Ruf CTR3 (2008): Retro-Testfahrt

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Ruf CTR3 (2008)
Ruf CTR3 (2008) Foto: Willy Bister

Ritt in der Kanonenkugel: Der CTR3 bleibt grundsätzlich brav …

Ruf Porsche CTR3
Ruf CTR3 (2008)

… herausfordern sollte man ihn auf engen Landstraßen aber besser nicht.

Ruf Porsche CTR3
Ruf CTR3 (2008)

Aus dem Stand auf Tempo 100 soll es in 3,2 Sekunden gehen.

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Ruf CTR3 (2008)

Breit und so gar nicht unsichtbar: Die Tarnkappenlackierung verleiht dem flachen Ruf einen martialischen Look.

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Ruf CTR3 (2008)

Die beiden Endrohre, in denen locker Kleintiere Platz finden würden, flankieren das Kennzeichen.

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Ruf CTR3 (2008)

Der erste Ruf CTR war 1987 der schnellste Serienwagen der Welt …

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Ruf CTR3 (2008)

… die dritte Generation ist ein Fahrdynamiker erster Güte.

Ruf Porsche CTR3
Ruf CTR3 (2008)

Das große Vordbild der flachen Tarnkappen-Flunder ist der Porsche 911 GT1.

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Ruf CTR3 (2008)

Der Ruf CTR3 ist eine Le-Mans-Renner für jeden Tag.

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Ruf CTR3 (2008)

Seit 1981 ist Ruf vom Flensburger Kraftfahrtbundesamt als eigenständiger Hersteller anerkannt.

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Ruf CTR3 (2008)

Die Front des CTR 3 ist ein einziger Lufteinlass, denn der Mittelmotor braucht viel Sauerstoff für 700 PS (515 kW) Leistung.

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Ruf CTR3 (2008)

Die Rückleuchten erinnern an die des Porsche Boxster.

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Ruf CTR3 (2008)

Die Rücken- und Beinauflagen sind mit gestepptem Alcantara bezogen.

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Ruf CTR3 (2008)

Acht Zentimeter tieferes Dach als im Porsche 911 GT2 und enge Schalensitze.

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Ruf CTR3 (2008)

Griffiges Lederlenkrad mit dezenter Ruf-Prägung.

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Ruf CTR3 (2008)

Tacho bis 420, je nach Getriebeübersetzung sind immerhin 375 km/h machbar.

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Ruf CTR3 (2008)

Geschaltet wird im CTR3 sequentiell, das Sechsgang-Getriebe hält bis zu 1200 Newtonmeter Drehmoment aus.

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Ruf CTR3 (2008)

LED-Tagfahrlichter dürfen auch am CTR 3 nicht fehlen. Der Luftauslass in der Fronthaube ist vom Porsche 911 GT2 bekannt.

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Ruf CTR3 (2008)

Den ausfahrbaren Heckflügel unterstützt eine lange und breite, feststehende Spoiler-Lippe.

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Ruf CTR3 (2008)

Heckfenster ade: Nach hinten kann man im CTR3 nur durch die beiden Außenspiegel gucken.

Ruf Porsche CTR3
Ruf CTR3 (2008)

Endrohre, Luftauslässe und blutrote Rückleuchten prägen des Ruf-Heck.

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Ruf Porsche CTR3

Die sechs Lüftungskiemen erleichtern dem Sechzylinder-Boxer und seinen zwei Turboladern das Atmen.

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Ruf CTR3 (2008)

Der elektrisch ausfahrbare Zusatzflügel schafft Anpressdruck auf der Hinterachse.

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Ruf CTR3 (2008)

So bleibt der Ruf selbst bei weit über 300 km/h auf dem Boden der Tatsachen.

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Ruf CTR3 (2008)

Hinter den Schmiederädern aus Aluminium mit Zentralverschluss verbergen sich vorne…

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Ruf CTR3 (2008)

… gelbe Sechskolben-Festsattelbremsen mit Keramikscheiben.

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Ruf CTR3 (2008)

Die CTR 3-Spiegel sind aerodynamisch geformt und beherbergen Seitenblinker.

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Ruf CTR3 (2008)

700-PS-Mittelmotor (515 kW) im Gitterrohrrahmen inklusive Überrollschutzkäfig.

Für die Retro-Testfahrt begeben wir uns ins gut gefüllte AUTO ZEITUNG-Archiv: Hier finden wir Fahrberichte faszinierender Autos. Dieses Mal: der Ruf CTR3 von 2008.

1987 baute Ruf den ersten CTR. Der gelbe Porsche 911 Turbo wog 200 Kilo weniger als die Serienbasis, sein 3,4 Liter großer Biturbo-Boxer leistete 469 PS (345 kW), bei Testfahrten flog der "Yellow Bird" über 340 km/h. Da Ruf seit 1981 vom Flensburger Kraftfahrtbundesamt als eigenständiger Hersteller anerkannt ist, galt dieser erste CTR damals als schnellster Serienwagen der Welt. Zwei Generationen weiter sind die Ansprüche nicht minder gering – auch wenn sich Ruf nicht an der augenblicklichen Geschwindigkeits-Rekordjagd von Bugatti, Koenigsegg und Co. beteiligt. Mittlerweile ist Ruf nicht nur ein anerkannter Hersteller, sondern auch Mitglied im Verband der Automobilindustrie (VDA). Der Ruf CTR3 untermauert wie kein anderes Fahrzeug aus Pfaffenhausen den Anspruch einer eigenständigen Entwicklung.

