Katalysator Auto: Diebstahl (Rohstoffe) Darum klauen Diebe den Kat

von Christina Finke 30.11.2020

Der Diebstahl von Katalysatoren im Auto boomt geradezu, die Fallzahlen sind im Laufe der vergangenen Jahre rasant gestiegen. Der Grund dafür ist ihr wertvolles Innenleben, denn auch Kriminelle reagieren auf hohe Rohstoffpreise.

Früher waren es Autoradios, heute haben es Kriminelle beim Diebstahl vermehrt auf den Katalysator im Auto abgesehen. Die Zahl der Fälle ist aktuellen Auswertungen der ADAC Straßenwacht zufolge in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: Wurden 2017 noch 38 Katalysatoren ausgebaut und entwendet worden, waren es 2019 bereits 169 und in den ersten neun Monaten 2020 rund 240. Und es ist davon auszugehen, dass die Dunkelzieffer deutlich höher liegt. Der Grund dafür, dass Diebe es zunehmend auf die Abgasreiniger abgesehen haben, sind die darin enthaltenen Rohstoffe. Vor allem Platin kommt bei der Produktion in größeren Mengen zum Einsatz, da strengere Abgasvorschriften immer bessere Katalysatoren notwendig machen. Und je mehr Platin in dem Bauteil enthalten ist, umso besser kann es dafür sorgen, dass Kohlenmonoxid in Kohlendioxid umgewandelt wird. Wird ein alter Katalysator recycelt, können die dabei zurückgewonnene Edelmetalle wieder an die Autobauer verkauft werden. Und ein Kat enthält neben rund fünf Gramm Platin noch ein paar weitere Gramm Palladium sowie Rhodium. Die Preise für diese wertvollen Rohstoffe sind in den vergangenen Jahres stark gestiegen: Ein Gramm Palladium kostet aktuell rund 60 Euro, ein Gramm Rhodium bringt sogar bis zu 380 Euro. Insgesamt können Diebe für einen Katalysator beim Schrotthändler 60 bis 600 Euro bekommen. 

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Auto-Katalysator: Diebstahl wegen wertvoller Rohstoffe

Vom Diebstahl des Katalysators sind übrigens nicht nur Neufahrzeuge betroffen. Vor allem bei älteren Opel Astra und VW Polo werden dem ADAC zufolge besonders häufig Kats entwendet. Und selbst wenn das Bauteil bereits zwanzig Jahr auf dem Buckel hat, bleiben die darin enthaltenen Edelmetalle unverändert. Außerdem ist es für die Kriminellen nicht besonders schwierig, einen Katalysator zu klauen. Ihnen genügt dazu ein Rohrschneider, der um das Auspuffrohr gespannt und dann mehrfach gedreht wird, oder aber eine Flex oder eine Säge, um schnell an ihr Ziel zu kommen. Oft wird für solch einen Diebstahl nicht mal eine Minute benötigt, wie zahlreiche Überwachungsvideos solcher Taten zeigen. Wer einen gestohlenen Katalysator ersetzen muss, sollte laut ADAC mit Kosten zwischen 500 und 1000 Euro rechnen. Wer ohne Kat fährt, mache sich sogar der Steuerhinterziheung strafbar, so der Automobilclub. Darüber hinaus sei damit zu rechnen, dass das Fahrzeug deutlich lauter werde, die Laufkultur in Mitleidenschaft gezogen wird und sich die Leistungsabgabe ändert. 

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