Papamobil: Der Papst fährt im Mercedes vor

(1/36)
Papst-Auto mit Elektro-Antrieb: Benedikt XVI. im Renault Kangoo Maxi Z.E. Zero Emission
Papst Benedikt XVI. im Renault Kangoo Maxi Z.E.

Geräumiger Innenraum, aber ohne lokale Emissionen: Künftig stehen dem Fahrdienst des Vatikan auch zwei Renault Kangoo Maxi Z.E. mit Elektroantrieb zur Verfügung. In der Geschichte des "Papamobils" dominiert allerdings eine andere Marke

Papst Benedikt XVI. während einer Audienz im Mercedes G 500
Papst Benedikt XVI.

während einer Audienz im Mercedes G 500

Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Der erste Papstwagen, der Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Mercedes-Benz Nürburg 460
Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Mercedes-Benz Nürburg 460

1984 ließ Mercedes den Papstwagen restaurieren

Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Mercedes-Benz Nürburg 460
Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Mercedes-Benz Nürburg 460

Presto, Adagio: Wie eine Opernpartitur liest sich die Beschriftung des Bedienfeldes, mit welchem der Papst seinem Chauffeur Befehle übermittelte.

Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Mercedes-Benz Nürburg 460

Presto! Wenn der Papst dem Chauffeur das Signal zur schnellen Fahrt gab, konnte dieser den Mercedes-Benz Nürburg auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h beschleunigen.

Papamobil: Mercedes-Benz Typ Nürburg 460
1930 – Mercedes-Benz Nürburg 460
Papamobil: Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
1960 – Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet

30 Jahre später wurde der Mercedes-Benz des Vatikans als Landaulet ausgeführt.

Papamobil: Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
1960 – Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
Papamobil: Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
1960 – Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
Papamobil: Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
1960 – Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet

Der Papstsessel des Mercedes-Benz 300 d war mit den Bedienelementen für Klimaanlage, Sprechfunk und für weitere Funktionen umgeben.

Papamobil: Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet
1960 – Mercedes-Benz Typ 300 d Landaulet mit Johannes XXIII
Papamobil: Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
1965 – Die Sonderanfertigung des Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
Papamobil: Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
1965 – Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
Papamobil: Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
1965 – Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
Papamobil: Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
1965 – Mercedes-Benz 600 Pullman-Landaulet
Papamobil: Mercedes-Benz 300 SEL Landaulet
1966 – Mercedes-Benz 300 SEL Landaulet

Auch der 1966er Papstwagen wurde als Landaulet ausgeführt.

Papamobil: Mercedes-Benz 300 SEL lang
1967 – Mercedes-Benz 300 SEL lang
Papamobil: Mercedes-Benz 230 G
1980 – Mercedes-Benz 230 G
Papamobil: Mercedes-Benz 230 G
1981 – Mercedes-Benz 230 G mit Sonderaufbau

Seit dem Attentat auf den Papst im Jahr 1981 fuhr der Heilige Vater in seinem Papstwagen der G-Klasse nur noch mit aufgesetzter Kuppel.

Papamobil: Mercedes-Benz 500 SEL
1985 – Mercedes-Benz 500 SEL

1985 erhielt Papst Johannes Paul II. eine Limousine der Mercedes-Benz S-Klasse mit umfangreicher Sonderausstattung und Sonderschutz.

Papamobil: Mercedes-Benz 500 SEL BaureiheV126
1985 – Mercedes-Benz 500 SEL
Papamobil: Mercedes-Benz S 500 lang Landaulet
1997 – Mercedes-Benz S 500 lang Landaulet als Papamobil

Auf Basis der S-Klasse Baureihe W 140 entstand 1997 dieses Landaulet.

Papamobil: Limousine Lancia Thesis Jubileo
1999 - Limousine Lancia Thesis Jubileo als Papamobil


Foto: AFP/Getty Images

Papamobil: Mercedes-Benz ML 430
2002 – Mercedes-Benz ML 430 mit Sonderaufbau


Zum Weltjugendtag 2002 in Toronto zeigte sich Papst Johannes Paul II. erstmals in dem neuen Papstwagen auf Basis der Mercedes-Benz M-Klasse.