Etwa so lang wie ein Porsche 911, neun Zentimeter breiter und acht Zentimeter flacher als ein GT2 (997), kauert der kompakte Mittelmotor-Flachmann auf dem Asphalt. Der CTR3 stammt vom Ruf RK Spyder ab und ist sechs Zentimeter niedriger. Die verstärkten A-Säulen und der hinter dem Cockpit verlaufende Rohrrahmen dienen als Überrollschutz. Im anschließenden Gitterrohrrahmen sitzt der komplette Antrieb. Türen und Fronthaube bestehen aus Aluminium, die übrige Außenhaut aus Kevlar-Karbon. Nur so ließ sich das niedrige Leergewicht von 1400 Kilogramm erreichen. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Video: AUTO ZEITUNG

Retro-Testfahrt mit dem Ruf CTR3 (2008)

Das mit gestepptem Alcantara ausgekleidete Cockpit besitzt vorerst noch Porsche-Seriencharakter, wird aber ganz nach Kundenwunsch umgestaltet. Der Sechszylinder-Boxer basiert auf dem 650-PS-Motor (478 kW) des Ruf RT12, dessen Hubraum für den CTR von 3,6 auf 3,8 Liter vergrößert wurde. Hauptverantwortlich für den Leistungs- und Drehmomentzuwachs (700 PS/515 kW, 890 Newtonmeter) sind die beiden neuen KKK-Turbolader mit erhöhtem Luftdurchsatz nebst angepasster Motorsteuerung sowie die strömungsoptimierten Sportkatalysatoren. Für Drehfreude und Standfestigkeit sorgen die leichten, hochfesten Pleuel aus Titan.

Überraschend kultiviert startet der Sechszylinder, der durch einen breiten Schlund auf dem Dach einatmet. Zwei Ladeluftkühler für die beiden parallel geschalteten Abgasturbolader sitzen direkt hinter den seitlichen Lufteinlässen der Karosserie. Ruckfrei nimmt der hochbelastete Motor Gas an. Allein das Schalten verlangt Übung und zumindest bei niedrigen Öltemperaturen auch hohen Kraftaufwand. Die massiv ausgelegte sequenzielle Sechsgangbox hält bis zu 1200 Newtonmeter Drehmoment stand. Zögerliches Drücken zum Herunterschalten oder Ziehen beim Hochschalten bestraft das Getriebe: Dann hängt die Schaltwalze zwischen zwei Gängen – hässliche Geräusche sind die Folge. Doch nach kurzer Eingewöhnungszeit gelingt das Schalten wie von selbst, und jede elektronische Wippenschaltung wirkt daneben wie ein Kinderspielzeug.

Le Mans-Renner für jeden Tag

Nicht nur das Getriebe, auch die Keramikbremsen und die Zentralverschlussbefestigung der Räder sind ein Stück Rennsporttechnik. Wie bei seinem großen Vorbild, dem Porsche 911 GT1 von 1997, steuert ein System von Umlenkhebeln, so genannte Pushrods, die quer vor dem hinteren Rahmenabschluss liegenden Federbeine an. Die Abstimmung ist moderat ausgefallen. Der CTR3 federt kleine Fahrbahnunebenheiten sensibel ab und beweist große Längsstabilität. In Kurven schiebt er sanft über die Vorderräder, provozierte Lastwechselreaktionen lassen sich mit der präzisen Lenkung sicher parieren.

Wer dem Biturbo die Sporen gibt, erlebt die Wandlung von Dr. Jekyll in Mr. Hyde. Das ansteigende Brausen im Ansaugschlund und der kernige Auspuffklang vereinen sich mit dem heulenden Getriebe zu einer beeindruckenden Geräuschkulisse. Die Tachonadel rast über den Anzeigebereich, eben mal auf 250 km/h beschleunigen ist ein Kinderspiel. Aus dem Stand soll der Ruf in 3,2 Sekunden 100 Sachen erreichen, bis 200 km/h sollen es nur 9,6 Sekunden sein – durchaus glaubhaft. Die 890 Newtonmeter Drehmoment auszunutzen, heißt aber auch, ständig auf der Hut zu sein. Ein ESP-System gibt es nicht, der:die Fahrende muss mit einer Traktionskontrolle und dem Sperrdifferenzial auskommen. Der Ruf CTR3 ist ein Le-Mans-Renner für jeden Tag, eine würdige Fortsetzung der spektakulären CTR-Reihe.
von Holger Eckhardt

Technische Daten des Ruf CTR3 (2008)

AUTO ZEITUNG 2008Ruf CTR3
Technische Daten
Motor3,8-Liter-B6
Getriebe/AntriebSequentielles 6-Gang-Getriebe; Hinterradantrieb
Leistung515 kW/700 PS
Max. Drehmoment890 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4445/1944/1200 mm
Leergewicht1400 kg
Kofferraumvolumenk.A.
Fahrleistungen (Werksangaben)
Beschleunigung (0-100 km/h)3,2 s
Höchstgeschwindigkeit375 km/h
Verbrauch auf 100 kmk.A.
Kaufinformationen
Basispreis (Testwagen)420.000 €
Marktstart2008