Der TÜV toleriert eine Differenz von zwei Prozent zur Ursprungsgröße. Kleinere Reifen bringen eine größere Tachovoreilung. Der Abrollumfang ist abhängig vom Reifendurchmesser – damit hat er auch Einfluss auf den Tachoantrieb.

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