Papamobil: Mercedes-Benz ML 430
2002 – Mercedes-Benz ML 430 mit Sonderaufbau


Der jüngste Papstwagen auf Basis der M-Klasse von Mercedes-Benz ähnelt im Aufbau der G-Klasse von 1980. Die Kuppel ist allerdings nicht mehr abnehmbar, sondern fester Bestandteil der Karosserie.

Papamobil: VW Phaeton
2006 - VW Phaeton

Konzernchef Bernd Pischetsrieder übergibt 2006 ein Exemplar der Luxuskarosse.
Foto: AFP/Getty Images

Papamobil: Fiat Campagnola
2006 - Benedikt XVI. übernahm von Johannes Paul II. einen Fiat Campagnola

Foto: AFP/Getty Images

Papamobil: Mercedes-Benz G 500
2007 – Mercedes-Benz G 500 (Audienzwagen)

Der in "Perlmutt" lackierte Wagen ersetzt den bisherigen Fiat Compagnola.
Foto: AFP/Getty Images

Papamobil: Mercedes-Benz G 500
2007 – Mercedes-Benz G 500 (Audienzwagen)

Der in "Perlmutt" lackierte Wagen ersetzt den bisherigen Fiat Compagnola.
Foto: AFP/Getty Images

Papamobil: Mercedes-Benz ML 430
2006 - Mercedes-Benz ML 430 mit Sonderaufbau

Foto: AFP/Getty Images

Papamobil: Mercedes-Benz ML 430
2008 - Mercedes-Benz ML 430 mit Sonderaufbau

Foto: Getty Images

Papamobil: Mercedes-Benz ML 430
2008 - Mercedes-Benz ML 430 mit Sonderaufbau

Foto: AFP/Getty Images

Die Feuerwehr im Vatikan fährt seit 2005 einen Mercedes Econic

Die Feuerwehr im Vatikan fährt seit 2005 einen Mercedes Econic

Seit 80 Jahren fährt der Papst Mercedes. Die Idee dazu hatte ein Werbefachmann, vor 80 Jahren bekam der Vatikan das erste Auto aus Stuttgart

Heiliger Vater unter Strom: Papst Benedikt XVI. darf sich künftig in einem speziell für ihn gebauten Renault Kangoo Maxi Z.E. mit komfortablen Einzelsitzen im Fond chauffieren lassen. Gemeinsam mit Karosseriebauer Gruau haben die Franzosen zwei Exemplare des Kangoo auf 4,60 Meter Länge und 1,80 Meter Breite gestreckt, um den Papst mit großzügigen Platzverhältnissen verwöhnen zu können. 60 PS treiben das neue Papamobil an, das dem Papst besonders umweltschonende Fahrten ohne lokale Emissionen erlaubt.
az

Früher musste sich Mercedes manchmal den Vorwurf gefallen lassen, häufig von besonders treuen Rentnern gekauft zu werden. Ob das stimmt oder nicht, ein besonders treuer Kunde bekam seinen ersten Mercedes vor 80 Jahren. Im Sommer 1930 reiste eine Delegation von Stuttgart nach Rom, um dem Heiligen Vater einen Mercedes Nürburg zu übergeben. Papst Pius XI. war begeistert, nannte das Auto ein „Wunderwerk moderner Technik“.

Erst im Jahr zuvor hatte der Papst seinen selbstgewählten Hausarrest im Vatikanstaat aufgegeben. Kurz nach der Erfindung des Automobils hatte Papst Pius IX. die eingeschränkte Souveränität des Vatikanstaats abgelehnt. Fast sechzig Jahre lang verließ wegen dieser „römischen Frage“ kein Papst den Vatikanstaat. Und brauchte auch kein Auto, denn den Kleinstaat kann man problemlos in einer Stunde zu Fuß umrunden.

