Reißverschlussverfahren: So geht es richtig! Viele Autofahrer fädeln zu früh ein

von Christina Finke 25.11.2019

Wie verhält man sich beim Reißverschlussverfahren richtig? Wer hat in welcher Situation Vorfahrt? Die AUTO ZEITUNG erklärt, wie es richtig geht!

Wenn durch eine Baustelle oder einen Unfall kann nur noch eine Fahrspur weniger als üblich genutzt werden kann, gilt laut Straßenverkehrsordnung das sogenannte Reißverschlussverfahren. Und das umzusetzen, ist eigentlich ganz einfach: Bis zum Ende der Spur fahren und sich abwechselnd mit den Autos auf dem weiterführenden Fahrstreifen einordnen. Der Fahrbahnwechsel sollte dabei nicht schon mehrere hundert Meter vor der Verengung stattfinden –  nur wer bis zum Hindernis vorfährt, verhält sich also korrekt. Denn beim zu frühen Einfädeln wird viel zu viel Platz verschenkt, der dann an entsprechenden Stellen einen Stau verursachen könnte. Gleiches gilt für zu dichtes Auffahren. Verkehrsteilnehmer auf der freien Fahrbahn sind dazu verpflichtet, beim Reißverschlussverfahren andere Autofahrer auf ihre Spur zu lassen. Lässt der sich auf der Geradeausspur befindende Autofahrer trotzdem keine Lücke zum Vordermann, um ein bequemes Einfädeln zu ermöglichen, ist es ratsam anzuhalten. Aggressivität ist, wie im gesamten Straßenverkehr, auch hier Fehl am Platz: Bei einem Unfall kommen schnell Tatbestände wie Nötigung zur Betrachtung des Vorfalls hinzu. Übrigens: Bei Autobahnauffahrten gilt die Regelung zum Reißverschlussverfahren nicht – hier muss der Auffahrende den Fahrzeugen auf der Autobahn die Vorfahrt gewähren und seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Mehr zum Thema: Rettungsgasse bilden

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Reißverschlussverfahren: So geht es richtig!

Auch wenn beim Reißverschlussverfahren klare Regeln gelten, sorgt das Einfädeln regelmäßig für Ärger. Zwar verhalten sich zwei Drittel (67 %) der Autofahrer bis 65 Jahre in Deutschland nach eigenen Angaben den Regelungen entsprechen, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts innofact im November 2019 ergab. 31 Prozent gaben jedoch an, sofort auf die andere Spur zu wechseln, wenn eine Verengung angekündigt wird. Und zwei Prozent der Befragten wechseln nicht nur zu früh, sondern lassen anschließend auch kein anderes Auto vor sich einfädeln. Genau solche Verhaltensweisen sorgen aber dafür, dass der Verkehrsfluss ins Stocken gerät. 

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