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Skoda Octavia Combi 2.0 TDI DSG: Test Der Octavia Combi im Test

von Markus Schönfeld 01.09.2020
Inhalt
  1. Der Skoda Octavia Combi im Test
  2. Elektronikprobleme beim Octavia-Test
  3. Connectivity-Check beim Skoda Octavia Combi
  4. Messwerte und technische Daten des Skoda Octavia Combi

Der Octavia ist Skodas wichtigstes Modell und gehört hierzulande zu den meistverkauften Autos überhaupt. Zeit für einen ausführlichen Test des Skoda Octavia Combi!

PositivGutes Platzangebot, umfangreiche Ausstattung,
hohes Sicherheitsniveau; kräftiger, sparsamer Antrieb
NegativKomplexe Bedienung, nicht mehr ganz günstig

Auch wenn Skoda mit mittlerweile drei Modellen stark vom SUV-Boom profitiert – der Octavia, hier als Skoda Octavia Combi im Test, bleibt das wichtigste Pferd im Stall der Tschechen. Allein 2019 konnten mehr als 363.000 Stück verkauft werden. Das sind nahezu so viele Exemplare wie alle SUV der Marke zusammen. Dieser Erfolg ist umso beachtlicher, weil es sich 2019 noch um die konzeptionell schon sieben Jahre alte dritte Generation des Octavia handelte. Auf Basis des neuen VW Golf 8 kommt nun die Ablösung. Und die dürfte potenzielle Kunden gleich mehrfach überraschen. Nicht, dass der neue Octavia eine Enttäuschung wäre. Er ist mit 4,69 Metern etwas in der Länge gestreckt worden, was vor allem auf der Rückbank und am Kofferraum zu merken ist. Damit gehört er weiterhin zu den geräumigsten Vertretern in der gesamten Kompaktklasse. Zudem ist das Gepäckabteil zumindest unterhalb der Abdeckung um rund 30 Liter gewachsen. Durch das deutlich abgeschrägte Heck mit der jetzt flacheren Scheibe schrumpft der maximale Kombi-Laderaum allerdings um 40 auf 1700 Liter. Für die vierköpfige Familie bleibt im Skoda Octavia Combi dennoch genug Stauraum – selbst in Urlaubszeiten mit vollen Koffern. Die Zuladung von nur 467 Kilogramm erscheint in diesem Zusammenhang noch ausreichend.

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Der Skoda Octavia Combi im Fahrbericht (Video):

 
 

Der Skoda Octavia Combi im Test

Auf den Vordersitzen des Skoda Octavia Combi genießt man jedenfalls nach wie vor großzügige Platzverhältnisse auf sehr bequemen Sitzen. Und von hier aus immt man auch den Generationenwechsel am deutlichsten war. Schließlich eröffnet sich vor einem eine sehr reduzierte Cockpitlandschaft in eher nüchterner Materialqualität. Statt vieler Knöpfe und Schalter findet man wie auch im Golf 8 nur noch einen Bildschirm – hier immerhin mit acht haptischen Tasten darunter. Hinter dem Lenkrad sitzt das digitale Kombiinstrument (Virtuelles Cockpit), und auf der Mittelkonsole duckt sich der neuerdings im VW-Konzern übliche DSG-Schaltstummel in das harte Glanz-Plastik. Der Fokus auf Digitalisierung ist also offensichtlich, funktioniert aber nicht überall überzeugend. Einfache Funktionen wie das Nullen des Tageskilometerzählers, das Zurücksetzen des Durchschnittsverbrauchs oder das Verstellen der Gebläsestufe müssen nun erst über Untermenüs im großen Display gesucht werden. Das lenkt ab und wird auch nach längerer Gewöhnungszeit nicht bequemer. Immerhin verfügt die Fahrprofilauswahl zusammen mit der Fahrwerksverstellung DCC (beides optional) noch über einen echten Taster. Komfortabel arbeiten Federn und Dämpfer im Skoda Octavia Combi ohne Frage. Nur bei tiefen Schlaglöchern oder auf schnellen Autobahnetappen wünscht man sich etwas mehr Verbindlichkeit vom Fahrwerk. Lenkung, Gasannahme und Getriebe passen dafür gut zum sparsamen Tschechen. Der verbraucht auf der Testrunde der AUTO ZEITUNG trotz schnellem Autobahnsegment nur 5,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