Papamobile: Nicht nur von Mercedes

Dennoch hatten Autohersteller dem Papst seit 1909 immer wieder Autos geschenkt: Fiat, Bianchi, Graham-Paige, Itala und Citroën waren darunter. Jeder Autophile hätte sich sofort um die „Rom-Frage“ gekümmert, nur damit er die Preziosen ausprobieren kann. Nicht so die Päpste Pius X. und Benedeikt XV. Erst unter Pius XI. erkannte der Vatikan Rom als Hauptstadt des italienischen Nationalstaats an. Umgekehrt erkannte Italien Vatikanstadt und die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo als vatikanisches Hoheitsgebiet an. Der Papst benötigte also wieder ein Auto für seine Reisen.

Die solle er in einem Mercedes unternehmen, dachte sich wohl der Werbespezialist Robert Katzenstein. Die Idee, dem Papst eine Limousine zu schenken, trug er Diego von Bergen vor, dem deutschen Botschafter  am Vatikan. Rom war begeistert, so dass Katzenstein seinen Gedanken der Unternehmsleitung von Mercedes-Benz vorstellte. Im Sommer 1929 begann die Planung, im Winter 1929 sollte der Vatikanwagen ausgeliefert werden.

Mehr Auto-Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Der Termin ließ sich nicht halten. Im Frühjahr 1930 war der aufwändige Innenraum fertig, der Seidenbrokat-Sessel eingebaut, der handgestickte Dachhimmel eingezogen und die Kommandotastatur montiert, mit der dem Fahrer Ziel und Geschwindigkeit übermittelt werden können.

Nach 54 Jahren übernahm übrigens Papst Johannes Paul II. den Wagen noch einmal aus den Händen von Mercedes: Der Nürburg war nach Außerdienststellung ein Jahr lang in der Museumswerkstatt in Fellbach restauriert worden. Seit Herbst 1984 steht der erste Papst-Mercedes in der Sammlung des Vatikans mit dem schönen Namen „Museo delle Carrozze“.

Dreißig Jahre nach dem Nürburg erneuerte Mercedes die Verbindung zum Heiligen Stuhl mit einem 300 d Landaulet. Eine der bekanntesten Papst-Limousinen folgte 1965. Der 600 Pullmann Landaulet begeisterte Papst Paul VI, er sah ihn als Beispiel „für deutschen Fleiß und deutsche Tüchtigkeit“. Der 600 steht heute im Mercedes-Museum in Untertürkheim.

Dort ist auch das bekannteste Papamobil zu sehen: ein perlmuttweiß lackierter 230 G mit einer Kanzel aus Kunststoffscheiben. Das Auto hatte Mercedes dem Papst für seinen Deutschlandbesuch im Spätherbst 1980 zur Verfügung gestellt und 1982 schließlich geschenkt. Zusätzlich gab es noch einen 230 GE mit identischer Ausstattung und 125 statt 100 PS. Die Kanzel war jeweils mit einer Klimaautomatik und elektrischer Treppe ausgerüstet.

Seine ersten offiziellen Fahrten im Vatikan unternahm Papst Bendedikt XVI. in einem 500 SEL, den Mercedes 1985 an Johannes Paul II. übergeben hatte. Ein verlängertes Schiebedach, ein variabler Boden und eine Polykarbonatscheibe erlauben dem Papst auch eine Fahrt im Stehen – so können ihn die Gläubigen besser sehen. Mit geschlossenem Dach ist die 20 Zentimeter verlängerte Sonderschutzausführung bis zu 160 km/h schnell.

Seit 2002 fährt der Papst in einem Mercedes ML 430 durch die Reihen der Gläubigen. Das Auto wurde erstmals beim Weltjugendtag 2002 in Toronto eingesetzt und ist in Mystikweiß lackiert. Und für Audienzen setzt der Heilige Vater seit 2007 einen G 500 ein, der ohne Scheiben auskommt.
Andreas Of

Weitere Links:
>> Stars geben Gas: Promis am Steuer
>> Promi-Lieblinge: Hollywood-Stars mit Mercedes
>> PS und Fußball: Die WM-Kicker und ihre Autos


AUTO ZEITUNG