Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen: Die Fakten! Das bedeutet Richtgeschwindigkeit

von Anika Külahci 13.02.2018
Inhalt
  1. Ist die Richtgeschwindigkeit gleichzeitig ein Tempolimit?
  2. Richtgeschwindigkeit: Wie schnell darf man fahren?
  3. Drohen Bußgeld oder Punkte bei Nichteinhalten der Richtgeschwindigkeit?
  4. Haftet man, wenn es beim Überschreiten der Richtgeschwindigkeit zu einem Unfall kommt? 
  5. Woran erkennt man die Richtgeschwindigkeit im Vergleich zum Tempolimit?

Von der Richtgeschwindigkeit hat jeder Autofahrer schon einmal gehört. Doch was bedeutet sie genau und liegt gleichzeitig ein Tempolimit vor? Wir klären auf!

Der Begriff Richtgeschwindigkeit existiert seit 1978 und gilt seitdem auf deutschen Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen. Als Richtgeschwindigkeit wird in Deutschland das Tempo von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen definiert. Definiert wird im Bußgeldkatalog, dass diese Geschwindigkeit für alle Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3,5 Tonnen gilt. Viele Verkehrsteilnehmer sehen in der Richtgeschwindigkeit ein Tempolimit, doch ist das wirklich das Gleiche oder besteht ein Unterschied zwischen Richtgeschwindigkeit und Tempolimit? Wir beantworten die Fragen!

Das eCall Notrufsystem wird Pflicht (Video):

 
 

Ist die Richtgeschwindigkeit gleichzeitig ein Tempolimit?

Nein. Die Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen gilt als reine Empfehlung und verpflichtet Autofahrer nicht, sich an dieses Tempo zu halten. Das heißt im Klartext: Verkehrsteilnehmer sind berechtigt, die Richtgeschwindigkeit zu über- oder unterschreiten, denn diese stellt kein Tempolimit dar.

 

Richtgeschwindigkeit: Wie schnell darf man fahren?

Die Richtgeschwindigkeit darf grundsätzlich überschritten werden, ist aber stets an die Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnisse sowie die persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen (Paragraf 3, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung). Man darf also nicht grundsätzlich so schnell fahren, wie einem lieb ist, wenn beispielsweise die Sichtverhältnisse durch Nebel oder Schnee stark beeinträchtigt sind. Ist die Sichtweite aufgrund der Wetterverhältnisse also geringer als 50 Meter, dürfen Verkehrsteilnehmer nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren – es sei denn, es ist ohnehin eine geringere Geschwindigkeit geboten. Außerdem darf man nur so schnell fahren wie man auch in der übersehbaren Strecke halten kann. Die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer steht immer über der Richtgeschwindigkeit.

News Virtual Cockpit von Audi
Höchstgeschwindigkeit Autobahn: Umfrage  

Wie schnell ist Deutschland unterwegs?

 

Drohen Bußgeld oder Punkte bei Nichteinhalten der Richtgeschwindigkeit?

Nein. Grundsätzlich drohen weder Bußgeld noch Punkte, wenn man schneller fährt, als die Richtgeschwindigkeit es auf Autobahnen vorschreibt. Allerdings kann ein Verstoß gegen Paragraf 3, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorliegen. 

 

Haftet man, wenn es beim Überschreiten der Richtgeschwindigkeit zu einem Unfall kommt? 

Ja, zumindest anteilig. Überschreitet ein Verkehrsteilnehmer die Richtgeschwindigkeit auf einer Autobahn oder autobahnähnlichen Straße, auf der kein Tempolimit gilt, und entsteht dadurch ein Verkehrsunfall, so hat der Autofahrer mit "haftungsrechtlichen Konsequenzen" zu rechnen, erklärt Andreas Schmidt, Leiter Fahrerlaubniswesen bei der Dekra. Denn, wenn der Gutachter zu dem Schluss kommt, dass der Verkehrsunfall durch Einhaltung der Richtgeschwindigkeit hätte vermieden werden können, wird demjenigen, der sich nicht an die Richtgeschwindigkeit gehalten hat, eine Mitschuld von 20 Prozent zugeschrieben.

Bußgeldkatalog Punktetacho Flensburg
Bußgeldkatalog (2018): Punkte, zu schnell, Fahrverbot  

Punkte, Bußgeld und Fahrverbot ab wann?

 

Woran erkennt man die Richtgeschwindigkeit im Vergleich zum Tempolimit?

Die Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern gilt inzwischen auf allen Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen, auf denen kein Schild mit einer Geschwindigkeit steht. Bis April 2013 wurden jeweils Anfang und Ende der Richtgeschwindigkeit in weißer Schrift auf blauem Grund angezeigt. Seit Neufassung der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2013 werden diese Schilder jedoch zunehmend abgebaut, da nur noch wirklich notwendige Schilder wie ein Tempolimit aufgeführt werden sollen. Das umgangssprachliche Tempolimit alias zulässige Höchstgeschwindigkeit erkennt man an einem runden Verkehrsschild, auf dem eine schwarze Zahl von einem roten Kreis umgeben ist. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit darf in diesem Falle nicht überschritten werden, sonst drohen Punkte und Bußgeld. 
 

Tags:
Wir kaufen Ihr Auto!

Einfach, schnell und sicher

Copyright 2018 autozeitung.de. All rights reserved.