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Elektronikprobleme beim Octavia-Test

Überraschend: Während des Testzeitraums stiegen beim Skoda Octavia Combi nicht selten einzelne Funktionen der Bordelektronik mit Warntönen aus. Beim Abstandstempomaten oder Spurassistenten passiert das hin und wieder auch bei anderen Herstellern. Dass sich ein Anschnallwarner trotz des angelegten Gurtes aktiviert, das Display manchmal nur verzögert reagiert oder einer der wenigen Knöpfe ganz den Dienst verweigert, ist im Volkswagen-Konzern neu. Immerhin lassen sich solche Software-Probleme über ein Online-Update beheben. Übrigens können so auch nach dem Kauf noch Multimedia- oder Sicherheitsoptionen gegen Aufpreis freigeschaltet werden – selbst wenn man sie bei der Anschaffung nicht bestellt hat. Apropos Anschaffung: Hier wartet die nächste Überraschung auf Skoda-Kunden. Denn als Schnäppchen-Alternative zum Golf taugt der Skoda Octavia Combi längst nicht mehr. Für den Kombi müssen mindestens 28.060 Euro (1.5 TSI mit 150 PS) berappt werden. Das sind rund 2500 Euro mehr als zuletzt beim Vorgänger. Der Zweiliter-TDI mit DSG ist erst ab 32.380 Euro zu haben. Immerhin sind in der derzeit günstigsten Ambition-Ausstattung schon LED-Scheinwerfer, Zweizonen-Klima und Spurhalteassistent enthalten. Doch ein noch aktueller Golf VII Variant in sehr guter Comfortline-Ausstattung ist keinen Cent teurer. Mehr zum Thema: Das ist der Skoda Octavia Combi RS iV

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Connectivity-Check beim Skoda Octavia Combi

Die zum Marktstart verfügbare Basisversion Skoda Octavia Combi Ambition verfügt serienmäßig sowohl über das digitale Kombiinstrument als auch über einen acht Zoll großen Touchscreen. Telefone können via Smartlink mit Android Auto oder Apple CarPlay gekoppelt werden. Zwar ist auch bereits das Skoda Care Connect-Paket Standard, Online-Infotainment mit Live-Verkehrsinfo und Karten-Updates gibt es aber erst für 1580 Euro extra.

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Messwerte und technische Daten des Skoda Octavia Combi

AUTO ZEITUNG 16/2020Skoda Octavia C. 2.0 TDI DSG
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4-Zyl., 4-Vent.
Hubraum1968 cm³
Leistung110 kW/150 PS
Max. Drehmoment360 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe;
Vorderradantrieb
Messwerte
Leergewicht/Zuladung (Werk/Test)1523/467
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)8,7 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)222 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,2/34,6 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)5,2/4,8 l D
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)128 g/km
Preise
Grundpreis32.380 Euro

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von Markus Schönfeld von Markus Schönfeld
Unser Fazit

Auch nach dem Modellwechsel überzeugt der Skoda Octavia Combi im Test mit klassischen Tugenden. Beim Platzangebot können ihm jedenfalls nur wenige Konkurrenten das Wasser reichen. Fahrleistungen und Verbrauch sind zudem top. Seinen Charakter hat der Tscheche in vierter Generation dennoch verändert. Das liegt zum einen an der konsequent umgesetzten Digitalisierung, zum anderen an kleinen Abstrichen bei der Materialqualität.

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