Piëch Mark Zero (2019): Erste Informationen Piëchs Elektro-Sportwagen verspricht kurze Ladezeiten

von Markus Schönfeld 26.04.2019
Inhalt
  1. Piëch Mark Zero (2019): Erste Informationen
  2. Sind die kurzen Ladezeiten des Piëch Mark Zero (2019) realistisch?
  3. Wie serienreif ist die Studie des Piëch Mark Zero?

Der Elektro-Sportwagen Piëch Mark Zero verspricht als Studie viel, doch lässt sich das auch in der Serie umsetzen? Erste Informationen zu dem Elektro-Sportwagen!

Mit dem Piëch Mark Zero (2019) kehrt ein sehr bekannter Name in die Automobilwelt zurück. Anton "Toni" Piëch ist der Sohn des ehemaligen VW-Chefs Ferdinand Piëch. Zusammen mit Kreativ-Kopf Rea Stark Rajcic gründete er vor drei Jahren das deutsch-schweizerische Unternehmen Piëch Automotive. Der Mark Zero ist nun die erste Studie der neuen Marke. Der rein elektrisch angetriebene GT soll auf eine Reichweite von rund 500 Kilometern (nach WLTP) kommen und dank komplett neu entwickelter Batteriezell-Technologie in 4:40 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können. Damit soll das Schnellladen nur unwesentlich länger dauern als das Volltanken eines herkömmlichen Fahrzeugs. Der Piëch Mark Zero wurde aber nicht nur als reines Elektroauto entwickelt. Er bildet die Basis für eine flexible Fahrzeugarchitektur mit der Option auf unterschiedlichste Antriebsformen. Dazu gehören nicht nur batterie-elektrische Antriebe, sondern auch Hybridvarianten, Brennstoffzelle oder Verbrennungsmotoren. Das Showcar auf dem Genfer Autosalon 2019 versteckt seine Batterien sowohl im Mitteltunnel als auch an der Hinterachse. Die Entwickler versprechen sich dadurch eine ähnliche Achslastverteilung wie bei einem klassischen Sportwagen mit Verbrennungsmotor und Heckantrieb. Im Gegensatz zur Unterfluranordnung der Akkus – wie sie beispielsweise bei der MEB-Plattform von VW verwendet wird – ermöglicht das Package im Piëch Mark Zero (2019) eine sportwagentypisch niedrige Sitzposition. Und der besondere Typ der Batteriezellen soll sich sowohl beim Laden als auch beim Entladen kaum erwärmen. So können stärkere Ströme fließen, ohne dass der Energiespeicher mit Flüssigkeit gekühlt werden muss. Es reicht eine Luftkühlung, was etwa 200 Kilogramm Gewicht spart. Mehr zum Thema: Kritik an Klimabilanz-Studie von E-Autos​

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Piëch Mark Zero (2019): Erste Informationen

Apropos Gewicht: Das soll beim Piëch Mark Zero (2019) für Elektroautos relativ niedrig bleiben. Piëch Automotive gibt weniger als 1800 Kilogramm an – und das trotz potentem Allradantrieb. Denn der Piëch Mark Zero besitzt an der Vorderachse einen 150 kW starken Asynchronmotor und an der Hinterachse gleich zwei Synchronmotoren mit jeweils nochmal der gleichen Leistung. Zusammengerechnet ergeben sich also 450 kW – was nach tradtioneller Rechnung 612 PS sind. Bei so viel Power dürfte sich die Fahrleistungen auf Sportwagenniveau von selbst verstehen. Offiziell gibt es von Piëch Automotive noch keine Beschleunigungswerte. Doch zukünftige Konkurrenten wie der Porsche Taycan, die mit ähnlichen Leistungsangaben von rund 600 PS prahlen, dürfen sich schon mal warm anziehen. Denn schon jetzt versprechen Piëch und Rajcic auch bei der Fahrdynamik des Piëch Mark Zero (2019) ähnliche Ambitionen wie die von Porsche.

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Sind die kurzen Ladezeiten des Piëch Mark Zero (2019) realistisch?

Sind die kurzen Ladezeiten des Piëch Mark Zero (2019) realistisch oder herrscht hier werbliches Wunschdenken vor? Klar ist, bisher genutzte Lithium-Ionen-Batterien bieten nicht den Spielraum, um die angegebenen Eckwerte weder durch Aufpeppen noch per Feinschliff zu realisieren. Denn der Hochvolt-Akku mit 100 kWh Batteriekapazität ist bei einem Gewicht von gerade einmal 200 Kilogramm nur halb so schwer wie der größte Batterie-Pack von Tesla. Das bedeutet für den im Piëch Mark Zero genutzten Energiespeicher eine Verdoppelung der Energiedichte. Durch Optimierung der chemischen Komponenten ist das nicht möglich. "Selbst mit großen Abstrichen beim Materialeinsatz, zum Beispiel durch Verzicht auf Metall-Elemente zur Crash-Sicherheit und den Wegfall einer Flüssigkeitskühlung sind die angegebenen Eckwerte unrealistisch", versichert uns ein leitender Batterie-Entwickler. Zudem kommt schon rein rechnerisch für die mit 4,40 Minuten extrem kurze Ladezeit (für 80 Prozent der Vollladung) nur eine Feststoffbatterie in Kombination mit einer leistungsstarken so genannten Megawatt-Ladetechnik in Frage. Doch beides sind bislang Techniken, für die derzeit noch Grundlagenforschung betrieben wird. An ein Prototypen-Stadium des Piëch Mark Zero (2019) ist also bislang noch nicht einmal ansatzweise zu denken.

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Wie serienreif ist die Studie des Piëch Mark Zero?

Abgesehen von der Batterietechnologie scheint das  Konzept des Piëch Mark Zero (2019) generell noch recht weit entfernt von einer praktikablen Serienanwendung zu sein. Die dazu vorgestellte Fahrzeugplattform lässt mit dem hoch bauenden Batteriegehäuse auf eine recht hohe Schwerpunktlage schließen – keine guten Voraussetzungen für ein sportwagengerechtes agiles und vor allem stabiles Kurvenverhalten. Außerdem dürfte die hier gezeigte Doppelquerlenker-Achsaufhängung des Piëch Mark Zero (2019) noch nicht ganz ausgereift sein, denn ohne Querstabilisator wird der Sportwagen vermutlich ein ziemlich schaukeliges Fahrverhalten an den Tag legen.

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